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Laufberichte

Auf dem Jurahöhenweg von Genf nach Basel

12.07.14

25-jähriges Jubiläum des Swiss Jura Nature Trail

 

Der Schweizer Jurahöhenweg ist mit einer speziellen Markierung durchgehend gekennzeichnet. Der 7tägige Etappenlauf vom 06. -12. Juli 2014 ist mit ca. 350 km und 11.000 HM ausgeschrieben.

Neben den markanten Berggipfeln wie dem Mont Dôle und dem Mont Tendre, mit 1679 m der höchste Gipfel des Schweizer Jura, gibt es hier einzigartige Naturlandschaften wie dem Vallée de Joux mit dem gleichnamigen See und dem Val de Travers. Bei schönem Wetter sind die schneebedeckten Gipfel der Berner und Walliser Alpen am Horizont zu sehen. Von Genf bis Biel befinden wir uns im Französisch sprachigen Teil des Juras, danach spricht man auch wieder Deutsch.

Die Organisation um Urs Schüpbach musste nur die Teilstrecken zu den einzelnen Etappenorten zusätzlich markieren, gut sichtbar jeweils mit rotweißen Bändeln. Grundsätzlich waren auf jeder Etappe drei Verpflegungsstellen verteilt, Ausnahmen auf der vierten und fünften Etappe, bei denen eine zusätzliche Getränkestelle aufgebaut war. Der Start der einzelnen Etappen war jeweils um 7 Uhr festgelegt, außer auf der ersten Etappe von Genf nach St. Cergue, die erst um 8 Uhr startete  und die letzte von Balsthal nach Basel, bei der die langsameren Läufer eine Stunde früher auf die Strecke geschickt wurden, um dann zeitgleich mit den schnelleren Läufer ins Ziel zu gelangen.

 
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Der Vorabend dieses Etappenlaufs war ausgefüllt mit Anreise, Begrüßung, Startnummernabholung mit Zeitnahmechip, gemeinsamem Abendessen und Übernachtung in der Turnhalle. Die erste Übernachtung war in St. Cergue, gleichzeitig unser erstes Etappenziel. Am frühen Sonntagmorgen wurden wir mit Kleinbussen zum Start nach Genf gebracht. Bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen begann das Laufabenteuer am Ufer des Genfer See, kurz vor 8 Uhr rief uns Urs Schüpbach zum Briefing zusammen und erklärte noch einmal den Ablauf des heutigen Tages.

Zuerst sollte es am Seeufer entlang durch den Botanischen Garten gehen und dann weg vom Genfer See in Richtung Juraberge. Auf den ersten 30 Kilometer bis Bonmont gab es noch keine nennenswerten Höhenmeter zu überwinden. Doch das sollte sich noch ändern! Nur einen steilen Anstieg auf den Mont Dôle gab es an unserem ersten Lauftag, aber der hatte es in sich. In nur 9 Kilometern ging es mehr als 1060 Höhenmeter steil bergauf auf die kahle Kuppe des Mont Dôle, dem zweithöchsten Juragipfel (1677 m/km 39,0). Von hier oben konnte ich noch einmal den Blick zurück zum Genfer See und der wolkenverhangenen Alpenkette und vor uns auf die hintere Jurakette genießen. Bis zu unserem ersten Etappenziel in St. Cergue war es nun nicht mehr weit. Zuerst über steile Trails, später über Asphalt. Die ersten 45,2 km waren geschafft, mit strahlendem Sonnenschein, der uns den ganzen Tag begleitete. Das sollte sich allerdings in den nächsten Tagen ändern, denn uns erwartete regnerisches Jurawetter mit tief hängenden Wolken und Nebel.

 
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Der zweite Tag brachte uns zum Lac de Joux nach Le Sentier, eine atemberaubende Strecke über Kuhwiesen, durch Wälder, auf Naturwegen, vorbei an Bauernhöfen. Unterwegs hatten wir ständig Hindernisse zu überwinden, Holz- und Eisentritte über die vielen Steinmauern, die die Jurahöhen durchziehen. Auf den 44, 3 Kilometern bis Le Sentier ging es über den Col du Marchairuz (1447 m/km 17,3/VP 2) zum höchsten Punkt der heutigen Etappe und des gesamten Swiss Jura NatureTrail, dem Mont Tendre (1679 m/km 24,5), leider nur im Nebel. So wat

eten wir durch Kuhfladen und Kuhmatsch und rutschten über das nasse Gras, stolperten über Wurzelpfade und Felsenwege, bis wir endlich weiter unter den Lac de Joux, einem See im Hochtal des Vallée de Joux sehen konnten. Langsam verloren wir die Höhenmeter, bis wir das Seeufer erreichten, um dann flussaufwärts an der Orbe zu unserem Ziel zu laufen.

 
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Tag drei begrüßte uns mit heftigem Regen und kühlen Temperaturen. Insgesamt 52 km standen auf dem Programm. Ich hatte schon gleich meinen Poncho über die Regenjacke und meinen Rucksack geworfen. Keiner wollte zur Startlinie gehen, um nicht schon vorher durchnässt zu sein. Doch dann fiel ganz unvermittelt der Startschuss und alle rannten los. Zurück an der Orbe liefen wir am Ufer des Lac de Joux entlang bis nach Le Pont am nordöstlichen Ende des Sees, wo sich auch gleich die erste VP befand. Tief hängende Wolken verdeckten die Sicht auf das gegenüberliegende Ufer und die Berge, die wir am gestrigen Tag nach Le Sentier heruntergelaufen sind.

Bald ging es steil hinunter in die Orbeschlucht (700 m/km 24,2), der Regen hatte zum Glück etwas nachgelassen, aber die Wege blieben nass und rutschig. Auch heute standen zwei Berge auf dem Programm: der Le Suchet (1535 m/km 34,0) und der Chasseron (1607 m/km 49,1). Das Wetter war uns nicht gnädig, wir konnten kaum mal die Aussicht genießen. Nur endlose, steinige Wiesentrails vor uns, von Steinmauern unterbrochen, über die wir klettern mussten. Dann endlich tauchte wieder ein Schild im Nebel auf, das uns anzeigte, dass wir noch auf dem richtigen Weg waren. Die Wegfindung am Le Suchet war nicht so einfach, denn es gab keinen eindeutigen Weg mehr und  die vielen Grasfurchen waren da eher verwirrend – und dann noch alles im dichten Nebel.

Endlich hatte ich den Einstieg auf den schmalen, steilen, sehr technischen Trail gefunden, der mich zur dritten VP Grange Neuve (1356 m/km 35,8) in einem trockenen Kuhstall bringen sollte. Vom Le Suchet herunter hatten viele den richtigen Einstieg zum Trail verpasst, sie kamen dann auf einem breiteren Weg ebenfalls zur VP. Die letzten 3 Kilometer nach Bullet waren trotz Dauerregen dann fast erholsam, eindeutig mit Bändeln markiert und gingen immer nur bergab. In der Turnhalle von Bullet wurde es dann für die Läufer recht eng. Überall hingen Klamotten und standen schmutzige Schuhe zum Trocknen herum.

 
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Doch schon bald sollte ein neuer Tag anbrechen, vielleicht mit besseren Bedingungen?! Leider nicht. Tag 4 (Etappe über 54,6 km) brachte uns erneut Regen, tief hängende Wolken und Nebel, wohin wir schauten. Zurück auf dem Jura Höhenweg folgten wir der Beschilderung auf den Le Soliat (1450 m/km 20,5). Oben angekommen, liefen wir auf einem Trail an der Kante des Creux de Van entlang. Der Creux de Van ist ein hufeisenförmiger Kessel mit 200 m hohen senkrecht abfallenden Felswänden, wo eigentlich auch Steinböcke und Gemsen zu sehen wären. Leider konnten wir außer Nebelschwaden nichts anderes sehen. Erst später, auf unserem Abstieg nach Noiraigue (700 m/km 26,0/VP 1) im Val de Travers, konnten wir unten im Tal endlich Häuser erkennen. Ein steiler Zickzack-Weg führte in nur 5,5 Kilometer und mehr als 700 m Höhenverlust hinunter, in den engen Kehren war es sehr steil und rutschig. Auf der anderen Talseite ging es dann ebenso steil wieder hinauf auf einen lang gezogenen Bergrücken, den Tablettes. Ständige Tempowechsel durch kurze An- und Abstiege, viele Wurzeln und  Steine machten ein gleichmäßiges Laufen auf dem Tablettes schier unmöglich. Und am Aussichtspunkt hätten wir bei schönem Wetter noch einmal hinüber zum Creux de Van blicken können, leider wieder einmal wolkenverhangen.

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Informationen: SwissJura-NatureTrail
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