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Laufberichte

Sau guat gmacht!

12.09.15

In diesem Jahr passt es genau auf den Punkt. Unsere Alpenbergwanderwoche mit Bergführer führt in die schönsten Ecken der Dolomiten. Und der Aktivurlaub endet just einen Tag vor dem Drei Zinnen Berglauf. Klar, dass ich mir diese Gelegenheit nicht entgehen lasse, einen neuen weißen Fleck auf meiner läuferischen Landkarte zu beseitigen.

Sexten, im östlichsten Teil von Südtirol, hart an der Grenze zum österreichischen Osttirol, findet der Berglauf zur Drei Zinnen Hütte statt. Bereits zum 18. Mal wird dieses Event groß gefeiert, denn das ganze Wochenende ist hier etwas los. Bereits am Freitag Nachmittag können die Startnummern empfangen werden oder die kleine Läuferexpo besucht werden. Tiroler Musik und Schuhplattler unterhalten Läufer und Gäste am Abend bei der Knödelparty.

Der Samstag steht dann im Focus des Sports. Am Morgen können sich Tagesgäste beim Läuferfrühstück die notwendigen Kalorien für den Berglauf einverleiben. Um 10.00 Uhr ist der Start auf einer interessanten, aber nicht einfachen Strecke, die durch Sexten und in das Fischleintal hineinführt. Am Talschluss wird es dann alpin auf dem Wanderweg, der uns zum Ziel auf der 2405 Meter hoch gelegenen Drei Zinnen Hütte führt. 17,5 Kilometer Länge und 1350 Höhenmeter, das sind die Eckdaten.

Nicht wie andernorts vor dem Rennen, sondern hier wird nach dem Lauf zur Pastaparty bei Livemusik eingeladen. Am Sonntag kann sich dann der Nachwuchs auf einer Strecke rund um das Haus Sexten austoben.

Wenn ich jetzt euer Interesse geweckt habe, dürft ihr nicht zu lange warten, denn in diesem Jahr hieß es zwei Wochen zuvor: Ausgebucht. Die 1000 Startplätze gingen weg wie warme Semmeln. Wem eine Halbmarathonstrecke nicht abschreckt und der schon ein wenig Erfahrung beim Berglauf oder beim sportlichen Bergwandern hat, kann sich der Konkurrenz stellen. Die vier Stunden Sollzeit dürften keine allzu große Hürde sein.

 

Vor dem Start

 

Gottfried Hofer ist der Macher an erster Stelle. So ist er bereits am Vortag überall zu finden, ob es um Ummeldungen geht, ob Fragen zur Strecke und Verpflegung zu klären sind oder ob noch am Aufbau etwas zu justieren gibt. Ja, er hat sogar beim Verpacken der Läuferbeutel Hand angelegt. Und da kann der Teilnehmer richtig schwer schleppen: Äpfel, Bergkäse, Schüttelbrot, Kuchen, Getränke, ein wenig Werbung, Waffeln und noch andere Sachen. Nebenan wird dir ein Funktionsshirt der Marke Skinfit verpasst. Nicht auf die leichte Schulter sollte man das ärztliche Zeugnis nehmen, das der Verband FIDAL verlangt. Für Startpassinhaber der DLV entfällt der Nachweis zwar, aber es wird eine Mitgliedskarte verlangt. Die wird aber von deutschen Landesverbänden schon seit Jahren nicht mehr ausgegeben, es geht elektronisch.

 
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Am nächsten Morgen strahlt die Sonne vom wolkenlosen Himmel. Es ist annähernd windstill, vielleicht mit knapp zehn Grad noch etwas kühl. Am Haus Sexten läuft die Startnummernausgabe wie am Schnürchen, auch wenn sich eine Stunde vor dem Startschuss eine kleine Schlange gebildet hat. Die Kleiderabgabe sollte bis spätestens eine Stunde vor dem Start abgeschlossen werden. Ich rate jedem Teilnehmer, trockene Kleidung zum Ziel transportieren zu lassen, denn trotz Sonnenschein wird es auf der Höhe nicht mehr warm sein, der Sommer hat sich vor zwei Wochen verabschiedet. Der erste Schnee liegt bereits in einer Höhe unter 3000 Meter.

Um 09.45 Uhr werden wir aufgerufen, damit wir uns im Startkorridor aufstellen. Erst unmittelbar vor dem Start begeben sich die besten Bergläufer in ihren Block. Sie werden interviewt und zu ihrer Taktik befragt. Auf die Schnellsten warten nicht nur Geschenkkörbe mit Spezialitäten aus Südtirol, sondern auch Bares.

 

Runde durch Sexten und Moos

 

Auf die Sekunde genau schießt uns Gottfried auf die Strecke. Wir biegen auf die Hauptstraße ein und laufen in Richtung Ortsmitte von Sexten. Knapp 2000 Einwohner zählt die Gemeinde, deren erste Erwähnung aus dem Jahr 965 stammt. Kaiser Otto I übergab das Tal dem Kloster Innichen unter dem damaligen Namen Sexta. Vor genau 100 Jahren im Ersten Weltkrieg verlief hier die Front zwischen den Italienern und Österreichern. Am 12.08.1915 wurde die Pfarrkirche St. Veit und 23 angrenzende Gebäude durch Brandgranaten zerstört. Es dauerte Jahre, bis die Bürger wieder zurückkehren durften. Die Kirche, nunmehr den Aposteln Petrus und Paulus geweiht, wurde erst ab 1921 wieder aufgebaut.

 
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Bei unserer Ortsrunde erfreuen uns die mit Geranien geschmückten Fenster. Im Ortskern, dem Sepp-Innerkofler-Platz, verlassen wir die Hauptstraße und laufen am Rathaus (Municipio) und Volksschule vorbei, wo eine Ausstellung über der Ersten Weltkrieg gezeigt wird. Am Friedhofseingang befinden sich Bilder des Kunstmalers Rudolf Stolz. Seine Werke zeigen einen Totentanz. Das Läuferfeld ist noch dicht gedrängt, als wir am Haus Sexten zum zweiten Mal vorbei rennen. Es wird noch eine Zeitlang dauern, bis sich das Feld auseinanderzieht.

Wenn wir unseren Blick nach Süden schweifen lassen, fallen uns die Spitzen des Neuner, Zehner, Elfer, Zwölfer und Einser auf: Die Sextener Sonnenuhr.  Am Stand der Sonne kann man die Zeit erkennen. Im Ortsteil Moos verlassen wir die Hauptstraße, die zum Kreuzbergpass führt.

 

Hinein ins Fischleintal

 

Knapp fünf Kilometer lang ist das Fischleintal, das sich vom Sextental in Richtung Süden abzweigt.  Es zieht sich von Moos über den Fischleinboden bis hin zur Talschlusshütte. Durch einige Einkehrstätten, Hotels und Straßen ist es gut erschlossen, sogar eine Buslinie ist eingerichtet. Wer in Richtung Dreizinnen Hütte und Paternkofel unterwegs ist, durchwandert das Tal zuerst noch auf einer Asphaltpiste und später auf befestigten Wegen.

 
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An der Fischleinbodenhütte (Rif. Piano Fiscalino, 1454 Meter) endet die öffentliche Verkehrsanbindung, der Parkplatz ist gut gefüllt. Kurz zuvor besagt eine Kilometerschild noch/ancona/still 12 Kilometer. Es wird rückwärts gezählt.

Das Tal wird enger, die Steigung nimmt ein wenig zu, doch ich kann noch alles laufen, auch wenn die ersten Teilnehmer bereits den Marschiergang eingelegt haben. An der Talschlusshütte (Rif. Fondo Valle, 1548 Meter) haben wir bereits gut 200 Höhenmeter hinter uns gebracht. Die Blicke können nun auf die Gipfel des Einsers (Cima Una, 2698 Meter) und des Elferkogels (Cima Undici, 3092 Meter) streifen. Vom Einser stürzten im Jahr 2007 riesige Mengen Fels und Gestein in das Fischleintal. Der Schutt verlegte das Bachbett und verschüttete einen Teil des Parkplatzes.

Wir sind nun in den Sextner Dolomiten angelangt, der nordöstlichsten Gruppe der Dolomiten. Charakteristisch für die Dolomiten sind die sanft geschwungenen grünen Almen und darüber die hoch aufragenden, steilen Riffgipfeln, die meist von brüchigen Schutthalden umgeben sind. Wir verpflegen und dann ist Schluss mit lustig. Für die Zsigmondy-Hütte werden zwei, für die Drei Zinnen Hütte  2.45 Stunden Gehzeit angezeigt.

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Informationen: Südtirol Drei Zinnen Alpine Run
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