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Laufberichte

silva nortica run von Karlstift - Pyhrabruck

04.06.11

Frühstück mit Evi zuhause. Der Veranstalter wird mir meinen Starterbag zum Start bringen. So erspart er mir am Vortag 180km zum Ziel zu fahren und Startnummer + Chip abzuholen oder am Renntag 60km zusätzlich zu fahren und 2h früher aufzustehen.

07.25h Abfahrt nach Karlstift, wir nehmen Evis Auto.
08.20h Ankunft in Karlstift, es ist sonnig und hat 17°C, windig, man ist gern im Schatten.

Der Start wird am Parkplatz der Karlstifterhütte = Talstation des Schilifts sein, er liegt auf 900m. Gerhard kommt und fragt ob ich Emil bin, ja Herbert Emil das passt. Er hat die Startunterlagen für mich, Nr. 191 werde ich tragen. 20min vorm Start kommen zwei tschechische Busse mit den restlichen Startern. Es werden fast nur Tschechen am Start sein. Die Doppel-Marathon-Läufer sind bereits seit 06:00h unterwegs.

09:00h Startschuss. Die knapp 100 Starter laufen leicht bergauf Richtung Ort. Nach 150m eine Spitzkehre und wieder zurück, durch den Startbogen, über den Parkplatz und rein in den Wald. Es geht leicht bergauf. Die golfballgroßen, kantigen Steine erfordern Aufmerksamkeit, nur ja nicht umknöcheln!

Ich habe mein Tempo gefunden und laufe in einer Horde von etwa 15 Leuten. Angenehme Temperatur, Wald, kühl, gute Luft. Nach 3km (932m) geht es steil links rauf. Da ist es matschig, von den schweren Maschinen der Waldarbeiter ist der Boden aufgewühlt.

Nach 5km (975m) die erste Labestelle, es gibt Wasser und Iso. Jetzt geht es steil bergab, die Horde bleibt zusammen. Der Belag der Forststraße wird angenehmer, fester Sand. Es ist ein Genuss, hier zu laufen. Nach 40min eine kleine Kompression, wir sind nun erstmals in der Sonne, aber nur kurz. Bis hierher, abgesehen vom Start, war nur Wald und damit Schatten. Nach 7km sind wir auf 910m.

Nach 52min des erste Gebäude, ein kleiner Bauernhof. Von da geht es steil links rauf, nasse Wiese mit Wurzeln und Steinen, Sonne. Hier gehen alle, die Horde löst sich auf. Nach 61min bin ich oben am Aichelberg auf 990m, bisher bin ich 9km unterwegs.

Ab nun für 2km Asphalt, strahlender Sonnenschein von vorne, kühler Wind, angenehm, es geht steil bergab. Hier werde ich vom späteren Sieger des Doppel-Marathons überholt. Vorbei am Höhenwasserspeicher von Karlstift runter zur B41, weiter runter zum Schiliftparkplatz. Nach 11km und 72min bin ich wieder am Start (900m). Die Labestelle hat zu bieten: Wasser, Iso, Cola, Orangen, Bananen, Brot, Zucker.

Weg von der Labestelle, rein in den Wald, noch 31km! Die nächsten 6km geht es nur bergab, meist in angenehmem Gefälle auf Forststraßen. Auf die Steine muss man aufpassen. Ich fühle mich recht gut und ich überhole einige Läufer. Ein Rettungswagen überholt mich langsam.

Noch 25km, mein linker Oberschenkelmuskel signalisiert mir, etwas zurückhaltender zu sein. Labestelle, raus auf eine asphaltierte Straße und nach 200m links runter in den Wald. Es ist recht finster, schwarze, nasse Steine, schwarze, nasse Wurzeln, Matsch. Ich muss sehr aufpassen wo ich hinsteige. Andere offenbar nicht. Die von vorhin überholen mich wie nichts. Mit matschigen Schuhsohlen über eine nasse Holzbrücke, nun wieder auf einen Weg. Und in die Sonne.

Wir sind nach 18,5km auf 690m. Bergwiesen, es wird gemäht und es ist warm geworden. Die meisten Autos vor den vereinzelt stehenden Häuser haben ein Wiener Kennzeichen. Bei 21,1km in Harmanschlag (735m) bin ich 2h15 unterwegs. Evi fragt mich, wie es mir gehe? Sehr gut, schön, ein Genuss! Auch Regina mit Peter und Tante Marianne mit Onkel Hans sind da. Denn hier ist vor 15min mein Cousin Hannes beim Halbmarathon gestartet. Wir plaudern etwas. Der ortskundige Peter prophezeit mir kräftige Anstiege. Er sollte recht behalten.

Eine Mountainbikerin gesellt sich zu mir, während wir Harmanschlag Richtung Nebelstein verlassen. „Dobrý?“, fragt sie. Und ob ich nächstes Jahr nicht den Doppel-Marathon machen werde? Nein, sicher nicht. Unterhaltend vergeht bergauf laufend die Zeit, eine gute Ablenkung. Nach ein paar 100m beende ich das Gespräch, und sie radelt weiter. Anstatt direkt den Nebelstein anzulaufen, werden wir links raufgeschickt in den Wald. Pfoah, ist das steil!

Bald kommen wir wieder von oben auf die vorhin verlassene Straße. Das hätten wir auch kürzer haben können! Die Straße liegt wunderbar in der Sonne.Nach 24km sind wir im Wald, nach 25km auf 905m. Hier muss vor ein paar Jahren ein Sturm gewütet haben. Es ist sehr windig und fast schon zu kühl. Weg von der Straße in einen Forstweg. Zwei Wanderer feuern mich an.

Schon wieder überholt mich ein Rettungswagen, eh langsam. An einer Lichtung die nächste Labestelle, da überhole ich ein Mädchen, die läuft in schwarzem(!) Dress. Die habe ich schon einige km ständig vor mir gesehen. Mihal füllt seine Flasche auf, die er hinten im Gürtel stecken hat.

Wieder rein in den Wald, bald auf einen asphaltierten Güterweg und immer runter, runter. Die Glocke einer kleinen Kapelle bimmelt wie wild, es ist 5min vor 12. Weiter bergab, dann verstummt die Glocke. Noch 15km. Ein Typ sitzt vor seinem Haus und raucht. Ich wünsche ihm Mahlzeit, er bedankt sich. Der Güterweg mündet in eine etwas größere Straße, hier ist ein Streifen für die Läufer abgesperrt. Kurz darauf in Maißen laufen wir durch das weite Teil runter bzw. rüber nach Harbach, ein Kurzentrum (Moorbad). Mihal überholt mich zurück, und der zweite des Doppel-Marathon-Bewerbs.

Evi und meine Verwandtschaft sind wieder da. Tante Marianne mit Strohhut spendiert mir eine Erdbeere. Das Cola an der Labe ist nicht zu saufen, viel zu warm. Ich empfehle dem Burschen, das Cola in den Schatten zu stellen. Wird heute nicht mehr viel nützen und Kühlschrank hat er keinen.

Noch 13km (668m). Das Kurzentrum wird umlaufen. Dahinter geht es gleich wieder einmal bergab und dann bergauf. Voll in der Sonne, der kühle Wind tut gut. Ein paar Leute sitzen heraußen. Schön haben Sie es da! rufe ich ihnen zu. Sie lachen. Ein alter Mann lehnt an einem Auto und schaut sich die paar Verrückten, die da den Berg rauf hecheln, verständnislos an. Ich winke ihm zu, er winkt zurück.

Ein Läufer in Grün ist am Ende. Dem bin ich schon die ganze Zeit näher gekommen. Als ich ihn passiere, fragt er nach der Uhrzeit. Es ist 12h37. Ich weiß, dass es am Ende dieses Anstiegs zum Mandelstein 4km bergab gehen wird. Nun wieder etwas Schatten. Hoppla, da hat sich vorhin jemand übergeben. Mihal ist kurz vor mir. Der dritte des Doppel-Marathons geht an mir vorbei. Im wahrsten Sinne des Wortes. Auch er geht, nur schneller halt.

Oben. Ich bin oben auf 818m. Von nun an geht’s bergab. In einer schattigen Kurve an einem Blockhaus wartet die Feuerwehr auf mich. Sogar Bier hat sie. Kaum stehe ich an der Labe werde ich von Bremsen gepeinigt. Blut fließt. Bisher waren nur Fliegen lästig, das hier hat eine neue Qualität.  Eine Pärchen mit Kleinkind ist auch da. Er will wissen, welchen Bewerb ich laufe. Der Kommandant verspricht mir, dass es nur mehr 8km wären. Ich bin fast 4 Stunden unterwegs und will jedenfalls unter 5 Stunden ins Ziel kommen.

Im Schatten geht es auf Asphalt 3km bergab, ich überhole Mihal. Der muss auch immer wieder gehen, auch wenn es bergab geht. Dann kommen wir in die Sonne, noch 5km (607m). In Heinrichs bieten sie uns neben der Dusche sogar einen ENDURO-Snack aus der Tube an. Hat es vorher auch schon gegeben. Ist aber kein Magnesium drinnen, was ich gebraucht hätte. Bezüglich Carbo bin ich mit meinem Power-Gel ja Selbstversorger.

Ich biege ums Eck und sehe Evis Auto. Evi winkt mir zu, Mihal sagt: Fanklub!  Evi fährt voraus ins Ziel, ich erhole mich etwas. Mihal läuft voraus. Ziemlich flach hier, kein Schatten. Man sieht 2km voraus die Kämpfer in der Sonne. Nach 4km, ich habe 28min, um unter 5h ins Ziel zu kommen. Ich laufe, laufe an Mihal heran und fordere ihn mit einem Nicken auf, mitzukommen. Er in meinem Windschatten machen wir drei Plätze gut. Dann höre ich seine Schritte nicht mehr.

Ich schaue auf die Uhr. Okay, das geht sich aus. Da und dort lauert noch ein Fotograf. Pyhrabruck! (544m) Die Feuerwehr gibt 0,5l-Wasserflaschen aus. Bisher waren es immer Becher. Ich fülle in meine Flasche um, dann da pickt noch ein Power-Gel-Beutel drauf. Den brauche ich noch, vielleicht in Füssen Ende Juli. Das Auto eines österr. Starters kommt mir entgegen, wir haben uns in Karlstift vor dem Start kennen gelernt. „Gleich hast du es!“, ruft er mir zu.

Schlussanstieg. Blick auf die Uhr, passt! Zwei Rettungsautos stehen auf der Straße zur Grenze, Blaulicht ist eingeschaltet, drinnen wird einer verarztet. 200m vor dem Ziel! Ich höre die Musik, Trommeln, die Grenze ist die Ziellinie. Evi ruft mir zu, mein Fanklub ist da!

Ich bin erleichtert und glücklich. Der Sprecher begrüßt mich namentlich im Ziel mit 4h57. 

Es ist fast 14h. Ein halbe Minute nach mir kommt Mihal ins Ziel. Wir geben uns wortlos die Hand und nicken uns zu.   Ich war 4Std 56min 21sec auf der Strecke.

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Im Startgeld von 25,- EURO waren inklusive:

Eine äußerst bergige Strecke mit viel Schatten am 1. HM und kaum Schatten am 2. HM.
Chip-Zeitnehmung um den Knöchel, (wie auch in Bratislava)
Äußerst schöne Landschaft, wirklich zum Genießen.
WRAG 30: 2 Stück Multifunctional Headwear  als Hitzeschutz (Katalogpreis EURO 14,-)
Erinnerungsmedaille aus Keramik, hergestellt von Bewohnern eines Behindertenheimes in CZ
Labestellen, genau an den richtigen Stellen! Mit Wasser, Iso, Cola Orangenspalten, Bananen, Zucker, Brot)

 

 


 

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