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Laufberichte

Rheinsteig-Erlebnislauf

30.03.07

Laufend geholfen: 1. und 3. Etappe des Rheinsteig-Erlebnislaufs 2007


Ich laufe gerne. Sehr gerne sogar. Leider sind meine zeitlichen Möglichkeiten beschränkt und so muß mein Training sowohl einigermaßen effizient sein als auch Spaß machen. Wirklich Spaß macht mir mein zehnwöchiger Trainingsplan (diesmal ausgerichtet auf Hamburg am 29.04.07) nicht immer und so lechze ich nach jeder Abwechslung, die sich in der Nähe bietet.

 

Im letzten Jahr machte ich erstmals Bekanntschaft mit dem Ultraläufer Rudolf Mahlburg, der mit seiner Frau Brigitte nach dem Motto „Gesunde Muskeln für kranke Muskeln“ zugunsten sog. Duchenne-Kinder (ausschließlich Jungen mit einer noch unheilbaren, tödlich verlaufenden Muskelerkrankung) Benefizlaufveranstaltungen durchführt. Beim 1. Rheinsteig-Erlebnislauf, der 2006 in 8 Etappen über rund 320 km und insgesamt 13.600 Höhenmeter führte und keinen Wettkampfcharakter besaß, habe ich die 2. Etappe über 51 km und 1.700 Höhenmeter mitgemacht und dabei die Kunst des Langsamlaufens sowohl kennen als auch schätzen gelernt.

 

Aus dieser Erfahrung heraus und hinsichtlich abwechslungsreicher Longjoggs hatte ich beschlossen, mich in diesem Jahr an der 1. und 3. Etappe zu versuchen. Die erste Etappe führte von Bonn nach Unkel/Scheuren ist über 44 km und 1700 HM ausgeplant, die dritte von Neuwied/Feldkirchen nach Koblenz/Ehrenbreitstein über 50 km und 2000 HM. Für die Verpflegung ist jeder selber verantwortlich und so kam mein bewährter Trinkrucksack, wohlgefüllt mit 2 l Wasser, Riegeln, Gel & Co. wieder einmal zum Einsatz.


Freitag, 30.03.2007 (1. Tag)

 

Am Morgen fahre ich in aller Frühe nach Unkel/Scheuren, unserem 1. Etappenziel, stelle dort mein Auto ab und lasse mich von meinem Arbeitskollegen Thomas, halt! Arbeitskameraden (er ist schließlich Soldat) zur Jugendherberge Bonn auf den Venusberg fahren, nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Hügel. So, scho hammer wieder was g’lernt, hätte der Lautner Toni an dieser Stelle bemerkt.

 

An zwei Tischen sitzen die heutigen Starter, überwiegend „Wiederholungstäter“ vom vergangen Jahr. Und obwohl ich in 2006 nur eine, nämlich die 2. Etappe mitgelaufen bin, werde ich erkannt und freundlich begrüßt. Das freut mich sehr. Und da ich schlecht zuschauen kann, wie die anderen sich den Bauch vollschlagen, erleichtere auch ich noch die Jugendherberge um ein Brötchen und eine Tasse Kaffee. Ich hoffe, sie werden es verkraftet haben!

 

Gegen halb neun versammeln wir uns vor dem Eingang und werden dort sehr nett von Duchenne-Betroffenen und einer Kindergartengruppe verabschiedet. Die Kinder überreichen uns blaue Luftballons der Aktion „Benny & Co.“, die wir an unseren Laufrucksäcken befestigen. Mein Ballon hat doch tatsächlich bis zum Ziel durchgehalten! Nach einem kleinen Schaulaufen mit den Kleinen geht es unter Begleitung von 6 Fußballern des Bonner SC zum eigentlichen Startpunkt am Bonner Rathaus. Hier ist der offizielle Einstieg in den Rheinsteig, was aber nur durch ein winziges Wegzeichen an einem Pfahl erkennbar ist. Hier müsste m. E. viel mehr daraus gemacht werden. Ein ordentliches Schild mit ein paar wichtigen Hinweisen sollte das Mindeste sein, hier fände es nämlich auch gebührende Beachtung.

 

 
© marathon4you.de 3 Bilder

Wir laufen noch einmal die Rathaustreppe hinauf, lassen uns von den begeisterten Bonner Zuschauern, die hätten anwesend sein können, huldigen und dann beginnt der Ernst des Lebens. Wer einen Erlebnis- bzw. Genußlauf noch nicht mitgemacht hat, sei folgendes erklärt: man läuft weitestgehend im Ultra-Schlappschritt, ernsthaftere Steigungen werden konsequent zügig gegangen. Und man lässt sich auch einmal Zeit, die eine oder andere Sehenswürdigkeit oder einen tollen Aussichtspunkt zumindest kurz zu genießen. Es soll ja ein Erlebnislauf sein. Zeit spielt überhaupt keine Rolle und, ganz ehrlich: für einen Normalläufer wie mich ist das Ganze anstrengend genug. Am Ende des 1. Tages werden wir letztlich 52 km zurückgelegt und dabei 1.700 Höhenmeter überwunden haben. Die Verlängerung resultiert im Wesentlichen aus der zusätzlichen Strecke von der Jugendherberge zum Bonner Rathaus.

 

Rainer Herzog, der die ersten Kilometer mitläuft, führt uns freundlicherweise aus Bonn heraus. Wir überqueren den Rhein auf der Kennedybrücke und laufen ab sofort auf der „schäl Sick“ (falsche Seite). Der Begriff stammt aus der Zeit, in der Schiffe rheinaufwärts noch von Pferden gezogen wurden. Je nach Sonnenstand mussten die Pferde dann auf der dem Rhein abgewandten Seite ins reflektierte Sonnenlicht blinzeln/schielen (sie sahen dann scheel bzw. schäl). Die Beueler Rheinauen erinnern mich an meine letztjährige Teilnahme am Dreibrückenlauf, 2 Runden á 15 km waren ein prima Longjogg zur Vorbereitung auf den Herbstmarathon.

 

Wir passieren, nachdem Rainer sich verabschiedet hat, das neue Telekomgebäude, das am 03. Juni der Startpunkt für den Rheinsteig-Extremlauf (34 km bei 1.200 HM) nach Grafenwerth sein wird. Auch wenn ich dann sicherlich deutlich flotter unterwegs sein werde: aufgrund der heutigen Erfahrung relativiert sich das im Sommer kommende Extreme doch deutlich. Wir streifen ein nettes Neubaugebiet, überqueren die Autobahn und schon hat uns der Wald verschluckt. Erster architektonischer Leckerbissen ist das Foveaux-Häuschen. Der naturverbundene Kölner ließ es 1820 auf einer Lichtung mit wunderbarem Fernblick erbauen.

 

 
Chinesisches Restaurantschiff Ocean Paradise Bonn
© marathon4you.de 4 Bilder

Nach jeder Menge Auf und Ab über prima Waldwege kommen wir oberhalb Dollendorfs heraus und genießen einen schönen Blick über die Wingerte (Weinberge) des nördlichsten rheinischen Weinorts. Weiter hinauf führt uns der Weg durch ein kleines Tor im Zaun auf den Petersberg mit seinem Steigenberger Hotel. Von der Terrassenseite aus hat man einen unvergleichlichen Blick auf Bonn, auch wenn es augenblicklich etwas trüb ist. Im Davoneilen bemerken wir ein Modefototeam und vergleichen, nicht ohne Spott, die hochhackigen Schuhe eines Models mit unseren zarten Laufschuhen. Vermutlich duften wir auch bereits leicht unterschiedlich.

 

Den Petersberg hinunter überwinden wir eine vielbefahrene Straße, die ich arbeitstäglich zweimal nutze. Wie sich die Perspektiven verschieben! Ab der anderen Straßenseite sind wir auf dem Gelände der traditionellen Läufe des LT Siebengebirge, von dem sich enttäuschender Weise niemand uns hat anschließen wollen. Vom Geisberg bewundern wir kurz den tollen Blick rheinaufwärts, bevor uns der Weg wieder hinab führt. Wir passieren das Milchhäuschen, ein hochbeliebtes Ausflugslokal, das gerade aus dem Winterschlaf erwacht ist und dem ersten großen Ansturm entgegensieht.

 

 
Schemenhaft: Bonner Posttower
© marathon4you.de 13 Bilder

Schon geht es den Drachenfels hinauf, die Drachenfelsbahn überholt uns auf halber Strecke. Oben angekommen, überwältigt einen der Blick schlechthin, aber wir sind ja zum Laufen und nicht zum Gaffen unterwegs. Also auf der anderen Seite wieder flugs herunter Richtung Rhöndorf, der Heimat unseres ersten Bundeskanzlers, Konrad Adenauer. Wir erklimmen den Breiberg, umrunden (leider nur) die Löwenburg und stürzen uns hinab ins Schmelztal und wieder hinauf zum Leyberg. Im weiteren Verlauf versichern wir uns der gütigen Mithilfe des Herrn, indem wir ihm beim „Auge Gottes“ fest in das selbige blicken. Das gemalte Auge auf diesem Heiligenhäuschen erinnert mich an frühen Türkeiurlaube (das Auge soll einen dort als Talisman schützen) und eine Verpflegungsstelle beim Siebengebirgsmarathon (die schützte vor dem Vertrocknen). Der anschließende Hohlweg, vorbei am Kreuz der St. Josephsberger Gewerkschaft, führt uns schließlich an Bruchhausen vorbei ins heutige Etappenziel Unkel/Scheuren.

 

 
Drachenfelsbahn
© marathon4you.de 14 Bilder

Auf dem Platz vor dem Scheurener Hof begrüßen uns Duchenne-Betroffene, eine Blaskapelle und die örtlichen und überörtlichen Honoratioren freundlich. MdL Erwin Rüddel bedankt sich artig für unser Engagement, weiß aber zu seinem Unglück nicht, daß ich sein sportliches Vermögen kenne. Ich flüstere Rudolf laut genug zu: „Herr Rüddel kann übrigens laufen!“, worauf sich der Abgeordnete unter allgemeinem Gejohle „spontan“ bereiterklärt, im nächsten Jahr 10 km mitzulaufen. Attacke geglückt, in der Presse stand’s schon und wieder ist ein Multiplikator mehr gewonnen. Ich verabschiede mich für heute von den anderen und sorge mit meiner Familie für angemessenen Umsatz bei meinem Lieblingsitaliener Sandro in Niederbieber.


Samstag, 31.03.2007 (2. Tag)

 

Auch wenn ich heute Ruhetag habe, versuche ich am Morgen ein paar Laufschritte und bin hinsichtlich meines erneuten Einsatzes morgen sehr zufrieden, nicht mehr als müde Muskeln zu spüren. Zur Not hätte ich heute wieder antreten können.

 

Wie vereinbart, rufe ich gegen Mittag Rudolf an, um mit ihm sein voraussichtliches Erscheinen in Hammerstein zu klären. Im vergangenen Jahr hatten wir hier eine tolle kleine Rast bei Wasser und Wein gemacht und eine Wiederholung war Ehrensache. Bram hatte mich gestern gleich danach gefragt, ob diesbezüglich alles klar sei...

 

Am frühen Nachmittag fahre ich dann zum Weinhotel Emmel, warte dort auf „meine“ Leute und wenig später trifft eine gutgelaunte Frau-/Mannschaft ein, die immer noch keinen Tropfen Regen abbekommen hat. Und 16° Lufttemperatur bieten ein ideales Laufwetter.

 

 
Die Pause naht
© marathon4you.de 5 Bilder

Eine knappe halbe Stunde später brechen alle wieder auf. Nach 39 km stehen noch weitere 12 über durchweg schweres Gelände aus. Ich freue mich darauf, morgen wieder dabei zu sein.


Sonntag, 01.04.2007 (3. Tag)

 

Mit meiner Vereinskameradin Hannelore Walkenbach geselle ich mich zur Läufertruppe, der sich heute auch zwei weitere Etappenläufer vom LT Heimbach-Weis bzw. BBC Horchheim anschließen. Pünktlich um 08.30 Uhr starten wir in Neuwied/Feldkirchen mit Ziel Koblenz/Ehrenbreitstein. Ziemlich schnell haben wir die erste Höhe erreicht, streifen das Schloß Monrepos (sehen es aber nicht) und befinden uns in mir vertrautem Trainingsgelände.

 

Zum ersten Mal haben wir einen freien Blick in das Neuwieder Becken mit dem markanten Kühlturm des stillgelegten AKW Mülheim-Kärlich im Vorder- und den Kühkopf/Hunsrück mit seinem Fernmeldeturm im Hintergrund. Motivierenderweise werden wir diesen Blick mit etwa gleichbleibender Entfernung zum Kühlturm noch häufiger haben, denn im Prinzip verläuft die heutige Etappe in einem riesigen Bogen um den Turm herum.

 

 
Start am Morgen
© marathon4you.de 5 Bilder

Kaum haben wir Rodenbach passiert, zieht sich das Feld ziemlich auseinander und wir laufen zu sechst oder siebt einen langgezogenen Weg hinauf. „Hast Du eigentlich in letzter Zeit mal wieder ein Schild gesehen?“ werde ich gefragt. Nein, muß ich zugeben, ich bin nur hinterhergetrottet. Letztlich erweist sich, daß der Herdentrieb alle schön hat hintereinander laufen lassen und bei angeregten Gesprächen hat keiner mehr auf den Weg geachtet. Also: umkehren. Kaum 100 m zurückgelegt, klingelt mein Telefon. Mein Sohn ist dran. Ja, der Rudolf hätte mich nicht erreicht und ich wäre mit meiner Gruppe verkehrt gelaufen und solle umkehren... Was wir dann ja auch getan haben. Satte vier Zusatzkilometer haben wir uns so eingehandelt. An einem Kriegerdenkmal erkennen wir unseren Fehler, sind wieder auf dem Pfad der Tugend und hetzen der Spitze hinterher.

 

Im Tal bewegen wir uns in Richtung meines Heimatflüsschens Wied, das auch bald zum ersten Mal gesichtet wird. Auf der Strecke des ehemaligen Niederbieberer Volkslaufs kommt das Örtchen Altwied näher. Hier befindet sich die Burgruine Altwied, ehemaliger Stammsitz der Fürsten zu Wied. Im vergangenen Jahr wurde der Burgberg freigelegt, so daß man heute einen schönen Blick auf die Burgreste hat. Viele Steine sind übrigens heute im Schloß Monrepos bzw. in der Festung Ehrenbreitstein verbaut.

 

Auf und nieder immer wieder... Hinter Altwied erklimmen wir auf einem steilen Waldweg die rechtswiedische Höhe und blicken von dort auf die Laubachsmühle herab, die geradezu verwunschen erscheint, ein toller Anblick aus ungewohnter Perspektive. Erneut auf der Höhe, schließen wir in Rengsdorf endlich wieder zu unseren „Vorläufern“ auf und müssen zum Gespött über unseren Umweg auch noch zusichern, heute abend die erste Runde zu übernehmen. Nach einem ausgiebigen Wasserfassen und –lassen am Sportplatz geht es weiter.

 

 
Altwied
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Durch den Kurort Rengsdorf führt uns der sog. Römergraben, ein archäologisches Kleinod aus dem Mittelalter mit ersten Anfängen zur Frankenzeit. 700 m sind davon noch erhalten. Auf der Bergabstrecke grinst mir plötzlich Dietrich Rockenfeller, ein starker Altersklassenlangstreckler, entgegen. In der Zeitung hatte er den Bericht der 1. Etappe gelesen und wusste Bescheid. Ich bin gespannt, ob er uns im nächsten Jahr die Ehre geben wird.

 

Ein weiterer größerer Abstieg lenkt uns zum Schwanenteich, einem kleinen Stausee im Aubachtal bei Oberbieber. Zarte Gefühle kommen in mir hoch, denn auf der 3 km-Runde um den See habe ich schon zahlreiche Longjoggs auf Zeit absolviert. Es ist einfach praktisch, dabei keine Verpflegung mitnehmen zu müssen, jederzeit notfalls unterbrechen und noch genau die Zeit nehmen zu können. Aber wem sage ich das – viele von Euch kennen das von Stundenläufen her.

 

Vorbei an der Reitanlage führt der Weg nach Torney und wieder herunter zum ehem. Restaurant „Haus am Pilz“. Auf Teilstrecken der Heimbach-Weiser Volkslaufstrecke nähern wir uns dem Neuwieder Zoo. Leider müssen wir das Angebot des Neuwieder Oberbürgermeisters zu einem Aufenthalt im Zoo (nicht zu Ausstellungszwecken...) ausschlagen, denn auf uns wartet noch der attraktive Tageshöhepunkt, von dem wir gleich hören werden. So beschränken wir uns auf ein erneutes Wasserfassen. Heinrich Dahmen sehe ich bei seinem ersten Eis (weitere werden folgen).

 

 
Wertvoller Hinweis
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Verabredet haben wir uns für 13.00 Uhr plus/minus eine Viertelstunde. Um 13.30 Uhr sind wir dann im Bendorfer Stadtteil Sayn und werden auf der sonnigen Schlossterrasse höchstpersönlich von Fürst Alexander zu Sayn-Wittgenstein-Sayn und seiner Gattin Gabriela begrüßt. Mein Freund Peter Siebenmorgen hatte den Kontakt eingefädelt und da „Fürstens“ karitativen Gedanken, insbesondere für Kinder (sie haben derer sieben), sehr zugetan sind, haben sie sich spontan und gerne zu einem kleinen Empfang bereit erklärt. Bei jeder Menge (gestifteter) Apfelschorle blieb eine knappe halbe Stunde Zeit zu angeregten Gesprächen und einem ausgiebigen Verschnaufen.

 

 
Burg Sayn
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Ach, ist das schön in der Sonne! Aber es hilft nichts, weiter geht’s. Steil erklimmen wir den Burgberg zur Burg Sayn. Von anderen Gelegenheiten, z. B. Lesungen in der DIESAYN BURG, ist sie mir wohlvertraut. Allerdings waren diese Gelegenheiten deutlich weniger schweißtreibend, denn der Weg hinter der Burg hat gute 20% Steigung. Fast ebenso steil windet sich die Strecke ins Brexbachtal, kaum ein deutscher Pfadfinder kennt es nicht. Unter einem Viadukt der Brexbachbahn (es wird darüber diskutiert, sie zu reaktivieren) erklimmen wir den Pulverberg, auf dessen Höhe wir dank unserer Karte einigen Wanderern den Weg zeigen und von ein paar Mountainbikern eine Spende erhalten. Hier steht ein wieder errichtetes Teilstück des Limes (befestigte Grenze zwischen dem Römischen Imperium und dem freien Germanien) samt Wachtturm.

 

 
Brexbachbahnviadukt
© marathon4you.de 3 Bilder

Ein ganzes Stück weiter, oberhalb von Weitersburg, kurz vor dem Ausflugslokal Wüstenhof, erlebe ich zum ersten Mal überhaupt einen sog. Hungerast. Innerhalb von wenigen hundert Metern baue ich rapide ab und bin heilfroh über eine kleine Verpflegungspause. Ich stopfe in mich hinein, was ich bekommen kann. Cornetto Erdbeer, Cola, Gel und zum krönenden Abschluß eine Portion Bratkartoffeln mit 2 Spiegeleiern. Mit dieser Mischung hätte ich mich daheim nie loszulaufen getraut, hier blieb mir nicht anderes übrig. Was soll ich sagen? Es ging blendend, null Probleme und ich war wieder gut dabei. Wir sehen zum ersten Mal unser Etappenziel, die Festung Ehrenbreitstein, und brechen für die letzten etwa 10 km bald wieder auf.

 

 
Koblenz zu erahnen
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Von Vallendar sehen wir einiges: Kirche, Verkehrsamt, Theologische Hochschule, Schönstätter Pilgerzentrum. Hinter Urbar kommen noch einmal zarte Erinnerungen hoch: vor uns türmt sich die Niederberger ehem. Fritsch-Kaserne auf. Hier hatte ich als Kompaniechef meine letzte Verwendung als Soldat und jeder Meter ist mir sehr vertraut, auch wenn ich fast 16 Jahre nicht mehr hier oben war. Zur Festung selbst ist es dann nur noch ein Katzensprung und schon stehen wir im Innenhof und genießen den grandiosen Blick auf Koblenz mit seinem weltberühmten Deutschen Eck.

 

 
Altes Rathaus Vallendar
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In der Jugendherberge überraschen uns Angehörige unserer Läufer mit einem schönen Kuchenbuffet und so findet ein toller Tag seinen würdigen Abschluß. Einen Tag später höre ich von Rudolf zu meiner Freude, daß Klaus Becker, der aus für mich zunächst unerfindlichen Gründen heute einen schweren „Durchhänger“ hatte, heute morgen nach einer schlimmen Nacht beim Zahnarzt war und nach der Behandlung eines vereiterten Zahns wieder gut mitlaufen kann.

 

Hoffentlich erhält dieser beispielhafte Benefizlauf im kommenden Jahr 2008 (er wird definitiv wieder stattfinden) einen stärkeren Zuspruch. Bitte informiert Euch unter laufendhelfen.de über weitere schöne sportliche Herausforderungen mit Genuss- und Schweißgarantie zugunsten wohltätiger Zwecke. Der von Rudolf angedachte „Blockhauslauf“ (4 km Möbeltransport von seinem bisherigen Haus zu seinem künftigen rustikalen Domizil) gehört allerdings nicht dazu...)

 


 

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