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Reykjavik Marathon: Kleine Hauptstadt mit Weltniveau

 

Island, das Land mit einer Sprache, die vorwärts genauso klingt wie rückwärts und in dem die Winter dunkel und die Sommer hell sind. Die Insel mit der Größe von 103.000 km² (etwas mehr als ¼ Deutschlands) und der Einwohnerzahl etwa von Bielefeld (330.000) am nördlichsten Zipfel Europas. Das Land, welches es bei der Fußball-Europameisterschaft bis ins Viertelfinale schaffte und welches schon einmal die Silbermedaille beim Handball holte. Klar, wenn das Wetter mal wieder schlecht ist, also eigentlich immer, gibt es zwei Möglichkeiten: Man hört auf, draußen Sport zu treiben oder man geht in die Halle. Die Isländer gehen in die Hallen und das mag deren Erfolge bei den Ballsportarten erklären helfen.

Dort in Island war Marathon angesagt, in der Hauptstadt Reykjavik, das sollte sein. Reykjavik ist sicherlich nach Einwohnern betrachtet nicht die kleinste Hauptstadt, aber die kleinste Hauptstadt, die über ein Niveau verfügt über das große Hauptstädte verfügen: Macht, Kunst, Kultur und Wirtschaft. Die Tourismusbranche boomt und viele Backpackers kommen zu einem Kurztrip oder brechen von Reykjavik aus in die Natur auf.

Wenn man in Reykjavik ein billiges Hotel fände, würde man es buchen, aber es gibt bestenfalls das Hotel Cabin (9 m²-Zimmer, sehr gut gelegen, Preis 150 EUR einschl. Frühstück pro Nacht, sauber, beliebt, tolle Aussicht auf die Bucht von Reykjavik), welches wir auch nahmen. Bei den 3stündigen Flügen sollte man nichts gegen Nachtflüge und etwas Kleingeld übrig haben. Vom Flughafen aus wird man mit Bussen für rund 20 EUR an jedes Hotel der Stadt gebracht. Auch für Essen, Trinken und Transporte sollte man das Budget etwas höher einplanen; empfohlen wird aber auf „happy hour“ und „two for one“ zu achten, dann geht’s. Die Zeitverschiebung von 2 Stunden war unproblematisch.

Dafür bekommt man Freundlichkeit von Anfang an und einen bestens organisierten Marathon. Im Startpreis von 87 EUR waren ein sehr schönes T-Shirt, eine Medaille, eine Urkunde sowie ein Gutschein für eine der vielen Thermen enthalten. Die Auswahl der T-Shirts bei der Startnummernausgabe am Tag zuvor in der Sportarena war an Vielfalt nicht zu überbieten: für Kinder, Frauen und Männer in verschiedenen Größen. Auf der gut besuchten Sportartikelmesse nebenan gab es einiges zu probieren, viele Giveaways und alle Sportkleidung zum halben Preis.

 

 
© marathon4you.de 30 Bilder

 

Start war am Samstag am 20.08.2016 um 8:40 Uhr, bei herrlichem Wetter, 14 °C, Zeitlimit 6 Stunden. Die Läufer für 10 km, Halbmarathon und Marathon (ca. 12.000) starteten gleichzeitig, bei bester Laune und toller Musik (Dancing In The Dark). Der Verkehr war zu Beginn heftig und man musste schon sehr aufpassen. Dann zog sich aber das Feld auseinander und es ging zunächst in südlicher Richtung durch die Stadt. Viele Isländer feuerten an und hatten dazu Kochtöpfe, Geschirr und Musikinstrumente. Auch der uns bekannte Schlachtruf von der Fußball EM war zu vernehmen (bomm-bomm-bomm - Huhh).

Auf guten und geteerten Straßen ohne nennenswerte Steigungen ging die Strecke dann am Wasser entlang rund um Reykjavik bis zur Kehre bei Kilometer 16, die aber nach wenigen Kilometer wieder einen anderen Weg durch die Stadt nahm, um dann durch Strandabschnitte und Naturschutzgebiete zu führen. Ab Kilometer 18 waren die 1200 Marathonis noch unter sich und man konnte die Natur und die Stadt genießen. Etwa alle 5 Kilometer gab es isotonische Getränke und Wasser und hin und wieder auch Bananen. Der Zieleinlauf war bestens organisiert, Alu-Decken gegen Auskühlen, Getränke und Essen.

Ach so,  die Siegerzeiten: Bei den Männern David Le Porho, Canada, 2:29:45 und bei den Frauen Betty Bohane, UK, 3:06:27. Siegprämien jeweils 100.000 ISK (etwa 750 EUR).

 

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Wer während seines Aufenthaltes noch andere Erlebnisse plant (z.B. Blue Lagoon, Whalewatching usw.), dem wird vorheriges Buchen dringend empfohlen. Mit der Scheckkarte kann man überall bargeldlos bezahlen und WLAN ist in der Regel frei zugänglich. Die vielen Thermen in der Stadt laden zum Verweilen und Entspannen ein.

Alles in allem ein tolles und einmaliges Event, wenn es zunächst auch etwas länger dauert, dort hinzugelangen. In Reykjavik selbst ist alles fußläufig zu erreichen. Viele Sehenswürdigkeiten, Bars und Essensangebote lassen die Zeit rasch vergehen. Es bleiben positive Eindrücke von Natur, Land, Leuten, warmen Thermen und einem unvergesslichen Lauf auf einer Vulkaninsel am nördlichsten Zipfel Europas.

 


 

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