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Malaga Marathon: La ciudad monumental!

 

Vor einem Jahr fasste ich den Entschluss, den Málaga-Maratón zu laufen. Der M4Y-Bericht von Judith und Andreas hat wesentlichen Anteil daran. Immerhin findet hier ein Marathon statt, bei dem man im Dezember getrost mit gemäßigten Temperaturen rechnen kann. Matsch und Schnee wird es gewiss nicht geben. Gut 2,5 Stunden fahre ich zum Flughafen München, genauso lange dauert dann der Flug nach Málaga. Aus 5°C und Hochnebel zuhause werden 20°C und wolkenloser Himmel, ein guter Tausch!

Mit dem Bus geht es ins Stadtzentrum. Die Stadt brummt, hier ist richtig was los. Weil Evi und ich schon am Freitag da sind, haben wir genug Zeit für Sightseeing. Am Samstag erklimmen wir den Berg mit der Gibralfaro-Festung. Mit schöner Aussicht über die Stadt, den Hafen und mit einem Blick von oben in die Stierkampfarena werden wir belohnt. Mittags fahren wir zum Sportpalast (Palacio de Deportes José María Martín Carpena). Hier ist reichlich Platz, eine kleine Marathonmesse findet statt. Keinerlei Wartezeit, im Nu habe ich Startnummer (inkl. Zeitnehmung), ein passendes Funktionsshirt und einen Starterbag mit Knabbereien und Iso. Da die Shirt-Abholung nach Konfektionsgröße erfolgt, muss ich mich nicht anstellen. Nicht viele brauchen King-Size. Jeder soll probieren, ob auch sein Name am Bildschirm erscheint, wenn man auf der blauen Linie steht – tut er, passt.

 
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Zurück geht es mit der funkelnagelneuen Metro, die ist fast menschenleer. Angestellte stehen bei den Fahrscheinautomaten und erklären die Funktionsweise, auch den Einheimischen. Besonders sehenswert in der Innenstadt ist die Kathedrale, erbaut ab 1528, 254 Jahre lang, nachdem man die Mauren besiegt hatte. Aus Geldgründen blieb es bei einem Turm, beeindruckend hoch sind die drei Kirchenschiffe, ich schätze 30m. 
Abends scheint in Málaga kurz vor der Wintersonnenwende die Sonne bis 17h45. Eine Stunde später werden wir Zeuge, wie Tausende Menschen auf das Einschalten der an eine gotische Kathedrale erinnernden Weihnachtsbeleuchtung warten, mit der die Haupteinkaufsstraße Calle Marqués de Larios geschmückt ist. Die meisten sind festlich gekleidet, insbesondere die Vorschulkinder. Mit einem vielstimmigen, bewunderndem „Aaaah“ wird sie schließlich gewürdigt. 

 

Renntag, 7. Dezember

 

Abmarsch vom Hotel um 07h45, es ist noch stockdunkel. 8°C zeigt das Thermometer, kaum ein Mensch ist auf der Straße. Es ist zugig, mit einem Folien-Poncho ist es kurz/kurz dennoch gut auszuhalten.

 
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In der Stierkampfarena kann man seinen Kleiderbeutel deponieren. Hier ist nun geschäftiges Treiben, es wird eifrig eingecremt, gesalbt und aufgewärmt. Richtig viel los ist dann am Paseo del Parque, der Start- und Zielgeraden. Die frei lebenden Papageien lassen sich von den Marathonis nicht stören, sie kreischen über uns in den Palmen, wie gestern auch.

Ich lerne Karl aus Schweden kennen, heute bei seinem 244. Marathon. Er ist 72 und läuft alle zwei Wochen einen Marathon. „Was sonst soll ich tun? Ich bin in Pension,“ ist seine Erklärung. Bei mir muss er sich nicht entschuldigen. Ich habe durchaus Verständnis für sein Hobby, das ihn aus dem winterdunklen Schweden ins sonnige Andalusien verschlägt. Die Sonne geht gerade auf, die Alcazaba bekommt die ersten Sonnenstrahlen ab. Sie wurde im 11. Jhdt von Mauren erbaut, im 17. Jhdt von Napoleon belagert und zählt zu den Sehenswürdigkeiten Málagas.

Franz Lang ist auch da, noch ein Österreicher. Wir haben gemeinsame Freunde, persönlich lernen wir uns jetzt erst kennen. Gleich neben uns Andreas, ein Niederbayer, quasi unmittelbarer Nachbar von mir. Doch es geht schon los, wir werden in Richtung Startlinie geschoben und ab geht es. Die ersten paar 100m Richtung Westen, links von uns der botanische Garten mit fantastischen Gewächsen aus aller Herren Länder: 10m hohe Bananenstauden, riesige Farne, diverse Palmenarten, Gummibäume mit 30m Kronen-Durchmesser, Strelitzien sowieso und was weiß ich noch alles. Wir blicken nun genau in die Sonne, die auf der Wasseroberfläche zu liegen scheint. Richtung Osten nun, links der botanische Garten, rechts der Hafen, mehr als 2.500 LäuferInnen sind unterwegs, frenetisch angefeuert vom Anhang.

 
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Kurz vor dem Leuchtturm biegen wir ab auf die Strandpromenade. So kurz nach dem Start ist es hier etwas eng. Km3, mein Stirnband brauche ich nun nicht mehr, weg damit. Den Wind haben wir nun im Rücken, rechts das Mittelmeer, über uns die Palmen. Super,  auch das Tempo passt. Da es erst ab km15 etwas anderes als Wasser geben wird, nehme ich das gehaltvolle H-Gel aus dem Starterbeutel schon bei der ersten Wasserstelle bei km5, mein Frühstücksersatz. Sonnenbrillen wären jetzt nicht schlecht, die nasse Strasse reflektiert das Sonnenlicht. Flach geht es weiter, die Gegend wird nun etwas unattraktiver, die wenigen Zuschauer jubeln uns zu.

Der führende Handbiker kommt uns entgegen, wenig später folgt das Führungsfahrzeug vor einem Pulk schwarzer Gazellen. Die sind etwa 4km vor mir, ich bin 30min unterwegs. Dann ein einzelner Läufer und nach einiger Zeit schließlich die erste Dame. Als mir der 3-Std-Pacer begegnet, staune ich nicht schlecht. Der hat hunderte(!) Läufer im Gefolge. Was für ein hohes Niveau hat dieser Marathon?

Bevor die Straße ansteigt, wenden wir bei km8. Ich stelle fest, dass doch noch einige Läufer hinter mir sind. Jetzt spürt man den Wind wieder und es wird merklich kühler, die Sonne habe ich  im Rücken. Zum Laufen ist das wunderbar, die Zuseher sollten besser warm angezogen sein. Immer wieder diese farbenfrohen Bougainvilleen, die Oleander blühen derzeit nicht, fürs Gemüt erfrischend sind die Orangenbäume mit dem kräftigblauem Himmel als Hintergrund. Schmecken tun diese Bitterorangen ja scheußlich, dafür duften die Blüten umso herrlicher.

Vor mir läuft ein Brite in Union-Jack-Hose. Sein Shirt weist darauf hin, dass er in Pisa seinen 500. Marathon gelaufen ist. Dieses Shirt habe ich vor vier Wochen in Nizza schon gesehen, da sind wir bei zum Teil heftigem Wolkenbruch gelaufen. Unsere 13-köpfige Reisegruppe hätte sich da so ein Wetter gewünscht, wie ich es nun an der Küste Andalusiens habe.

Km13, wie vereinbart steht Evi an der Strecke. Danke, ja, alles i.O., die Marschtabelle stimmt. Wir laufen durch die Häuser, gelangen an den Hafen und sind wieder in Startnähe. Die Richtung behalten wir bei, als wir durch eine Platanenallee laufen.

 
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Go West! Der Flaschenbaum (Árbol Botella) mit der riesigen Krone beeindruckt mich immer wieder. Hier ist die Straße nass, die automatische Bewässerung des Mittelstreifens ist in Betrieb. Km15, hier müsste es zum ersten Mal Iso geben. In kleinen Bechern wird es gereicht, das Wasser bekommt man in Flaschen, es hat nun 14°C.

Die nächsten 5km geht es ohne nennenswerte Kurven gerade aus. Neubaugebiet, neue Straße, wohl auch deshalb sind hier Radarkästen montiert. Dutzende Kinder bei km17 machen gerade Trommelpause, als ich vorbei komme. Mit Showeinlagen ist man sparsam hier, stört mich aber nicht. Stellenweise weht der Wind von links vorne ganz gehörig.

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