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Laufberichte

Louis Persoons Memorial Marathon: Durch den Nationalpark Hoge Kempen

 

Der Veranstalter 10. Louis Persoons Memorial in Genk, das liegt in der Nähe von Maastricht in Belgien,  lockt die Läuferinnen und Läufer mit einem attraktiven Marathonpaket. Dies beinhaltet eine Nacht im Sporthotel Bloso inkl. Frühstück sowie Marathonstart und exklusive Marathonmedaille für insgesamt 75€.

Genk, eine Kleinstadt mit rund 65.000 Einwohnern, liegt in der belgischen Provinz Limburg. Anfang des 20. Jahrhunderts gab es in der Nähe Kohlevorkommen und so wuchs die Stadt zu einem Industriezentrum an, bis Mitte der 60er Jahre des letzten Jh. ein Strukturwandel einsetzte und die Minen nach und nach geschlossen wurden. Fast zeitgleich baute der Ford-Konzern eine Fabrik und so wurden dort viele Jahre einige Ford-Modelle gebaut. In diesem Jahr sollen allerdings viele der über 4.500 direkten und 4.000 weitere Arbeitsplätze wegfallen, da Ford das Werk schließen will.

Meine Fahrt führt mich in den Nationalpark Hoge-Kempen, den ersten und einzigen Park in Belgien. Zwischen Genk und dem Tal der Maas wurde der Nationalpark vor 8 Jahren eröffnet. Die Landschaft ist geprägt von Heide und Kiefernwälder mit vielen Seenlandschaften dazwischen.

 
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Im Wald im Osten der Stadt liegt das Sportzentrum Kattevenen, das neben dem Sportlager auch für den Schulsport genutzt wird. Ein großer Teil der Anlage ist ein Reitsportzentrum, das regen Zulauf hat. In der großen Sporthalle gibt es auch eine Kletterwand. Nebenan auf einem Berg ist eine Sommerskipiste angelegt. Hier auf dem Gelände liegt auch das Sporthotel Bloso.

Nachdem ich mein Quartier (Kammer 14), das gut namentlich gekennzeichnet ist, bezogen habe, fahre ich nach Genk, um einen Eindruck von der Stadt zu bekommen. Den Abend verbringe ich dann mit Bernhard Sesterheims Buch „Running Emotions“.

Sonntag , 7:30 Uhr. Das Frühstücksbuffet wird gerade gerichtet, der Raum ist schon gut besucht. Auffallen tun die Mitglieder vom MC100 UK, darunter auch Brian Mills, der Mann mit den Tätowierungen und bald 1000 Marathons.  Er ist Rekordhalter in Großbritannien.

So gegen 8:30 Uhr beginnt ein reges Treiben auf der Anlage. Die Absperrgitter stehen schon. Micha Havreluk, einer der Veranstalter, sorgt dafür, dass ein Verlaufen später nicht möglich ist. In einer kleinen Halle mit angrenzender Manege hole ich meine Startunterlagen.

 
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Nur nach und nach bequemen sich die 232 gemeldeten Marathonis zum Startplatz. Besonders begrüßt werden die Siegerinnen und Sieger der Vorjahre und Rene Pipeleers, der heute seinen 100sten Marathon laufen wird.

Großes Aufsehen erregt die Start Nr. 56, Peter de Vriese,  mit seinem Anhänger. Er nutzt den Marathon als Test für seinen bevorstehenden 6.000 km Lauf von Gibraltar zum Nordkap. 5 Monate hat er für den Lauf veranschlagt. In dem Anhänger will er alle Sachen, die er für die Reise braucht, mitziehen. Mit dieser Aktion will er auf die Folgen des Klimawandels aufmerksam machen und die Menschen für dieses Thema sensibilisieren.

Genug erzählt, Marc gibt den Startschuss und das Feld setzt sich auf einer 195m Einführungsrunde langsam in Bewegung. Danach kommen wir  auf einen 6km Rundkurs, den wir 7mal durchlaufen müssen. Man kennt das von Kevelaer. Nur, dass die Runde hier nicht flach, sondern leicht wellig ist.

Wir verlassen jetzt das Gelände und nach rund 500m geht es ab in den Wald. Jetzt kommt auch der erste kleine Anstieg. Ich ordne mich hinten ein, denn eine Erkältung macht mir noch etwas zu schaffen. Ich denke jedoch, dass ich das Zeitlimit von 5 Stunden schaffen werde.

 
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Nach einigen Schleifen kommt das 1km Schild, oder besser gesagt, der Km-Schilderbaum. An der Kielstraat kommen wir in eine schmucke Wohnsiedlung, die wohl zu Gelieren gehört und haben bald km 2 erreicht. Jede Kreuzung und jeder Abzweig ist von Helfern gesichert. Dann sind wir wieder im Wald, der nichts vom Winter und nichts vom Frühjahr hat.
Am Km-Schild 3 beginnt eine Wendepunktstrecke von ca. 300m Länge, die leicht aufwärts führt. Das schöne an solchen Wendepunktstrecken ist, man kann sehen wer noch hinter einem ist und wer wie viel Vorsprung hat. Dann ist ein weiterer Kilometer geschafft.

Bei Km 5 sind wir beim Europlanetarium. Hinter den Bäumen ist die große Kuppel des Planetariums zu erkennen. Hinter der Volkssternwarte erreichen wir den Planetenweg. Am ersten Schild der Sonne (Zon), kommt mir die Idee, jede Runde nach dem nächsten Planeten-Schild benennen.

Wir sind wieder in die Nähe des Startes auf einem kurzen Begegnungsstück. Vorbei an der Sommer-Skipiste laufen wir um die Sportanlage, dann ist die erste Runde geschafft.

Hinter der Zeitmatte wird an der Verpflegung erst mal halt machen. Wasser trinken und ein paar Rosinen picken, dann geht’s auf die 2. Runde. Es gäbe auch noch Bananen, Honigkuchen, Schokolade, Kekse, Zucker und mehrere verschiedene Getränke, aber das hebe ich mir für später auf.

 
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Bei km 8 kommt es zur ersten Überrundung. Aber Andy Leliaert wird nicht gewinnen, denn der Vorjahressieger Gino Casier wird den großen anfänglichen Rückstand noch aufholen und ihn überholen.

Jetzt sehe ich das  Merkur (Mercurius)-Schild und bald darauf  Peter de Vriese, der  mit seinem Anhänger schon einen Kilometer Vorsprung auf mich herausgelaufen hat. Die 2. Runde ist zu Ende, die Zeit passt.

Jetzt greife ich schon ausgiebiger zu und versorge mich mit Honigkuchen, Rosinen und warmen Tee und bringe diese Runde ebenfalls anständig zu Ende.

Vor mir läuft jetzt Brian Mills. Es wäre schön, wenn ich heute vor ihm finishen könnte. Kurz vor dem Begegnungsstück ist auf der 4. Runde die Halbmarathondistanz erreicht.  Ich liege noch gut in der Zeit, aber jetzt wird es schwer für mich. Die Kraft lässt nach auf meiner Venus-Runde.

In der folgenden Runde wechsle ich ständig vom Laufen ins Gehen und umgekehrt. Die Erde (Aarde) Runde bringt mich auf die Erde zurück. Es wird jetzt immer schwerer. Kurz vor Ende der Runde werde ich sogar von Peter de Vriese mit seinem Anhänger überrundet. Die 5. Runde kostet mich fast 51 Minuten und noch zwei sind zu laufen.

Das Zeitlimit von 5 Stunden wird schwer zu erreichen sein. Was tun? Ich laufe zu Willem Mütze auf. Er ist auch im MC 100 Deutschland und hat im letzten Jahr 19 Marathons + 50 Ultras gefinisht. Zusammen bringt er es auf 1284 Marathons und  Ultras.

„Mach langsam“, sagt er mit. „Der Veranstalter ist mit dem Zeitlimit großzügig. Versuche deinen Körper zu schonen, ankommen ist wichtig.“ Guter Rat und guter Hinweis. Ich dehne meine Gehpausen aus, damit die Kraft für die letzten 12 km reicht. So erreiche ich schließlich nach 5:20 Stunden das Ziel. Finisher insgesamt: 188.

 

 


 

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