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Laufberichte

LCC Frühlingsmarathon Wien

 

In memoriam Adolf Gruber - 250 Jahre Wiener Prater

 

 

„Im Prater blüh'n wieder die Bäum. In Sievering grünt schon der Wein. Da kommen die seligen Träume. Es muss wieder Frühlingszeit sein.“ – Das ist der Refrain eines von vielen bekannten Wiener Liedern des  österreichischen Komponisten und Dirigenten Robert Stolz. Melodie und Text passen  gut mit der 250-Jahresfeier des Wiener Praters zusammen, der am 7. April 1766 von Kaiser Josef II. für das gemeine Volk zur allgemeinen Benutzung geöffnet wurde.


Vorbemerkungen

 

Der Prater, wohl abgeleitet vom lateinischen Wort „pratum“ (Wiese), ist mit einer Ausdehnung von 6 km² heute eine der „grüne Lungen“ von Wien und daher Ausflugs- und Erholungsgebiet der bald 2 Mio. Einwohner zählenden Bundeshauptstadt. Früher gehörte diese Parklandschaft zu den Augebieten der Donau, nach der Regulierung des Flusses sank der Grundwasserspiegel und die typische Vegetation der Au verschwand. Doch die Baumvielfalt ist geblieben, darunter viele mächtige Pappeln mit dichtem Unterholz. 

 

 
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Touristen kommen selten weiter als bis in den sogenannten Wurstelprater, dem Vergnügungsviertel am Beginn des weitläufigen Areals mit dem Riesenrad, Schießbuden, Ringelspielen, Kasperlbühnen, Geister- und Hochschaubahnen, Autodromen und anderen Attraktionen. Ob Erstkommunion, Firmung oder Zeugnisverteilung, der Prater-Besuch ist für Wiener Kinder ein Muss.

Die 4,4 km lange, schnurrgerade, flache und autofreie Prater Hauptallee vom Praterstern bis zum Lusthaus, einst ein Treffpunkt der Adeligen, heute ein Restaurant, ist eine ideale Trainingsstrecke für Läufer/innen. Seit 1984 führt auch der Vienna City Marathon über die Hauptallee, entlang deren Strecke sich zahlreiche Sportstätten angesiedelt haben. Rund 200 m von der Kreuzung Praterallee mit der Meiereistraße befindet sich das im Jahre 1931 errichtete Praterstadion, das 1992 in Ernst Happel Stadion umbenannt wurde und heute für 50.865 Zuschauer Platz hat.

Während der Fußball-EM 2008 wurden hier sieben Spiele ausgetragen. Im unteren Teil des bautechnisch nicht mehr zeitgemäßen Ovals sind zahlreiche Sportclubs einquartiert, darunter auch der Lauf- und Conditions Club (LCC) Wien, einer der renommiertesten Laufvereine in Wien. Seit 2012 ist die ehemalige Spitzenläuferin (auch im Marathon) Susanne Pumper, dort Präsidentin. Allerdings gab es wegen ihrer achtjährigen Dopingsperre Turbulenzen im Umfeld. Nachdem der Wiener Leichtathletik-Verband WLV Pumper zum Rücktritt als Präsidentin des LCC aufgefordert hatte, trat der LCC aus dem WLV und dem ÖLV aus. Läufer des LCC sind somit nicht mehr berechtigt, bei Landes und Bundesmeisterschaften zu starten.

Zweimal im Jahr veranstaltet der LCC Wien einen Marathon, der im Frühling in der 3. Aprilwoche wird zu Ehren des österreichischen Langstreckenläufers Adolf „Dolfi“ Gruber durchgeführt. Dolfi Gruber war ein herausragender Athlet mit einer Marathonbestzeit von 2:20:06 Stunden, gelaufen am 6.1.1964 in Philadelphia. Auf marathonaustria.com erfährt man, dass er all seine 74 Marathons (deutlich) unter drei Stunden gefinisht hat. Im Sekretariat sind einige gerahmte Fotos hinter Glas aufgehängt, die zeigen, dass der LCC Wien eine lange und erfolgreiche Lauftradition hat.

Ich melde mich am Freitag für den Marathon am Sonntag, den 24. April, nach. Vier Euro beträgt die Nachgebühr, somit 42 Euro. Wer hie und da auf bequeme Weise sozusagen zu Hause in Wien wie ich einen Marathon laufen möchte, der ist beim LCC gut aufgehoben. Zwar wird einem nach Zahlung der Startgebühr (in bar oder auch online über pentek-timing.at) nur die blanke Startnummer in die Hand gedrückt – Goodies wie bei anderen Rennen gibt es eigentlich nie – doch im Grunde genommen geht es den meisten ja nur um das sportliche Dabeisein und um eine gute Laufzeit, die auf den sechs Runden im Prater möglich ist.

Mit meiner Frau spaziere ich anschließend die zwei Kilometer entlang der Hauptallee in Richtung Wurstelprater, um im Schweizerhaus auf ein Budweiser einzukehren. Vorher fotografiere ich noch das Leben und Treiben an diesem frühlingshaften Freitagvorabend. Doch für das Wochenende wird ein Wetterumschwung erwartet.


Zum Verlauf des Frühlingsmarathons

 

Der angekündigte Wettereinbruch in der Nacht von Samstag auf Sonntag trifft uns Läufer dann voll. Zwar hört es auf zu regnen, doch es hat am Morgen nur 6 Grad, die der eisige Wind aus Nordwesten noch weiter hinunterdrückt. Meine Hände fühlen sich an, als seien sie inzwischen eingefroren, zwei Lagen plus Windjacke sind heute fast ein Muss. 

 

 
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An die 300 Starter sind versammelt, die Mehrheit hat sich für den Halbmarathon (drei Runden über 7,032,5 km) registriert, dann folgen zahlenmäßig die reinen 7 km-Läufer/innen und schließlich an die 50 Marathonis. Zusätzlich sind  Staffeln für die Halbdistanz (mit je drei Läufer/innen) und den gesamten Marathon (sechs am Start, auch gemischt) vorgesehen. Und ein Dutzend Geher/innen haben sich auch angemeldet. Ich achte auf die Farbe der Startnummern – rote Unterlegung für die 7 km-Läufer/innen, hellblau für die Halbmarathonstarter und schließlich gelb für die Volldistanz.

Die üblichen Verdächtigen, Kollegen und Bekannten, sind natürlich heute wieder dabei. Ich begrüße Josef, Börni und seine Sophie, auch Werner will sein Sammlerkonto um einen Marathon erweitern. An diesem Tag erfolgt nicht wie bei LCC-Läufen gewohnt um 10 Uhr, sondern schon um 8 Uhr 30 der Startschuss. Nach meinem Wissen hat der LCC bisher auch nie den Marathon auf 5 Stunden begrenzt, das kann ins Auge gehen, wenn man sich überschätzt. Ich habe aber die letzten vier oder fünf Rennen immer sub 5 gefinisht, daher sollte das auch heute trotz unangenehmen kalten Windes aus nordwestlicher Richtung möglich sein. 

Spektakulär war der LCC-Marathon nie wirklich, einige Sehenswürdigkeiten sowie vor allem der Wurstelprater sind zwar in Reichweite, doch der Kurs führt nicht direkt vorbei. Dafür aber duften im Frühling ganze Bärlauchfelder links und rechts der Hauptallee so stark, das man den Geruch noch lange in der Nase hat. Um diese Jahreszeit pflücken immer wieder Spaziergänger gezielt die frischen Pflanzen, um sie nach dem Trocknen für wohlschmeckende Suppen zu verarbeiten. Leider kommt es jedes Jahr zu Verwechslungen mit Maiglöckchen und später der Herbstzeitlose, die bei dieser Pflanze auch zu Vergiftungen mit Todesfolge führen kann. Die gegenwärtige Kastanienblüte gehört nach wie vor zu den größten Attraktionen des grünen Praters.

Ich stelle mich am Start mitten in das Feld, es geht los. Die Fa. Pentek misst mit dem schon etwas veralteten Champion-Chip, den man an den Schuhbändern befestigt. Voriges Jahr bin ich hier 4:34 gelaufen, mit einer Finisherzeit um 4:45 wäre ich diesmal sehr zufrieden. Das Rundenlaufen ist meine Sache ganz und gar nicht. Auch störten mich Kälte und Wind. 

 

 
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Die Strecke ist dieselbe wie bei allen LCC-Läufen, unweit vom Würstelstand am Parkplatz des Stadionbades und der Praterallee wird gestartet. Es geht ca. 1 ½ Kilometer in östliche Richtung, dann dreht der Kurs nach rechts in die Lusthausstraße, auf der früher ein Bus fuhr und führt entlang der Frauenlaufstrecke rund um das Heustadlwasser hinein in die Stadionallee. Vor mir laufen Werner und Börni, nun nähert sich von hinten auch Josef und zieht an mir vorbei. Ich kann mich mit diesem Teilstück wegen der vielen Löcher und Unebenheiten sowie mich störenden Ausbesserungen mit hervorstehenden Asphaltfüllungen nie wirklich anfreunden. Endlich bewegen wir uns wieder in nördliche Richtung zur Hauptallee. Direkt an der Kreuzung Stadion-, und Hauptallee befindet sich der Cricket-Sportverein, der sein Leichtathletikareal ausgebaut und u.a. um Squash- und Tennisplätze erweitert hat. 

Der Wind aus Nordwest bremst nicht nur mich, etliche schimpfen auf das unfreundliche viel zu kalte Aprilwetter. Bei der doppelseitig angelegten Labestation bleiben die ersten schon nach drei Kilometern stehen. Helferinnen des LCC offerieren hier von Kübeln in Becher gefülltes Trinkwasser, es gibt auch inzwischen kalten Tee aus Kanistern. 

Zu unserer Rechten befindet sich die Endstelle der im Jahr 1928 eröffneten, 3,9 Kilometer langen, von Mitte März bis Mitte Oktober auf einem Rundkurs fahrenden Liliputbahn. Es handelt sich hier um eine schmalspurige Parkeisenbahn, deren Waggons heute seltener von einer rauchenden Dampflokomotive, sondern von Dieselaggregaten gezogen werden. 

Der Untergrund der Prater Hauptallee wird von abertausenden Läufern, Spaziergängern und vielen Kutschen, die in die Stadt fahren unter Umgehung des Autoverkehrs stark beansprucht. Vor gut zehn Jahren wurde sie neu asphaltiert, indem einfach eine Teerschicht draufgewalzt wurde. Wer wie ich beim Laufen Probleme bekommt, wenn das Gelände nach rechts abschüssig ist, der sollte sich hier in der Allee in der Mitte der Straße bewegen oder auf die daneben verlaufende, nicht asphaltierte Strecke wechseln. 

Schon bei Kilometer 4 kommen uns die führenden, auf der gegenüberliegenden Seite der Allee laufenden Kollegen entgegen – vorerst ist keine gelbe Startnummer dabei, sondern vorwiegend Läufer über die Halbdistanz und einige rote Nummern, deren Träger nach 7 Kilometern schon wieder ihr Pensum erfüllt haben werden.

Die Praterallee wird bald darauf von der zu unserer Linken befindlichen Rotundenallee, ein Teil der Frauenlaufstrecke und der daran anschließenden Kaiserallee, gekreuzt, die zur neuen und größten Wirtschaftsuniversität Europas führt, die 2013 an den neuen Standort-Campus WU vom 9. in den 2. Wiener Gemeindebezirk übersiedelte. Mehr als ein Viertel der 23.000 Studenten sind deutsche Numerus-clausus-Flüchtlinge, die in Österreich auch mit Abiturnoten unter dem Durchschnitt ohne Zahlung von Studiengebühren ihren Bachelor, Master oder PhD erwerben können.

Auf der Allee herrscht zwar Fahrverbot, doch manchmal wird sie von Zubringerfahrzeugen und Lieferantenautos im Querverkehr benutzt. Daher ist dieser Bereich abgesperrt. Die Laufstrecke ist mit Pylonen gut gekennzeichnet, doch für Fußgeher und andere Läufer offen. Daher kommt es vor, dass man Entgegenkommenden ausweichen muss. Je weniger Läufer noch auf der Stecke sind, desto häufiger ist das vor allem ab der Mittagszeit der Fall.

Die Blätter der Kastanienbäume sind schon so dicht, dass man die kleinen Lokale, Restaurants wie z.B. die Meierei oder die große Bowlingbahn gar nicht sieht. Sportplätze befinden sich links und rechts der Hauptallee, die zumeist auf Vereinsebene benutzt werden können.

Jetzt  kommen uns immer mehr Läuferinnen mit gelben Startnummern entgegen, u.a. auch eine Kollegin vom MSC Rogner Bad Blumau, die schon viele Titel gewonnen hat und auch heute wieder für eine Zeit um 3:15 Stunden in Frage kommt. Bald darauf winkt mir auch Josef mit Startnummer 4223 zu, dann Börni mit 4226. Weil diesmal die Stadionrunde auf dem Tartanbelag ausfällt, geht der Marathonkurs fast bis an den Beginn der Hauptallee, also fast bis zum Praterstern. Wenn man nach rechts blickt, sieht man das Wiener Riesenrad, ein Wahrzeichen der Stadt, insbesondere des Wurstelpraters. Es wurde 1897 zur Feier des 50. Thronjubiläums Kaiser Franz Josephs I. errichtet und war zur damaligen Zeit eine Weltsensation. Heute stehen die größten Riesenräder in Singapur, Nanchang, Jeddah und London.

 

 
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Endlich komme auch ich zur Wende, es geht nun auf der linken Seite zurück mit dem Wind im Rücken. 5 Km sind geschafft, die Uhr zeigt 29:54 Minuten an, das passt soweit. Ich blicke auf die Nachkommenden, einige langsame 7 km-Läufer/innen sind auch noch hinter mir. Sophie mit Startnummer 4131 läuft den Halben, sie legt sich ordentlich ins Zeug. 

Bis zur ersten Durchgangszeit sind es noch 1 ½ Kilometer, knapp davor taucht schon der schnellste Marathonläufer von der Stadionallee kommend rechts von uns auf, er biegt auf seiner zweiten Runde bereits wieder in die Hauptallee ein. Ich kann auf meiner ersten Runde die angepeilte Sechserzeit mit 42, 06 einhalten.

Wenn plötzlich nach einer Runde 80 Läufer/innen weniger auf der Strecke sind, mag zwar mehr Platz für die verbliebenen sein, aber allgemein gilt, dass Laufen in einer Gruppe motivierender ist. Vor und hinter mir herrscht gähnende Leere. Erst als ich nach der Schleife auf der Frauenlaufstrecke wieder in die Hauptallee einbiege, kommen mir zahlreiche Halbmarathonläufer/innen und solche mit gelben Startnummern entgegen, darunter auch Josef, der heute mächtig anzieht und durchaus wieder einmal sub 4 schaffen könnte. Auch Börni ist ca. 200 m vor mir, es scheint ihm gut zu gehen.

Meine zweite Runde nach einem vorherigen kurzen Trinkstopp beende ich mit 43:59, die Sechserzeit ist schon futsch. Auf meiner dritten Runde sind die schnellen Halbmarathonläufer/innen  schon am Wege ins Ziel. Im örtlichen Sinne gesehen liegen die 1:30er-Finisher hinter mir, oder anders gesagt: sie beenden gerade ihren Lauf, als ich zum dritten Male in den Frauenlaufstrecke einbiege. Wie es aussieht, liegt nur mehr ein Marathonläufer hinter mir, es ist Ewald mit der Startnummer 4221, der in Linz einige Minuten hinter mir blieb und seither offenbar keinen Marathon mehr gelaufen ist. Noch habe ich einen komfortablen Vorsprung von gut drei Minuten, also einen halben Kilometer. Werner (4234) ist hingegen auf meiner dritten Runde schon gut zwei Kilometer vor mir. Mein Ziel ist eine Halbmarathonzeit um 2:10 bis max. 2:12, alles andere wäre auf dem flachen Kurs trotz Wind doch enttäuschend. Trotz kurzem Stopp bei der Wasserstelle – eine andere Bezeichnung wäre schmeichelhaft – gehen sich 2:12 Stunden aus. 

Nun liegen nochmals drei Runden vor mir und hoffentlich bleibt der Ewald zurück. Auf meiner vierten Runde bereits wieder auf der Praterallee in Richtung Praterstern, werde ich Zeuge einer eher komischen Situation: Der wegen der Sperre heute auf der Hauptallee verkehrende Bus 80A in Richtung Schlachthausgasse fährt auf unserer Seite im Schritttempo dicht hinter einem prominenten Hobbydauerläufer, einem ehemaligen Primar im Krankenhaus Rudolfstiftung, der im Prater in einem Gartenhaus wohnt. Der Bus kann nicht ausweichen, der vor dem Bus trabende Läufer will nicht. Wir müssen uns wegen der Absperrung links halten. 

Meine vierte Runde beende ich mit Verspätung: 49:15 bedeuten, dass ich stark nachgelassen habe. Man bemerkt das oft gar nicht, wenn nicht die Uhr wäre. Ich blicke mich um, Ewald ist näher gekommen. Aber noch liege ich vorne. 
Es geht in die fünfte Runde, auf der Frauenlaufstrecke taucht von hinten mein Verfolger auf und  mobilisiert all seine Reserven. In der Nähe der Hundeschule rückt er auf. Wir reden kurz über die Probleme bei der Zeitnehmung heuer beim Linz-Marathon. Er hat seine Finisherzeit erst nach einer Reklamation erhalten, aber er blieb über 5 Stunden.

Ich muss ihn heute ziehen lassen. Die fünfte Runde beende ich mit 54 Minuten noch langsamer als die vierte. Der Moderator beim Durchlauf streckt den Daumen in die Höhe: eine Runde noch. Ewald liegt schon mehr als 500 m vorne. Bei meinem letzten Einbiegen in die Hauptallee kommt mir Börni entgegen, er wird mit ca. 4:34 oder 4:35 finishen, meint er, ich liege zu dieser Zeit rund 2 Kilometer hinter ihm. Eine Endzeit um 4:45 wird sich heute nicht mehr ausgehen, aber sub 4:50 wäre auch noch ok. Damit wäre ich unter meiner Finisherzeit von Lodz letzten Sonntag. Obwohl der Marathonkurs in Polen konstant wellig war, erscheint mit heute der flache Rundkurs auf sechs Runden im Prater viel schwerer.

Auf meinem letzten zwei Kilometern kommt schon das Lieferauto des LCC entgegen, die Pylonen werden eingesammelt, die Streckensperre aufgehoben. Mit 4:49:45 beende ich den heurigen Wiener Frühlingsmarathon zu Ehren der Wiener Laufikone Dolfi Gruber als Letzter im Feld. 

Nach dem Lauf rede ich noch mit Börni, Werner und Josef, der mit seinen 4:06:09 Zweiter in der in Zehnersprüngen gestaffelten Alterswertung M-60 wird. Mit 4:44:42 belegt Ewald den dritten Platz. Werner erzählt in der Runde, dass heuer in Orta ein Superprojekt geplant ist: Zwei Marathons pro Tag, maximal sechs Stunden pro Lauf. Das Ganze soll sich über 10 Tage erstrecken. Fünf Läufer haben sich bisher gemeldet, Werner spekuliert auch in diese Richtung – er ist der erste und einzige Österreicher, der in 10 Tagen 10 Marathons in Orta im Jahr 2014 und 2015 erfolgreich gelaufen ist. Die Ultramarathonläufer werden nun aufschreien und einwenden, dass man z.B. beim Spartathlon mit 246 km in 36 Stunden mehr leistet oder bspw. unser Helmut Linzbichler bei seinem erfolgreichen TransAmerica Footrace über 4.265,7 km von Los Angeles nach New York 64 Etappen vor sich hatte. Darauf kann man nur anerkennend antworten, dass neue Herausforderungen das Sportlerleben spannender machen.


Ein Fazit

 

Warum sollte jemand von auswärts bei einem Marathon des LCC im Prater mitlaufen? Ein Grund ist der flache Kurs, der Bestzeiten zulässt. Bei starkem Wind bieten die Alleebäume allerdings nur beschränkt Schutz. Von einem Preis-/Leistungsverhältnis kann man kaufmännisch gesehen gar nicht sprechen, denn die Startgebühr deckt eine Dienstleitung ab, die die Messung der Durchlaufzeiten und die spätere Erfassung von Brutto- und Nettolaufzeit in der Pentek-DB umfasst. Eine Urkunde kann man sich über die Homepage von Pentek ausdrucken. 

Die Versorgung beim Frühlingsmarathon war mangelhaft, an einem kalten Tag wurde an der einzigen Labe auf der Strecke kalter Tee angeboten. Im Start-/Zielbereich befanden sich Orangenstücke, die keiner benötigt, wenn er gefinisht hat. Die seit Jahren immer und immer wieder ausgegebenen Schnitten nach Ende eines Laufes nehmen bestenfalls noch die Spaziergänger im Vorbeigehen mit. 


Sieger bei den Herren:

1.Thomas Laiminger (AUT) – 2:50:53
2. Andreas Sageder (AUT) – 2:52:07
3.Arno Götz (AUT) – 2:54:10


Frauenwertung:

1. Karin Augustin (AUT) – 3:17:25
2. Alicja Klimko (POL) – 3:50:47
3. Liliana-Cobruta Tens (ROM) – 4:01:11


45 Finisher beim Marathon, zwei Marathonstaffeln (a 6 Läufer/innen); 83 Finisher beim 7 km-Lauf; 121 Finisher beim Halbmarathon, drei Marathonstaffel (a 3 Läufer/innen); 11 Geher über 7 km.

 


 

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