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Laufberichte

Landgoed Twente Marathon

09.10.11

Marathon mit Geschmack

 

„Een unieke marathon met smaak“ - das heißt auf Deutsch:  "Der einzigartige Marathon mit Geschmack“. Was das zu bedeuten hat, werdet ihr nach und nach verstehen. An der Sprache werdet ihr unschwer erkennen, ich bin mal wieder in den Niederlanden. Letztes Wochenende in Italien, dieses Wochenende in den Niederlanden und die nächsten zwei Wochenenden in Canada.

Durch Zufall habe ich diese Perle entdeckt, nachdem ich vom Zwei-Länder-Marathon in Pfronten eine Absage erhielt. Der Lauf fällt aus wegen zu geringer Teilnahme. Solche Probleme haben die Veranstalter vom Landgoed Twente Marathon nicht. Im Gegenteil, in diesem Jahr war der Zuspruch so groß, das sie die Teilnehmerzahl begrenzen mussten. Als ich mich am Donnerstagabend anmelden will, ist die Anmeldung längst geschlossen. Es gibt auch keine Ausnahme. Aber man fragt bei den Teilnehmern, ob einer eventuell verletzungsbedingt verzichten muss. So kommt es, das mir Onno van Assema aus Purmerend, einer Stadt 20km nördlich von Amsterdam, seine Startkarte anbietet. Ruckzuck sind wir uns einig und ich bin beim Landgoed Twente Marathon 2011.

Nun, erst mal, wo befinden wir uns überhaupt. Meine Reise geht von Kassel aus über Bielefeld und Osnabrück weiter nach Gronau über die Grenze nach Enschede. Von dort aus sind es noch ca. 20km in nördliche Richtung bis nach Rossum und nur noch wenige Kilometer, bis mitten im Grünen das Landgut Havezathe Het Everloo erreicht wird. Hier ist das Marathonzentrum.

Unsere Reise bringt uns in die Region Twente, rund um die Städte Almelo, Enschede und Hengelo. Der Name der Region Twente wurde aus dem germanischen Stamm der Tubanten abgeleitet. Sie ließen sich gegen Ende der Völkerwanderung in dieser Region nieder und lebten bis ins 4. Jahrhundert hier.

Zurück in die National-Landschaft Noordoost-Twente. Hier wird heute der 4. Landgoed Twente Marathon stattfinden. Es gibt zwei Möglichkeiten, an dieser Veranstaltung teilzunehmen. Die erste ist die Klassische Laufstrecke von 42,2km zu laufen. Die zweite ist die Möglichkeit, als Duo zu starten und zwar in der Form das beide die Strecke absolvieren müssen wobei man abwechselnd immer einer laufen und der andere mit dem Fahrrad begleitet. Man kann sich so oft wie man will abwechseln, aber einer muss immer laufen. Die Mitnahme auf dem Fahrrad führt zur Disqualifikation. Dies wird auch auf der Strecke überwacht durch die Streckenposten und die Bromfiets-Rijders (Mopedfahrer) in ihren langen braunen Ledermänteln.

 
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Das besondere an dieser Veranstaltung ist nicht nur, das die Strecke durch viel Natur führt. Die Güter und Höfe auf der Laufstrecke haben speziell an diesem Tag ihre Türen und Tore geöffnet um den Teilnehmern ihre kulinarischen Produkte anzubieten. Dazu während des Laufes mehr. Die Laufstrecke führt im Uhrzeigersinn über eine große Runde, vorbei an den Orten Denekamp im Norden und De Lutte im Süden. Im Südwesten streifen wir Oldenzaal.

Nach meiner Ankunft entrichte meinen Obolus an Onno van Assema. Wobei ich Obolus nicht als geringwertig, wie die Griechen es nannten, sehen würde, sondern eher als gering im Hinblick auf den heute gebotenen Gegenwert.

Auf auf dem Hofgut ist richtig was los. Von allen Seiten kommen Läufer und Radfahrer. Die Anmeldung geht recht schnell und so sehe ich mich erst mal hier um. Es wird natürlich niederländisch, d.h. flämisch gesprochen. So manchen Brocken kann ich verstehen. Ab und zu spricht auch mal einer deutsch. Aber alle verbindet eine gute Laune obwohl es heute Morgen nur um die 10 Grad hat. Auf dem Platz gibt es ein offenes Feuer, um das sich viele scharen. In den Startunterlagen gibt es einen Bon, für den es vor dem Start heißen Kaffee und Rosinenbrot, meine Leibspeise, gibt.

Laut Liste sind rund 550 Starter gemeldet, davon 88 Solo-Läufer. Auf die 462 Duos kommen also genau so viele Räder. Aufgrund des großen Teilnehmerfeldes wird heute in zwei Startgruppen gestartet. Die erste Gruppe startet mit mir um 9:30 Uhr, die zweite Gruppe um 10 Uhr.

 
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In der Nähe des Startplatzes spielt schon unentwegt eine Musikgruppe zur Unterhaltung. Es geht langsam auf 9:30 Uhr zu und jetzt gibt es vom Sprecher sowie von Offiziellen noch Ansprachen. Dann sind die Jagdhornbläser dran und um 9:26 Uhr erfolgt der Startschuss für die erste Gruppe der Läufer. Die Radfahrer müssen noch ein wenig warten und starten nach uns von der Wiese nebenan. So können wir Läufer uns erst mal sortieren. Nach 2km hat sich das Feld auseinander gezogen und die ersten Radfahrer kommen an uns vorbei. Ab jetzt ist es ein nebeneinander mit den Radfahrern. Die roten Nummern sind die Marathonis, die schwarzen Nummern sind die Duo`s. Durch meine Ummeldung habe ich jedoch auch eine schwarze Nummer erhalten.

Die Laufstrecke führt uns die ersten Kilometer über Asphaltstraßen zwischen grünen Wiesen und Maisfeldern entlang. Ab und zu schauen uns ein paar Rindviecher oder Pferde zu. Überall herrscht gute Laune und es wird sich laufend unterhalten. Das Wetter meint es jetzt auch noch gut mit uns, denn die Sonne ist durch die Wolken gekommen.

Es geht kreuz und quer durch die Wiesenlandschaften immer wieder an einzelnen Häusern und Höfen vorbei. Die meisten haben es nicht eilig und genießen es, durch diese tolle Landschaft zu laufen. So nach 4,5km knallt es laut neben uns im Wald, es ist Jagdzeit. Kurz danach laufen wir durch das Spalier von Jägern und deren Helfern und lassen und beklatschen. Nur einen knappen Kilometer weiter kommen wir an die Wassermühle vom Landgut Singraven.

Hier an den Krümmungen der Dinkel steht die ehemalige Holzsägemühle aus dem jahr 1448. Drei große Mühlräder mit einem Durchmesser von jeweils 5,5 Metern verrichten ihre Arbeit. In dem für die Mühle aufgestauten Wasser liegen die Holzstämme ca. 1 Jahr und haben dann die Qualität tropischer Harthölzer.

Auch eine alte Ölmühle gehört zu dem Gebäudekomplex. Sie ist heute ein Vorratslager für das daneben stehende Restaurant.

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