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Gevattersee-Marathonläufe: Klein, aber fein …

30.01.11

Die Teilnahmegebühren bei den großen deutschen Stadtmarathonläufen sind ganz schön happig geworden.

Wenn man sich in die DM-Zeit zurückversetzt (und diese ist erst seit ca. 9 Jahren vorüber) und manche heutzutage erhobenen Startgeldforderungen verdoppelt, kommen Zweifel auf, ob man zur damaligen Zeit bereit gewesen wäre, derartige DM-Beträge für eine Marathonteilnahme zu entrichten. Sofern man nur wenige Marathonläufe im Jahr bestreitet, mag das Ganze ja noch erschwinglich sein. Ist man aber zum Marathonsammler mutiert, würde dieses Hobby bei einem normalen Einkommen kaum mehr zu finanzieren sein.

Diesen Sachverhalt hat man in der Vielstarterszene längst schon erkannt, und deshalb wurde sozusagen „von Läufern für Läufer“ eine inzwischen recht stattliche Anzahl von kleinen Veranstaltungen ins Leben gerufen. Vor allem unter dem Dach des „100 Marathon Club Deutschland“ haben sich mehrere Laufserien etabliert, die vor allem während der wettkampfärmeren Zeit in unterschiedlichen Regionen Startgelegenheiten anbieten. Zwar wird meist kein großer Luxus bereitgestellt. Aber Marathonsammler sind in ihrer Mehrheit ja ohnehin genügsame Menschen, bei denen die Freude am Laufen im Vordergrund steht und die die oft unangenehm laute Moderatorenanmache bei den großen Startmarathonläufen eher nervt. Und so stört es die Vielstarter/innen auch nicht, wenn oftmals keine Duschgelegenheit vorhanden und an den stets gut bestückten Versorgungsständen Selbstbedienung angesagt ist, denn deshalb werden ja auch nur geringe Startgelder erhoben. Meist betragen diese lediglich 5 € und entsprechen damit gerade mal den anteiligen Kosten für die bereitgestellte reichliche Verpflegung.

Eine solche mit einfachen Mitteln und dennoch sehr liebevoll organisierte Serie von Marathonläufen bietet Jobst von Palombini (selbst ein leidenschaftlicher Marathonläufer mit mehr als 400 absolvierten Rennen) in der Nähe von Bückeburg an. Bei ihm stehen zwei Varianten zur Auswahl:

Die eine ist der im Bückeburger Ortsteil Petzen ausgerichtete „Gevattersee-Marathon“. Hier sind zunächst ein innerörtliches Auftaktstück von 250 m und dann in einem Landschaftschutzgebiet mit kleinen Seen 10 Runden á 4.195 m zurückzulegen. Dabei wird fast ohne Höhenunterschiede zu ca. 30% auf Feldwegen und für den Rest durch Wald gelaufen.

 
© marathon4you.de 9 Bilder

Die andere Variante ist der von Bad Eilsen ausgehende „Idaturm-Marathon“. In diesem sind zunächst ein Pendelstück von 200 m, dann ein Auftaktstück von 650 m, anschließend 7 Runden á 5.816 m und abschließend ein Rücklaufstück von 650 m zu bewältigen. Vorgenannte 7 Runden führen auf Waldwegen sehr anspruchsvoll durch den „Harrl“ hinauf zum „Idaturm“, wobei am Ende 818 Höhenmeter zu Buche stehen.

Der Start findet jeweils um 10.00 Uhr statt. Wenn sich alle Voranmelder/innen am Treffpunkt eingefunden haben, kann in der kalten Jahreszeit schon einmal ein paar Minuten früher losgelaufen werden.

Ich habe an den „Gevattersee-Marathonläufen“ vom 22.01.2011 und 30.01.2011 teilgenommen. An beiden Veranstaltungstagen war der Himmel bedeckt. Beim ersten Rennen lag die Temperatur deutlich über dem Gefrierpunkt. Dies hatte zur Folge, dass manche Abschnitte auf den naturbelassenen Wegen einen leicht aufgeweichten Oberflächenbelag besaßen. Beim zweiten Rennen hingegen war der Boden hart gefroren. Hierauf ließ sich spürbar leichter laufen. Da zudem die Temperatur von -3,5°C am Morgen auf -1,0°C am Nachmittag angestiegen war, herrschten in Anbetracht der kalten Jahreszeit recht gute Laufbedingungen.

Mit seinen insgesamt 19 Starterinnen und Startern hatte der Lauf am 22.01.2011 der Veranstaltungsreihe einen neuen Teilnehmerrekord beschert. Bei den Männern siegte René Marten (3:19:35 Stunden) vor Jan Mielenhausen (3:25:12 Stunden) und Jörg Zimmermann (3:29:11 Stunden). Als einzige Dame gelangte Birte Siebe nach 4:38:39 Stunden ins Ziel.

Am 30.01.2011 waren zwar lediglich 2 Läuferinnen und 8 Läufer am Start. Da aber bereits am Vortag ein „Idaturm-Marathon“ mit 2 Frauen und 12 Männern stattgefunden hatte, gab auch dieses Teilnehmerfeld Anlass zur Zufriedenheit. Immerhin hatten den „Doppeldecker“ (wie Läufe an zwei aufeinander folgenden Tagen in Marathonsammlerkreisen genannt werden) 1Läuferin und 5 Läufer bewältigt. Am 30.01.2011 siegte bei den Herren Jobst von Palombini (3:46:46 Stunden) vor Michael Kiene (3:49:00 Stunden) und dem M70-Zugehörigen Johann Spieker (4:33:15 Stunden). Bei den Damen erreichte Sylvia Frühauf (4:52:00 Stunden) vor der Doppelstarterin Brigitte Koczy (5:51:42 Stunden) das Ziel.

Ich war von der angenehmen Atmosphäre der beiden von mir bestrittenen Veranstaltungen so sehr begeistert, dass ich mich gleich für die nächsten beiden Läufe am 05.02.2011 und 20.02.2011 angemeldet habe.

Fotos: Jan Bergmann

 


 

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