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Laufberichte

E.T. Full Moon Marathon: Ultra der außerirdischen Art

27.08.11

(So., 14. August 2011)

 

Wo und wann sonst, wenn nicht bei Vollmond in der Wüste in Nevada, in den Stunden vor und nach Mitternacht könnte man sie sehen? Gespenster? Nein Aliens, Außerirdische, UFOs! Viele Sensationslüsterne und auch UFOlogen waren schon dort und haben glaubhaft versichert, dass sie dergleichen dort erblickt haben. Auch ich war jetzt dort und kann berichten und bezeugen.

Wie hat alles angefangen? Auch ein Autor von marathon4you macht mal Urlaub. Nach langen Jahren der Abstinenz sollte es diesmal wieder in die Vereinigten Staaten gehen, genauer in den Westen der USA: Kalifornien, Grand Canyon, Monument Valley (John Wayne ritt da immer durch), Colorado, Arches (der Park mit den vielen Steinbogen), Bryce (Zuckergusscanyon), Nevada, Zion, Las Vegas, Death Valley, Yosemite, San Francisco. Wer die Gegend kennt, weiß, dass es da genügend Abenteuer und viel zu entdecken gibt, Landschaft vor allem und viele Wunder der Natur.

Aber drei Wochen ohne Marathon? Kaum vorstellbar, zumal dann nicht, wenn man in den USA ist!. Also ging ich auf die Suche und wurde, Dank der Tipps von Klaus Neumann, tatsächlich fündig. Genau zu dem Termin, an dem wir in Las Vegas sein wollten, fand dort ein Marathon statt. Nun ja, nicht genau in Las Vegas, aber in der Nähe: 130 Meilen (210 km) nördlich, etwa 2 Stunden Fahrzeit. Aber was für ein Marathon!!! „E.T. Full Moon Marathon“ war der Titel, mit Start um Mitternacht.
Meine Miturlauber aber waren von der Idee erst mal nicht überzeugt. „Dort ist doch Wüste (Mojave), also heiß, zumindest 35 bis 45 oder gar noch mehr Grad!“ war der gewichtigste Einwand. Ich konnte sie aber überzeugen, dass es in der Wüste nachts ziemlich abkühlt. Auch verlief die Strecke des Marathons etwa in Höhen zwischen 1.400 und 1.700 m, also knapp 1.000 m höher als Las Vegas. Meine Recherchen ergaben dann auch, dass man mit vielleicht 22-25 Grad rechnen musste. „Also dann, ok, einverstanden!“

Noch von Deutschland aus meldeten wir uns an. Es wurde angeboten, per Bus des Veranstalters (Calico Racing) von Las Vegas zum Start zu fahren. Wir entschieden uns, die Strecke mit unserem Mietauto zu machen. Die Bilder zeigen die Laufstrecke bei Tag, so dass man eine Vorstellung der Gegend bekommt.


Zielort Rachel

 
© marathon4you.de 7 Bilder


Was aber hat denn „E.T.“ mit dem Lauf zu tun, warum steht dieser Außerirdische im Titel? Dazu muss man wissen, dass sich etwa 60 km nördlich von Las Vegas ein ca. 200 x 120 km großes militärisches Sperrgebiet der US Air Force (Nellis Test Range) nach Nordwesten erstreckt, um das sich allerhand Verschwörungstheorien ranken. Vor allem ein etwa 100 qkm großer Bereich innerhalb des Testgeländes, dessen Existenz von der amerikanischen Regierung lange geheim gehalten wurde und der auch heute noch hoch geheim und extrem geschützt ist, regt die Phantasie an: Area 51! UFOs sollen dort immer wieder gesichtet worden sein, sogar Aliens (Außerirdische) sollen dort gefangen gehalten und deren Fluggeräte untersucht werden. Viele Computerspiele und auch Filme nehmen Bezug auf diese Gegend und fördern diese Mythen noch: „Men in Black“, „Independence Day“, „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“ und viele mehr.

Östlich von diesem Testgelände verläuft die Nevada State Route 375, der einzige Zubringer zum Area 51. „In den Jahren um 1990 herum war dieser Highway verstärkt das Ziel von UFO-Enthusiasten und Neugierigen, welche jeweils Mittwoch nachts in die Wüste hinaus fuhren um Testflüge über dem Gelände der Air Force zu beobachten. Ab und zu bekamen sie dann auch in den frühen Morgenstunden seltsame Lichtspiele am Himmel zu sehen mit wild tanzenden Lichtpunkten, die oft scheinbar unmögliche Flugmanöver vollführten. Als sich schließlich statt weniger Eingeweihter jeweils ganze Busladungen mit  Leuten auf den Weg machten,  endeten die Testflüge abrupt, aber die Legende von den UFOs in der Area 51 war weiter genährt worden und zog immer mehr Besucher aus aller Welt an, was schließlich am 18. April 1996 dazu führte, dass, pünktlich zum baldigen Filmstart von Independence Day, die Nevada State Route 375 auf Veranlassung vom damaligen Gouverneur Bob Miller in Extraterrestrial Highway umbenannt und auch entsprechend ausgeschildert wurde.“ [Wikipedia: „Nevada State Route 375“]

Und genau auf dem Teilstück des Extraterrestrial Highways, das östlich von Area 51 liegt, fand der Marathon zum fünften Mal statt. Aber nicht nur ein Marathon wurde angeboten, auch 10 km und Halbmarathon konnte man laufen und in Anlehnung an die Zahl 51 der nahe gelegene Area 51 war auch ein Ultra über 51 km möglich. Angelika und ich entschieden uns natürlich für den Ultra, meine restlichen drei Miturlauber für die 10 km-Strecke.

Ende Juli begann unser Urlaub, wir konnten uns also 14 Tage lang auf die klimatischen Bedingungen und auch die sehr weitläufige Landschaft einstellen. Angelika und ich machten nach einer Woche die anstrengende Wanderung den Grand Canyon hinunter und wieder hinauf und fühlten uns dann genügend vorbereitet für die 51 km.

Am Samstagnachmittag holten wir unsere Startunterlagen in der Festival Hall des Hard Rock Hotels in Las Vegas ab und machten uns dann gegen 19.30 Uhr auf die Fahrt zum Start. Ganz ungewohnt für Las Vegas war es bewölkt und wir hatten „moderate“ 35 Grad.

 

Startunterlagen/Las Las Vegas Richtung Start

 
© marathon4you.de 14 Bilder


Nachdem wir den Einflussbereich von Las Vegas verlassen hatten, in der Zwischenzeit war es dunkel geworden, waren wir recht einsam auf dem Highway #93 unterwegs, etwa 110 Meilen (177 km) auf nahezu kerzengerader Straße durch die Wüste nach Norden. Immer wieder schimmerte der Vollmond durch die Wolken und tauchte die Wüstenlandschaft rechts und links der Straße in ein beinahe geheimnisvolles Licht. Nur ganz selten kam uns ein Auto entgegen, einmal wurden wir überholt. Eine Tankstelle mit ein paar wenigen Häusern tauchte auf und lag auch gleich wieder hinter uns. Eine Straße, die beinahe ins Nichts führte - in der Tat konnte man sich sehr gut vorstellen, dass ein phantasievoller Geist hier allerlei Legenden gebären konnte.

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