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Laufberichte

Duftinferno beim Trail of the Ancients Marathon

 

Kalifornien ist nicht nur Los Angeles und San Francisco (wo es natürlich auch schöne Marathons gibt), sondern auch die Heimat herrlicher Trails, von denen viele schon vor hunderten Jahren von den Ureinwohnern (Ancients) genutzt wurden. Ich hatte beruflich in der Nähe von Los Angeles zu tun und hatte die Gelegenheit, in Calabasas einen solchen Trail-Marathon zu laufen.

Nach dem Genuss des Sonnenuntergangs in Malibu Beach informierte ich mich auf der King Gilette Ranch, dem Besucherzentrum der Santa Monica Mountains, über die Örtlichkeiten.

Die Gilette Ranch war schon in den 30er Jahren ein beliebter Drehort für die Filmcrews aus Hollywood. Hier wurden viele der frühen Western Filme gedreht. Paramount Pictures dreht auch heute noch dort auf dem Gelände. Auch Filmserien wie M.A.S.H entstanden hier. Die Landschaft ist so artenreich und vielfältig, dass sie auch für Filmszenen, die ganz anderswo spielen, herhalten können.

 
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Auch über die Geschichte der Ureinwohner dieser Region kann man viel erfahren. Auf deren Spuren und Pfade führt uns am nächsten Morgen der Trail. Ancients werden die Ureinwohner genannt, die noch vor den Indianern (in den USA „Native Americans“) hier lebten. Sie ernährten sich vorwiegend vom Fischfang und jagten Hasen und Damwild. Aber auch Handel trieben sie bereits bis nach Arizona. Als Währung dienten ihnen Muscheln, die sogenannten Purple Dwarf Olives.

Ich fuhr ich in meine kleine Herberge (Inn) und verbrachte eine kurze Nacht, um schon früh am Start sein zu können. Um Punkt 7.30 Uhr schickte Erica Gratton, die Race Directorin, 22 wackere Marathonis auf die mit 1.450 Höhenmetern gespickten Trails. Das Wetter war mit 12 Grad recht angenehm nach der Hitze der letzten Tage und es sollte, dank El Nino, am gleichen Tag noch Regen geben, was in dieser Gegend dringend notwendig ist.

 
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Kurz nach den ersten gut 200 Höhenmetern auf dem Bark Park Trail, fing es aus den dunklen, tief hängenden Wolken zu nieseln an. Dennoch konnte man noch recht weit schauen. Wir liefen im Las Virgenes View Park und erreichten nach kurzer Zeit den Millennium Loop Trail. Ständig ging es bergan und bergab. Auf dem Untergrund war ganz gut zu laufen,  auch wenn es sich nur um rustikale Single Trails handelte.

In den Bergen sah man sogar einige Palmen. Überall duftete es sehr intensiv, was ich zunächst nicht so recht  einordnen konnte. Erst als ich einige Blätter griff und sie zwischen den Fingern zerrieb, kam ich drauf, was es war:  Salbei, der hier jedoch bis zu 3 Meter hoch wächst. Die nächsten Büsche konnte ich dann schnell als Thymian identifizieren, der wächst bis 2 Meter hoch. Dann passierten wir auch noch Lorbeerwälder. Viele Bäume, Sträucher und Blumen und Blumen blühten. Insgesamt ein wahres Duftinferno.

 
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Am Grandioso und Normans Way vorbei kamen wir zum steilsten Stück der Strecke. In Serpentinen führte der Trail gen Himmel. Am Gipfel angekommen, begrüßte uns ein Schild „Smile“s. Ich musste tatsächlich grinsen.

Die ersten Halbmarathonies überholten mich und waren schon bald wieder im Nebel verschwunden. Nach 10 km kam die erste Verpflegung, direkt hinter einer Wohnanlage für Superreiche, die sogenannten „The Oaks of Calabasas“. Hier trank und aß ich ausreichend. Auch der Trinkrucksack wurde wieder gefüllt, denn mittlerweile war es recht schwül geworden. Es nieselte nur noch leicht und hörte manchmal auch ganz auf. Die Temperaturen stiegen auf 20 Grad.

 
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Nun ging es auf dem Water Tank Trail wieder steil bergan. Wie der Name vermuten lässt, gibt es oben auf am Gipfel einen  Wassertank, aus dem die tiefergelegenen Gebiete mit Wasser versorgt werden.  Wieder abwärts laufend, kamen wir durch teilweise dichte Wälder von Eukalyptus über den Juan Bautista de Anza Loop langsam zurück in den Las Virgenes View Park, wo die nächste Verpflegung wartete. Becher gab es übrigens keine. Jeder hatte sein eigenes Trinkgefäß dabei.

Hier wurde wieder der Bark Park Trail erreicht, die Halbmarathonis bogen ab in Richtung Ziel. Für die Marathondistanz war  eine zweite Runde notwendig.  Also alles noch einmal von vorne, allerdings bei besserem Wetter.  

 
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3 Stunden war  ich unterwegs, als ich erneut am Bark Park Trail hinab ins Clabasa Tal laufen durfte.  Nach 6 Stunden 26 Minuten erreichte ich glücklich das Ziel.

Fast genauso lange dauerte die anschließende Fahrt zurück nach Las Vegas, wo mein Flieger am frühen Morgen zurück in die Heimat startete.

 

 

 


 

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