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Laufberichte

Der Gernsbach-Ultra, eine Mädchentour

27.02.10

Dass es nur Mädchen waren, ist natürlich reiner Zufall. Selbstverständlich wäre das 13 Std. Programm, die 30-50 cm dicke mürbe Altschneedecke, die vielen Höhenmeter und einiges an Kilometern auch etwas für Jungs gewesen, hatte sich aber leider keiner dafür angemeldet. Laut Wettervorhersage sollten wir Glück haben, das war dann auch so. Weil Männer sich immer fragen, was Frauen so in ihrem Handtäschen haben, hier eine Liste was Frau an einem solchen Tag mit auf die Reise nimmt: Trinkflaschen, Vesper, Erste-Hilfe-Set mit Rettungsdecke, Gamaschen, Handy, Ersatzhose und -strümpfe, warme Jacke, Stirnband, Handschuhe, Geld, Foto, Tempos, Strinlambe, Karte und eine Brille, um diese zu lesen und ganz wichtig, der Lippenstift. Soll ja eine Mädchentour werden. Kam mir dann doch ziemlich schwer vor, mein Rucksack. Die Waage behauptete 4 kg. Egal man gönnt sich ja sonst nichts.

 
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Meine treuen Freunde, die Laufschuhe, mussten natürlich auch mit. Als ich sie vom Schuhregal nahm, taten sie mir schon ein bisschen leid. Die letzte Tour bei Eis und Schnee hatte ihnen übel mitgespielt. So viel wasserdichtes Goretex ist sicher nicht übrig geblieben. Ein Blick auf das Profil beruhigte mich wieder. Wegen solchen oberflächlichen Kleinigkeiten werde ich mich doch nicht von ihnen trennen. Und eine erneute Tour bei Eis und Schnee werden sie schon noch aushalten.

 
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Reinhold besteht darauf, uns zum Start zu fahren. Zu diesem Zweck holen wir Monika um 5:45 beim Fächerbad ab. Diesmal hat Reinhold keine Bedenken wegen meines Vorhabens, wir sind ja zu dritt. Die Dritte im Bunde heißt ebenfalls Monika. Das ist praktisch, dann muss man sich nicht so viele Namen merken. Ich komme mir heute ganz schön klein vor, denn beide Monikas sind sehr routinierte Ultratonis. Die eine Monika läuft den Fidelitas Nachtlauf schon mal in 8:47 und kam beim 1. Ulmer 100 km Lauf als 5. Frau ins Ziel. Die andere Monika nahm letzten September am Transalpin teil und steht regelmäßig in Gondo auf einem Altersklassen-Treppchen. Zum Glück sind beide auch sehr entspannte Läuferinnen und können sich meinem gemütlichen Tempo anpassen. Auch sind beide sehr vernünftige Frauen und müssen eine Tour nicht unter allen Umständen zu Ende bringen, wenn objektive Gründe dagegen sprechen. Und ob wir die ganze Runde mit ihren 80 km bei der momentanen Schneelage schaffen, können wir im Morgengrauen in Gernsbach nicht vorhersagen. Probieren werden wir das auf jeden Fall und zwar völlig freiwillig, einfach nur so zum persönlichen Vergnügen. Wer sich übrigens für den genauen Verlauf der Strecke interessiert, kann dies in meinem Bericht vom 24.01.2009 nachlesen.

 
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Wir kommen gerade mal 2 km weit, da stellt Monika fest, dass mit ihrem Rucksack etwas nicht stimmt: der funkelnagelneue Wassersack läuft aus, hat ein Loch an der Naht. Das ist ein bisschen blöd, denn bei einer solchen Tour sollte man viel trinken. Natürlich werden wir unsere Vorräte mit ihr teilen und so oft es geht die Flaschen nachfüllen und Getränke kaufen. Alles also kein Problem. Die aufgehende Sonne und die mäßig kalten Temperaturen stimmen uns zuversichtlich. Schon bald sehen wir das erste Etappenziel, die Badener-Höhe. Doch es ist gar nicht so einfach, dort hinauf zu kommen. Ab ca. 700 Höhenmeter liegt eine mürbe Altschneedecke. Die in den Höhenlagen noch ca. 50 cm dick ist. Leider brechen wir bei manchen Schritten bis zum Knie ein. Und auch sonst ist das Gehen auf dem nassen Schnee eine anstrengende Sache. Beim ersten Vesper-Stopp in der Schutzhütte besprechen wir unser Handicap. Ein vorausschauender Blick zur Hornisgrinde zeigt: das mit dem Schnee wird so bleiben.

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