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Laufberichte

Corsica-Coast-Race ...

02.11.14

... nie gehört? Das CCR ist ein Trailrun in mehreren Etappen über offiziell 170km und 7700 HM. Aufgeteilt auch 6 Etappen mit einem Ruhetag in der Mitte. Früher war mal die Unterkunft auf einem Schiff das dann die verschiedenen Etappen angelaufen ist. Das hatte ein Ende als vor einigen Jahren zuviele Teilnehmer Seekrank wurden.

Heute ist es Bustransfer mit 2-und 3-Sterne Hotels. Ein Zusatzangebot geht an Wanderer die die kürzeren Etappen voll, die längeren auf einem Teilstück wandern können. 2014 ist mein zweiter, aber bestimmt nicht letzter, CCR. Hier meine Erfahrungen.

 

Samstag 25.Oktober…..


Hier bin ich also wieder, im Anflug auf Bastia grüsst die Küste und die Berge. Irgendwie rieche ich auch schon die Maccia und den korsischen Käse. Alles im Programm für den Wellness-Urlaub.

Am Gepäckband mal taxieren: Wer ist hier noch in Trailschuhen und verräterischer Pulsuhr unterwegs? Und schon haben wir vier Schweizerinnen, mit denen die Taxis zum Fährhafen geteilt werden können. Leider dauert‘s und dann gehen nur 3 rein… Na ja, ist ja noch viel Zeit bis zur Abfahrt des Busses.

Am Treffpunkt  die Startnummernausgabe, alles schön auf der Motorhaube aufgebaut. Und das große Hallo, immer noch dieselben bei der Organisation. Auch die Teilnehmer sind mehrheitlich Wiederholungstäter. Dieser Lauf ist einfach zu schön.

 
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Ab jetzt können wir uns entspannt in die Hände des Teams begeben. Erstmal per Bus nach Maccinacio, der Startort morgen früh. Hotel,  einchecken, ich bekomme als Zimmergenossen Pierre, der nur wenig schnarcht. Und dann gleich mal warmlaufen zum Abendessen. Notverpflegung braucht man hier nicht. Es gibt 3-Gänge-Menüs in Läufermengen.

Moooment, … erst wird ein Bierchen an der Hotelbar gezischt, Carboloading muss sein.

 

Sonntag, 26.10.14: Macinaccio-Centuri, 23,5km, ca.700HM


Die erste Etappe steht an, einmal ums Nordkap. So zum Warmlaufen und Reinkommen. Knappe 25km, ebenso knappe 700HM, die sich auf mehrere kleine Anstiege verteilen. Start ist erst um 10h, also ausreichend Zeit fürs Packen des Kleiderbeutels, Koffer, Startnummern anpicken, und, und , und.

 
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Pünktlich um 10h der Startschuss. Gleich sieht mein Plan, souverän Letzter zu werden, gut aus. Es geht den ersten Strand entlang. Wegen der Flut ist ziemlich wenig Platz zwischen Wasser und dem Trockenen. Von diesem Geläuf werden wir noch mehr bekommen, so steht es geschrieben.

Runter vom Sand und im steten Auf und Ab auf mäßig schweren Trails. Es ist ruhig, alles ist weit weg. Ich bin im Hier und Jetzt. Nicht wie sonst die Gedanken kreisen lassen. Wär auch nicht klug, ganz leicht sind die Trails nämlich nicht, man muss die Konzentration ständig hochhalten.

 
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Nach einiger Zeit geht’s dann kurz weg von der Küste, einen längeren Abstieg hoch auf einen Bergrücken. Und auf diesem geradewegs zum Leuchtturm am nördlichsten Punkt Korsikas. Der Abstieg gibt schon einen kleinen Vorgeschmack auf die nächsten Auf-und Abstiege. Steil und steinig. Was mich dann auch auf zwei Läufer auflaufen lässt, die mich die nächsten 4km begleiten werden. Schön an der windzerfurchten Küste lang, kurz durch Schilfgras, wieder einen Strand entlang und auf die Verpflegungsstelle zu. Gleich gibt’s nasse Füße… oh, doch nicht. Inzwischen gibt’s eine Holzbrücke. Blasen, heute habt‘s keine Chance!

Lecker Verpflegung, Cola, Kuchen Bananen, Nüsse, Chips,  was man so braucht. Pierre muss sich erstmal setzten, also laufen wir den nächsten Kilometer zu zweit, bis es in die nächste Steigung reingeht. Mit viel Geröll, aber die grobe Sorte, plus die Maccia, die Ihre Souvenirs in die Waden zeichnet. Lange Hosen wären vielleicht auch ne Möglichkeit, ist aber warm und dazu würde die nicht lange durchhalten.

Nochmals runter, hoch konzentriert, weil dieses Geröll schwierig ist. Da wir ja auf Korsika sind, ist das natürlich nicht alles: Der nächste Berg ruft. Und damit man nicht zu viele Kräfte in die morgige Etappe nimmt, wird’s zum Schluss nochmal richtig kraftraubend: Klettern, kniehohe Maccia, hohe Absätze und dazu noch das Schauen, wo ist die nächste Markierung. Rot-weiße Absperrbänder an  Büsche geknotet, schnell findet man den nächsten nicht und steht mitten im Gebüsch. Der Weg ist eher rudimentär vorhanden.

Oben angekommen, begrüßt uns ein gutgelaunter Streckenposten, noch 4 Kilometer. Na, die sind doch ein Klacks.

So kann man sich irren. Und ich erzähl Hanna und Kirsten am Vorabend noch, dass es keine schwierigen Klettereien gibt… Hatte ich wohl verdrängt. Die werden mich schön verflucht haben, der Abstieg ist felsig und steil, manche Stellen nur kletternd zu überwinden. Macht Laune!

Unten geht’s noch über einen kleinen Strand, kurz hoch zum Ziel vor einer alte Kapelle. Die wird auch gleich genutzt, der Massagetisch und die medizinische Abteilung haben dort Ihre Heimat gefunden.

Aber erstmal zur Zielverpflegung: Korsischer Champagner (Bier mit Sektkorken) Baguettes, Schinken, Käse und das beste von allem: Zwiebelsuppe mit Croutons und reichlich Käse obendrauf. Auch das wird uns die Woche begleiten. Wellnessurlaub halt. Sightseeing, tägliche Massage und reichlich lecker futtern. Die Kneipptouren gibt’s ab morgen dazu.

Die  Bustransfers kommen noch obendrauf, der Fahrer zirkelt lässig den 52-Sitzer über Brücken mit rechts und links 10cm Luft, an den Feldwänden lang…. Dazu gibt’s eine Führung zu den Sehenswürdigkeiten und der korsischen Seele gratis.

Abendessen und die übliche Ansprache über die morgige Etappe: Immerhin laut Roadbook 35km lang, 700HM.

Die gute Nachricht: Die Füße bleiben trocken (dazu später mehr). Die schlechte: Die Strecke ist um eine Winzigkeit von 6 km länger. Dafür geht’s auch schon um 9h los. Busabfahrt 8:30.

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