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Laufberichte

Carnevale Napoli

 

Ich liebe Italien und Neapel. 2010 war ich schon einmal hier, um den Marathon zu Fuße des Vesuvs zu laufen. Da ich von der Stadt und der Region fasziniert bin und noch lange nicht alle Sehenswürdigkeiten gesehen habe, ist klar, dass ich zurückkomme.

Der Marathon findet jetzt im Februar statt. Das ist nicht die einzige Änderung, denn der Start ist jetzt außerhalb in Pozzuoli. Wir kommen Donnerstag in Neapel an und genießen statt Wintergrau im Rheinland die Sonne Süditaliens. Es ist aber trotz der Sonne frisch. Einen Pullover und Jacke braucht man schon noch. Wir starten unser Programm am Freitag mit einer Fahrt nach Capri. Mehr dazu in meinen Tipps am Ende des Berichts.

Samstag ist Programm in der Stadt und Abholung der Startunterlagen. In der Nähe des kleinen Castel dell'Ovo in der Via Arcoleo ist in einem Autohaus die Startnummernausgabe. Wir treffen auf Sergio vom Orgateam. Sergio erkennt uns direkt wieder und wir haben eine angeregte Unterhaltung. Die Kölschgläser als Mitbringsel kommen gut an. Wir stehen halt auch im Lande der Pizza und des Weines zu unserer rheinischen Heimat.

In der Startertüte sind die Startnummer mit integriertem Einmalchip und das farbig wirklich einzigartige Teilnehmershirt.

 
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Per Bus nach Pozzuoli


Sonntag heißt es früh aufstehen. Der Start ist für 9 Uhr vorgesehen und wir müssen um 7.15 Uhr am Park an der Via Caracciolo sein. Hier fahren die Shuttlebusse zum Start am Lago Lucrino in Pozzuoli ab. Mit dem Taxi kommen wir rasch vom Hotel zum Abfahrtspunkt der Busse.

Etliche Teilnehmer warten schon. Es ist kalt. Die Sonne der Vortage ist vielen Wolken gewichen, aus denen leider auch etwas Regen fällt. Dazu weht vom Meer her ein stürmischer Wind. Gut, dass wir warme Sachen anhaben.

Die Busse kommen und wir werden zum Start etwas außerhalb von Pozzuoli chauffiert. Dort angekommen, verkriechen wir uns ob des bescheidenen Wetters im Warteraum des Bahnhofs und sind so zumindest vor Wind und Regen geschützt.
Unseren Kleiderbeutel geben wir erst kurz vor dem Start ab und reihen uns in die Läuferschar zum Start ein. Mit uns warten knapp über 400 Marathonis und 560 Halbe auf den gemeinsamen Start. Der ist übrigens nicht um 9 Uhr sondern auf 8.30 Uhr vorgezogen. Gut, dass wir das noch rechtzeitig erfahren. So stehen wir pünktlich am Start.

 
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Karneval?


Ich habe ein Karnevalskostüm an. Schließlich haben wir Karnevalsonntag. Aber ich kann nur einen verkleideten Franzosen und einen Läufer mit Gesichtsmaske entdecken. Sonst ist niemand im Läuferfeld verkleidet. Ist wohl nix mit Carnevale in bella Napoli.

Der Marathon hat zwar nur ein überschaubares Teilnehmerfeld, aber die Läufer kommen aus 29 Ländern. Der Lauf ist also wirklich international.

Der Startschuss fällt und wir laufen erst einmal eine Runde um den Lago Lucrino. An der Landspitze Miseno hinter Pozzuoli gibt es viele historische Stätten wie Baia und  Cuma. Für die interessieren wir uns jetzt nicht. Es gilt im Feld der etwa 1.000 Läufer insgesamt den weniger als einen Km langen See zu umlaufen und eine Schleife Richtung Pozzuoli zu absolvieren.

Wir passieren zum zweiten Mal den Startbogen. Die Führenden kommen mir schon entgegen. Haben die es eilig. Im Häusergewirr von Pozzuoli weisen Markierungen nach links und rechts. Links steht giro 1 und rechts giro 2. Also ab nach links und noch einmal durch den Startbogen und um den Lago Lucrino. Km 5 wird am See passiert. Kurz drauf kommt die erste Verpflegungsstelle. Und weil es so schön war, geht es noch ein viertes Mal durch den Startbogen.

Jetzt aber ab nach Pozzuoli. Mir wird langsam warm. Also anhalten und leichte Windjacke unter meinem Kostüm ausziehen. Und schon bin ich fast am Ende des Feldes.


Serapis Tempel im Regen


Am Wendepunkt der ersten Schleife folge ich der Markierung 2. giro nach rechts. Kurz nach Km 7 gibt es erstmals Schwämme. Angesichts des Wetters verzichte ich auf das Angebot.

Ein Industriegebiet wird durchlaufen. Es ist nicht nur hier ratsam, den Untergrund nicht aus dem Auge zu lassen. Wir klagen zwar in Deutschland auch nach jedem Winter über Schlaglöcher in den Straßen, aber hier hat es eine andere Dimension. Man ist fast geneigt, von einem Urban-Trail zu sprechen. Die Löcher und Unebenheiten sind teilweise schon gewaltig.

Das Herz von Pozzuoli ist erreicht. Rechts von uns liegen die Reste des Serapis-Tempels. Der "Tempel" war zu Zeiten der alten Römer eine Markthalle. Bohrmuschellöcher an den erhaltenen drei Säulen zeigen verschiedene Senkungen und Hebungen des Meeresspiegels an.

 
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Wir kommen wieder ans Meer. Km 10 wird passiert. Gottlob hat der Regen aufgehört. Aber es ist weiterhin stürmisch. Aber trotz des miesen Wetters sind die Ausblicke herrlich. Wir verlassen Pozzuoli und kommen ins Stadtgebiet von Neapel. Voraus liegt der Stadtteil Bagnoli, schon zu Neapel gehörig, mit der Isola di Nisida. Hinter uns liegt die Landspitze von Miseno. Die Inseln Procida und Ischia liegen im Dunst zur Rechten im Meer.


Noch ne Schleife


In Bagnoli geht es an der Piazza Bagnoli nach rechts. Läufer kommen uns entgegen. Eine weitere - lange - Schleife liegt vor uns, die Halben laufen nur noch ein Stück mit uns Richtung der Isola di Nisida. Dann wenden sie und laufen zurück. Für uns geht es weiter durch ein Industriegebiet mit Mauern links und rechts der Straße mit vielen Schlaglöchern. 15 Km sind geschafft.

Vor uns liegt der Monte Coroglio. Kurz vor dem markanten Hügel verlassen wir die Via Coroglio und biegen ab nach links in die Via Lombardi. Eine riesige Hallenruine steht links der Mauer. Es geht eine ganze Weile auf der einsamen Via Lombardi mit Blick auf den Monte Coroglio zur Rechten und einem im Verfall begriffenen ehemaligem Stahlwerk entlang. Ein merkwürdiger Streckenabschnitt. Ist schon etwas schräg hier zu laufen. So schräg, dass es bereits wieder etwas hat.

Mir kommen mehr und mehr Läufer entgegen. Auffallend ist ihre Freude, wenn ich sie ablichte. Hinter Km 17 werden die ersten Häuser nach dem Industriegebiet erreicht. Durch eine Häuserschlucht laufen wir bis zum Wendepunkt. Kurz vor dem Wendepunkt laufen wir unterhalb der Metro hindurch. Wir stoßen an die Straße, die wir nach Rückkehr nach Bagnoli in Richtung Neapel laufen werden.

 
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Nochmal Stahlwerk


Erst einmal heißt es die Km bis zur Piazza Bagnoli zurück zu laufen. Nun liegen der Monte Coroglio links und das Stahlwerk rechts. Im Tunnel unter der Metro liegt eine Zeitmessmatte.

Die Geschäfte in der Häuserschlucht haben geöffnet. Ein Fischgeschäft ist gut zu riechen, das Angebot ist verlockend. Die Szenerie entlang des Stahlwerks wirkt in der Sonne gleich um einiges freundlicher. Bei Km 20 ist wieder eine VS. Ich bin wieder Selbstversorger mit meinem Trinkrucksack und lasse Getränke und die angebotenen Kekse unbeachtet.

 
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Die Halbmarathonmarke wird überlaufen und wir biegen vor der Isola di Nisida ab Richtung Bagnoli. Obwohl die Gegend sehr verfallen aussieht und man hier keine Arbeitsplätze mehr vermutet, scheint etwas Betrieb zu sein. Ein Mann betreibt am Straßenrand einen kleinen Kocher und wärmt in Alufolie verpackte Essensportionen.
Längst fließt wieder der Verkehr auf der linken Seite der Via Coroglio. An der Piazza Bagnoli laufen wir nun in Richtung des Zentrums vom Neapel.

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