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Ab ins Wadi - Der Wadi Showka Trailrun

29.01.16

Das Emirat Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten ist der Laufszene eigentlich nur durch de Dubai Marathon bekannt, den ich selber auch bereits fünfmal  gelaufen bin. Anfänglich noch fast eine familiäre Veranstaltung, ist er dann immer mehr gewachsen, obwohl die Streckenführung für Hobbyläufer  nicht sehr prickelnd ist. Man läuft auf einer  Hauptverkehrsstraße 21 km hin wieder zurück.

Da muss es doch auch noch etwas anderes geben. Und siehe da, ich werde fündig. Der  Wadi Showka Trailrun ist zwar kein Marathon, dafür werden 5 km, 10 km, 20 km und 30 km angeboten. Ich hatte mich für die 30 km entschieden. Start ist um 5 Uhr morgens, wegen der normalerweise doch sehr hohen Temperaturen. Das Wadi Showka liegt etwa 100 km außerhalb von Dubai mitten in der Wüste und ist etwas schwer zu finden. Aber am Ende gelang es mir dann doch und ich war rechtzeitig zum Briefing da. Etwa 160 Läufer und Läuferinnen hatten sich bei 6 Grad am Start eingefunden und versammelten sich bevorzugt am Lagerfeuer.

 
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Es waren offenbar recht viele „Wiederholungstäter“ dabei und darunter auch etliche mit schlechten Erfahrungen bezüglich der Streckenmarkierungen.  Deshalb wies die Race Directorin auf die etwas kritischen Stellen hin und meinte,  die Strecke wäre diesmal noch besser mit und reflektierenden  Bändchen ausgezeichnet. Dann wurden die Vollzähligkeit der vorgeschriebenen  Ausrüstungsgegenstände überprüft, Dazu gehörten  1,5 Liter Flüssigkeit, Stirnlampe, faltbarer Trinkbecher, Erste Hilfe Päckchen und Handy mit Notfallnummer.

Dann war es soweit und es konnte losgehen. Ab ins Wadi.

Was ist das, ein Wadi? Wadi ist arabisch und bedeutet eigentlich so viel wie ausgetrockneter Flusslauf, der nur nach starken Regenfällen vorübergehend Wasser führt. Zu einem überraschenden und schlagartigen Wasseranstieg kann es übrigens nach einem auch viele Kilometer entfernten Gewitter kommen.

Also, wir werden wohl durch ein trockenes Bachbett laufen. Anfangs ging es noch auf einer Schotterstraße immer bergan. Wir waren halt am Ausgang des Wadis gestartet. Dann wechselten wir immer wieder auf schmale Ziegentrails mit Sand, Schotter und großen Steinen und Felsen.

 
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Man merkte schnell, dass unter der Oberfläche Wasser sein muss, denn es wuchsen überall vereinzelt Palmen, Bäume und sogar ein paar blühende Sträucher. Wir liefen ca. 2 Stunden mit den Stirnlampen, bis es endlich etwas hell wurde. Mittlerweile waren nur noch die 30 km Läufer auf der Strecke, die anderen hatten schon an den entsprechenden Wendemarken den Rückweg angetreten.

Die Natur erwachte bei einem herrlichen Sonnenaufgang. An den Tümpeln war häufig das Gezwitscher irgendwelcher  Vögel zu hören. Wir kamen auch an einigen kleinen Palmengärten vorbei, in ein paar Eingeborene ein einfaches Leben führen.
Die Natur wurde  immer schöner. In der Ferne entdeckte ich einen Esel. Das scheue Tier verzog sich aber, als ich näher kam. Ein Esel, wie gesagt. Weiter ging es dann auf dem Trail, von dem  tagsüber einen völlig anderen Eindruck bekam, als in der Nacht.  Reizvoll waren beide Varianten.

 
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Plötzlich tauchten vor mir Kamele auf. Waren die nachts auch schon da? Ich hatte nur  Kameldung gesehen. Aber jetzt sind sie da, die „Wüstenschiffe“. Die bis zu 700 kg schweren Tiere nehmen in kurzer Zeit sehr viel Wasser auf, das sie in ihrem Höcker speichern. Die Ur-Camelbags sozusagen. Kamele sind sehr genügsam und auch recht freundlich. Ich konnte locker zwischen ihnen durchlaufen und die Zeit reichte auch noch für ein kleines Fotoshooting. Ein kurzes Stück weiter waren dann auch noch 2 ganz junge Kamele zu sehen, noch nicht ganz 3 Monate alt. Ich hielt an, um mich an dem Anblick dieser einmaligen Tiere zu erfreuen. Man hat schließlich nicht oft die Gelegenheit diese in freier Natur zu erleben.

Doch dann musste ich weiter, denn die Sollzeit von 5 Stunden war so üppig nicht bemessen. Die letzten 5 km ging es dann wieder über Schotterstraßen und ich versuchte etwas Zeit gut zu machen. Allerdings wehte mittlerweile ein heftiger Wind, fast schon ein Sturm. Der Buff, der wir zusammen mit einem Funktionsshirt und einem Faltbecher erhalten hatten, tat gute Dienste.

 

 

Langsam näherte ich mich dem Ziel, das ich schließlich nach 4.33.30 Std. als 24ster erreichte.

Der Wadi Showka Trailrun ist ein tolles Naturerlebnis und eine gute Gelegenheit,  mal etwas anderes in Dubai zu sehen.

 


 

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