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Laufberichte

3-Herzen-Marathon in Radenci

21.05.11

06:30h  Frühstück mit Evi. Ein paar andere Läufer bedienen sich auch am Buffet. Der spätere Sieger, ein zarter, kleiner Schwarzafrikaner, ist auch da. Das Hotel liegt unmittelbar an Start und Ziel. So haben wir nach dem Frühstück noch jede Menge Zeit. Startnummer montieren. Die Balkontüre ist offen und die Sonne sticht rein, es ist noch nicht einmal 07.30h!

09:10h - „Schick“ machen und runter zum Start. Da ist schon Stimmung. Zu den etwa 259 Marathonläufern gesellen sich 1936 Halbmarathonis. Weitere LäuferInnen werden 10min nach uns starten, über 10km und 5,5km.

09:25h - Die Handbiker starten, ich stehe ziemlich hinten am Start und schwitze bereits! Es hat immerhin schon 24 Grad.

09:30h - Eine lokale Sportlerin wird begrüßt und bejubelt. Mangels slowenischer  Sprachkenntnisse halte ich mich zurück. Es geht los und gleich leicht bergauf. Nur gut, dass das schon fast die Hälfte aller Höhenmeter ist. Der linke Oberschenkel schmerzt außen. Wohl eine Folge der Bodybalancestunde zwei Tage zuvor. Da war ich wohl zu ehrgeizig!

Wieder einmal ist der Start-km zu eng. Über zwei Kreisverkehre geht es nach Norden und über die Mur. Wir sind ein paar 100m von der Südsteiermark entfernt. Die ersten Stürze. Nach 3km wollen einige bei einer Labestelle etwas trinken. Die hat aber erst in der zweiten Runde offen. Gut, dass ich wieder (etwas) Selbstversorger bin.

Ein Peugeot-Kombi nähert sich langsam von hinten. Im Kofferraum sitzt ein Kameramann und filmt. Ich laufe einige Zeit daneben her. Als die Straße breiter wird, verschwindet er. Nun kommt ein Motorradfahrer mit Kamera am Sozius. Immer wieder sind Rettungsautos postiert, die Sanis dürften gut beschäftigt sein. Jetzt schon!

Nach etwa 6km kommen wir in den ersten Gegenlaufbereich. Die, die uns jetzt entgegen kommen, sind eindeutig schneller unterwegs. Wir laufen eine Schleife in dem Ort Tropovci, bei km7 die erste Zwischenzeit.  Nach 8km freies Feld, flach, sonnig, zum Glück etwas Wind. Dass das heute zäh werden wird, ist mir schon längst klar. Ich nehme das Tempo zurück, gute Zeit wird das heute sowieso keine. Nun eine Sprühdusche vom Militär – sehr angenehm, davon dürfte es ruhig mehr geben.

Die ersten Rettungswagen kämpfen sich durchs Feld. Eine 1km Gerade nach Vanča Vas, links und rechts Getreidefelder. Eine Labe am Ortsbeginn. Ein paar Zuschauer feuern an. Außer „Brrravo“ und „Superrr“ verstehe ich aber nichts. Bei einer Schule stehen einmal drei Bäume in einer Reihe, Schatten! Ich gehe ein paar Schritte. Wieder raus aus dem Dorf, eine gewundene Straße, links und rechts Getreidefelder. An der Tankstelle in Gederovci, sehe ich, dass Diesel hier billiger ist, € 1,219/Liter.

Nach km15 der nächste Kreisverkehr, von rechts kommt die Straße aus Bad Radkersburg herein, wir sind ganz knapp an der Staatsgrenze. Die nächsten 6km kenne ich schon von der Anreise am Vortag. Der Storch in Murski Petrovci war gestern noch alleine, heute nicht mehr. Ein Rettungswagen des Bundesheeres kommt uns mit Folgetonhorn, Sirene und furchtbar schnell entgegen. Wir laufen links – er braust rechts an uns vorbei.

Lautes, vielstimmiges Froschgequake nun im Schilf neben der Straße. Ich drücke mir das erste Power-Gel rein. Wir biegen nun Richtung Radenci ein. Wieder über die Mur. Der Rettungswagen von vorhin kommt nun zurück. Um nichts langsamer! Kaum ist der weg, kommt uns ein ziviler Rettungswagen entgegen. Nun ein leichter Anstieg nach Radenci rein, den aber keiner wirklich braucht. Hier ist viel Publikum, das geht auch gut mit. Auch Evi ist da und knipst mich.

Die Halbmarathonis sind ja bald im „Cilj“. Die ersten kommen mir schon mit umgehängten Medaillen entgegen. Ich bin überrascht. Auf der Homepage hieß es, dass nur die ersten Drei je Kategorie eine bekämen - nachträglich zugeschickt. Sieht nun aber nicht so aus.

Im „Cilj“ wäre ich auch schon gerne. 100m vor der Ziellinie fordert mich eine Dame mit rotem Fähnchen unmissverständlich zu einem U-Turn auf. Als ich wieder (leicht bergauf) raus laufe, leiden die Zuschauer mit mir. Und als mich Evi bei km22 fragt, wie es mir gehe, sagte ich ihr, das werde noch schlimm heute.

Wurde es auch. Aus Radenci raus kommen mir noch Läufer entgegen, die sind aber schon ganz fertig. Beim Froschgequake kommt mir der Marathonsieger entgegen, auch schon 2h21min auf der Strecke! Er sollte letztlich 2h33 benötigen. Obwohl es mir gar nicht mehr gut geht und ich immer wieder gehen muss, überhole ich noch andere Teilnehmer! In Zeitlupe. Einer davon hat sein Shirt ausgezogen, der wird ja gebraten! Wenige Zuschauer nur, wen wundert’s? Im schattigen Garten sitzen ist sicher die bessere Beschäftigung für einen heißen Samstag, immerhin ist es jetzt gerade 12Uhr vorbei.

Wieder in Tropovci begegnet mir der 3h50 Pacemaker, d. h.,  er ist 3km vor mir. Bei km5 waren wir noch gleichauf. Und ich überhole tatsächlich noch Leute. Für 28km habe ich schon 2h55 gebraucht. Mein Ziel ist schon, nur mehr unter 5h zu bleiben. Wieder die Sprühdusche, ein ganz kurzes Vergnügen, darum gehe ich auch. Dann überhole ich einen und werde kurz darauf von zwei anderen selber überholt.

Bei km32 kommt von hinten ein Kleinbus: Wie es mir denn gehe? Werde ich vermutlich gefragt. Ich verweise nur auf die Hitze aber dass es schon ginge. Wasser? Ja, gerne! Ich bekomme eine gut gekühlte Halb-Liter-Flasche von einem Radenska-Wasser mit JAGODA-Geschmack, herrlich!

Als er an mir vorbeifährt sehe ich, dass auch hinten Leute drinnen sitzen. Sehen schon recht mitgenommen aus. Aber sie haben es hinter sich. Hätte ich auch gerne.

Dann fällt mir auf, dass ich das fast schon übliche zweite Power-Gel bei km34 verpasst habe. Brauche ich jetzt aber auch nicht mehr, denn die Labestellen sind gut bestückt. Mit jungen Leuten, die in der Hitze herumlungern müssen. Zwar haben sie Sonnenschirme, aber der Wind ist mittlerweile warm und austrocknend. Und auch diese Helferleins werden geföhnt, nicht nur wir Verrückte!

Der Storch klappert, die Frösche quaken und ein Saniteam behandelt einen jungen Burschen, er hat Krämpfe. Nun geht es endlich wieder über die Mur, da ist die Luft nicht ganz so heiß. Unter mir fahren zwei Zillen mit je acht Leuten durch. Die haben es gut! Aber ich auch bald! Bei km41 geht es leicht bergauf, ich wechsle die Straßenseite, weil es da etwas Schatten gibt. Oben im Ort komme ich an einem Gastgarten vorbei. Einer ruft mir zu, ich mache anfeuernde Armbewegungen und plötzlich johlen alle mit. Vielleicht 100 Gäste, ich muss lachen. Dann ist wieder kurz Ruhe.

Die paar die jetzt noch das Zielgelände verlassen, bleiben stehen und applaudieren mir. Der Zieleinlauf ist menschenleer, vor 21,1km war hier noch richtig was los. Im Ziel werde ich von einer sympathischen Dame (Petra Majdič) per Handschlag empfangen. Sie redet eifrig auf mich ein, was auch immer. Jedenfalls lächelt sie. Ich bekomme eine Medaille umgehängt und sehe nach ein paar Schritten Evi. Sie hat ein kühles Bier für mich und ist wohl auch erleichtert, mich auf den Beinen zu sehen. Die Zeit? Nebensächlich:  4Std 36min 33sec 

Das Ziel ist ja praktisch am Hotelparkplatz. Das hat auch was, wenn man gleich im eigenen Hotelzimmer duschen kann. Ja, und in der Therme war ich auch, gehört ja zum Hotel.

Letztlich sollten nur 177 Finisher auf den 42,2km sein, 1.656 beim Halbmarathon.

Das Rockkonzert (Vlado Kreslin) am Abend war gar nicht schlecht und gut laut!

Im Startgeld von 22,- EURO waren inklusive:

Eine fast ganz flache Strecke mit fast überhaupt keinem Schatten, Funktions-Laufshirt mit Lauf-Logo,
div. Mineralwässer von Radenska, eine Digital-Armbanduhr, Chip-Zeitnehmung, Chip als Souvenir zum Behalten, ein Rockkonzert am Abend, Erinnerungsmedaille in Gold (wohl eher Tapferkeitsmedaille oder doch Blödheitsmedaille?), 8 Labestellen pro 21km (Wasser, Zitronenlimo, Orangen- + Zitronenspalten, Bananen, Würfelzucker) , Betreuerwagen, der die wenigen Marathonläufer ab der 2. Runde nach dem Befinden befragte und mit zusätzlichen Getränken versorgte!

 

 


 

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