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Laufberichte

2500 Marathons - Weltrekord am Maschsee

 

Der Hamburger Arzt Christian Hottas läuft heute seinen 2500ten Marathon/Ultra. Das ist ein guter Grund, eigens für dieses Weltereignis einen Marathon auf die Beine zu stellen. Das macht das Team von eichels event, das nicht nur den Hannover Marathon, sondern weitere große  Sportveranstaltungen in Hannover wie z.B. den Steelman organisiert. Steffi Eichel, die Firmenchefin,  ruft spontan einen offiziellen Marathon für 99 Ehrengäste von Christian aus. Und damit fällt mein diesjähriges, marathonfreies Wochenende aus. 

Als Christian 1987 seinen ersten Marathon in 4:30 Std lief, dachte er nicht daran, Weltrekordler zu werden, er wollte nur sein Gewicht reduzieren. Das gelang ihm, denn 3 Jahren später lief er  2:59:20. Wer den 60jährigen dagegen heute sieht, denkt: „ Der sieht gar nicht aus, wie ein Marathonläufer!“ Ein Spruch, den auch ich kenne.  Das liegt daran, dass die Medien ausgemergelte Typen zeigen, die vom Leben und dem gesunden Laufen wenig Ahnung haben. Vielläufer quälen nicht ihren  Körper, sie geben ihm lieber Leckerlis. Christians 60 Jahre alter Körper erhält Süßigkeiten, hauptsächlich Gummibärchen mit Junkfood. Ernährungs-  oder Trainingspläne kennt er nicht. 

Hinten in der Ecke seiner Praxis,  zwischen leeren Discounter-Tüten, liegen über 2000 Medaillen. Leuchtende Augen hat er, wenn er von seinen Laufabenteuern erzählt: “Die Welt ist da draußen!” Recht hat er, verrückte Leute interessieren sich nicht für Wohnungseinrichtung und Kochrezepte, coole Leute erobern die Welt im Laufschritt! Dann zeigt er auf seine Lieblings-Medaillen: 300 km, 400, 500 und als Krönung 600 km, die er in 141 Stunden absolvierte.

 

 
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Christians ungewöhnlichster Lauf war auf der gleichnamigen Christiansinsel, einer Festungsinsel nordöstlich von Bornholm. Sein schönster Lauf ist der Thames Ring Race, über insgesamt 250 Meilen (400 km), davon  100 Meilen entlang der Themse, 100 Meilen entlang des Grand-Union-Kanals und 50 Meilen entlang des Oxford Kanals. Von 34 Läufern kamen 12 innerhalb der 100 Stunden an. Christan wurde Neunter.  Sein längster Lauf:  Sechs Tage auf Bornholm.  613,31 Kilometern bracht er  da hinter sich. Wie haben sich nach sechs Tagen die letzten  Meter angefühlt? “Ganz nett.”

Seine großen nächstjährigen Projekte sind der Union Canal Race ( 145 Meilen), den Trail, den er schon 6mal gefinisht hat, dann den Kennet & Avon Canal Race über 145 Meilen, dann den Liverpool to Leeds Canal Race über 120 Meilen, und schließlich in der schlesischen Stadt Schreiberhau (Szklaska Poreba) die Umrundung des Hirschberger Tals im Riesengebirge, ein Lauf, der wegen seiner Schwierigkeit ( nur 41% Finisher) keine Zeitnahme hat. 

Auch dieser Rekord gehört Christian Hottas: Er lief wohl annähernd 1300mal (die genaue Zahl kennt nur er) den von ihm selbst organisierten Teichwiesen-Marathon.

Die Zeitnahme heute bei seinem Jubiläum  machen die Mitarbeiter von eichels event:  Carsten, Michael, Rob sowie Steffis Eltern, während Chefin Steffi warmen Tee kocht. Azubi Sam hat die Strecke amtlich vermessen. Dann kann eigentlich nichts mehr schief gehen, bis auf….eine Läuferin weint auf FB, dass sie ihre Hose vergessen habe.  Wir helfen kurzfristig mit allem aus, was wir entbehren können.  Viel ist das nicht, denn es ist so kalt, dass auf den Liebesschlössern am Geländer Raureif klebt, die Boote eingefroren sind und es uns vor den 7 Runden rund um den Eissee graust. 

 

 
© marathon4you.de 32 Bilder

 

Auf dem Weg zum Start frage ich Christian, ob er aufgeregt sein, denn ich habe gelesen, dass Läufer  vor einem Marathon aufgeregt sind.  Aber nein, das sei er gar nicht, er kann auch vorher  immer gut schlafen.  Nur bei den wirklich großen Läufen, da trinkt er mal einen Kaffee und hält so mehr als 40 Stunden nonstop durch. Geschlafen wird höchstens mal 20 Minuten am Wegrand.  Hochkonzentriertes Vitamin D in Kombi mit reichlich Gummibärchen helfen, von orthopädischen Problemen verschont zu bleiben.

Es ist ein herrlicher Sonntag mit wunderbarem Blick über den vereisten See.  Niemand hat Eile, schon gar nicht Christian, der die 6 Stundenmarke anpeilt. Eine Dame jedoch schreibt auf FB: „Auch für mich leider ein DNF, aber nachdem ich den Anschluss an Christian verloren hatte, wurde es immer schwerer.“  Es ist tatsächlich schwer, durch die vielen Spaziergänger durchzukommen, gerade für diejenigen Läufer, die Paletten isotonischer Getränke am VP bunkern. Sie haben dann auch die Breite aller Wege voll ausgenutzt. Ich komme noch im Hellen an und kann mehrere Teller der köstlichen Kartoffelsuppe genießen. 

Gemäß Christians Motto („Jeder Lauf ist ein Geschenk“), haben wir ihn heute mit Geschenken regelrecht zugemüllt! Er hat es so gewollt. Schenken macht Freude! 

 


 

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