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Laufberichte

25. Maratona Città di Livorno

13.11.05

 „Partenza“, da war er, der Start

 

In Livorno entstand im 19. Jahrhundert die Idee vom Urlaub am Meer und folgerichtig die ersten Badeanstalten in Europa. Die toskanische Stadt besitzt durch das Meer und die Medici-Kanäle, die bis in die Altstadt dringen, einen einzigartigen Reiz. Alles, Geschichte, Tradition und Kultur ist hier mit dem Meer verbunden.

 

Aufmerksam auf diesen Marathon bin ich im Juni während des Pisamarathon geworden.Warum nicht noch mal mit HLX in die Toscana reisen?  So traf ich alle Vorbereitungen noch im Sommer. In der Ausschreibung wurden auch gleich Hotels angeboten. Meine Wahl fiel auf das Hotel Atleti, weil es in der gleichen Strasse war wie das Ziel und die Expo. Per Email habe ich zwei Nächte gebucht  und mich auch per Email beim Marathon angemeldet. Alles klappte wunderbar und so ging die Reise los am 11.11., nicht elf Uhr elf,  sondern 10:15 von Hannover nach Pisa.

 

Pünktliche Landung um 12:05 Uhr und am Airport und dann per Bahn nach Livorno. Das ist ja das Schöne hier: direkt vor dem Ausgang fangen schon die Bahngleise an und in regelmäßigen Abständen kommt jeder hier schnell weg. Nach Florenz  z. B. 1 Stunde und nach Pisa Centrale 5 min. Ich stieg in Pisa Centrale um in den Zug nach Livorno - Fahrzeit 14 min. Dort mit Bus 1 durch das Zentrum am Mittelmeer entlang zum Hotel.


So war ich um 14:00 Uhr bei herrlichem  Sonnenschein und 20 Grad dort angekommen. Ich nutzte den Nachmittag zu einem Bummel an der schönen Strandpromenade und genoss draußen in einem Cafe die wärmenden Sonnenstrahlen. Die Sonne fiel langsam blutrot ins Meer. Hunderte Menschen schauten sich dieses Spektakel an. Beeindruckend.

 

Auch abends in der Stadt waren es noch 18 Grad. Am Samstag nach dem Frühstück ging ich schon mal die 500 Meter zur Marathon Expo. Dort bekam ich meine Startnummer, dazu eine hochwertige Laufweste und ein T-Shirt. Die Expo war natürlich mit vielen in Deutschland nicht zu vergleichen. Eher klein, aber fein.


Tagsüber besichtigte ich noch mal die Innenstadt und die 9 km lange Promenade.

 

Inzwischen hatten auch italienische Läufer das Hotel bezogen und am Sonntagmorgen frühstückten wir zusammen. Sie waren sehr erstaunt über den Tetesco, einige konnten ein paar Brocken deutsch und so war sogar eine Unterhaltung möglich.

 

Inzwischen hatte ich rausbekommen, dass für die Läufer nach dem Lauf zwei Zimmer zum Duschen zur Verfügung standen. So konnte ich alle Sachen dort lassen und lauffertig zum Start gehen. Es sollte wieder ein warmer Tag werden, also Sommerklamotten im November. Ich lief locker zur Via Italia, wo um 9:00 der Start sein sollte.

 

Aber wo? Es war  nichts zu sehen. Alle Läufer standen auf der Strasse und Autos und Busse fuhren noch. „Hoffentlich sind die pünktlich,“ dachte ich noch, denn für den um eine Stunde vorverlegten Rückflug hatte ich nicht so lange Zeit. Fast jede Minute zählt für mich. 8:57 Uhr,  es tat sich immer noch nichts. 8:58 Uhr, ein Tor geht auf zur großen Kaserne der Marineakademie. Hier werden seit über einem Jahrhundert Offiziere der italienischen Marine ausgebildet. Alles strömte hinein. Eine Kapelle spielt auf und mein überraschter Blick ging gerade aus. „Partenza“, da war er, der Start.

 

9:01 Uhr, kaum drin, dann der Startschuss und wieder raus auf die Via Italia Richtung Innenstadt. Vor 5 min. fuhren hier noch PKW und Busse. Jetzt hatten die Läufer freie Bahn. Es ging entlang der Küstenstrasse in die Innenstadt. Zur Piazza Attias,  weiter zur Piazza Cavour und die nächste Piazza Grande kam mir dann bekannt vor. Hier ist Hauptbusumsteigeplatz und das Restaurant, in dem ich gestern meinen Nudeln gegessen hatte.

 

Weiter in das Viertel „Venezia Nuova“ in der Altstadt, das auch heute noch seine ursprüngliche Anlage hat. Besonders eindrucksvoll sind die Medici Kanäle, ein dichtes Geflecht aus befahrbaren Wasserstraßen , welche die Lagergebäude mit den Wohnhäusern der Händler verband. Wie in Venedig haben sie ihre Grundmauern und Eingänge auf Wasserhöhe mit Zugang zu den Räumen. Ein Hauch von Venedig also auf diesem Teil der Strecke,  bevor es am drittgrößten Containerhafen Italiens vorbei geht.

 

Bei km 10 wurde der äußerste Punkt erreicht und wir machten kehrt. Bei km 12 kamen wir an der 1590 erbauten Fortezza Vecchia, einer alten Festung im Hafen vorbei. Das Wetter wurde mal wieder mein Freund. Es wurde  immer wärmer und das Thermometer zeigte schon 23 Grad. Was für ein Tag. Die nächste Kilometer waren  einfach einzigartig, rechts das Meer, links pastellfarbene Villen und hier und dort Pinienwäldchen, und die charakteristische Cafes, die zum Verweilen einluden. Die strahlend weiße „Terrazza Mascagni“ bot einen wundervollen Ausblick auf die Inseln Gorgona und Capraia. Diese Via Italia ist eine Prachtstrasse vom Feinsten.


Durch den Garten der Kaserne wieder auf die Via Italia. Die Sonne spiegelte sich im Meer. Weiter gerade aus, auf der anderen Straßenseite, kamen mir Läufer entgegen. Es folgte eine Wendepunktstrecke von 5 km, dann ging es rechts ab in die Via die Pensieri, an meinem Hotel vorbei und dann durften die ca. 1.000 Halbmarathonläufer zum Ziel abbiegen.

 

Ich freute mich richtig auf die 2 Runde. Nun wurde es übersichtlicher, denn ca. 400 Marathonläufer waren jetzt noch dabei. Zur Hälfte hatte ich mit 1:57 Std. eine gute Zeit. Es ging vorbei am Stadion des in der Serie A spielenden AS Livorno und dann zurück auf die Via Italia zur 2 Runde.

 

Der Verkehr in der Innenstadt lief schon wieder, nur für die Marathonis wurde noch gestoppt. Diese 2 Runde bekam ich auch ganz ordentlich hin und erreichte das kleine Leichtathletikstadion neben dem großen Stadion in 4:07:58 Std. Im Ziel bekam ich einen Zettel mit meiner Platzierung (209) in die Hand gedrückt. Was ich damit sollte, stellte sich in der Expohalle raus. Dort bekam ich noch ein T-Shirt und dazu eine Goldmedaille mit eingravierter Platzierung „209“. Einmalig!

 

Passend zu diesem positiven Lauferlebnis: 13:10 Uhr, ab zum Hotel. Duschen, umziehen. Um 13:50 Uhr stand ich bereit, auch das Taxi kam pünktlich und brachte mich unfallfrei zum Pisa Airport. Pünktlich hob um 17:00 Uhr der Flieger ab nach Stuttgart. Kaum oben, ging es nach 50 Minuten in Stuttgart schon wieder runter. So schnell  waren die Alpen überflogen.

 

Die weitere Heimfahrt gestaltete sich dann nicht mehr ganz so einfach und reibungslos. S-Bahn, ICE und Regionalzüge haben doch noch ihre Tücken. Aber ich schaffte auch das und fiel kurz nach Mitternacht nach einem Bierchen todmüde ins Bett.

 


 

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