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Laufberichte

Wo ist Laura?

 

Obwohl Schwäbisch Gmünd bei uns „um die Ecke“ liegt, waren wir erst einmal beim Alb Marathon. Damals im Jahr 2012 hatte es am Lauftag geschneit und über den 3 Kaiserbergen lag ein dichter Nebelteppich. Von herbstlicher Romantik keine Spur - es war eher ein winterliches Vergnügen. Dieses Jahr soll es anders werden. Schneien wird es bei angesagten Temperaturen um die 20 °C definitiv nicht. Vielleicht etwas regnen, aber das stört nicht weiter.

Was wirklich stört, ist eine massive Erkältung, die Norbert zwei Tage vor dem Lauf erwischt. Sportliche Betätigung am Samstag ist also abgesagt. Laura, unsere Tochter, ist für den gleichzeitig stattfindenden 25 km Lauf gemeldet. Irgendwo reift dann plötzlich die Schnapsidee, sie könnte doch Norberts Startplatz beim 50er übernehmen. Wie soll das funktionieren, da sie erst vor nicht mal 3 Wochen in Kleinkarlbach beim 6h Lauf ihren ersten Marathon gelaufen ist? Na gut, sie kann ja bei km 25 in den Shuttle Bus steigen und ist dann in dieser Wertung gelistet. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

Das Stauferstädtchen mit dem jetzt auch bundesweit bekannten Hallenbad (Bud Spencer Bad) empfängt Laura und mich mit dichtem Verkehr. Wir parken bei der Läuferunterkunft in der Katharinenstraße und folgen den Schildern zum Start. Nach ca 850 m erreichen wir den Johannisplatz. Auf dem historischen Geviert mit den vielen Fachwerkbauten haben die Veranstalter eine Zeltstadt aufgebaut. Hier befindet findet sich die Gepäckabgabe und später die Zielverpflegung. Unübersehbar dominiert die imposante Johanniskirche.

Das Wettkampfzentrum befindet sich im Prediger, einem ehemaligen Dominikanerkloster. Wenn nicht gerade Alb Marathon ist, dient das wunderschöne alte Gebäude als Kulturzentrum und Museum für Kunst- und Kulturgeschichte. Es zählt zu den ältesten Museen in Baden-Württemberg. Heute ist in den weiten Hallen anderes geboten. Zwischen den Säulen und in den Gängen machen es sich die Läufer bequem. Im großen Treppenhaus ist die Ausgabe der Startunterlagen. Unter der prunkvollen Treppe bietet die Verkaufsniederlassung eines großen Sportartikelladens seine Waren an. Laura und ich steuern den Info Schalter an und nach Ausfüllen eines Nachmeldeformulars ist der Startplatzwechsel kein Problem. Den Namen auf der Startnummer übermalen wir einfach.

Viele Bekannte sind heute am Start. Lauras Abenteuer wird von allen wohlwollend zur Kenntnis genommen und sie erfährt viel Zuspruch. Keiner findet es übrigens komisch, ohne Marathonvorbereitung einen Ultra mit 1000 Höhenmetern laufen zu wollen. Zur Sicherheit gibt Laura ihre Wechselklamotten beim Bus für den Rechberg ab. Im Falle eines Ausstiegs bei km 25 hat sie dort ihre Sachen, was vom Veranstalter auch ausdrücklich so vorgesehen ist. Falls sie die  Wechselklamotten dort nicht abholt, werden sie wieder zurück an das Ziel gebracht.

Der abgesperrte Startbereich ist voll. Es sind wieder an die 700 Starter beim 25- bzw. 50-km-Lauf. Wir suchen im Getümmel den Eingang. Es sind noch 3 Minuten zum Start und es gibt im Gedränge weder vor noch zurück. Die Läufer um uns herum nehmen es mit Fassung. Es wird heruntergezählt und der Startschuss ertönt. Geduldig warten wir, bis der Eingang frei ist und fädeln uns, für meinen Geschmack etwas zu früh, in die Masse der Startenden ein.

 

 
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Los geht es! Wir laufen die Bocksgasse entlang. Links geht es über den Marktplatz mit seinem wunderbaren Renaissance Brunnen von 1686. Dann nochmal links in die Ledergasse, also richtungsmäßig wieder zurück. „Am Stadtgarten“ vorbei laufen wir aus der Stadt. Laura erkennt Pfeile in Gegenrichtung und folgert messerscharf, dass wir hier am Ende wieder zurückkommen.

Immer in Hörweite der B29 geht es auf einem gut ausgebauten Wanderweg in westlicher Richtung an der Rems entlang, bis diese sich nach Norden hin verabschiedet. Wir kommen gut voran. Mir fällt jetzt schon auf, dass Laura bergauf richtig schnell gehen kann. Auch Bergab kann sie mir mühelos folgen.

Kurz nach km 5 überqueren wir die K3229. Hier, wie auch an den folgenden Straßen, halten Helfer den Verkehr auf, um den Läufern freie Bahn zu gewährleisten. Bei km 7 erwarten uns die Helfer der ersten VP. Warmer gesüßter Tee ist alles, was ich brauche.

Der erste richtige Anstieg kommt in Sicht. Vom asphaltierten Weg biegen wir in einen Waldweg ein. Hier muss ich Laura ziehen lassen. Mit langen Schritten steigt sie mühelos voran (km 10). Der Wald öffnet sich und das majestätische Schloss Wäscherburg (kurz auch Wäscherschloss genannt) thront über einer grünen Weide. Edle Pferde grasen zu seinen Füßen. Das herbstlich gefärbte Laub der Obstbäume unterstützt noch das Postkartenmotiv.

Laut eigener Homepage ist das Wäscherschloss vermutlich das Vorwerk der einstigen Burg Büren. Die Herren von Büren, die hier im 11. Jahrhundert saßen, nannten sich später Staufer. So liegt die eigentliche Wurzel der Staufer-Dynastie hier im Wäscherschloss. Die Anlage hat die vielen Jahrhunderte seit dem Mittelalter so gut überstanden, dass sie heute das Paradebeispiel einer „Stauferburg“ abgibt.

 

 
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Wäscherhof ist ein Ortsteil von Wäschenbeuren. Neben der kleinen Kapelle, einem alten, ausgedienten Bahnhof, der als Kindergarten genutzt wird und dem Gasthof Wäscherschloss gibt es noch ungefähr 10 Häuser. Hier lässt sich ruhig wohnen. Hinter dem kleinen Ort beginnt der Radweg entlang der K1406. Man hat einen tollen Blick auf die 3 Kaiserberge zu unserer linken. Leider kommt die Sonne genau aus dieser Richtung, so dass ich kein brauchbares Foto machen kann. Nach einem weiteren Kilometer erreichen wir Wäschenbeuren und die 2. VP. Hier gibt es auch schon etwas zu essen: Bananen, Brot und Müsliriegel. Ich habe Laura wieder eingeholt. Gemeinsam laufen wir aus dem Ort hinaus.

Auf freiem Feld geht es jetzt bergab. Wir lassen es laufen. Kurz vor km 15 macht der Weg einen Linksknick und führt erneut bergauf. Bald ist der Wald erreicht. Oben öffnen sich die Bäume und vor uns liegt die Schwäbische Alb zum Greifen nah. Es geht etwas bergab, bevor wir das km 15 Schild passieren. Ein welliger Betonweg bringt uns zuerst zwischen Felder, dann am Waldrand entlang. Unser nächstes Ziel, Hohenstaufen, erster der 3 Kaiserberge, kommt in Sicht. Er sieht aus wie ein umgekehrter Kelch – ein „Stauf“, daher der Name. Auf dem Gipfel befindet sich die Ruine der ehemaligen Burg Hohenstaufen.

Auf halber Höhe steht die 3. VP und eine Zeitmessung. Hier bei km 16,5 befindet sich der erste Cut off, man muss nach 2h15 vorbei sein. Wir haben noch gut 5 Minuten, das passt. Die Jungs sind gut gelaunt, wir Läufer sowieso. Laura ist schon wieder weg. Auf einem kurzen steilen Stück oberhalb einer Wiese werde ich von Wanderern überholt. Das ist nicht lustig. Trotzdem ist die Gruppe stark beeindruckt von unserem Plan, 50 km zu laufen. Sie wünschen mir viel Glück.

Jetzt kommt das Begegnungsstück hinauf zum Gipfel. Begegnungsstrecken sind immer interessant, weil man sieht, wer vor einem läuft. Das hier ist aber noch besser. Die Techniken, mit denen die Entgegenkommenden den teilweise steilen Abstieg meistern, lässt uns die Mühen des Aufstiegs vergessen: die einen in halsbrecherischem Tempo, die Arme weit von sich gestreckt, die anderen in vorsichtigem Abwägen jeden Schrittes.

 

 
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Oben erkenne ich zunächst die mächtigen Mauern, die heute das Restaurant umgeben. Laura wartet schon ungeduldig. Sie will unbedingt ein Gipfelbild. Dann stürzt sie sich bereits wieder in den Weg nach unten. Ich durchquere die kläglichen Mauerreste der 1736 eingeebneten Burg. Damals wurde für Herzog Karl Alexander ein Festungsbau geplant und die einst so gewaltige Anlage, immerhin Stammburg des Adelsgeschlechts der Staufer, platt gemacht. Der Neubau wurde allerdings nie ausgeführt. Zum Gedenken an das Staufergeschlecht und aus Anlass des Jubiläums "25 Jahre Straße der Staufer" wurde im Jahre 2002 hier oben eine Stauferstele errichtet.

Oben geht es links und dann rechts um einen Baum herum. Achtung, Startnummer gut sichtbar machen! Hier ist Videokontrolle. Sonst würden sich vielleicht ein paar müde Läufer den Aufstieg auf den 684 m hohen Gipfel ersparen. Die Fernsicht ist hervorragend, obwohl es ein wenig diesig ist. Auf einer Tafel wird das Panorama erklärt, aber ich habe keine Zeit dafür.  Für mich geht es jetzt auch bergab. Das Gefälle ist gerade so, dass man noch laufen kann. Die letzten Läufer kommen mir entgegen. Unten wartet der Besenradler. Klar, er spart sich den Aufstieg.

Wir umrunden den Berg zur Hälfte und passieren die Pfarrkirche St. Jakob (auch Barbarossakirche genannt) aus dem 15. Jahrhundert, die oberhalb des kleinen Örtchens Hohenstaufen steht. Daneben gibt es eine Ausstellung über die Hohenstaufen als Denkmal deutscher Geschichte.

Ein Streckenposten weist mich nach rechts steil bergab, „Vorsicht Wurzeln“. Es geht an ein paar Häusern vorbei und, von Polizei überwacht, über die L1075. Auf freiem Feld führt die Strecke auf dem Radweg an der Landesstraße entlang. Wieder genieße ich die phantastische Aussicht. Laura ist vielleicht 100 m vor mir, aber ich komme nicht näher heran. Meine Beine wollen nicht schneller und gerade brennt auch die Sonne.

Die Straße macht nun einen Bogen nach links. Unser Radweg geht aber weiter geradeaus den Berg hinauf. Ich bin froh, als ein Schild die VP 4 ankündigt. Ich muss einmal verschnaufen, aber nicht zu lange. Der Cut off auf dem Rechberg kommt näher.

 

 
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Es geht ca. 3 km wellig geradeaus zunächst im Wald, dann auf freiem Feld. Wenigstens kommt der Rechberg nun schnell näher.  „Bitte lächeln und laufen“, sagt der Fotograf. Im Ort geht es bergauf. Oben kann ich Laura erkennen. Als ich ebenfalls die Anhöhe erreiche, wird es kurz flach bis zum Heim der Bruder Klaus Kapelle und dem katholischen Gemeindezentrum.

Wir folgen dem Kreuzweg zur Wallfahrtskirche St. Maria auf den Hohenrechberg.  Es ist unerwartet steil hier, so bleibt mir nur die Möglichkeit, mich von Kreuzwegstation zu Kreuzwegstation hoch zu arbeiten. Die farbigen Bilder, die die Leidensgeschichte Christi erzählen, sind liebevoll hinter Glas geschützt. Finisher des 25 km-Laufs und ihre Begleiter kommen mir entgegen. Allgemeines Anfeuern motiviert mich zu schnellerem Schritt, Laura vor mir kann ich allerdings nicht mehr sehen. Sie wird den Cut off auf alle Fälle erreichen und ich glaube nicht, dass sie dort oben aussteigen wird.

Irgendwann habe auch ich die Anhöhe erreicht. Der Moderator empfängt mich hinter der Zeitmessung und will wissen, ob ich weiter mache. Was für eine Frage? Solange ich in der Zeit bin, wird auch gelaufen. Die Kulisse gegenüber der Kirche ist höchst romantisch, der Zieleinlauf für die 25 km Läufer aber schon verwaist. Schön, dass die Helfer an der VP auf mich warten. Es gibt Bier, wir stoßen gemeinsam an.

Zwischen Kirche und Friedhof führt ein schmaler Pfad, dem wir nach unten folgen. Mit einem Handlauf gesichert, können auch weniger trittsichere Besucher den Pfad begehen. Den brauche ich aber nicht. Obwohl der Weg steil ist bin ich zügig unterwegs. 25 km-Finishern springen schnell zur Seite. Trotzdem bin ich froh endlich unten zu sein. Erneut sichert die Polizei im Ort den Übergang über die Straße. Dort warten bereits die „fertigen“ Läufer auf den Shuttle nach Schwäbisch Gmünd. Sie bilden ein Spalier und überschütten mich mit Applaus. Kein Wunder, dass ich plötzlich schneller werde.

Es geht wieder auf freies Feld. Mich wundert, dass ich Laura nicht entdecken kann. Man hat gute Sicht auf den weiteren Weg. Ist sie vielleicht doch ausgestiegen, ohne dass ich es bemerkt habe? Ich bin gespannt. Der letzte der Kaiserberge, der Stuifen, kündigt sich an. Es geht schon wieder bergauf. Zuerst auf einer bequemen Straße, die Straße wird zum Weg und der Weg zum Singletrail. Vorher ist noch ein kurzes Begegnungsstück, die schnellen Läufer kommen mal wieder von oben angerannt.

Ein Schild weist auf den Hoh Chi Minh Pfad von km 28  bis 30 hin. Der Pfad ist zwar schmal, aber gut zu laufen. Es geht an der Flanke des Rechberg entlang (km 28). Unter uns kann man bereits den weiteren Weg erkennen. Dann wird es steil. Fast wie im Hochgebirge geht es bergauf. Kurze Zeit später bin ich oben auf dem höchsten Punkt des Laufs mit 724 m.

Der Sani scherzt: „Wieder eine Frau mit lachendem Gesicht. Die Männer ziehen immer eine Schnute.“ Ein laubbedeckter Weg führt nun oben entlang. Teilweise ist es matschig, man kann die Pfützen aber gut erkennen. Eine junge Helferin notiert meine Startnummer.  Am Gipfelkreuz vorbei geht es, überwältigt vom großartigen Panorama, wieder zurück und dann runter.

 

 
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Im Gegensatz zu den beiden anderen Kaiserbergen ist der Stuifen nicht bebaut und nur zu Fuß erreichbar. Bis zum Jahr 1850 gab es dort auch keinen Wald, der Berg war von Wacholderheide bedeckt. Die Aufforstung aus Gründen des Hochwasserschutzes wurde 1918 abgeschlossen. Der Weg ist geschottert und nahezu laubfrei. Ich sprinte bergab. Unten kommt mir nun keiner mehr entgegen. Die Streckenposten weisen mich links. Nach ein paar hundert Metern zeigen Schilder von der Straße weg auf einen Feldweg. Hier zieht es sich allerdings bis ich die VP bei km 32 erreiche. Zum normalen Angebot gibt es auch Bouillon, Haferschleim und Salzbrezeln.

Es folgt ein längeres Begegnungsstück über freies Feld, tendenziell bergauf. Seit einiger Zeit laufe ich mit Conni um die „Wette“. Schön, dass wir jetzt Zeit zum Unterhalten haben, sonst wäre es gerade wirklich zäh. Marion ruft von weitem, dass sie Laura wohl 500 m vor mir gesehen hätte. Ich freue mich. Das Begegnungsstück endet, etwa hundert Meter weiter an der Straßensperrung werden wir rechts den Berg hinauf geleitet.

Fotogen erhebt sich die Reiterleskapelle am Berg. Der Sage nach befand sich im Februar 1621 Bauer Reuterle zu später Stunde auf dem Heimweg vom Leichenschmaus zu Ehren des verstorbenen Hauptmanns Roth. Plötzlich ritt der Verstorbene auf einem kopflosen Pferd, begleitet von einer Meute kopfloser Hunde an ihm vorbei und verfluchte ihn. Reuterle fiel in Ohnmacht. Als er im Morgengrauen wieder erwachte, betete er, und gelobte für die Seelenruhe von Roth diese Kapelle zu bauen.

 

 
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Conni ich und ich sind mitten in einem spannenden Thema, als uns von hinten Radfahrer zurufen: „Wir sind der Wendepunkt!“ Häh - ich verstehe nur Bahnhof. Vor uns ist eine Zeitmessung. Die Radlerinnen erklären uns, dass wir über die Messmatte laufen, hinten umdrehen und wieder zurück müssen. Wir machen das so. Nach ein paar Metern kommen schon Bettina und Bernd mit dem Besenradler entgegen. Oh, das gefällt mir aber gar nicht (km 35).

Es geht bergab. Gott sei Dank kann ich es laufen lassen. Das Begegnungsstück ist verwaist. Auch vor mir sind nur in der Ferne zwei bunte Trikots zu erkennen. An der VP genehmige ich mir nochmal Bouillon. Bis km 37,5 führt ein geschotterter Waldweg tendenziell bergauf. Ein Streckenposten weist nach rechts über eine Wiese steil bergab. Obwohl ich Gas gebe, kommt Bettina mit ihren Krücken an mir vorbei gerannt. Ich will mich dranhängen, aber das ist mir doch zu schnell. Weiter auf Waldwegen geht es nun lange bergab.

Bei km 39 laufen wir auf den Hof der Familie Kottmann, den Braunhof. Seit 1839 werden auf dem Hof feinste Obstwässerchen und Liköre gebrannt. Für uns gibt es Tee, Iso und Bouillon sowie Haferschleim, bevor es weiter bergab geht. Ich traue meinen Augen nicht: auf der Weide grasen Lamas. Sind die putzig. Weiter unten gibt es noch welche bei einem Stall. Auf freier Flur passt ein Streckenposten auf, dass kein Läufer den Abzweig nach links in den Wald hinein verpasst. Wir passieren das km 40 Schild. Ich bin gespannt, wann ich Laura einhole. Das Tempo kann sie bestimmt nicht durchhalten.

Schon wieder ein Streckenposten und erneut geht es den Berg hinunter. Unten führt eine kleine Brücke über einen Bach und auf die Straße hinaus. Nach circa einem Kilometer erkenne ich über mir einen großen Bauernhof. Da müssen wir hinauf. In Serpentinen schlängelt sich die Straße hoch, am Hof vorbei geht es immer noch weiter. Dann über ein Kuppe und auf der anderen Seite wieder bergab. Unten liegt ein größerer Ort. Das kann aber noch nicht Schwäbisch Gmünd sein. Es ist Strassdorf, ein Vorort.

Nach dem langem Bergab liegt der Ort nun für uns wieder bergauf. Wir laufen auf dem Gehweg an der Straße entlang. Oben sichert ein Streckenposten den Übergang im Kreisverkehr. Nochmal um die Kurve da liegt schon die nächste VP. Es gibt Cola.

Noch gute 7 km sind zu laufen. Das letzte Stück wird zu einer mentalen Herausforderung. Der Radweg zieht sich gleichförmig Kilometer um Kilometer in Halbhöhenlage durch herbstliche Streuobstwiesen. Hier kann ich nochmal ein paar Läufer überholen, das ist schön. Laura allerdings ist nicht zu sehen. Irgendwann erscheinen rechts im Tal die ersten Häuser von Schwäbisch Gmünd. Unendlich lange laufen wir so immer in Sichtweite des nahen Ziels. Gut, dass es leicht bergab geht.

Irgendwann geht es über eine Brücke in den Ort und dann runter; die letzte VP bietet nochmal Cola. Eigentlich müsste ich nichts mehr trinken, aber kurz stehenbleiben ist doch zu verlockend.

 

 
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Nur noch 2 km. Das Ziel kommt mit jeder Kurve näher. Ich erkenne die Strecke von heute Morgen. Der Streckenposten am Stadtpark verspricht die letzte Steigung. Die letzte Kurve in die Bocksgasse, das Ziel ist in Sicht. Laura steht mit Kati gut gelaunt im Ziel. Ich bin mächtig stolz auf sie. Wir warten noch auf die letzten Läufer. Im Prediger sind die Siegerehrungen in vollem Gange. Es waren ja auch die Deutschen Meisterschaften des DUV.

 

 

Fazit:

Die Strecke um Schwäbisch Gmünd hat es in sich. Die Höhenmeter hoch und runter sind teilweise steil verpackt. Trotzdem ist der Mix aus Asphalt und Naturwegen gut zu laufen, kleine Traileinlagen machen das Ganze zusätzlich attraktiv. Die Cutt off Zeiten sind großzügig und grundsätzlich machbar. Ich fand die Verpflegung unterwegs sehr gut, im Ziel hatte man sich wohl verkalkuliert. Die Anmeldezahlen belegen, dass das Konzept Alb Marathon ein voller Erfolg ist. Für viele Ultras ist er ein absolutes Muss, aber auch die Liebhaber kürzerer Strecken kommen voll auf ihre Kosten. Für Laura und mich wird dieser Lauf sicher unvergesslich bleiben.

 

Informationen: Sparkassen Alb Marathon
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