marathon4you.de

 
  • MeldungenMeldungen
  • LaufberichteLaufberichte
  • TermineTermine
  • MagazinMagazin
 

Laufberichte

Erschöpft – erfrischt – im Ziel

 

Sparkasse Marathon Drei Länder am Bodensee, so wird jetzt der Lauf zwischen Lindau und Bregenz beworben. Und da kann man tatsächlich die drei Länder Deutschland, Österreich und Schweiz belaufen. Ein Alleinstellungsmerkmal. Start ist in Lindau am Hafen. Man läuft nach Bregenz, wo es über die Seebühne geht und dann durch viele kleine Gemeinden am Bodensee, bis man in der Schweiz St. Margrethen und erreicht. Das Ziel ist im Casinostadion in Bregenz. Das hört sich doch gut an.

Bei mir wird es einmal im Jahr schnell. Nicht dass mir anhören muss: „Du machst es immer gemütlich und wir müssen uns die Zunge aus dem Leib rennen“. Heute bin ich fällig, auch ich darf mich quälen, denn an den Bodensee wurde die Bayerische Meisterschaft vergeben.

Wo der Bodensee zu finden ist, weiß mittlerweile ein jeder und Lindau ist am östlichen Ufer gelegen. Einquartiert habe ich mich wieder in der Jugendherberge in Lindau. Vorteilhaft ist die Lage, denn Bahnhof, Start (am Hafen) und Messe (Inselhalle, auf der Insel) sind innerhalb zehn Minuten Fußmarsch schnell zu erreichen. Nur sollte man nicht zu lange warten, denn die Unterkunft wird am Wochenende durch die Läufer in Beschlag genommen.

Was kann denn der Sportler denn da alles unternehmen? Nun, neben dem Marathonlauf, bei dem nicht nur die Bayern, sondern auch die Vorarlberger ihre schnellsten Renner ermitteln, ist ein Lauf über Halb- und Viertelmarathon möglich. Ein Staffelbewerb über die klassische Distanz und ein Walking beschließen die Aktionen am Sonntag. Tags zuvor gehen in Bregenz rund 3000 Kinder auf ihre Strecke. Damit wird eine Gesamtzahl von 10000 Sportlern erreicht.

 
© marathon4you.de 6 Bilder

Nach dem Einchecken in der Jugendherberge steuere die Inselhalle an. Dort befinden sich die Startnummernausgabe sowie eine kleine Marathonmesse, wo sich der eine oder andere für den Lauftag eindeckt, sei es mit Wettkampfnahrung oder einem neuen Outfit.

Direkt vor der Nummernausgabe ist Bruno Lafranchi, OK-Boss von Zürich, mit einem Stand vertreten. Clever, denn da muss jeder vorbei. Di Flyer finden denn auch reißend Absatz.

Ein wenig umständlich ist die Ausgabe für diejenigen, die nachmelden, ummelden müssen oder sonst noch Infos brauchen. Ich kenne meine Startnummer nicht, muss mich beim Trouble-Desk anstellen und erhalte diese nach 15 Minuten Wartezeit. Doch dann nicht genug, mein bestelltes Shirt ist auf der Startnummer nicht aufgedruckt. So darf ich mich nochmal in die Schleife einreihen. Die Schlange ist länger geworden, das Warten auch. Das nächste Mal nehme ich meine Bestätigung mit, dann verläuft die Ausgabe geschmeidiger.

Suboptimal ist auch die Vergabe der Meisterschaftstermine. Eine Woche später findet in München die „Deutschen“ statt. Sicherlich ein Manko für die Bayerischen, es wird sich in der Teilnehmerzahl auswirken. Doch vielleicht eine Chance für mich, unter die ersten acht zu kommen und dann geehrt zu werden.

Ich empfehle einen längeren Weg auf der Insel zu wählen, um zur Pastaparty zu gelangen. Viele Sehenswürdigkeiten warten auf den Touristen und Läufer: Altes Rathaus, die bekannte Hafeneinfahrt, Diebsturm, viele kleine Gäßchen, Fußgängerzone, Brodlaube, Haus zur Glogge, Pulverturm, die Hafenpromenade mit dem Mangturm. Dort werden sich am Lauftag über 6000 Athleten zum Start versammeln. Am Vortag des großen Laufes referieren Sportexperten im alten Rathaus im Rahmen des Gesundheits-Symposiums. Wer seinen Nachwuchs beschäftigen will, muss sich nach Bregenz begeben, denn gleichzeitig finden da Kinderläufe statt. Rund 3000 Buam und Madln gehen da auf die verschieden langen Strecken. Da braucht man sich um den Nachwuchs keine Sorgen machen.

Die Pastaparty auf der MS Vorarlberg bietet nicht nur mir die Gelegenheit, die Kohlehydratspeicher aufzufüllen. Nudeln und mehrere Saucen stehen zur Auswahl bereit. Wer hungrig ist, kann sich bei den Köchen Nachschlag holen. Interessant ist, wie die Kapitäne mit ihren Schiffen hier im Hafen manövrieren müssen, um die Lücke zwischen Leuchtturm  und  Bayerischem Löwen (von 1856) zu erwischen. Wer noch geistlichen Beistand braucht, der kann sich den am Samstagabend in der St. Stephan-Kirche am Marktplatz holen. 42,195 Minuten soll der ökumenische Gottesdienst dauern.

 
© marathon4you.de 14 Bilder

Am Wettkampftag bin ich zeitig im Hafengelände, wo die „Monroes“ den Läufern und Zuschauern bereits Dampf machen. Während sich am Samstag erst am späten Nachmittag der Nebel verzogen hat, strahlt heute der Planet vom Himmel als sei der Sommer noch da. Schon eine Stunde vor dem Start beträgt die gefühlte Temperatur in der Sonne deutlich über 20 Grad. Wer in Bregenz übernachtet hat, kann neben den Zug (Hauptbahnhof Lindau direkt neben dem Hafen) auch die Schiffsverbindung von Bregenz gratis nutzen.

Die Kleider-Lkws stehen auf dem Reichsplatz, rund 100 Meter hinter dem letzten der sechs Startblöcke. Umkleiden ist auf einem eigens dafür vorgesehenen Schiff möglich, Getränke werden noch ausgeschenkt und am Info-Point werden noch die letzten Fragen gelöst.

Die Meisterschaftsteilnehmer dürfen in den ersten Startblock. Aber auch hier gilt, dass man sich das Rennen gut einteilen sollte, um nicht einer „Overpace“ zu erliegen. Wer sich einem Pacemaker anschließen will, auch da ist gesorgt. Zielzeiten von 3.15 bis 4.15 Stunden werden möglich gemacht. Selbst für die Halbmarathonis stehen noch drei Pacer parat.

Mit Bildern während des Rennens kann ich heute nicht dienen, denn Tempo machen und fotografieren geht nicht. Ich will die erste Hälfte in rund 95 Minuten angehen, meine Zielzeit soll in Richtung 3.15 gehen. Und dann werde ich sehen, was geht.

 

„Kann ich's noch?“

 

Nach viel Musik und den Grußworten von Oberbürgermeister Dr. Gerhard Ecker wird von zehn herunter gezählt und mit einem Schuss werden wir pünktlich um 11.20 Uhr auf die Strecke gelassen. Bahnhofsplatz und Zeppelinstraße sind die ersten Anlaufziele auf der Insel. Der Diebs- oder Malefizturm (1370 erbaut) zieht unsere Blicke an. Die finsteren Gesellen wurden hier früher eingesperrt. Nach nur wenigen Metern haben wir Platz zum Laufen. Das ist der Vorteil, wenn wir vorne starten. Aber auch hier sind einige unterwegs, die besser in den hinteren Startblöcken aufgehoben wären.

Nach fünf, sechs Minuten Rennerei verlassen wir die historische Altstadt auf der Seebrücke. Am folgenden Kreisverkehr lese ich „Isle of Running“. Rund 6000 Sportler von 63 Ländern sind vor, neben oder hinter mir. Das Zuschauerinteresse lässt im Bereich des Güterbahnhofs natürlich nach, doch einige Grüppchen haben sich auch hier und am folgenden Seebad positioniert. Stefan Heckl, ein Vereinskollege, kommt von hinten heran. „Du Verrückter, gehst du auf die drei Stunden los?“, fragt er. Kilometer zwei, 8.30 Minuten, das ist eindeutig zu schnell. Also langsamer. Mit einem lauten „lauf zu“ entlasse ich Stefan nach vorne.

Kurz nach Kilometer fünf überschreiten wir die Landesgrenze zu Österreich, die direkt in der Flussmitte der Leiblach verläuft. An der V-Stelle zuvor werden Wasser, Tee und Iso gereicht. Es wird eifrig zugegriffen. Da uns die Sonne gut einheizt, wird fast jeder Schatten genutzt. Dann sehe ich Franz Stümpfle vor mir. Auch er kennt nur ein Gas, Vollgas! Auf meine Ermahnung kommt vom Franz: „I woas scho!“

Unser Kurs verläuft zwischen der Eisenbahnlinie und dem Bodenseeufer an der sogenannten Pipeline. Auf der Bundesstraße ist heute wenig Verkehr, eigentlich geht es hier gerne Stopp and Go. Lochau mit etwa 5500 Einwohnern ist die erste österreichische Gemeinde. Der Radweg ist breit, für Überholmanöver ist genug Platz. Immer wieder sehe ich Zuschauernester, die uns begeistert anfeuern.

Mit dem neunten Kilometer kommen wir nach Bregenz, die drittgrößte Stadt Vorarlbergs (28000 Einwohner). Etwa 500 vor Christus siedelte hier der Keltenstamm der Brigantier an. Diese befestigten den Ort zu einem der stärksten in der Region. Die Festspiele locken jedes Jahr viele Touristen in das Festspielhaus. Über 200000 Besucher interessieren sich für die rund 80 Veranstaltungen. Auf der Seebühne wurde heuer Mozarts Zauberflöte aufgeführt. Im Zweijahresprogramm ab 2015 wird Giacomo Puccinis „Turandot“ gespielt.

12
 
 

Informationen: Sparkasse 3-Länder-Marathon
Veranstalter-WebsiteE-MailErgebnislisteHotelangeboteOnlinewetterGoogle/Routenplaner
 

Anzeige

Das M4Y-Buch

Das M4Y-Buch bestellen

Aktuelle Print-Ausgabe

Das marathon4you.de Printmagazin
 
  • MeldungenMeldungen
  • TermineTermine
  • LaufberichteLaufberichte
  • MagazinMagazin