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Laufberichte

Dreisamkeit am Binnenmeer

03.10.10

Ewig lange ist es her, seit ich meinen letzten Marathon lief. Also, mindestens eine halbe Ewigkeit. Genau genommen: vor exakt drei Wochen lief ich im nordwestlichen Dreiländereck. Höchste Zeit, um mir wieder die Schuhe zu schnüren.

Die Fahrt an diesem Sonntagmorgen bringt mich ins nordöstliche Dreiländereck an den Bodensee. Auf dem Weg nach Bregenz, dem Zielort des Anlasses, hole ich „die laufende Nase“ ab. Daniel hat seinerseits gestern für mich die Startunterlagen in Lindau abgeholt, da biete ich ihm gerne einen Taxidienst an. Er wird heute die 42195 Meter wieder mit roter Nase und Jonglierbällen zurücklegen, eine weitere ernsthafte Trainingseinheit für seinen Plan, im kommenden Frühjahr den Bodensee laufend und jonglierend zu umrunden. Verrückt? Nein, kreativ. Es ist doch weitaus sympathischer, auf diese Weise Aufmerksamkeit zu erregen und damit Spenden für  verschiedene soziale und humanitäre Projekte zu sammeln, als potentielle Spender mit papierenen Aufrufen zuzumüllen.

Unweit des Stadions parken wir und machen uns auf zum Schiff, welches uns nach Lindau bringen wird. Die Startnummer berechtigt zu diesem kostenlosen Transfer sowie zur freien Fahrt auf dem Netz des Verkehrsverbunds Vorarlberg.
Die Überfahrt nach Lindau auf dem Deck der Austria weckt Ferienstimmung. An den Herbst erinnern eigentlich nur die sich verfärbenden Blätter der Bäume am Ufer. Die Föhnlage  und der strahlende Sonnenschein sorgen schon am Morgen für angenehme Temperaturen.

 

Überfahrt und Startvorbereitung

 

 
© marathon4you.de 43 Bilder

Die Einfahrt in den Hafen ist eine Augenweide. Die Mitte des vorletzen Jahrhunderts vollendete Hafenanlage gilt noch heute als die schönste am Bodensee. Das 6 m hohe Denkmal mit dem über den See schauenden Löwen ist ein Werk des Bildhauers Johann von Halbing. Zusammen mit dem 33m  hohen Leuchtturm flankiert das Wappentier die Hafeneinfahrt der südwestlichsten Stadt Bayerns.

An der Promenade haben die Straßencafés um diese Jahreszeit wohl selten so viele frühe Gäste an ihren Tischen wie heute. In den zwei Stunden bis zum Start werden südländische Vorräte für die bevorstehende Nebelsaison gesammelt.
Immer wieder wird Daniel gegrüßt. Man kennt ihn, er hat ein Heimspiel. Seine Laufgruppe treffen wir ebenfalls bei einer Tasse Kaffee. Die einen sind vor ihrem ersten Halbmarathon etwas aufgeregt, die anderen sind gemütlich am Jassen.

Wer sich noch umziehen muss, kann ein im Hafen vertäutes Schiff als Garderobe nutzen. Wir machen uns auf zur Abgabe der Kleiderbeutel und bekommen dabei das Alte Rathaus mit seiner kunstvoll bemalten Fassade zu sehen, zumindest den nicht eingerüsteten Teil.

Auf der Plattform beim Start hat Daniel noch einen Fototermin, bevor die Bühne für die Starterprominenz freigegeben wird. Wir wuseln durch das Gedränge und versuchen, uns über oder zwischen die Absperrgitter hindurch in den Startblock zu drängen. Im Wissen, dass dieses Gedränge nicht so lange auszuhalten ist wie in der U-Bahn von Tokio, überstehe ich die paar Minuten völlig eingepfercht zwischen den ungeduldig scharrenden Viertel-, Halb-, Staffel- und „echten“ Marathonis.

Der Startschuss um 11.11 Uhr ist die Erlösung für alle, die sehnsüchtig  auf den großen Moment warten, für mich, weil ich endlich ausatmen kann und den Bauch nicht länger einziehen muss. Die Ehrenstarter, die Oberbürgermeisterin von Lindau und der Bürgermeister der Stadt Marathon, welcher das über dem Starttor flackernde Friedenslicht mitgebracht hat, sind beide nicht mehr zu sehen, als ich die Zeitmessmatte überquere.

 

Lindau - Bregenz

 

 
© marathon4you.de 49 Bilder

Über den Bahnhofplatz geht es zur nördlichen Straße entlang der alten Stadtmauer. Dem Feld steht genügend Platz zur Entfaltung offen, doch es ist schon auf dem ersten Kilometer leicht ersichtlich, dass die Idee der Einteilung in die zu klein bemessenen Starblöcke  wenig mehr als gute Absicht war.

Der Tempounterschied zu vielen sich vor mir befindlichen Teilnehmern ist eklatant. Zu Ungunsten der ehrlich eingereihten Athleten. Daniel scheint sich davon nicht ablenken zu lassen und jongliert konzentriert, während er einen nach dem anderen überholt.

Beim Stadtgarten am Ostende der Insel, bevor wir über die Seebrücke laufen, spielt beim Kreisverkehr eine Band und auf dem Festland werden wir von einem Bläser-Ensemble empfangen. Auch an sonstiger Unterstützung durch Zuschauer mangelt es nicht.

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Informationen: Sparkasse 3-Länder-Marathon
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