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Laufberichte

Vergangenheit und Zukunft

 

Die Griechin Stamata Revithi war vermutlich der erste Mensch, der einen Marathon gelaufen ist. Am 30. März 1896, zehn Tag vor dem ersten olympischen Marathonlauf - selbstverständlich nur für Männer - soll sie in 5½ Stunden alleine von Marathon nach Athen gelaufen sein. Der Zieleinlauf wurde ihr damals verwehrt. Ein Schicksal, das sie mit zahlreichen anderen Frauen auch noch Jahre später teilen sollte. Erst 1984 wurden offiziell Damen zugelassen.

Im Baden-Württembergischen Bräunlingen ging man schon früh andere Wege. Waren Marathonläufe bislang nur Hochleistungsathleten vorbehalten, sollte hier ein Volkslauf stattfinden. Dass dabei auch Frauen mitmachen konnten, erschien da nur selbstverständlich. 1968 wurde mit viel Organisationstalent und Improvisationsgeschick der erste Marathon ausgetragen. Seither hat sich vieles verändert: Das Heer von Helfern, die mit Stoppuhren im Ziel stehen und dann die Ergebnisse auf Matrizen übertragen, ist Vergangenheit. Heute präsentiert sich der Lauf modern, mit zeitgemäßer Internetpräsenz und Chip-Messung.

Trotz der Nähe zu unserem Wohnort sind Norbert und ich zum ersten Mal in Bräunlingen. Vom kleinen Ort mit seinen knapp 6000 Einwohnern sehen wir zunächst nur ein weitläufiges Industriegebiet mit unzähligen kleinen Firmen und Betrieben. Bereits hier stehen die ersten Helfer und weisen uns auf die Parkplätze. Ein paar Gehminuten entfernt liegt die moderne Sporthalle. Auf dem großen Platz davor gibt es Dixies, ein Marathontor und ein Zelt, in dem die Startnummernausgabe untergebracht ist. Der Andrang der Läufer ist groß. Trotzdem haben wir unsere Startnummer erstaunlich schnell. Mit dem darauf gedruckten Bon können wir in der Halle ein Paar Markenlaufsocken abholen. Ein zweite Abschnitt ist für die Tasche, die während des Laufs aufbewahrt wird.

 
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In der Halle konnte letzte Nacht kostenlos übernachtet werden. Jetzt wird Frühstück angeboten. Lange Tische sind liebevoll dekoriert und auch die erst heute Angereisten sind willkommen. In einem Teil der Halle ist die Marathonmesse abgetrennt, und im anderen Teil gibt es die bereits erwähnten Socken nach Größe sortiert.

Gestartet wird aus dem abgetrennten Startbereich heraus. Ich suche den hinteren Teil auf. Hier halten sich viele liebe Bekannte auf. Bis jeder begrüßt ist, dauert es seine Zeit und so bekomme ich die Ausführungen des Moderators nicht mit. Erst als alle ein „Happy Birthday“ anstimmen werden wir wieder aufmerksam. Leider habe ich verpasst wer heute Geburtstag hat. Ich bin‘s nicht. Dann ertönt schon der Startschuss.

An den jubelnden Zuschauern vorbei machen wir uns auf den Weg. Nach ein paar Kurven im Wohngebiet liegt der historische Stadtkern vor uns. Restaurierte Reste der alten Stadtmauer mit dem Mühlentor werden von der Stadtkirche "Unsere Liebe Frau vom Berge Carmel" überragt. Es geht durch das Tor auf den dahinter liegenden Marktplatz. Auf den Stufen zum Eingang der Kirche steht eine Laufgruppe in grünen Trikots und feuert die Vorbeikommenden an. Hier ist auch ein guter Platz für die Fotografen. Mit den historischen Bauwerken im Hintergrund werden die Bilder nochmal so schön.

 
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Schnell lassen wir den Ort hinter uns. Es geht auf dem Radweg Richtung Bruggen. Bevor die ersten Häuser in Sicht kommen, biegen wir links ab. Trostlos liegen die abgeernteten Felder im Nebel. In der Ferne kann man die dunklen Hügel des Schwarzwaldes erkennen. Ein zaghaft blühendes Rapsfeld erinnert an den vergangenen Sommer. Bei km 5 erreichen wir die erste VP. Hier herrscht eine fantastische Ordnung. Die Tische sind perfekt beschriftet; so gibt es zunächst Iso, dann Tee und zu guter Letzt Wasser. Die Helfer stehen bereit, um auch des Lesens unkundige zum richtigen Tisch zu führen. Sogar Bananen sind bereits im Angebot. Trotz der relativ kühlen Witterung wird gerne zugegriffen.

Es geht ein Stückchen am Waldrand entlang und dann Richtung Hubertshofen über die Felder. Immer wieder stehen Schaulustige, die mit leidenschaftlichem Applaus die Läufer anfeuern. Kurz vor km 8 kommt ein Fahrrad von hinten. Wir haben gerade überlegt, wann wohl die ersten Halbmarathonis zu erwarten sind und springen schnell zur Seite. Der radelnde Rennarzt beruhigt uns aber. Jeder Läufer soll hier seinen Spaß haben und wenn Schnellere kommen, müssen sie halt schauen wie sie durchkommen.

Keine 5 Minuten später ist es dann aber soweit. Der Radler für den Führenden macht sich per Klingel bemerkbar. Mit beachtlichem Vorsprung kommt Kai-Uwe Müller angesprintet. Bis zum Ziel wird er seinen Vorsprung vor Christian Bauer auf über 4 Minuten ausgebaut haben. Kurz nach ihm wird Achim Lehmann Dritter werden.

Nun kommen immer wieder Schnelle von hinten. Wir Marathonis halten uns rechts, denn wir wollen niemanden behindern. Die nächste Verpflegung bietet das gleiche Sortiment wie die erste, wobei der Bananentisch hier etwas großzügiger ausfällt. Die führende Frau vom Halbmarathon, Stefanie Doll, verpasse ich fast. Versteckt in einem Pulk von Männern kommt sie vorbei, ihr Führungsfahrrad ist in Rückstand geraten. Sie wird den Lauf vor Katrin Köngeter und Gertrud Wiedemann gewinnen.

 
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Wir waren bis jetzt in einer kleinen Gruppe unterwegs. Meine Beine sind schwer und ich lasse mich zurückfallen. Laut Höhenprofil geht die Strecke auf der ersten Hälfte leicht bergauf. Dem Weg selber ist es nicht anzusehen. Er sieht eigentlich flach aus. Klar gibt es kleinere Steigungen, die aber gleich wieder durch entsprechendes Gefälle ausgeglichen werden. Ob ich wohl gehen darf? Vielleicht wenn keiner hinschaut. Unsere Lauffreundin Brigitte, Mitveranstalter vom Rheinsteig-Erlebnislauf, sieht das professioneller: „Natürlich geht es hier bergauf“. So wechseln wir vom Laufen ins Gehen und umgekehrt. Nur dass sie viel schneller gehen kann als ich. Bald bin ich, von überholenden Halbmarathonläufern abgesehen, ganz allein.

Hinter km 11 erreichen wir eine geteerte Straße. Bald kommt die Weiche, wo die Strecke des Halbmarathon abzweigt. Tatsächlich bleiben die Halben auf der Straße und der Marathon geht nach rechts in den Wald. Die Trennung funktioniert reibungslos. Hier ist auch 1. Staffelwechsel.

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Informationen: Schwarzwald-Marathon
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