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Laufberichte

Für die Seele - der 10. Schorfheidelauf 2011

11.09.11

Irgendwann im letzten Jahr stieß ich bei meinen zahlreichen Recherchen im Netz auf den Schorfheide Lauf. Als Landschaftslauf im Biosphärenreservat Schorfheide Chorin wurde er gepriesen, als Lauf für die Seele noch hinzu. Die Internetpräsenz war so ansprechend, dass ich mir vornahm, den willst du laufen, irgendwann. 

Es sollte schon in diesem Jahr soweit sein. Die Schorfheide liegt nun für die meisten Deutschen nicht eben mal kurz um die Ecke. Sie liegt weit im Osten, kurz vor Polen in der Uckermark. Uckermark ist immerhin der größte Landkreis Deutschlands, mit der wahrscheinlich kleinsten Bevölkerungsdichte. Diese Fakten wurden dem Marathonläufer noch gar nicht mal bei der Anfahrt, aber dann beim Lauf doch sehr wohl bewusst. Ein paar Städte, Dörfer und Gehöfte gibt es schon zwischen Mecklenburger Seenplatte und Oderbruch. Das meiste aber ist Wald, gepaart mit zahlreichen Seen und verziert mit schwungvollen Hügeln, was noch auf die Gletscherschieberei der letzten Eiszeit zurückzuführen ist.

Zentrum des Schorfheidelaufes ist das Dorf Altkünkendorf, bei der Stadt Angermünde gelegen. Um hinzukommen gibt man am besten "Zentrum" in sein Navi ein. Dorfzentrum ist dann meist die Kirche. Und das war in Altkünkendorf genau richtig. Die gesamte Laufveranstaltung wurde an und von der Kirche aus organisiert.

 
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Zunächst weisen Ordner der Feuerwehr Angermünde uns auf eine frisch gemähte Wiese vor der Dorfmauer. Diese wurde, wie die Kirche und einige alte Dorfhäuser auch, mit aus Skandinavien hergeschobenen Findlingssteinen gebaut, die Eiszeit lässt grüßen. Wir aber gehen die paar Meter zur Kirche zurück und ich bin froh, neben der Startnummer auch ein Powergel für unterwegs zu erhalten.

Ein Highlight vor dem Start ist die dringendst empfohlene Marathonbesprechung in der im 13. Jahrhundert erbauten Feldsteinkirche. Die Teilnehmer nehmen in den Bänken Platz und lauschen den von Beamerbildern unterstützten Ausführungen zu Streckenführung und -beschaffenheit. Hier und da eine Warnung vor aufgeweichten Wegen, vor Wurzeln und schwierigen Anstiegen. Ein echter Crosslauf wird versprochen. Aber der Marathoni steht vor dem Start ja immer vor einer großen Schwierigkeit und muss es jetzt halt nehmen wie es kommt.

 
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Gleich nach der Besprechung erfolgt der Start, pünktlich um 9:30 Uhr geht es neben der Kirche los. An die 80 Teilnehmer zählt das Marthonfeld. Es ist überschaubar, aber die Stimmung ist locker und gut, echt berlinerisch, wah! Denn die meisten sind aus dem 100 Kilometer entfernten Berlin angereist. Nach uns starten noch Läufe über Halbmarathon, 10 km, 6 km und Kinderlauf. Aus Naturschutzgründen ist die Gesamtteilnehmerzahl auf 500 limitiert. Dieses Jahr waren knapp 400 Teilnehmer dabei. Und welch seltene Besonderheit: Es gibt keinen Zielschluss. Wir sollen uns Zeit nehmen, die Seele sprechen lassen.

Wir laufen über teils 200 Jahre alte Pflastersteinstraßen eine Runde um die Kirche, genießen den Applaus beim Durchlauf im Start-Zielgebiet, sind dann heraus aus dem Dorf und schon in der Natur. Das kleine Feld ist schon recht zerrissen und ich befürchte, es könnte irgendwann ein einsamer Lauf werden, für die Seele halt. Bei den angekündigten Schwierigkeiten der Strecke und vor allem bei den ebenfalls angekündigten warmen Sommertemperaturen halte ich mich zurück. Ich orientiere mich am Laufrhythmus der Berlinerin Juliana Werneburg, mit Frauen läuft es sich angenehm.

 
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Wir durchqueren die Randzone des erst vor wenigen Wochen ins Weltnaturerbe der UNESCO aufgenommenen Naturschutzgebiet Grumsin, einem Buchenwald mit einigen Seen und zahlreichen Mooren. Die höchste Erhebung, der Blocksberg, misst 139 Meter. Und diese Landschaft dominiert die weitesten Streckenteile des Schorfheide Marathons. Bald wird es matschig unter den Füßen, dazu wechseln die An- und Abstiege pausenlos ab. Leider bleibt Juliana dabei zurück, doch ich finde mich bald in einer Vierer Gruppe wieder, alles Männer.

Die kurzweiligen Unterhaltungen helfen uns scheinbar mühelos über die erste Streckenhälfte hinweg. Klar dominiert das Thema Marathon. Da ist Thomas aus Berlin, der heute nach dem Brockenmarathon in 2010 gut gelaunt seinen zweiten Marathon läuft. Der Brocken soll einen Monat später wieder für ihn ein Thema sein. Der zweite ist Oliver, der den 100 Meilen Mauerweg in Berlin organisiert und sich auf seinen ersten eigenen 100 km Lauf im nächsten Jahr vorbereitet. Gestern lief er beim 24 Stunden Lauf in Bernau/Berlin mal eben 55 km. Heute läuft er hier den Marathon und testet sich so an die 100 km ran. "Aber Morgen laufe ich nicht", bemerkt er mit einem verschmitzten Grinsen. Der dritte ist Helfried, ein erfahrener Ultraläufer, der sich mit Halbmarathon und unteren Distanzen nicht abgibt. Wo kommt er her? Klar, aus Berlin.

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Informationen: Schorfheide Marathon
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