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Laufberichte

Es darf auch etwas langsamer sein

 

Knapp 50 Kilometer habe ich am Ortsrand von Allfeld hinter mir, als ich heute zum ersten Mal mit der Namensgeberin in Berührung komme. Friedlich und träge fließt die Schefflenz am Dorfrand vor sich hin. Der kleine Fluss durchquert auf ihrem nur 23,5 Kilometer langen Lauf ein hügeliges und idyllisches Wiesental, flankiert von vielen Wäldern. So in etwa könnte auch die grobe Beschreibung der Strecke beim Schefflenzer Ultra lauten.

Etwa 25 km nördlich von Heilbronn liegt Allfeld, ein Ortsteil der Gemeinde Billigheim im Landkreis Neckar-Odenwald. Mit der Sporthalle des etwa 1.300-Seelen-Ortes erwartet uns ein sehr schöner Veranstaltungsmittelpunkt. Mit viel Liebe ins Detail ist die Halle vom Veranstalter, der LG Schefflenztal präpariert worden. Ein riesiger Streckenplan hängt an den Glasfenstern. Vom letztjährigen Ultra sind mehrere große Stelltafeln mit Fotos aller Finisher vom Vorjahr drapiert.

Liebevoll sind auch die Tische dekoriert und ein großes Frühstücksbüffet steht für ein paar Euros zur Verfügung. Im Startgeld inbegriffen ist auch ein Spaghetti-Essen, das am Freitag um 19:00 Uhr stattfand. Da in der Halle die Möglichkeit einer Übernachtung mit Schlafsack und Matte besteht, wird morgen am Sonntag hier abermals Frühstück angeboten.

Getrost darf man bei so viel Engagement auch schon mal die Vorstände André Dicken und natürlich den geistigen Vater dieser Ultraläufe, Gerhard Eisner erwähnen, auch wenn der lieber etwas im Hintergrund bleibt. Momentan ist er auch gar nicht anwesend, da sich die 100 km-Läufer bereits auf der Strecke befinden und er dort nach dem Rechten sieht. Zum 4. Mal wird die Veranstaltung heuer ausgetragen. Angeboten werden neben dem 100er noch ein Ultra über 50 km, dazu ein Marathon und ausschließlich für Nordic-Walker ein Halbmarathon.

 
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Vor ein paar Wochen traf ich Gerhard noch im Kirbachtal, ich liebäugelte bereits mit einem Start, hatte aber Bedenken ob ich es meinen Achillessehen bereits zumuten sollte. Es darf auch etwas langsamer sein. Für die 50 Kilometer stehen 14 Stunden zur Verfügung, machte er mir den heutigen Start schmackhaft. Zurückzuführen ist dieses großzügige Zeitlimit auf die identische Endzeit mit dem 100-Kilometer-Lauf. Um 22 Uhr ist für 50 und 100 km Zielschluss. Die Marathonis sollten um 18 Uhr ihr Ziel erreicht haben, was immer noch reichliche 10 Stunden bedeutet.

Natürlich sind auch noch viele weitere ehrenamtliche Helfer am Gelingen der Veranstaltung beteiligt, der nächste ist Pressewart Olaf Ulmer an der Startnummernausgabe, hier auf dem Portal auch als Autor bekannt. Mit der Startnummer bekomme ich auch ein kleines Weinpräsent überreicht. Ist aber wahrscheinlich nicht zum Warmmachen, sondern eher als Belohnung für hernach gedacht.

Frische 10 Grad, die aber bereits unter überwiegend blauem Himmel, werden uns zum Start des 50ers und Marathons um 8:00 Uhr geboten. Bereits seit 6:00 Uhr sind 14 Männer und der Husky von Bernd Spring beim 100er unterwegs. Am Start ist auch Manfred Port, früher war er bei den IVV-Wanderern mit Anton unterwegs, mittlerweile hat er die Veranstaltungen gewechselt und man trifft ihn auf Ultrastrecken und Trails. Marschieren tut er aber immer noch und hält dabei auch konstant sein Tempo und ist oft schneller als das vieler Läufer.

Gleich geht’s los, GPS an …oh, läuft schon, nur mehr 28 %, da muss ich wohl unbewusst bei der Anfahrt den Knopf betätigt haben. Olaf übernimmt die Regie und schickt uns auf die Strecke. Insgesamt gibt es heuer eine Beteiligung von 95 Läuferinnen und Läufer.

Mit Conny mache ich mich auf dem Weg, wir sind beide Rekonvaleszenten und müssen daher unser Tempo bedächtig einteilen. Etwas überrascht bin ich, als wir nach dem Start im Uhrzeigersinn auf die Strecke gehen, da bei der Premiere 2011, wo wir beide auch am Start waren, noch in entgegengesetzter Richtung gelaufen wurde. Überwiegend auf Naturböden und durch mehrere Waldstücke führen die ersten Kilometer.

Nach den ersten Steigungen, allesamt nicht sonderlich dramatisch, erreichen wir ein großes Spargelfeld. Die Ernte ist in vollem Gange und wie wir sehen können, fällt sie gut aus. Ds sind wirklich prächtige Exemplare dabei. Heuer kommen Liebhaber der weißen Stangen deutlich früher in den Genuss. Der ausgesprochen sonnige und warme März bot optimale Wachstumsbedingungen.

Vermutlich kommt der Spargel aus den Sandsteppen und küstennahen Gebieten Osteuropas und Vorderasiens. In Ägypten wurde er bereits vor 4.500 Jahren verzehrt. Auch die Griechen und Römer begeisterten sich für die Staudenpflanze, von der wir die Sprosse verzehren. Erst im 16. Jahrhundert ist der Anbau in Deutschland belegt. Aus deutschem Freilandanbau erhält man ihn in der Zeit von Anfang Mai bis zum 24. Juni.

Von den höher gelegenen Feldern haben wir eine herrliche Rundumsicht über die Landschaft. Mehr oder weniger präsentiert sich alles in sattem Grün. Ebenso die Kirschen, die sollten aber eigentlich ja Rot sein, die haben jetzt noch gar keine Farbe. Ich kann mich erinnern, dass wir vor drei Jahren bereits welche probieren konnten. Nach 7 km erwartet uns am Rande des kleinen Weilers Bernbrunn unter einem Partyzelt die erste Verpflegungsstation. Von hinten schließt Michael Beckmann auf uns auf, er kam erst mit Verspätung an und konnte so erst 13 Minuten später seinen Start aufnehmen. Das händelt man beim Schefflenzer Ultra auch sehr locker.

 
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Apfelplantagen beidseitig, dazu Weizen- und Rapsfelder bestimmen das Landschaftbild und immer geht es sanft wellig weiter. Der Raps ist größtenteils verblüht, die R(h)apsodie in Gelb so gut wie vorbei, nur ein paar Restblüten sind noch auszumachen. Asphalt und Naturböden wechseln sich hier immer wieder ab. Insgesamt führen etwa 3/5 der Strecke über Asphalt. Die zweite Labestelle erreichen wir nach 12 km, von hier drehen wir auf unserem weiteren Weg eine Schleife durch den Odenwald um dann bei Km 19 wieder an der etwa 20 Meter gegenüberliegenden Station zurückzukehren.

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Informationen: Schefflenzer Ultralauf
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