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Laufberichte

Entlang der Copacabana und Ipanema

 

Als Günter letztes Jahr von Rio wiederkam haben wir gescherzt, dass wir dort einmal zusammen laufen werden. Nun ist es wahr, ich bin in Rio de Janeiro. Die traumhaften Strände der Copacabana liegen uns zu Füßen und vom Corcovado grüßt uns die Erlöserstatue.

Rio ist die zweitgrößte Stadt in Brasilien und hat rund 12 Mill. Einwohner. Insgesamt hat Brasilien rund 200 Mill. Einwohner und ist flächen- und bevölkerungsmäßig fünftgrößter Staat der Erde. Brasilien nimmt fast die Hälfte der Fläche von Südamerika ein. Bezahlt wird mit dem brasilianischen Real (1€ rund 3 BRL).

Was macht Rio so anziehend und faszinierend? Einmal ist es das Wetter, denn in der Nähe zum Äquator sind die durchschnittlichen Temperaturen zwischen 21 und 27 Grad das ganze Jahr. Zweitens ist es die Gastfreundschaft und die vielen außergewöhnlichen Sehenswürdigkeiten. Das werden und wollen wir uns ansehen und genießen.

Der Zuckerhut, ein 395m hoher Granitfelsen, ist eines der Wahrzeichen der Stadt, genauso wie die 30m hohe Christusstatue auf dem Cocovado. Die berühmtesten Strände der Welt befinden sich ebenfalls hier, wie die Copacabana und der Ipanema Strand.

 
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Im Convention Center gibt es die Startunterlagen. Wir müssen an den Stand für die internationalen Athleten. Dort füllen wir ein Formular aus und erhalten einen schönen Beutel mit Funktions-Shirt, Mütze und unserer Startnummer mit Extra-Chip. Dieser Chip wird geprüft und nebenan auf einem Bildschirm kann man seinen Namen mit Startnummer und Alter lesen. Alles ok. Dann noch über die kleine Messe und ein zusätzliches Shirt zur Erinnerung kaufen. Damit ist der erste Teil abgeschlossen und es geht in unserem Programm weiter.

Sonntag ist Marathontag. Es heißt früh aufstehen, denn die Busse zum Start fahren schon um 5 Uhr ab. Im 5 Minuten Takt bis 5:40 Uhr geht es nach Recreio. Da das Ziel nicht sehr weit von unserem Quartier in Flamenco ist, haben wir nur einen kurzen Fußweg. Dann geht es durch die Dunkelheit raus immer am Meer entlang zum Startpunkt des Marathons. Es gibt auch einen Halbmarathon und einen 6km-Lauf.

Die Laufstrecke führt uns 42km fast nur am Meer entlang, mit den wunderschönen Stränden zu der einen Seite und den Bergen auf der anderen Seite. Die Wettervorhersage verspricht uns Temperaturen um die 22 Grad mit Regen am Vormittag. Schau´n mer mal.

 
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Als wir am Startplatz ankommen, nieselt es. Wir machen uns langsam fertig. Dann kommt der Startschuss um 7 Uhr für die Frauen-Elite. So rund 20 schnelle Frauen machen sich auf den Weg bei stärker werdendem Regen. Dann füllt sich nach und nach der Startbereich. Vorne stehen die Elite-Männer und dahinter reiht sich der Rest des Feldes mit rund 3.300 Marathonis ein. Um 7:30 Uhr geht es auch für uns los.

Wir laufen eine 3km Schleife, um wieder am Starttor vorbei zu kommen. Ich bin fleißig am Fotografieren und so sind Günter und Yvette bald nach vorne verschwunden. Auf dem nächsten Kilometer laufen wir zwischen Strand und Receiro gen Westen. In Receiro, ca. 15km vorm Stadtrand von Rio entfernt, wohnt die Oberschicht.

Der Regen ist richtig stark geworden. An der ersten Wasserstation bei ca. 6km gibt es Mineralwasser in Bechern, wie bei uns den Joghurt. In großen Holzkisten liegen jede Menge Becher im Eiswasser. Becher aufreißen trinken und weiter. Wir laufen auf der Küstenstraße gen Rio. Rechts am Strand gibt es viele Stände, an denen man normalerweise isst und trinkt, aber heute sind die Hütten leer. Nur in einem einzelnen Holzhaus ist Musik und viele Menschen tanzen ausgelassen. Die sind jedoch nicht wegen uns so fröhlich, sie feiern wohl schon die ganze Nacht.

 
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Weiter geht es durch den Regen. Am nächsten Versorgungsstand gibt es Gatorade in Beuteln. Wie aber diese wabbeligen Dinger aufkriegen? Die Versuche etlicher Läufer sind echt zum Brüllen. Ich will das fotografieren, aber meine Kamera ist inzwischen abgesoffen. Aber angesichts des diesjährigen Wetters empfehle ich allen Interessierten sowieso, sich Günters Bilder  vom letzten Jahr ansehen.

Es geht vorbei am Strand von Barra de Tijuca, ein weiterer traumhafter Strand, heute menschenleer. Dahinter die Meeresbrandung und immer weiter nach Sao Conrado. Vor dem ersten Tunnel ist der Startplatz der Halbmarathonis. Der Regen hat nachgelassen.

Sind wir bis noch auf der flachen Küstenstraße, die jetzt etwas wellig daher kommt, allerdings mit leichter Aufwärtstendenz. Hier gäbe es herrliche Blicke, wäre da nicht der wieder einsetzende Regen. Für die Angler am Ufer ist das Wetter wohl ideal, die Läufer würden sich etwas Sonnenschein wünschen. Stattdessen nimmt der Regen wieder zu.

Auf den nächsten Kilometern hinter San Conrado geht es dann richtig zur Sache, es geht aufwärts und es wird gegangen. Dann Jubel wegen eines Tunnels. Hier ist es trocken. Bei km 30 haben wir den Stadtrand von Rio erreicht, wir sind in Leblon. Übergangslos schließt sich der Ipanema Strand an. Trotz Regen sind hier Jogger unterwegs. Wir sind also nicht die einzigen, die diesem Wetter trotzen.

Es geht kurz durch die Stadt, dann sind wir am Traumstrand Copacabana. Hier kommt zum Regen noch ein starker Wind. Jetzt wird es richtig ungemütlich, obwohl uns 22 Grad angezeigt werden. Gefühlt sind es aber mindestens 10 Grad weniger.

Am Ende der Copacabana biegen wir ab in die Stadt. Noch 4 Kilometer und das Ziel ist erreicht. Wir erreichen die Bucht von Botafogo. Es sieht aus, als wolle die Bucht nie enden. Von hier aus hätte man einen herrlichen Blick zum Zuckerhut, wäre er nicht im Dunst verschwunden. Jetzt ist aber alles egal, auch dass der Himmel seine Schleusen gänzlich öffnet.

Ab durchs Ziel, die dicke Medaille um den Hals gehängt und Versorgung aufnehmen. Nur noch ein paar Leute stehen unter den Zelten. Fotografen machen unter Regenschirmen Fotos der letzten Finisher.

Zu Fuß geht es zurück zum Quartier. Es schüttet. Ich komme mit einigen einheimischen Läufern ins Gespräch. Als ich als Deutscher erkannt werde, wird mir zur Weltmeisterschaft gratuliert. Das ist mir übrigens während meines Aufenthaltes hier öfters passiert.

Fazit: Bei Sonnenschein ist das wohl eine der schönsten Marathonstrecken der Welt. Gute Versorgung, aber nur Flüssiges. Streckenabsperrungen sind sehr gut. 50 € Startgeld sind ein gutes Preis- Leistungsverhältnis. Gut, dass wir noch einige Tage länger hier sind, um uns dieses schöne Fleckchen Erde noch bei besserem Wetter anzusehen.


Maratona Caixa da Cidade de Rio de Janeiro
Resultados Masculina

1. EDMILSON DOS REIS SANTANA DOMICIANA GOMES  2:17:12
2. ELIJAH KIPKEMEI KEMBOI  LUASA    2:17:26
3. MARCOS ANTONIO PEREIRA  CRUZEIRO   2:18:15

Resultados Feminina

1. EDNAH MUKHWANA   LUASA    2:40:32
2. NELLY JEPKURUI   LUASA    2:44:48
3. ZULEIMA AMAYA   VENEZUELA   2:51:22

4274 Finisher

 

Informationen: Rio de Janeiro Marathon
Veranstalter-WebsiteOnlinewetterGoogle/Routenplaner

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