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Laufberichte

Marathon im Höhenflug

18.10.09
Autor: Klaus Duwe

Wenn das so weiter geht, müssen wir den TUI Marathon auf Mallorca doch noch in unsere Voting-Liste aufnehmen. 7000 Teilnehmer haben sich dieses Jahr angemeldet. Darin sind zwar die Kinderläufe enthalten, aber auch am Marathon (ca. 1700), Halbmarathon (ca. 2500) und 10km-Lauf und –Walking (ca. 3000) nehmen wesentlich mehr Läuferinnen und Läufer teil, als im vergangenen Jahr. Und der Anteil der Deutschen ist unverändert hoch. Ich wette, dass hier mehr Landsleute am Start sind, als bei manchem Lauf dieses Wochenende in Deutschland.

Wer kann es ihnen verdenken? Am Freitagmorgen habe ich vor meiner Abfahrt die Autoscheiben frei gekratzt und hier auf Mallorca, keine zwei Flugstunden entfernt, liegen die Menschen am Strand und holen sich einen Sonnenbrand.

Obwohl schon im letzten Jahr über Strecke, Organisation und Verpflegung keiner meckern konnte, wird weiter optimiert, aber nicht experimentiert. Bei allen Maßnahmen haben die Verantwortlichen die weitere Verbesserung der Qualität der Veranstaltung im Auge. Wo TUI drauf steht, soll auch TUI drin sein. Darüber wachen der Vorstandvorsitzende Dr. Michael Frenzel und Marketing-Chef Michael Lambertz höchst persönlich.

 
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Das Marathon-Wochenende beginnt kabarettistisch. Der Mediziner, Buchautor („Die Leber wächst mir ihren Aufgaben“) und TV-Talker Dr. Eckart von Hirschhausen stellt im ausverkauften Auditorium sein neues Programm „Liebesbeweise“ vor, erntet Lachsalven und Beifallstürme und verspricht, sich läuferisch nach seinem 10km-Debüt zu steigern. Am Samstag liest Walker-Hasser Achim Achilles aus seinen Werken.

 
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Neben dem Marathon Market mit der Startnummernausgabe am Parc de la Mar gibt es in diesem Jahr auch einen mallorquinischen Straßenmarkt mit inseltypischen Produkten. Den Kids Run gibt es zum dritten Mal und trägt nun stolz den Namen der Kinderhilfsorganisation UNICEF. Wieder spendet die TUI für jedes teilnehmende Kind fünf Euro, diesmal für das Projekt „Wasser für Niger“. Die Kinder gehen am Paseo Antonio Maura auf die Strecke. Alle erhalten bei kostenlosem Start eine Medaille, eine Urkunde sowie ein T-Shirt.

Der Start am Sonntag ist um 9.00 Uhr. Es ist noch dunkel, als die ersten Marathonis den Startplatz an der breiten Küstenstraße erreichen, am Himmel zeigen sich dunkle Wolken und die letzten Wetterprognosen schließen Regenschauer nicht aus. Schlimmer als die unerwartet niedrigen Temperaturen ist der Wind. Nicht nur wer sich eine schnelle Zeit vorgenommen hat, blickt etwas sorgenvoll. Auch eine Radtour, zumal mit schwerem Fotogerät, ist bei diesen Bedingungen ebenfalls kein Vergnügen, für mich aber nach meinem Marathon letzte Woche in München besser, als ein bei meiner derzeitigen Verfassung nicht auszuschließendes DNF und ein halbleerer Fotospeicher.

„Warum möchtest du als VIP-Läufer(in) beim TUI-Marathon in der ersten Startreihe stehen?“, fragte die TUI in einem bundesweiten Gewinnspiel. Die originellste Antwort sollte mit einem VIP-Reise mit allem drum und dran belohnt werden.

 
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„Ich will in der ersten Startreihe stehen, weil ich die schnellen Läufer auch einmal sehen will. Normalerweise sitzen die immer schon im Flieger, wenn ich ins Ziel komme.“ So begründete Inga Böge-Krol, genannt „Rennschnecke“, ihren Wunsch. Die Juroren fanden das überzeugend und jetzt steht sie hier.

„Ich komme mir schon ein bisschen fehlplatziert vor in der ersten Reihe. Schon meine Beine verraten, ich gehöre hier vorne nicht hin. Jeder einzelne Oberschenkel neben mir hat ungefähr den halben Umfang meiner Beine. Allerdings nehmen die schnellen Hirsche meine Anwesenheit mit freundlicher Gelassenheit“, erzählt Inga, genießt ihren VIP-Status und die auf sie gerichtete Aufmerksamkeit aber sichtlich. Dabei lässt sie Ulf Ringer nicht aus den Augen. Der „Laufzeit“-Redakteur will sie begleiten. „Aber nur bis zur Hälfte, dann steige ich aus. Ich hoffe, Inga hält bis dahin ihren Zeitplan von 2:40 Stunden ein, sonst bin ich schon vorher platt“, meint er etwas sorgenvoll. Die übliche Tiefstabelei vor dem Start?  Man kann sich täuschen, sieht aber eher nicht danach aus …

Im Konfettiregen und mit viel Applaus geht es pünktlich auf die Strecke. Nach einem kurzen  Stück ostwärts wird gewendet. Der Blick auf die Kathedrale und das Meer auf der anderen Seite ist einfach fantastisch. Nur ganz kurz läuft man in die Mole und hat auf dem Rückweg erneut einen herrlichen Blick auf das Bauwerk, mit dessen Bau 1230 begonnen wurde. Bis 1576  dauerten die Arbeiten, die Hauptfassade wurde sogar erst Anfang des 20. Jahrhunderts fertig. „La Seu“, das Licht, nennen die Mallorquiner ihr Wahrzeichen.

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Informationen: Palma de Mallorca Marathon
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