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OLM auf neuen Wegen

 

Der Osnabrücker-Landmarathon, kurz OLM genannt, geht in diesem Jahr in die 11. Auflage. 2013 feierte man hier in Bissendorf ein kleines Jubiläum, danach gab es 2014 erst einmal eine Denkpause. Viele hatten schon befürchtet, dass damit die Veranstaltung gestorben wäre. Doch in diesem Jahr kam dann die frohe Kunde, dass man mit einem geänderten Konzept weitermachen wolle.

Nun, soviel hat sich nicht geändert. Der Veranstalter ist weiterhin der Arbeitskreis „Sucht“ des  Präventionsrates der Gemeinde Bissendorf. An Strecken werden weiterhin Marathon, Halbmarathon, Viertel- und Achtelmarathon angeboten. Der Viertelmarathon kann mit oder ohne Stöcke gewalkt werden.

Neu ist nun aber, dass der Start-/Zielbereich an der Grundschule in Wissingen ist. Auch ist man von drei Runden wieder zu zwei Runden zurückgekehrt. Die Strecke ist aber immer noch hügelig und verläuft überwiegend auf asphaltierten Wegen. Pro Runde ergeben sich 170 Höhenmeter.

Die Anmeldung erfolgt problemlos über das Internet und bezahlt wird erst vor Ort. Sollte man dann doch an der Veranstaltung nicht teilnehmen können, kann man sich sogar wieder kostenfrei abmelden. Das hat Seltenheitswert. Mit 25 Euro Startgebühr ist man für die Marathonstrecke zwar teurer geworden, aber immer noch günstig dabei. Der Erlös wird ja auch für einen guten Zweck verwendet. Für Nachmelder werden nochmals zusätzlich 3 Euro fällig.

 
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Dafür erhält man alle 4,5 km eine Verpflegungsstelle mit Wasser, Energy, Iso und Cola und Melonenstücke und Bananen. Im Ziel gibt es neben alkoholfreiem Bier eine Medaille, Urkunde und Ergebnisliste. Die ersten Drei erhalten noch zusätzlich einen Sachpreis. Dusch- und Umkleidemöglichkeiten sind in der Turnhalle der Schule vorhanden und es wird ein Massageservice angeboten. Erfasst wird hier die Bruttozeit, sodass kein Chip notwendig ist. 

Der Start zum Marathonlauf erfolgt um 15:35 Uhr, sodass ich in Ruhe am Samstagmorgen frühstücken kann. Zusammen mit meiner lieben Inge und unserer Freundin Christiane machen wir uns dann auf den Weg. Über die Autobahn sind es für uns 150 Kilometer bis nach Bissendorf. Bissendorf ist ein kleines, schmuckes Örtchen vor den Toren Osnabrücks und hat eine eigene Autobahnausfahrt. Von dort aus sind es nochmals 10 Minuten bis zum Ortsteil  Wissingen.

Hier kommt mir alles vertraut und die Helfer bekannt vor. Der Arbeitskreis Sucht möchte den Zigaretten-, Alkohol- und Drogenkonsum bei Jugendlichen reduzieren. Unterstützt wird die Veranstaltung auch von DRK, DLRG, Gemeindefeuerwehr, Schützenverein und Polizei sowie vielen anderen Organisationen. Wie im ländlichen Bereich üblich, hilft man sich gerne untereinander. 

Meine Startnummer habe ich schnell in den Händen und aus der Lautsprecheranlage ertönt bereits Musik. Ich esse schnell meine mitgebrachte Nudelportion, denn bei dem späten Start könnte mich sonst noch der Hungerast erwischen. Nach und nach treffen nun auch die Mitläufer ein. Gerd und Sylvia sind heute auch wieder dabei, und Rüdiger hat noch einige Lippehasen mitgebracht. Doris wird später als Marathon-Zweite auf dem Treppchen stehen. Gerd kann heute seinen 400sten Marathon/Ultra absolvieren und hat dafür vom Veranstalter die entsprechende Startnummer erhalten.
Das ist schon eine stolze Zahl, aber damit ist er noch nicht zufrieden. Morgen wird es für ihn beim Moormarathon gleich weitergehen. Da kann ich nur staunen.

Insgesamt werden heute fast 300 Läufer starten, darunter sind 50 Marathonläufer. Man hat also wieder die Zahlen der Vorjahre erreicht.

Zuerst erfolgt der Start für 150 Halbmarathonläufer um 15:30 Uhr. Fünf Minuten später geht es für uns auf die Strecke. Das ist eine ganz gute Regelung, da die Halbmarathonläufer ja meistens etwas schneller unterwegs sind. Im 5 Minutenabstand erfolgt dann noch der Start für den Viertel- und Achtelmarathon.

 
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Wir laufen durch Wald und Feld Richtung Linne und erreichen nach ca. 5 Kilometer den ersten Verpflegungspunkt. Da das Wetter heute wieder mit 25 Grad sommerlich ist, versorge ich mich von Anfang an gleich gründlich. Die Sonne lässt sich jetzt nämlich oft sehen und Schatten gibt es auch nicht allzu viel. Das Höhenprofil weist zwar nur 170 m pro Runde auf, führt aber auch ständig auf und ab. Durch ein Waldstück gelangen wir nach Schledehausen und müssen dort die L85 überqueren. Vorbei geht es an der Schelenburger Mühle zur Schelenburg. Diese ist eine beeindruckende Wasserburg und gehört zu den ältesten Burganlagen im Raum Osnabrück. Hier ist auch die nächste Verpflegungsstelle.

Erneut laufen wir durch Wald und Flur zurück Richtung Wissingen. Kurz vorher biegen wir aber ab und erreichen mit Jeggen einen neuen Stadtteil. Überraschend tauchen für mich Inge und Christiane bei Kilometer 11 an der Strecke auf. Sie sind uns über eine Abkürzung entgegen gekommen und wollen die Läufer mal aus einer anderen Perspektive ablichten. Gut, dass ich sie rechtzeitig gesehen habe und entspannt in die Kamera lächeln kann. Bald kommt dann auch der nächste offizielle Verpflegungspunkt.

Das ist gut, denn nun führt uns die Strecke mit einer ziemlichen Steigung auf den höchsten Punkt der Runde. Hier müssen wir auch für ca. 500 m einen holperigen Wald/Wiesenweg bewältigen. Ein Schild mit der Aufschrift „Hier ist oben“ lässt uns aufatmen. Danach geht es aber wieder auf Asphalt hinunter und wir gelangen in eine Wohnsiedlung. Im Gegensatz zur alten Strecke haben sich doch öfters Anwohner zu Gruppen zusammen gefunden und machen für uns die Welle. Das tut ja immer wieder gut. In Hengstbrink gibt es den nächsten Verpflegungsposten und wir laufen an der alten Kirche vorbei zum Ausgangspunkt zurück.

 
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An der Schule warten Inge und Christiane auf mich und machen ihre Fotos. Bis hierher habe ich 2:25 gebraucht, die Sollzeit beträgt 5:55. Ich habe also noch beruhigende 3,5 Stunden Zeit für die zweite Runde. Der Sprecher nennt meinen Namen und Verein und wünscht viel Glück für die zweite Runde. Jetzt gibt es erst einmal wieder nur die Mitläufer oder das liebe Vieh auf den Weiden. Es ist eben hauptsächlich ein schöner Landschaftslauf. Wer es anders haben möchte, kann in einer Woche in Münster starten. Rüdiger schließt mit seiner Gabi zu mir auf und erzählt mir, dass er am 27.09. in Bertlich seinen 200sten laufen möchte. Ja sind denn heute nur Helden dabei?

Die Mitläufer werden nun in der zweiten Runde auch ziemlich rar. Einige sind wohl doch nach der ersten Runde ausgestiegen. Das Feld hat sich ziemlich auseinander gezogen. Erstaunt habe ich feststellen müssen, dass ich schon der drittälteste Teilnehmer im Marathonfeld bin. Ein Läufer aus Finnland kann noch ein paar Jahre mehr bieten. Nun, das stimmt mich doch schon ein wenig nachdenklich.

Zum Nachdenken habe ich ja jetzt genügend Zeit und ich genieße erst einmal die nun einsetzende Abendstimmung. Hier im ländlichen Bereich heißt das jetzt Ruhe pur. Die Verpflegungsstellen sind immer noch mit freundlichen Helfern besetzt und gut bestückt. Auch hier ist gegenüber früherer Veranstaltung eine deutliche Verbesserung zu spüren. Über 100 Helfer sind übrigens im Einsatz und sie bleiben hoch motiviert bis zum Schluss.

Inzwischen trinke ich nur noch Iso und Cola und gönne mir ein Stückchen Melone oder Banane. Nochmals genieße ich den Anblick der Mühle und der Burg in Schledehausen. Im Wald raschelt es schon geheimnisvoll, aber es handelt sich wohl nur um Vögel und Kleintiere, welche langsam ihren Schlafplatz suchen. Ich freue mich, dass es bei mir ganz gut läuft. Anfang der Woche bin ich noch im Wald beim Training gestürzt und habe mir Schürfwunden und Prellungen zugezogen. Da war ich mir nicht ganz sicher, dass ich hier die Marathondistanz schaffen würde.

Inge und Christiane tauchen nun sogar hier im Wald auf. Sie sind heute auch sehr aktiv und haben sich noch ein paar hundert Meter weiter vorgearbeitet als in Runde 1. Was macht man nicht alles für gute Fotos. Neben aufmunternden Worten gibt es für mich auch noch Cola.

Bald habe ich die Steigung wieder überwunden und erreiche erneut die Siedlung in Jeggen-West. Jetzt sind es noch knapp 5 Kilometer bis ins Ziel. Wer den Marathon kennt weiß aber, dass diese noch lang werden können. Also versorge ich mich an der letzten Verpflegungsstelle nochmals gründlich und trabe dann durch die Straßen von Wissingen Richtung Ziel. Die Anwohner sind noch nicht müde und feuern uns immer noch an.

 
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Die Sonne geht nun schon langsam unter und es erscheint ein dicker, fetter Vollmond am Horizont. Meine Fans warten geduldig an der Schule auf mich und freuen sich, als ich nach 5:19:12 das Ziel erreiche. Ich bekomme meine Medaille und von Inge ein alkoholfreies Bier. Nachdem ich mich erholt habe, mache ich mich auf den Weg zu den Duschen. Das Wasser ist noch warm und das tut richtig gut. So erholt können wir uns dann auf den Weg nach Hause machen.

Inzwischen ist es bereits dunkel und daran erkennen wir, dass der Sommer langsam zu Ende geht. Aber der Herbst ist doch auch wieder die Zeit der großen Marathonläufe. Mal sehen, was sich da für uns noch anbietet.

Der Osnabrücker Landmarathon hat sich mit dem neuen Konzept noch verbessert und ist ein schöner und interessanter Landschaftslauf, welchen ich für Genuss- und Erlebnisläufer nur empfehlen kann.    

 

Informationen: Osnabrücker Land-Marathon
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