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Laufberichte

Zwei Hasen und fünf Frischlinge

16.09.12

Für zwei Vereinsfreunde, Jessica und Bernhard, wird eine lange Vorbereitungszeit mit dem heutigen Tag zu Ende gehen. Denn was 2011 begann, die Vorbereitung für den Lionslauf in meiner Heimat von Eichstätt nach Neuburg über 23 Kilometer, der von der örtlichen Tagespresse unterstützt wurde,  gipfelte im Marathontraining in diesem Jahr. Lange Läufe, wichtigste Einheiten für den langen Kanten, hatten beide auf ihrer sportlich-läuferischen Wochenagenda genug vermerkt. Dann kann ja das Abenteuer Marathon steigen.

 

Vor dem Start

 

Wo ist denn das Fränkische Seenland, wird sich mancher fragen. Nun, das Fränkische Seenland befindet sich knapp 50 Kilometer südlich von Nürnberg und dazu gehören der Große und Kleine Brombachsee, der Igelsbachsee, der Altmühlsee und Rothsee. Und die ersten drei werden wir auf unserer Sightseeing-Tour erkunden und erlaufen.

Die Anreise nach Pleinfeld, einer Gemeinde rund 10 Kilometer nördlich von Weißenburg, geht  zügig vonstatten. Für mich ist der Lauf fast ein Heimspiel. Es gibt keinen Marathon, der näher an meiner Heimat Neuburg dran ist als der in Altmühlfranken. Der Lauf-Event findet nach der Neuorganisation durch OAI (Outdoor and Offroad Association International) zum zweiten Mal statt. Nach der verregneten Premiere letztes Jahr meldet der Wetterfrosch beste Bedingungen. Es hat zwar an kalten Ecken bei der Anfahrt nur drei Grad plus, doch der Blick ist durch Nebel nicht getrübt. Und im Fränkischen ist es zwar auch nur marginal weniger kalt, doch bis zur Startzeit um 09.00 Uhr wird sich die Luft noch um ein paar Grad erwärmen.

 
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Parkplätze sind in unmittelbarer Nähe des Festplatzes zur Genüge vorhanden. In wenigen Minuten sind wir an der Marathonmesse angelangt. Im Festzelt riecht es nach frischem Kaffee, am Anmeldeschalter stehen einige Helfer bereit. Im zweiten Zelt werden schon Verkäufe bei der Expo getätigt. Für Kinder steht ein Klettergarten bereit.

Unsere Startunterlagen bekommen wir zügig überreicht. Neben einem dicken Programmheft, Stoffbeutel und Startnummer erhalten die Läufer ein Handtuch überreicht. Der Gutschein für die Nudeln hängt an der Startnummer, für die Nudelparty sind wir aber zu spät, denn diese fand am Vortag statt, wo der Film Heaven & Hell gezeigt wurde. Es wäre lohnend gewesen, denn der Film berichtete vom Transalpine-Run.

Was kann die Familie an diesem Wochenende alles unternehmen? Nun, die Läufer können am Sonntag die Marathon- oder Halbmarathonstrecke laufen. Die walkenden Freunde werden auch auf die 21 Kilometer geschickt.. Der Marathonkurs kann auch als Staffel zu sechst gelaufen werden. Für den Nachwuchs werden Strecken von 300 Meter bis 4,5 Kilometer belaufen. Und wer mit dem Sport nichts am Hut hat, ist zum Zuschauen und Feiern gerne eingeladen.

Da ich vorher etwas vom Mont Blanc erzählt habe, gibt es wie 2011einen Ausschnitt aus unserer Wanderung um und auf den Großvenediger. Zwischen Bergsteigen und Marathonlaufen gibt es Parallelen, Höhen und Tiefen.

Dienstag. Heute soll es losgehen auf den Großvenediger, der mit 3662 Meter der fünfthöchste Berg Österreichs ist. Aufstehen in der Johannishütte um 05.00 Uhr. Frühstück 15 Minuten später. Abmarsch gegen 06.00 Uhr. Wer eine Stirn- oder Taschenlampe hat, soll diese mitnehmen, so unser Bergführer Stefan am Vorabend bei der „Befehlsausgabe“. Da hat er noch den Ablauf beschrieben. Der Anstieg von der Johannishütte (2121 Meter) zum Defreggerhaus (2962 Meter) dürfte gut zwei Stunden andauern. Dort erhalten wir Steigeisen und Beckengurt verpasst. Oberhalb vom Defreggerhaus werden wir auf den Gletscher wechseln. Es wird ein langer Gletscherhatsch, so Stefans Worte. Doch der Gipfelgrat zum Großvendiger selbst könnte manchen schwindlig werden lassen. Der ist nämlich ausgesetzt. Als reine Gehzeit auf den Gipfel veranschlagt er zusätzlich rund drei Stunden.

Kurze Hose und Kurzarmshirt, so ist man heute zum Laufen bestens ausgestattet. Auch wenn auf den ersten Kilometern die „Glubberl“ oder Pratzen kalt bleiben. Aber im Fortgang des Rennens werden die Finger schon noch warm werden. „Das Einlaufen verlegen wir auf das erste Laufstück“, so die Absicht von Jessica. Und das ist richtig. Denn es wird bei ihr und bei Bernhard ohne Aufwärmen heute eine Bestzeit. Wenn sie durchkommen, woran ich keinen Zweifel hege.

Wir schauen uns den Zeitläufer von 4.15 Stunden aus, der scheint für unseren Plan gut geeignet. Und wenn es besser laufen sollte, dann kann man sich von diesem nach vorne verabschieden. Weitere Pacemaker sind im 15 Minuten-Abstand von 3.30 bis 4.30 Stunden vorhanden.

 

Start, erste Kilometer

 

Pünktlich um 09.00 werden wir losgelassen. Aus zwei Kanonen werden bunte Papierschnitzel nach oben geschossen, die dann auf das durchlaufende Volk herunter segeln. Das erste Wegstück verläuft auf der Stirner Straße auf Asphalt. Die Hauptstraße wird aber schon nach rund einem Kilometer nach links verlassen.

 
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Noch vor Kilometerschild zwei (jeder ist übrigens ausgezeichnet) laufen wir an der Mandlesmühle vorbei. Dort befindet sich das Informationszentrum Fränkisches Seenland. Wer hier Urlaub macht und nichts mit seiner Zeit anzufangen weiß, kann sich Tipps und Ratschläge holen. Weiterhin kann der Interessierte die Entwicklung des größten wasserwirtschaftlichen Vorhabens in Bayern verfolgen. Ein Besuch lohnt sich auf alle Fälle und der kostet nur Zeit, denn der Eintritt ist frei.

Asphaltiert führt uns der Weg weiter entlang einiger kleinerer Gewässer, bis wir zum Hauptdamm des Brombachsees kommen. Oben auf der Dammkrone sehen wir die Führenden im Läuferfeld davon eilen. Wir müssen uns erst die Höhenmeter auf der folgenden, leicht belaufbaren Steigung erarbeiten.

Oben auf dem Damm greifen die ersten bei der V-Stelle bereits zu den Wasserbechern. Die weiteren Tankstellen bieten dann neben Aqua auch Iso-Getränke, Cola, Bananen, Melonen, Riegel, Gel und Bier dem durstigen Sportler an. Ich greife nicht zu und will mir den Durst für später aufheben.

Am Ende des Hauptdammes biegen wir nach links Richtung Allmannsdorf ab. Am Abzweig hat sich eine Gruppe von Trommlern postiert. Der dichte Kiefernwald würde uns Schatten geben, wenn es heiß wäre. Zum Laufen ist es heute ideal, man könnte fast sagen Bestzeitenwetter. Für PB’s ist jedoch die Strecke nicht ganz ideal, sie ist leicht wellig, dazu ist der Untergrund nicht immer asphaltiert. Wer aber Natur, Wasser und Landschaft mag, der hat eine richtige Wahl getroffen.

An der Arche Allmannsdorf ist schon die zweite von dreizehn V-Stellen. Und wer seinen Appetit nicht stillen kann, der kann dann daneben in die Arche einkehren. Denn da gibt es fränkische Spezialitäten. Urlauber können Ruder-, Tretboote und Räder ausleihen. Als Servicepersonal an den V-Stellen und im Zielbereich hat das OK mehrere Feuerwehren, Sportvereine, Pfadfinder, Wasserwacht und weitere Helfer gewonnen. Die Arbeit wird auf ehrenamtlicher Basis verteilt, so berichtet mir später Theresa Rabus von der Hauptorganisation.

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Informationen: NIFCO KTW Seenlandmarathon
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