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Laufberichte

Einladung nach Stuttgart

 

Es ist wieder soweit:  Michael Weber, allseits beliebter und bekannter Marathonläufer, außerdem Ehrenmitglied des 100 Marathon Clubs, lädt zum Neckarufermarathon nach Stuttgart. Was 2015 als privater Einladungslauf begann, mausert sich inzwischen zu einem richtigen Sportevent. Bereits bei der offiziellen Premiere im Vorjahr kamen 35 Läufer ins Ziel und waren begeistert. Kein Wunder, dass die 60 Voranmeldeplätze für 2017 schnell ausgebucht waren.

Michael hat da aber auch ein nahezu perfektes Konzept in die Tat umgesetzt. Die Strecke ist mit der Nähe zum Neckar und Max-Eyth- See idyllisch, aber trotzdem mit öffentlichen Verkehrsmitteln schnell zu erreichen. Weil sich im letzten Jahr ein paar Läufer verirrt hatten, ist sie in diesem Jahr noch besser markiert, man kommt ohne Streckensperrung aus. Meine Bedenken, dass die leckere Verpflegung für die gestiegene Läuferzahl vielleicht nicht ausreichen würden, sind unbegründet. Es gibt auch für die Letzten Kuchen satt. Einzig die Toilettensituation müsste vielleicht noch überdacht werden. Dafür würde ich auch gerne ein höheres Startgeld in Kauf nehmen.

Eine Woche vor dem Termin meldet Michael, dass nun auch alle Läufer der Warteliste teilnehmen dürfen, und ein Artikel in der Zeitung lockt sogar noch Nachmelder an. So stehen tatsächlich an die 100 Läufer am Start. Dieser liegt beim Wassersportzentrum am Max-Eyth-See in Stuttgart-Hofen, direkt am Neckar. Startnummernausgabe befindet sich in einem kleinen Zelt. 15 Euro Startgeld sind bar zu entrichten, und eine Haftungserklärung muss auch unterschrieben werden. Dann bekommt man die liebevoll gestaltete Startnummer. Zum Umziehen und Ablegen der Taschen steht ebenfalls ein kleines Zelt zur Verfügung. Das Wetter ist, solange der Wind sich in Grenzen hält, optimal. Es hat so um die 10 Grad, später wird die Sonne wohl auch herauskommen.

Kurz vor 9 Uhr erklärt Michael trotz detailliertem Streckenplan im Internet nochmal die Strecke: immer am Neckar entlang, dann über die Schleuse bei Aldingen, auf der anderen Seite zurück, über den Drei-Burgen-Steg und dann an Start/Ziel vorbei in die entgegengesetzte Richtung. Hier muss man dann tatsächlich einmal aufpassen, denn es gibt einen Abzweig zu einer Schleife auf eine Halbinsel um ein kleines Ausflugslokal herum, dann über den nächsten Steg zurück auf die andere Neckarseite; dort bis Bad Cannstatt, über die große Brücke und wieder zurück. Das ganze zweimal, wobei man sich beim zweiten Mal die Schleife um das Lokal sparen darf.

 

 
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Dann geht es los.  Schnell wird der Radweg zu eng, wir werden abgebremst. Weil Norbert und ich es sowieso nicht eilig haben, ist uns das jedoch egal. Es geht kurz am Ufer des Neckars entlang, dann unter der Hofener Brücke hindurch auf den Neckarradweg. Das Feld ist nun schon auseinandergezogen und Laufen kein Problem mehr. Mit den letzten Häuser von Hofen rechts verlassen wir bewohntes Gebiet. Schnell erreichen wir die imposante Stahlkonstruktion des Vier-Burgen-Stegs. Wir lassen die Brücke links liegen und bewegen uns weiter den Fluss hinunter.

Wir sind in einer größeren Gruppe unterwegs, so dass die Zeit wie im Flug vergeht. Schnell ist die Staustufe Aldingen erreicht und 5 Kilometer geschafft. Das beeindruckende Bauwerk besteht aus einer Schiffsschleuse mit 2 Kammern, einem Kraftwerk und einem Wehr. Außerdem dient sie als Auto- und Fußgängerbrücke. Auf der anderen Seite der Brücke erwartet uns die erste VP. Bevor wir uns über die Leckereien hermachen dürfen, notiert ein Helfer unsere Startnummern.

Wir stärken uns wahlweise mit Kuchen, Muffins, Salzstangen und diversen Getränken, danach geht es bergab und auf der anderen Seite des Neckars auf dem Radweg wieder zurück. Wir passieren das große Mühlhausener Hauptklärwerk. Alles macht einen gepflegten sauberen Eindruck und man riecht nichts. Weiter geht es über den Vier-Burgen-Steg Steg, so dass wir wieder auf der Strecke vom Anfang sind, und zurück zum Start. Dort werden erneut die Startnummern sowie die Durchgangszeit erfasst.

Das Zelt der Startnummernausgabe ist jetzt zum Verpflegungsstand umfunktioniert. Wir stärken uns und machen uns nun in die andere Richtung auf den Weg. Dieser führt auf einem kleinen Damm zwischen Max-Eyth-See und Neckar entlang. Am nächsten Abzweig zeigen große Pfeile scharf links auf die nette Halbinsel im Max-Eyth-See. Ein paar Meter weiter steht der Streckenposten und notiert unsere Startnummern. Wir laufen um das kleine, zu dieser Jahreszeit allerdings verwaiste Ausflugslokal auf der Halbinsel herum und kommen wieder am selben Streckenposten vorbei, der daraufhin unsere Nummern abstreicht. Anschließend überqueren wir auf dem Max-Eyth-Steg den Neckar. Ein schmaler Pfad führt scharf links bis ans Wasser hinunter. Auf der Austraße ist einiges los. Hier liegt die Zaißerei, ein überregional bekanntes Weingut mit Restaurant. Obwohl es noch nicht Mittag ist suchen schon viele Gäste einen Parkplatz. Wir schlängeln uns vorsichtig durch die Autolawine.

 

 
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Zwischen Neckar und den Weinbergen des bekannten Cannstatter-Zuckerle laufen wir weiter. Nach dem Unterqueren der Aubrücke befinden wir uns nun parallel zur stark befahrenen Neckartalstrasse im Stuttgarter Stadtteil Münster. Der Autoverkehr stört jedoch kaum, wir genießen die schönen Ausblicke auf den sich ständig wechselnden Neckar. Ein Schild weist uns darauf hin, dass wir bereits 14 km (bzw. 34,8 km für die 2. Runde) gelaufen sind. Wir unterqueren die Reinhold Maier Brücke und finden uns in einem langen, überdachten Gang wieder. Große Graffity verzieren die Betonwände. Nun geht es direkt am Kraftwerk Münster vorbei. Das Heizkraftwerk dient vorwiegend als Müllverbrennungsanlage. Auch hier ist alles sehr gepflegt, es gibt keine Schmuddelecken.

Wir lassen den Mühlsteg links liegen und laufen weiter direkt am Neckar entlang. An der Fußgängerpromenade laden Sitzgelegenheiten zum Verweilen ein. An einem Tisch haben es sich die Helfer der nächsten Verpflegungsstelle bequem gemacht. Nachdem unsere Startnummern notiert sind lassen wir uns die leckeren Kuchen schmecken. Mit einem gut gelaunten „bis später“ verabschieden wir uns. Nach ein paar Metern bergauf zeigen die bekannten Pfeile scharf links über die Wilhelmsbrücke. Es geht nach Bad Cannstatt. Zu Römerzeit kreuzten sich hier zwei wichtige Militärstrassen und die mineralreichen warmen Quellen trugen zur frühen Besiedelung bei.

Schade, dass wir die schönen Gassen mit seinen historischen Gebäuden nur erahnen können. Wir bleiben links auf dem Radweg, am Neckar entlang vorbei am Theaterschiff „Frauenlob“. Richtungsmäßig geht es zurück zum Ausgangspunkt des Laufs. Nach ein paar hundert Metern führt der Radweg nach rechts. Hier steht Johanna als Streckenposten und passt auf dass die Läufer den geraden Weg über eine Wiesenfläche mit Spielplatz nicht verpassen. Wegen des schönen Wetters ist der Spielplatz stark frequentiert. Wir müssen aufpassen wenn spielende Kinder unseren Weg kreuzen, wir Läufer werden schlichtweg ignoriert. Das König-Wilhelm-Viadukt eine hohe Eisenbahnbrücke überragt die Szenerie.

Hinter den Sportanlagen des SPVGG Cannstatt geht es einmal rechts und gleich wieder links, wir erreichen die Hofener Straße, Richtung Stuttgart Hofen. Hier bleiben wir ca. 2 km auf dem Gehweg. Rechts fliest der Neckar, links erheben sich steile Weinberge, das gefällt mir ganz gut. Die Straße macht eine Rechtskurve wir bleiben geradeaus am Fluss und folgen der Zufahrt zum Cannstatter Ruderclub und zur Anlage von „City Golf“ einem Mekka für Golfer.

Unter der Aubrücke führt ein kleiner Tunnel hindurch, dann sind wir schon zurück beim Max-Eyth-See und dem Start/Ziel Bereich. Wir begeben uns auf die 2. Runde. Oh, da kommen uns Läufer entgegen. Die sind uns 10 km voraus. Wir bejubeln jeden einzelnen. Schade, dass die Begegnungsstrecke beim Vier-Burgen-Steg endet.

Dafür herrscht hier Natur pur. Rechts liegt der Oeffinger Scillawald, ein sogenannter Schonwald, wo selbst Totholz liegen bleiben darf, und die Fellbacher Landungsbrücke, die im Rahmen des Projektes Landschaftspark Neckar erbaut wurde. Es handelt sich um eine Brücke, die sechs Meter über dem Wasser einfach aufhört. Dieses 24 m lange begehbare Kunstwerk soll für den Besucher neue Ausblicke auf das hier renaturierten Flussufer schaffen. Wir genießen den freien Blick aufs Wasser und das gegenüberliegende Ufer.

An der VP bei der Aldinger Schleuse halten wir ein kleines Schwätzchen mit den Helfern. Erstaunlicherweise sind wir immer noch eine kleine Gruppe. Michael, Kerstin, Ulli, Norbert und ich sind im gleichen Tempo unterwegs. Auch nach drei Stunden gibt es immer noch was zu erzählen. Im Start/Zielbereich können wir einige Finisher beklatschen. Auch Publikum hat sich nun eingefunden. Es fehlt noch laute Musik und ein Moderator, dann wäre das City-Lauffeeling komplett.

Uns zieht es aber auf die 4. Runde. Zunächst wird es schwierig. Der Weg ist voll mit Spaziergängern. Auch diverse Radler, manchmal in Kleingruppenstärke machen das vorwärtskommen zum Manöver. Ulli ist das zu langsam, er zieht einen Sprint an und ist bald nur noch von weitem an seinem weißen Shirt zu erkennen. Die Schleife um die Halbinsel fällt diesmal weg, wir laufen direkt über den Max-Eyth-Steg. Wieder auf dem Radweg ist auch dieser gut bevölkert, wenn auch nicht so dicht wie vorhin im Park.

 

 
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An der VP machen Kati, Greppi und Axel noch Pause und genießen die Sonne. Mit großen Hallo werden wir empfangen. Ich muss mich erst mal setzten und das Büffet überprüfen, es gibt noch mehr als genug. Plötzlich sind Norbert und ich allein. Die Gruppe ist mit einem Mal auseinandergebrochen. Jeder versucht nun scheinbar so schnell wie möglich ins Ziel zu kommen. Wir sind alle müde und hinten raus zieht es sich etwas. Dafür wartet im Ziel bereits für jeden viele Glückwünsche, die Finishermedaille und ein Bier.

 

 

Fazit:

Norbert und ich sind ja viel unterwegs und werden oft angesprochen, warum sich gerade die Baden-Württembergische Landeshauptstadt Stuttgart keinen Marathon leistet. Vermutlich gibt es dafür Gründe. Umso bemerkenswerter finde ich es, dass Michael Weber, quasi als Privatmann, die Initiative ergriffen hat. Vielleicht ist er aber auch der Einzige, dem so etwas gelingen kann. Mit seiner Erfahrung bei Marathons in aller Welt, seinen Verbindungen zum 100 Marathon Club und dem Leichtathletikverband hat er ein Netzwerk geknüpft, welches dieses Kleinod von Lauf auch in größerem Stil erfolgreich machen kann. Strecke toll, Orga toll, Essen toll, Leute toll. Der Termin fürs nächste Jahr steht schon rot in unserem Kalender.

 

Informationen: Neckarufer Marathon
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