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Laufberichte

169 trinkt kein Bier

 

Klassische Musik ist nicht so meine Sache. Aber Mozart geht immer. Zumindest was das Laufen betrifft. Ich meine den Mozart 100, einen Landschaftslauf erster Güte. 103 Km mit je 2.945 Hm rauf und runter. Da werde ich doch glatt zum Mozartfan.

Ich reise Freitag entspannt mit der Bahn nach Salzburg an und fahre vom Bahnhof direkt auf zur Startnummersausgabe am Residenzplatz im Herzen der Salzburger Altstadt. Hier wird auch am Samstag der Start erfolgen und ich hoffentlich als glücklicher Finisher über die Ziellinie laufen.

Im Race Office herrscht überschaubarer Andrang. Insgesamt haben 800 Läufer für alle Wettbewerbe gemeldet. Aber nur etwa 150 nehmen die 103 Km in Angriff. Der Starterbeutel kann zur Abgabe von Wechselkleidung verwendet werden. Gerne nutze ich noch das Angebot des Veranstalters zum Kauf eines faltbaren Kunststoffbechers zum Selbstkostenpreis von 4,90 €. Den kann man auch anderswo noch gut gebrauchen.

Da der Start am Samstag schon um 5 Uhr in der Früh erfolgt, halte ich mich nicht lange am Residenzplatz auf und begebe mich ins Hotel. Hier sortiere ich nochmals meine Ausrüstung. Die vorgeschriebenen Teile (Stirnlampe, Pfeife und Becher) sind im Rucksack, ebenso mein Trinkbeutel. Es kann losgehen.


 
© marathon4you.de 8 Bilder


Taxi mit Adam


Nach kurzer Nacht mache ich mich um 3.45 Uhr auf den Weg zum Start. Mit Adam aus England teile ich mir ein Taxi. Am Residenzplatz ist noch nicht viel los. Ich gebe den Kleiderbeutel im Rennbüro ab und gehe in ein Zelt, das von Heizstrahlern wohlig erwärmt wird.

Hier treffe ich Peter Ickert, den Veranstalter des Röntgenlaufs im Remscheid und M4Y-Kollegen. Wir werden heute noch reichlich Gelegenheit zum Plaudern haben und wollen beide einen entspannten Lauf absolvieren.

Kurz vor 5 Uhr versammeln sich die Läufer vor dem Startbanner und es geht pünktlich los. Vorbei am in Salzburg allgegenwärtigen Mozart geht es hinunter zur Salzach.

Zwei Runden von 47 und 56 km liegen vor uns. In der ersten drehen wir vor dem Fuschlsee ab und laufen zurück nach Salzburg, bei der zweiten ist der See zu umrunden. Alle 10 Km wartet eine gut bestückte Labestation auf uns.
Es ist optimales Laufwetter. Kein Regen mehr wie in den vergangenen Tagen. Wind gibt es auch keinen und bei der frischen Temperatur am frühen Morgen ist es ganz angenehm. Einen Läufer sehe ich mit kariertem Rock und Sandalen. Das hat doch was.

Nach den ersten zwei, drei Fotos finde ich mich am Ende des Läuferfeldes. Mir egal. Ich will ein schönes Lauferlebnis haben und schaue nicht auf die Zeit. Die Sollzeit beträgt 18 Stunden. Um 23 Uhr muss ich wieder am Residenzplatz sein. Das sollte machbar sein. Obwohl, ich fühle mich nicht allzu fit. Ein Grund mehr, es ruhig und bedächtig angehen zu lassen.


Plauderstunde


Dabei hilft mir die Plauderei mit Peter. Gemütlich laufen wir an der Salzachpromenade entlang, wo um diese frühe Zeit noch nichts los ist. Das wird sich in der zweiten Runde ändern. Eine Brücke über die Salzach bietet uns einen schönen Blick auf schneebedeckte Berge und führt auf die andere Seite der Salzach. Die hat ordentlich Wasser, dank der Regenfälle der letzten Tage.
Die Strecke führt uns weiter entlang des Flusses, nun aber auf der anderen Seite. Es geht auf einem asphaltierten Rad- und Fußweg nach Elsbethen. Das Läuferfeld ist schon weit auseinander gezogen. Viele Läufer werde ich so heute nicht auf meinen Fotos haben, denke ich.

Es ist keine Wolke am Himmel zu sehen und ich freue mich schon auf die ersten Sonnenstrahlen. Oben auf den Bergspitzen ist schon mal was in der Richtung angedeutet.


 
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Das erste Km-Schild…


… zeigt an, dass 5 Km schon hinter uns liegen. Wir haben in Elsbethen die Salzach verlassen und laufen parallel zum Glasenbach. Es geht langsam aufwärts, aber noch können wir gut laufen. Das ändert sich, als wir in die Glasenbach-Klamm hinein laufen. Es geht nunmehr deutlich aufwärts und wir gehen plaudernd den Geoschauweg hinauf.

Dieser ist mit einigen Hinweisschildern versehen. Ich nehme mir nicht die Zeit, sie ausführlich lesen, bin aber sehr angetan von den interessanten Eindrücken in der Klamm. Der Geograph und Hobby-Geologe in mir freut sich.

Kurz vor dem Ende der Klamm weist ein Schild auf unsere erste Verpflegungsstelle hin, die landesüblich als Labestation bezeichnet wird. Gefällt mir der Ausdruck. Labe passt auch genau zu dem was uns hier geboten wird. Es gibt Wasser, Iso, Roten Bullen als Cola und anders. Der erste Einsatz meines neu erworbenen roten, faltbaren Bechers steht an. Zu Essen gibt es Gels, Obst, die von mir geliebten Rosinen, Kuchen und leckere Brote. Da greife ich doch gleich mal zu.

Hier in Hinterwinkl haben wir 10 Km geschafft. Labestationen gibt es beim Mozart 100 alle 10 Km. Darauf muss man sich einstellen. Ich bin  wieder getränkemäßig mit Trinkrucksack autark und kann mich zwischen den einzelnen Labestationen selbst versorgen.


Erste Höhe ist geschafft


Aus der Klamm heraus können wir nunmehr die ersten morgendlichen Sonnenstrahlen genießen. Ein wahrlich schöner Anblick bietet sich uns mit dem blauen, von keiner Wolke getrübten Himmel und dem satten Grün der Wiesen und Wälder. Dazu Nebel, den es an den Berghängen nach oben zieht. Normal liege ich so früh morgens noch im Bett, denke ich mir. Heute bin ich aber richtig froh, stattdessen beim Mozart 100 unterwegs zu sein. Es macht Spaß und die Sonne gibt schon mal einen Vorgeschmack auf noch höhere Temperaturen.

Ebenau und damit Km 15 ist erreicht. Wir verlassen die weiten Wiesen des Tales und laufen neben einem Hof auf einem schmalen Wiesenpfad in den Wald. Und der führt uns wieder mächtig nach oben. Irgendwie müssen wir ja auf die 2.945 Hm kommen. Es geht in Richtung Plötz Wasserfall. Die Strecke ist gut markiert. Hinweisschilder, Flatterbänder und rote Markierungen weisen den Weg. Und dazu gibt es auch noch reichlich Helfer z. B. bei Straßenquerungen.


 
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The Climb


Der Waldweg ist nur stellenweise matschig. Technisch kein Problem, aber mühsam. Ein kleiner Bach wird auf einem Steg überquert und da liegt er vor uns als erster Lohn der Mühen des Aufstiegs: der Plötz Wasserfall. Dieser Teil der Strecke ist neu in 2016 erzählt mir Peter. Gute Entscheidung des Veranstalters. Je weniger Straße und Asphalt umso besser.

Am Plötz Wasserfall stehen Mühlen die das Wasser des Rettenbaches nutzen. Gerne würde ich hier noch etwas verweilen, trabe aber über den Glücksplatz weiter nach oben. Der Wald spuckt uns aus und wir kommen an einzelne Höfe. Mitten durch einen davon geht es zur Straße und auf dieser nach rechts. Wir sind in einem Hochtal. Steil hinunter  stoßen wir auf die L 107. Die Straßenquerung ist mit einem Posten wieder mustergültig gesichert. Ein Schild macht klar, was nun auf uns zukommt.

The Climb, der Aufstieg, steht an. Und der hat es in sich. Ich bin aber noch gut unterwegs. Noch machen die Anstiege keine größere Mühe. Und auch dieser im Wald und dann über eine Wiese geht irgendwann zu Ende. Und das genau an einer kleinen Straße, die es nach links hinunter zu laufen gilt.

Km 20 wird dabei passiert. Wir kommen nach Hof. Hier erwartet uns die zweite Labe. Mir wird sogar ein alkoholfreies Bier angeboten. Lecker! Ich genieße schon so früh im Rennen diese kleinen Pausen an der Labe. Später werden sie  länger ...


 
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Fuschlsee


Durch Wald, Wiesen und über Ashalt nähern wir uns dem Fuschlsee. Teilweise laufen wir auf schmalen Trails  durchs Gras. Schön abwechslungsreich, macht Spaß. Hier und heute bin ich richtig. Zwar nicht in Bestform, aber ich komme voran.
Wir queren die L 202 und der Hödlmoosweg bringt uns zum View. Vor uns liegt erstmals der Fuschlsee. Es geht doch, denke ich mir und freue mich, fast die Hälfte der ersten Runde geschafft zu haben. Der Blick auf den See und seine Umgebung ist Klasse. Wunderschön. Gerne würde ich nach dem Lauf noch hierbleiben.

Erste Wolken erinnern mich an die Wettervorschau, die für den Nachmittag Regen ansagt. Sie wird leider Recht behalten. Aber noch scheint die Sonne und die Temperaturen steigen mächtig. Ich nutze jede Gelegenheit, um den Kopf zu kühlen. Und die gibt es bei Bächen, Trögen und sogar mit Wasser aus Steinen reichlich.

Bestens abgesichert queren wir kurz vor dem Fuschlsee die B 158. Auf der anderen Straßenseite biegen wir links ab und ein Schild zeigt uns an, erste Runde nach links, zweite Runde nach rechts. Also vorbei am 25 Km-Schild und neben dem Hotel über den Golfplatz mit ausgelegtem roten Teppich hinunter an den See.

Schloß Fuschl liegt auf einer in den See hineinragenden kleinen Halbinsel. Nachher sehen wir es noch von der anderen Seite. Angesichts der Hitze würde ich gerne die Schuhe ausziehen und im See baden. Aber dann könnte ich wahrscheinlich die Sollzeiten nicht mehr einhalten. Ich spüre schon eine gewisse Ermüdung. Und das so früh im Rennen. Auch der Rücken macht sich wieder bemerkbar. Das kann ja noch heiter werden, denke ich mir.

Aber weiter geht‘s. Keine Zeit verlieren, aber nicht hetzen. Gemütlich trabe ich los.

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Informationen: Mozart 100
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