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Laufberichte

Run and Walk durchs Monschauer Land

12.08.07

Am 12.08.2007 richtete der TV Konzen nun bereits zum 31. Male den üblicherweise am zweiten Sonntag im August veranstalteten "Monschau-Marathon" aus. Dessen Organisationszentrum sowie Start und Ziel befinden sich in Konzen, welches wie fast alle Orte dieser Region nach Monschau eingemeindet wurde und auf der Landkarte ca. 25 km südlich von Aachen zu finden ist.

 

Das in hohe Berge eingebettete und von einer Burganlage überragte Eifelstädtchen Monschau selbst wird von der Rur (ohne "h") durchflossen und ist mit seinem historischen Stadtkern und dessen vielen Sehenswürdigkeiten (allen voran das Rote Haus und drei im Mittelalter erbaute Kirchen sowie zahlreiche malerische Fachwerkhäuser) ein sehr beliebtes und an Sonntagen oft fast schon überfülltes Ausflugsziel. Da sich Monschau einer besonders großen Wertschätzung bei den Menschen im benachbarten Belgien und in den nahe gelegenen Niederlanden erfreut, verspürt die Besucherin/der Besucher dieses "schnuckeligen" Städtchens ein angenehmes internationales Flair.

 

Zurück zur Laufveranstaltung: Der "Monschau-Marathon" ist nicht nur einer der ältesten, sondern auch einer der schönsten Landschaftsmarathonläufe Deutschlands. Dies führte dazu, dass es Jahre gab, in denen man sich des Interessentenansturmes nur noch dadurch erwehren zu können glaubte, indem man in den jeweiligen Ausschreibungen Teilnehmerzahlbegrenzungen auswies. Diese wurden aufgrund der Gutherzigkeit der Organisatoren dann aber doch nicht ganz so konsequent umgesetzt, und in den Folgejahren verzichtete man schließlich wieder auf derartige Limitierungen oder man gab eine nicht zu eng bemessene Zahl vor (so z.B. für den letztjährigen Jubiläumslauf insgesamt maximal 1.600 Starter/innen).

 

Da man sich in der Eifel befindet, die ja bekanntermaßen ein deutsches Mittelgebirge ist, muss sich die Anmelderin/der Anmelder schon von vornherein im Klaren sein, dass sie/ihn ein sehr bergiger Kurs erwartet. Tatsächlich führt der "Monschau-Marathon" über eine der schwersten nichtalpinen Rundstrecken Deutschlands. Deren Profil lässt sich durchaus mit dem des "Rennsteiglaufes" und des "Eibenstocker Drei-Talsperren-Marathons" vergleichen.

 

Es scheint mir, dass der ebenfalls "sehr anspruchsvolle" Rundkurs des "Röntgenlaufes" im Bergischen Land fast schon etwas leichter zu bewältigen ist. Wie auch bei den drei vorgenannten vergleichbaren Veranstaltungen kommt hinzu, dass nicht nur asphaltierte Straßen und Wirtschaftwege, sondern auch - und zwar sogar in überwiegendem Maße - naturbelassene oder grob geschotterte Wald- und Wiesenwege zu belaufen sind.

 

Nachdem am Nachmittag des Vortages Wettbewerbe für Nordic-Walker/innen und Mountainbiker/innen zur Austragung gelangen, ist der Sonntag alleine dem "Monschau-Marathon" vorbehalten. In dessen Rahmen werden drei Startmöglichkeiten angeboten, bei denen auf identischem Streckenverlauf die Marathondistanz von 42.195 m zurückzulegen ist:

 

[1] Der "walk in nature": Gestartet werden kann zwischen 6.00 und 7.15 Uhr. Zielschluss ist um 15.30 Uhr. Laut Ausschreibung darf gewalkt, gewandert, marschiert und auch gelaufen werden. Kombinationen aus diesen Fortbewegungsarten wie "Laufen und Marschieren" werden ausdrücklich empfohlen. Als man den "walk in nature" ins Leben rief, hat man von vornherein auch an eine Startgelegenheit für diejenigen Läuferinnen/Läufer gedacht, die weniger trainiert sind, sich konditionell zu einer Hauptlauf-Teilnahme nicht in der Lage fühlen oder einmal dem Wettkampfstress entfliehen und die herrliche Landschaft genießen möchten.

 

Laut Ausschreibung "kann es im 'Walk-Bereich' zu sehr unterschiedlichen Zeiten kommen, die der Veranstalter und die Teilnehmer aber in Kauf nehmen". Deshalb wurde die Ergebnisliste in der Vergangenheit mehrmals nicht nach Zeiten, sondern nach dem Alphabet sortiert. Andere Nachteile gegenüber den Hauptlauf-Starterinnen/-Startern entstehen den "walk in nature"-Teilnehmerinnen/-Teilnehmern aber nicht. Auch sie können das großzügige Versorgungsangebot auf der Strecke nutzen. Im Gegenteil: Sie haben den Vorteil, dass ihnen ihre tatsächlich benötigte Zeit beurkundet wird. Dies hat folgende Ursache:

 

Bevor sich eine/ein "walk in nature"-Teilnehmerin/-Teilnehmer vom Start aus auf die Strecke begibt, wird deren/dessen Startnummer (die dazugehörigen Daten werden ja bereits im Rahmen der Anmeldung erfasst und später zugespeichert) in einen Laptop eingegeben. Dann wird die Freigabe zum Loswalken/-wandern/-marschieren/-laufen erteilt und die individuelle Zeitnahme ausgelöst. Beim Sich-dem-Ziel-Nähern einer/eines "walk in nature"-Teilnehmerin/-Teilnehmers wird auf dem Laptop wiederum deren/dessen Startnummer aufgerufen und mit dem Ziellinie-Passieren die Endzeitnahme durchgeführt. Dieses System hat bislang stets hervorragend funktioniert!

 

 
© Walter Huppertz

 

[2] Der "run in nature": Gemeinsamer Start um 8.00 Uhr, Zielschluss um 14.00 Uhr (wobei man diese Vorgabe veranstalterseitig nicht ganz so streng handhabt). Dieser wettkampfmäßige Hauptlauf ist das Kernstück der Veranstaltung und war ursprünglich der einzige Wettbewerb.

 

[3] Aus Anlass des 30-jährigen Jubiläums bot man im Vorjahr erstmals auch denjenigen, die sich die komplette Marathonstrecke nicht zutrauen, die Möglichkeit, das "Monschau-Marathon-Feeling" mitzuerleben, indem man einen Staffellauf ins Programm aufnahm. Jener Wettbewerb soll auch künftig beibehalten werden. Gestartet wird gemeinsam mit dem Hauptlauf um 8.00 Uhr. Als Zielschluss ist ebenfalls 14.00 Uhr vorgegeben. Eine Staffel besteht aus 4 Personen. Eingeladen sind nicht nur Sportvereine, sondern auch andere Gruppierungen und Einrichtungen.

 

Die Eindrücke, die bei einer Laufveranstaltung gewonnen werden, und Erinnerungen, die von einer solchen haften bleiben, hängen natürlich auch maßgeblich vom Wetter ab. Und dieses war heuer prächtig. Während der Wettbewerbe schien die Sonne von einem fast wolkenlosen Himmel. Dennoch war es in den frühen Morgenstunden noch empfindlich kühl. Im Laufe des Vormittags stieg die Temperatur jedoch merklich an, sodass in den Mittagsstunden ein Höchstwert von +23° Celsius erreicht wurde. Erst am späten Nachmittag kam etwas Bewölkung auf, was dem schönen Wetter aber keinen Abbruch tat.

 

 
© Walter Huppertz

 

Zu "meiner Vorstellung" in Monschau: Der erste Marathonlauf, an den ich mich nach meiner im September 1996 durchgeführten Bypass-Operation wieder herangewagt hatte, war der "Monschau-Marathon 1998" (vorher, von Juni 1968 bis Juni 1996, hatte ich insgesamt 92 Wettkämpfe über die 42,2- oder 50,0-km-Distanz bestritten). Ohne die Möglichkeit, die oben ausführlich geschilderte Variante "walk in nature" nutzen zu können, hätte ich meine Rückkehr in die Marathonszene wohl gar nicht erst versucht. Mir wären dann bislang weitere 221 schöne Marathon- und Ultraläufe versagt geblieben. Wann auch immer ich nach meinem größten Lauferlebnis gefragt werde, nenne ich den mir unvergesslichen "Marathon-Wiedereinstieg" am 09.08.1998 in Monschau-Konzen.

 

In Anbetracht des mir nach meiner Bypass-Operation verbliebenen und sich zudem jährlich reduzierenden Leistungsvermögens hätte ich sicherlich große Schwierigkeiten, den mit Steigungen gespickten Rundkurs (so wie mir dies 2001 noch deutlich und 2002 ganz knapp gelungen ist) innerhalb von 6 Stunden zu bewältigen. Mithin ist es nachvollziehbar, dass ich seit 1998 in Monschau-Konzen stets - und damit auch in diesem Jahr wieder - den Wettbewerb "walk in nature" bestritten habe.

 

 
© Walter Huppertz

 

Nach einem aus orthopädischen Gründen etwas "verkorksten" Rennen am Sonntag zuvor in Beverstedt-Wellen war für den diesjährigen Monschau-Start "Spaß an der Freude" angesagt. Hierzu verordnete ich mir, von vornherein alle selbst noch so geringen Steigungen sowie alle steilen Gefälle marschierend zurückzulegen. Zu meinem Erstaunen vermochte ich mich tatsächlich zu zügeln und meine eigenen Vorgaben recht gut umzusetzen. Und so genoss ich es, ohne Zeitlimitdruck und ohne "Schlusslichtposition-Vermeidungskampf" die herrliche Landschaft und die tolle Laufatmosphäre auf mich einwirken zu lassen.

 

Wären da nicht beim Steilbergaufmarschieren die schlimmen Rückenschmerzen kurz über meinem Becken aufgetreten (diese werden vermutlich von einem lädierten Puffer zwischen zwei Bandscheiben verursacht und bewirken ein Gefühl, als ob man in der Mitte des Körpers auseinanderbrechen würde), wäre das Glücksgefühl vollkommen gewesen. Dass meine Endzeit nicht mit einer "5" begann, sondern lediglich 6:18:39,0 Stunden betrug, war in Anbetracht des großartigen Erlebnisses völlig nebensächlich.

 

 
© Walter Huppertz

 

Außerdem gab es ja noch etwas Erfreuliches zu registrieren: Nachdem mich eine Woche zuvor beim Marathonlauf in Beverstedt-Wellen während des ersten Streckendrittels erhebliche Schmerzen in meinem linken Knie, während des zweiten Streckendrittels ernstzunehmende Probleme im Bereich meiner rechten Wade/Achillessehne und während des letzten Streckendrittels immer wieder Anflüge von Wadenkrämpfen ziemlich behindert hatten, traten nennenswerte Beschwerden diesmal nicht auf.

 

An meine Zielankunft schloss sich auch in diesem Jahr wieder eine wahre "Wiedersehensorgie" an. Hatten mich schon auf der Strecke viele aktuelle Laufbekannte passiert, so traf ich auf der "after-run-party" (dies ist die heutige Bezeichnung für das, was wir früher ganz schlicht "anschließendes gemütliches Beisammensein" nannten) ein gutes Dutzend ehemaliger Läufer aus dem Großraum Monschau, mit denen ich vor 20, 25 und sogar 30 Jahren bei den zahlreichen Freitagabendläufen in dieser Region heiße Kämpfe ausgetragen und anschließend bis spät in die Nacht hinein noch wacker gezecht hatte.

 

Leider läuft von diesen "alten Kämpen" niemand mehr wettkampfmäßig. Bestenfalls joggt der eine oder andere noch ab und zu ein paar km "nur so für den Hausgebrauch". Das Interesse am regionalen Laufgeschehen ist aber nach wie vor vorhanden. Und all diese ehemaligen Lauffreunde wieder zu sehen, das war schon eine tolle Sache! Ebenso sehr freute ich mich, dass viele mir gut bekannte und zum Teil mit mir befreundete niederländische Läufer/innen (manche sogar für ein verlängertes Wochenende) den Weg nach Monschau gefunden hatten.

 

Erstplatzierte Männer im Hauptlauf:


1. André Collet - DJK Armada Euchen Würselen - 2:37:22,5 Stunden
2. Jörg Achten - DJK Armada Euchen Würselen - 2:47:58,9 Stunden
3. Sascha Velten - Remscheider SV - 2:49:23,5 Stunden

 

Erstplatzierte Frauen im Hauptlauf:


1. Monica Barchetti - Atletica Melito Bologna (Italien) - 3:18:28,7 Stunden
2. Martina Greiml-Lenertz - TV Bitburg - 3:23:16,2 Stunden
3. Francoise Lecol - Waimes (Belgien) - 3:24:20,9 Stunden

 

Noch etwas Statistik:


"run in nature" = 685 Finisher und 106 Finisherinnen
"walk in nature" = 115 Finisher und 76 Finisherinnen
Marathonläufe insgesamt = 982 Zielankömmlinge
123 Marathon-Staffeln x 4 Läufer/innen = 492 Teilnehmer/innen
Ihre Wettkämpfe beendeten insgesamt = 1.474 Teilnehmer/innen

 

Informationen: Monschau-Marathon
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