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Laufberichte

Marathontechnisch guter Start

04.02.06

Niederlande = flache Lande?

 

Obwohl ich keine so guten Erinnerungen an Apeldoorn hatte, machte ich mich wieder auf den Weg. Im letzten Jahr wurde ich durch Krämpfe auf den letzten 10 Kilometern zum Wanderer. Dafür lernte ich auf diesem „gemütlichen“ Teilstück Kurt aus Stüde kennen, der mir viel zu erzählen hatte und mit dem ich seither in ständigem Kontakt bin.

 

Für mich fing das Jahr ja nicht so gut an. Am 10. Januar hatte ich Knochenmarksentnahme und musste das Lauftraining einschränken. Kaum war das überstanden, holte mich eine Erkältung ein und der geplante Elbtunnelmarathon war gestrichen. Im Laufe der Woche ging es mir dann besser,  mein letzter längerer Trainingslauf lag jedoch zwei Wochen zurück. Aber ich hatte mich für Apeldoorn angemeldet und wusste ja, dass es nach 27 km eine Ausstiegsmöglichkeit gibt.

 

Also machte ich mich am Samstag um 7:15 Uhr auf den Weg zu Heiner, der wohnt ja nur 6 km von mir entfernt. Zusammen fuhren in Begleitung seiner Frau Martina, die die erwähnten 27 km laufen wollte,  Richtung Holland. Das Thermometer im Auto zeigte -3 Grad, die Autofahrt war trotz Schnee und Eis ohne Komplikationen. Je näher wir den Niederlanden kamen, je weniger wurde der Schnee und das Thermometer stieg bis zur Abfahrt 19 Apeldoorn auf plus 4 Grad an. Die Zufahrt zur König Wilhelm 3/ Frank van Bijnen Kaserne war gut ausgeschildert.

 

Uns wurde ein Parkplatz zugewiesen, alles war perfekt organisiert. 10:30 Uhr waren wir dort und bis zum Start um 12.00 Uhr hatten wir noch genügend Zeit. Die Startnummer hatten wir nach 5 Minuten und gingen eine Halle weiter, dort waren Umkleiden und Duschen. Aber vorher traf ich noch besagten Kurt aus Stüde, außerdem noch viele andere Strategen, wie  Bernhard Sesterheim, Peter Wieneke, Horst Preisler, HaJo Meyer usw. Die Familie war also wieder beisammen. Nur ich war noch skeptisch. Werde ich es heute schaffen?

 

 
Typisch für Apeldoorn: die waldreiche Umgebung
© marathon4you.de 2 Bilder

Schon das Einlaufen auf den 1000 Metern zum Start am Sportpark Orderbus fiel mir schwer. Dort stand ich nun mit 500 Marathonis und den 1700 Asselrundenläufer (27,4 km), die pünktlich um 12:00 Uhr starteten. Wem das alles zuviel war, konnte auch einen Minimarathon, immerhin auch noch 18,7 km oder einen Testlauf über 7,2 km absolvieren.

 

Ich beschloss, langsam und gleichmäßig zu laufen und nicht zu schnell anzugehen. Nach 2 km verliessen wir Apeldoorn, das in eine herrliche Landschaft eingebettet ist, gut zu vergleichen mit der Lüneburger Heide. Übrigens, es gibt in Apeldoorn auch einen sehr bekannten 4-Tage-Marsch über jeweils 50 Kilometer, der allerdings mit seiner Teilnehmerzahl nicht an die weltbekannten 4-daagse von Nijmegen heranreicht.

 

Die km 14 - 20 liefen wir entlang einer für uns einseitig gesperrten Hauptstrasse wieder Richtung Apeldoorn. Meine Zeit für die Halbmarathon-Distanz: 2:08 Std. Ich fühlte schon ein wenig die Kräfte schwinden. In Apeldoorn ging es dann durch eine Parkanlage und auf der  langen Zielgerade immer leicht ansteigend weiter. Hier überholte mich nach gerade mal 2:50 Stunden die erste Frau, die es damit nicht mehr weit ins Ziel hatte. Ich erinnerte mich, dass solche Zeiten auch schon mal im Bereich meiner Möglichkeiten lagen. Wehmut kommt dabei nicht auf, denn ich freue mich über jeden Kilometer, den ich trotz meiner Krankheit laufen kann. Damit waren auch die Gedanken weg, hier aufzuhören.

 

Ich stellte auch diesmal wieder fest: sobald ich die Entscheidung getroffen hatte, weiter zu laufen, ging es mir gut. Wir verschwanden im Wald und hatten bald an die 30 Kilometer in den Beinen. Die ganze Strecke bis hier hin war nie ganz eben, immer leicht wellig. Jetzt wurde dieses Streckenprofil noch ausgeprägter. Am Ende konnte ich auf meiner Pulsuhr insgesamt 300 Höhenmeter ablesen. Das zum Thema Holland = Flachland.

 

Dass ich dabei auf den letzten Kilometern noch einige überholen konnte, überraschte mich dann doch. Ich hatte an den immer gut bestückten, von netten Damen betreuten Verpflegungsstellen, zum Ende hin das erste Mal den angebotenen Würfelzucker genommen.  Ich hatte schon das Gefühl, dadurch zügig voran zu kommen. Ich werde das bei meinem nächsten Marathon auf jeden Fall noch einmal testen.

 

 
"Komm, sie gehört Dir!"
© marathon4you.de

Für heute war nach 4:29:01 Stunden Schluss. Überglücklich nahm ich die Medaille in Empfang, denn besser konnte das Jahr marathontechnisch gar nicht anfangen. Im Ziel wartete ich dann auf Horst Preisler, den ich kurz vorher überholt hatte. Bisher war es immer umgekehrt. Heiner ließ sich noch mehr  Zeit und kam nach weiteren 20 Minuten an.

 

 
Das obligatorische Finisherfoto, diesmal mit Horst Preisler
© marathon4you.de

Die beeindruckenden Finisherzahlen:

Marathon 497
Asselrunde 27,4 km 1.674
Minimarathon 18,7 km 2.458
Test Loop 7,2 km 932

 

Streckenbeschreibung:

Herrliche Landschaftsstrecke bestehend aus einer großen Runde 27km und eine kleinere 15km durch Heidelandschaft und Wald.


Auszeichnung:

Medaille, T-Shirt und CD. Was da drauf ist, weiß ich noch nicht.


Verpflegung:

Alle 5km warmen Tee, Wasser und Extran das holländische Iso, Kekse und Zuckerwürfel.


Logistik:

Alles perfekt organisiert. Kurze Wege nur zum Start 5-10 min. Fußweg. Aber was ist das schon wenn man 42 Kilometer laufen will. 


Fazit:

Wer Anfang des Jahres einen Marathon laufen oder einen längeren Trainingslauf machen möchte, ist hier gut aufgehoben.

 

Informationen: Midwinter Marathon
Veranstalter-WebsiteE-MailErgebnislisteHotelangeboteOnlinewetterGoogle/Routenplaner

 

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