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Laufberichte

Dance And Run in Fürth

13.06.10
Autor: Olaf Ulmer

Zum vierten Male fand heuer der Metropol-Marathon in Fürth statt. War die erste Ausgabe dieses Laufes im Jahre 2007 noch dem 1000-jährigen Stadtjubiläum gewidmet, so war die diesjährige Austragung im Zeichen der Eisenbahn. Schließlich fuhr vor genau 175 Jahren die erste Eisenbahn Deutschlands von Fürth nach Nürnberg.

Dreh- und Angelpunkt der Veranstaltung war der Festplatz Fürther Freiheit im Herzen der Stadt. Mittlerweile hat sich die Veranstaltung zu einem dreitägigen Großereignis gemausert, das nicht nur für Läufer so einiges zu bieten hat. Am Samstag vor dem Marathon findet z.B. ein Menschenkicker-Turnier statt. Ähnlich wie beim Original Tischkicker stehen sich hier die Kontrahenten an Stangen fixiert gegenüber. Mit dem Unterschied, dass alles natürlich viel größer ist, die Spielfiguren Menschen sind und keiner die Stangen dreht.

Der Marathon wurde dieses Jahr das erste Mal auf einem welligen Halbmarathon-Rundkurs ausgetragen, der zweimal zu durchlaufen war. Insgesamt 29 Actionpoints  mit Musik- und Tanzgruppen sorgten, getreu dem Motto „Dance and Run“, für eine hervorragende Stimmung und die richtige Motivation für den Lauf.

Neben dem Marathon wurden noch ein Kids-Marathon über unterschiedliche Distanzen, ein Halbmarathon, ein Staffelmarathon, ein 10 Kilometer-Lauf und Nordic-Walking angeboten. Somit war für jeden in der Familie etwas geboten und jeder kam auf seine Kosten.

Auf dem Festplatz Fürther Freiheit war neben dem Parc Fermé, der den Läufer mit Startnummernausgabe, Umkleiden und Taschenabgabe vorbehalten war, noch der bereits erwähnten Menschenkicker, eine Marathonmesse, eine Showbühne, zahlreiche Verpflegungsstände und jede Menge Biertisch-Garnituren untergebracht.
Bereits im vergangenen Jahr hatte ich mit dem Hauptorganisator Bernd von Trill verabredet, dieses Jahr den Zugläufer für die Zielzeit 4:15 Stunden zu machen.
Ich war etwa zwei Stunden vor dem Start um 9:30 Uhr bereits in Fürth und konnte so noch die Ruhe vor dem Sturm genießen

Neben den Startunterlagen gab es noch einen praktischen Rucksack, der zudem noch mit einigen Zugaben (eine Flasche Mineralwasser, eine Tüte mit Halsbonbons, eine Tüte Gummibärchen und Brillenputztücher) gefüllt war.

Im Pacer-Dress und mit dem beschrifteten Ballon machte ich mich auf den Weg zum Startgelände. Eine Cheerleader-Band heizte inzwischen die Stimmung im und neben dem Startbereich an. Neben den Läufern der Down-Syndrom-Staffel war auch wieder „Pumuckl“ Dietmar Mücke mit seinen Spendenläufern vertreten. Die Stimmung war, so kurz vor dem Start, ganz entspannt und herzlich.

 
© marathon4you.de 41 Bilder

Mit fünf Minuten Verspätung erfolgte der Startschuss und neben knapp 800 Marathonis setzten sich auch rund 1500 Halbmarathonis in Bewegung. Die Staffeln wurden eine Viertelstunde nach uns auf die Reise geschickt.

Nach ein paar Metern asphaltierten Untergrundes kamen wir in den Stadtpark und wurden auf gut zu laufendem gesplitteten Geläuf entlang der Pegnitz geführt. Sven, der zweite Zugläufer über 4:15 Stunden, lief rund 20 Meter hinter mir, als plötzlich Gottfried, der sich als Ersatz-Zugläufer für eben diese Zeit outete, neben mir auftauchte.

Nach der Unterquerung der Ludwigbrücke kamen wir in den Stadtteil Ronhof, wo die Spvgg Greuther Fürth im Playmobil-Stadion ihre Heimspiele austrägt. Eine kleine Schleife durch das Stadion mit einer Begegnungsstrecke führte uns wieder in Richtung Fürther Innenstadt.

Bei Kilometer fünf überquerten wir abermals die Pegnitz und wir kamen für einen kurzen Abstecher wieder in die Fußgängerzone von Fürth. Nun führte uns der Weg an den Stadtrand von Fürth, wo wir am malerischen Regnitzufer laufen durften. Es ging über den Fluß hinweg zum Stadtteil Hardhöhe und schon standen wir vor der ersten Herausforderung des Tages. Nach der Verpflegungsstelle bei Kilometer sieben ging es nämlich hinter dem Freibad über einen Wiesenweg für ein kurzes aber steiles Stück bergan. Nach der Bewältigung dieses Anstieges konnten wir uns nur kurz erholen, denn kurz darauf ging es abermals recht steil bergan. Auf dem Kulminationspunkt dieser Steigung war schon die nächste Verpflegungsstelle. Wir hatten allerdings keine Zeit zu verlieren, denn wir lagen wegen den zwei Steigungen  etwas hinter unserem  Zeitplan zurück.

Wir erreichten den Stadtteil Unterführberg, den wir auf leicht welligen Wegen im Zick-Zack-Kurs durchliefen. Eine Brücke brachte uns über den Main-Donau-Kanal und wir erreichten über eine kurze Begegnungsstrecke das Stadion des TV 1860 Fürth. Wurden wir im Vorjahr nach auf die Tartanbahn geschickt, so führte uns der diesjährige Kurs in einer Schleife zwischen dem Stadion und den Nebenplätzen hindurch wieder zurück auf die Straße.

Ein kurzes Bergab-Stück führte uns entlang des Donau-Kanals, wo eine Troika von fränkischen Läufern mit Sprüchen auf ihren Laufshirts wie „Simmer denn nonett do“, „Mei Baana tun weh“ und „Gut schaust aus“ für eine nette und willkommene Abwechslung sorgten.

Die Pyramide der Euro Clinic im Blick ging es nun rund zwei Kilometer fast geradeaus entlang dieses Kanals. Ein steiles Bergab-Stück führte uns unter dem Main-Donau-Kanal hindurch zum Stadtteil Dambach. Für einen Moment wurde dieser Stadt-Marathon nun zu einem Landschaftsmarathon und man konnte die Idylle genießen.

Wir überquerten die Regnitz und kamen in den Stadtteil Südstadtpark, wo uns der nächste Stimmungshöhepunkt erwartete. In der Grünen Halle war für uns der rote Teppich ausgelegt. Blitzlichtgewitter und viel Beifall der anwesenden und staunenden Zuschauer begleitete uns auf dieser Indoor-Passage.

Eine kleine Schleife durch den Südstadtpark brachte uns wieder in den Innenstadtbereich von Fürth. Durch ein eng stehendes Zuschauerspalier erreichten wir den Start-Ziel-Bereich und die Halbmarathonis konnten für ihren Endspurt den breiteren rechten Teil der Strecke nutzen. Die Marathonis wurden über den schmaleren linken Kanal am Ziel vorbei und auf die zweite Runde geführt.
Immer wieder blickte ich zurück, um zu sehen, was aus unserer Gruppe geworden ist. Leider war nur noch eine Handvoll Läufer übrig geblieben, nach den Steigungen hinter dem Freibad im Stadtteil Hardhöhe waren dann noch weniger. Obwohl wir aufgrund eines kleinen Zeitpolsters extra langsam laufen konnten.

Sven schaffte es, einen Läufer über die gesamte Distanz zu ziehen und zu viert erreichten wir am Ende der zweiten Runde wieder den Innenstadtbereich von Fürth.
Erwin Bittel kam uns entgegen, der als Zugläufer für 3:45 Stunden unterwegs war und schon seit einer halben Stunde Feierabend hatte.

Wir nahmen die letzten Meter in Angriff und kamen im Formationsflug, ähnlich wie die Rennfahrer beim 24-Stunden-Renne von LeMans, auf die Zielgerade. Mit einer Punktlandung überquerten wir die Ziellinie und beglückwünschten Lars, der uns bis zum Schluss begleiten konnte, zu seinem ersten Marathon.

Nach dem Erhalt der Finisher-Medaille labten wir uns am reichhaltigen Angebot der Zielverpflegung. Neben Wasser, Cola und Iso wurde auch alkoholfreies Weißbier und Champagner angeboten. Zum Essen gab es neben allerlei Obst auch reichlich Kuchen. Und bestimmt habe ich nun was aus dem reichhaltigen Angebot vergessen.

Mein Fazit: Das Organisationsteam um Chef Bernd von Trill hat einen hervorragend organisierten Lauf auf die Beine gestellt. Es gab alle zwei Kilometer zumindest eine Wasserstelle. Der Rundkurs ist bis auf den Abschnitt am Kanal entlang auch wegen der Anstiege und den zahlreichen Events an der Strecke sehr abwechslungsreich. Bestzeiten werden wegen der Anstiege und dem auch sonst recht welligen und zum Teil winkligen Kurs eher nicht gelaufen.

An den Versorgungsstellen wurde alles, was das Läuferherz begehrt, angeboten. Lediglich mein Ruf nach Schnitzel mit Pommes blieb ungehört. Die Zielverpflegung war ebenfalls vom Feinsten. Etliche hilfsbereite und stets freundliche Helfer wiesen einem den richtigen Weg. In regelmäßigen Abständen wurden auch zahlreiche Dixies platziert, was für manchen „erleichternd“ war.

Weniger gefallen hat mir das Essensangebot auf der Fürther Freiheit, das für meinen Geschmack überteuert war. Und Dixies, auf der Strecke noch zahlreich, fehlten hier ganz. Oder habe ich sie übersehen?

Ohne freiwillige Helfer, die Polizei, dem THW, der Feuerwehr und den zahlreichen Sanitätsorganisationen ist eine solche Veranstaltung kaum zu meistern. Daher meinen herzlichen Dank allen, die diesen wunderschönen Lauf möglich gemacht haben.

 

Informationen: Metropol Marathon
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