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Laufberichte

Hitzeschlacht in Menden

18.06.06

42,195 Kilometer, wenig Wald, viel Wiese, ein paar Hügel und zwei Feldhasen


Der Menden - Marathon. Was hatte ich mir nicht schon alles über diese Veranstaltung von meinen Laufkollegen, von denen jeder mindestens schon einmal teilgenommen hatte, erzählen lassen… Besonders eine Umschreibung tauchte immer wieder auf: Die Hitzeschlacht auf den weiten Wiesen und Feldern des Ruhrtals. Kein Baum, kein Strauch, kein Schatten. Über lange Teile der Strecke. Ein wenig furchteinflößend für mich, der bisher immer nur bei angenehmen Temperaturen die Marathondistanz bewältigte. Aber gut, Herausforderungen sind dazu da, sie anzugehen.

 

Schon um 5.25 Uhr, als meine Freundin mich energisch weckte (den Wecker um Punkt 5.00 Uhr hatte sie bereits ausgestellt…), kündigte sich durchs Schlafzimmerfenster ein sonniger Tag an. Meine Freundin, die sich schon sonnend im Ruhrtal liegen sah, war entzückt, ich eher etwas verhalten aufgrund einer bösen Vorahnung. Diese „Vorahnung“ sollte sich später bestätigen…

 

Aber zunächst hieß es: Anziehen, Klamotten ins Auto und los. Schließlich war der Zeitplan durchs Verschlafen schon erheblich ins Wanken gekommen. Trotz der freien Bahn erreichen wir Menden am nördlichsten Rande des Sauerlandes erst um 7.30 Uhr, 30 Minuten vor dem Startschuss. Und die Startunterlagen müssen auch noch besorgt werden.

 

 
© marathon4you.de 3 Bilder

Aber schon beim ersten Blick über den Rathausplatz mit Zielbereich legen sich die Hektik und die Angst, zu spät zum Start zu kommen. Hier wird der überschaubare Rahmen der Veranstaltung deutlich. Keine Menschentrauben, durch die man sich seinen Weg zur Startunterlagenausgabe bahnen muss, keine Warteschlangen an den Tischen. Nur eine Hand voll Läufer, die sich konzentriert auf den Start vorbereiten und Angehörige, die sich in der (noch) angenehmen Sommersonne ihren Frühstückskaffee gönnen.

 

Lediglich die Frauen und Männer in den gelben T-Shirts mit den schwarzen, dicken MCM- Aufdrucken laufen professionell geschäftig hin und her. Schließlich haben sie einiges zu organisieren, abzuklären und auszuführen. Viel zu tun für einen Laufklub, der einen Marathon in Eigenregie veranstaltet. Aber mit über 20 Jahren Erfahrung - der erste Menden-Marathon fand bereits 1985 statt - ist Routine eingekehrt und alles macht einen sehr professionellen Eindruck.

 

Nachdem nun meine Startnummer auf der Brust platziert ist mache ich mich auf den Weg zum Startbereich. Auch das Starterfeld ist überschaubar. Doch bevor dann endlich der Startschuss fallen kann, stimmen 150 Teilnehmer noch ein „Happy Birthday“ an, schließlich muss der 43. Geburtstag von MCM-Mitglied Thomas Mirz gebührend gefeiert werden. Nicht umsonst ist seine Startnummer die 43. Langsam gefällt mir die familiere Atmosphäre. Und dann geht’s los: Der Organisationschef  Josef Kaderhandt schmeißt sein Megaphon weg, reiht sich ins Starterfeld ein und schon fällt der Startschuss.

 

 
Start mit Josef Kaderhandt
© marathon4you.de 2 Bilder

Jetzt um 8.00 Uhr sind die Temperaturen noch angenehm. Zunächst geht’s 3 kleine, flache Runden quer durch die Mendener Innenstadt. Zum Einlaufen ideal. Dann führt uns eine Landstraße in die berüchtigten Wiesen und Felder des Ruhrtals. Bei Kilometer 5 entdecke ich den ersten Kilometerhinweis. Was mich sonst zum Blick auf die Uhr und mehreren Hochrechnungen zwingt, lässt mich heute jedoch kalt. Meine Devise bei der zu erwartenden Hitze und dem erst kürzlich absolvierten Rennsteiglauf: ankommen. Für alle Teilnehmer mit anderen Ambitionen ist aber nun jeder Kilometer mit Farbmarkierungen am Boden gekennzeichnet.

 

 
© marathon4you.de 6 Bilder

Bei Kilometer 8 biegen wir nun rechts von der Landstraße ab. Auf asphaltierten Feldwegen folge ich der doch etwas hügeligen Strecke und besonders meinem Vordermann vom Marathon-Club-Menden. Der wird sich wohl auskennen. Und prompt gibt er mir freundlich den Hinweis, dass wir uns nun auf einer Touristenattraktion bewegen: Der Z - Route, der Heimtrainigsstrecke Erich Zabels, der hier seine Rennradrunden dreht. Abgesehen davon breiten sich nun vor mir endlose Weizenfelder aus. Abwechslung bieten die Getränkestellen, an denen man sich mit Wasser, Cola und Tee versorgen kann. Die großen Wasserfässer bleiben in dieser ersten Runde zunächst noch unberührt.

 

 
Geburtstagskind Thomas Mirz
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Über einen Wendepunkt zurück begibt man sich auf die zweite Runde. Und da sind die Wasserfässer zum Kopfkühlen plötzlich ein Thema. Denn während ich dem 30sten Kilometer entgegenlaufe, steigt das Quecksilber immer weiter Richtung 30 Grad. Meinen Wegbegleiter vom Marathon-Klub muss ich bereits bei Kilometer 20 zeihen lassen. Ab da laufe ich alleine. Übrigens noch etwas, was den Menden - Marathon neben seinen Hitzeläufen charakterisiert: Man läuft Marathon mehr denn je im Kopf, nicht getragen von jubelnden Zuschauern und Läuferkolonnen wie bei den großen City - Veranstaltungen. Man ist nur mit sich selbst beschäftigt.

 

Und dann ist es geschafft. Bei Kilometer 41 werden wir Läufer jedoch noch einmal gefordert. Hier geht es im Zick-Zack hoch auf die Ruhrbrücke. Wie sich später herausstellt, wurde hier die Streckenführung zum Vorjahr geändert. Ob zum Vor- oder Nachteil lass ich mal da hingestellt, schließlich fehlt mir der Vergleich. Allerdings ist so etwas auf dem letzten Kilometer nicht gerade willkommen.

 

Doch beim Anblick des Zielbanners ist das ganz schnell vergessen. Über die Zielgeraden winkt mich ein Streckenposten mit rotem Fähnchen, der nette Polizist hält die Autos auf der Kreuzung an. Vorbei. 42,195 Kilometer wenig Wald, viel Wiese, ein paar Hügel, zwei Feldhasen und trotz der Hitze eine gelungen Veranstaltung.

 

 
Mein erster Marathon-Pokal
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In handgestoppten 3:36:36 erreiche ich als zweiter in der MHK das Ziel und sichere mir damit meinen ersten Pokal bei einem Marathon. Denn tatsächlich werden bei einer großzügig angelegten Siegerehrung die ersten Drei aller Altersklassen aufs Treppchen gebeten. Zusätzlich gibt’s Sachpreise für alle Marathon-Neulinge und eine Paarwertung.

Und hier die Gesamtsieger:

 

 
Wolfgang Schütz bei seinem Sieglauf
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Mit weitem Vorsprung ist Wolfgang Schütz vom TV Flein in der Zeit von 2:39:25 Sieger des Marathons. Den zweiten Platz belegte Gerald Baudeck vom SG Suderwich in 2:56:41. Dritter wurde Manfred Böckmann vom Alfterer SC in 2:59:13.

 

 
Sabine Hundrieser gewinnt die Frauen-konkurrenz
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Bei den Frauen gewann Sabine Hundrieser ebenfalls vom Alfterer SC in 3:27:58. Zweite wurde Renate Nikelowski vom LT Köln-Esch in 3:31:38. Den dritten Platz belegte Regina Tank in 3:35:29.

 

Informationen: Menden Marathon
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