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Laufberichte

Schön, schwer, spektakulär

08.06.14

Das Elsass erstreckt sich auf rund 200 Km Länge zwischen dem Rhein und dem Vogesenkamm. Der Gebirgszug der Vogesen, der das Elsass im Westen begrenzt, weist kein einheitliches Landschaftsbild auf. Im Norden und Süden ist es knapp 600 mtr. hoch. Der mittlere Teil der Vogesen ist bis zu 1400 mtr. hoch.

Im ersten Weltkrieg waren die Vogesen Schauplatz erbitterter Kämpfe zwischen deutschen und französischen Soldaten. An der Ostseite findet man große Soldatenfriedhöfe. Auch sind an vielen Stellen die Schützengräben von damals noch deutlich sichtbar. Auf der Westseite des Vogesenkamms verläuft unterhalb der vielen Gipfel die „Route des Cretes“, die im ersten Weltkrieg von den Franzosen als Versorgungsstraße gebaut wurde.

 

 
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In diesem Gebiet finden von März bis Oktober Trailläufe der ganz besonderen Art statt. Dazu gehören der "Trail du petit Ballon“ (März), der „Trail St. Die“ (April), der „Trail de Wurzel de la Ville“ (Mai), der Trail des Marcaires (Mai), der „Maratrail du Ballon d`Alsace“  (Juni), der Trail de la vallee des Lacs“ (Juni), der „Trail du pay Welche“ (Juli), der „Cretes des vogiennes“ (August), der „Trail du Haute Königsbourg (September) und der „Belfort Trail“ (Oktober). Alle diese Landschaftsläufe haben eines gemeinsam: Sie sind schwer, schön und spektakulär und es sind Marathon- und Ultradistanzen.

An Pfingsten 2011 nahm ich schon einmal am „Maratrail du Ballon d`Alsace“ im Süden der „Vogesen“ teil. 42,5 Km und 1800 HöM im Aufstieg müssen dabei bewältigt werden. Eines vorweg: Die weite Anreise hat sich auch diesmal wieder gelohnt. Leider waren nur acht Deutsche Läufer am Start.

Um 8:30 Uhr kracht am „Col du Hundsruck“ auf 748 müNN für 165 Teilnehmer der Startschuss. Sofort geht es die ersten Kilometer auf einem Forstweg  zum „Thanner Hubel“ stramm bergan. Dabei wechselt der Untergrund von Schotter auf grobe Steine und umgekehrt. Erst an der „Auberge de Rossberg“ auf 1108 m wechselt die Strecke über Viehweiden und grünen Wiesen. Nach Durchquerung eines Viehgatters geht es ein kurzes Stück bergab, um anschließend zu den „Vogelsteinen“ auf 1181 müNN wieder bergan zu laufen. Hier hat man einen schönen Ausblick in das „Vallee de la Doller“ und hinüber zum „Ballon d`Alsace“.

 

 
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Hat man die Wiese überlaufen, geht es in einen Wald und auf einem schmalen Pfad bergab zu einer Holztreppenbarriere, bevor erneut Viehweiden und steile Hangwiesen auf die Trailer warten. Am „Col du Rimbach“ auf  946 m erreicht man dann die Erste von vier Verpflegungsstellen.

Wieder im Wald, geht es auf schmalen Pfaden zum „Col du Ternsee“ und zum „Lac des Perches“. Eine kleine Felsanhöhe muss sogar über eine Stahlleiter erklommen werden. Im ständigen Auf und Ab im lichten Wald und am Hang  über Wurzeln und Felsen, gilt es nun den „Rimbachkopf“ auf 1195 m zu erklimmen.

 
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Immer spektakulärer wird mittlerweile die Laufstrecke. Über einen Felshang mit Gitterrosten und ausgesetzten Stellen gelangt man dann bis oberhalb des „Lac des Perches“. Der weitere Weg führt dann über zwei Schuttfelder und wieder steil bergan. Am „Col des Charbonniers“ auf 1115 m erreicht man dann die zweite VS. Immer anspruchsvoller wird der Pfad. Hier muss immer mehr der sichere Tritt gesucht werden.

Spektakulär ist auch der Anstieg durch ein Felsenlabyrinth  zum „Ballon d`Alsace“. Den Schlussanstieg zum Ballonplateau schafft man über Holzstufen und erreicht die baumlose Kuppe und den höchsten Punkt der Strecke auf 1247 m. Anstatt eines Gipfelkreuzes empfängt die Läufer eine Statue - „Jeanne d`Arc“ hoch zu Ross.

Das schwierigste der Strecke ist abgearbeitet.  An der „Auberge du Ballon d`Alsace“ bei Km 22 steht dann die dritte VS mit allerlei Leckereien. Der weitere Weg geht lange Zeit über Weiden und Wiesen, vorbei an der „Refuge de la Gentiane“ und dann leicht bergan über eine bunte Bergwiese mit unzähligen, 50 cm hohen, gelben Enzian. Immer weiter geht es auf einer weiteren baumlosen Kuppe bergan. Kaum ist der Scheitel erreicht, geht es sofort bergab und wenig später taucht man wieder in einen Wald ein.

 

 
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Ein herrlicher Trail am Berghang mit Laub und Wurzeln führt uns abwärts zur vierten VS an der „Ferme Auberge du Lochberg“ bei Km 33. In Serpentinen auf einem Wirtschaftsweg geht es weiter flott bergab zum kleinen Badesee „Lachtelweiher“. Diese erholsame Streckenpassage ist aber nur kurz, wenig später wird wieder auf einen Trail abgebogen, gespickt mit runden Kieselsteinen.

An der „Ferme Auberge du Bruchenwald“ auf 800 m gibt es dann doch noch eine weitere VS, wo man sich für die letzten vier Km noch einmal stärken kann. Hinter der „Auberge“ muss dann zusätzlich ein kleines Sumpfgebiet auf Holzplanken überlaufen werden. Dann geht es noch einmal auf schmalen Pfad durch lichten Wald hinunter nach „Masevaux“. Am Ortsrand verlässt man dann den Wald über etlichen Holzstufen und es geht ins Ziel am „Centre de sportif“.

Leider habe ich es nicht geschafft und bin ich wegen Zeitüberschreitung nicht in die Wertung gekommen. Ich hatte massive Probleme mit meinem operierten Knie und  musste zu viel marschieren.

 

Fazit:


Nach über 8 Std. endete für mich ein phantastischer Trailrun  in den südlichen Vogesen. Der Trail führt ständig bergauf und bergab auf teilweise schwierigen Pfaden. Ab und an werden die Läufer auf den Höhen mit herrlichen Ausblicken bis hinüber zum Schwarzwald und den Schweizer Jura belohnt. Hier gibt es alles, was der Berg-, Trail-  und Landschaftsläufer sucht

 

Informationen: Mara-Trail du Ballon d'Alsace
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