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Laufberichte

„Wie läuft’s?

 

Renndirektor Jo Schindler gewährt einen Blick hinter die Kulissen der Vorbereitung auf den Frankfurt Marathon 2015.

Gelassen, routiniert und gut trainiert, mit voller Konzentration auf das Wesentliche: Was für ambitionierte Läufer wichtig ist, gilt für Renndirektor Jo Schindler erst recht. Gerade an den Tagen und in den letzten Stunden vor dem Frankfurt Marathon zahlt sich für ihn die gute Vorbereitung und ein erfahrenes Team schließlich aus.

In seiner Agentur „motion events“ wurde übers Jahr hinweg akribisch auf diese Großveranstaltung hin gearbeitet. Auf sechs feste Mitarbeiter – darunter die ehemalige Profiläuferin Petra Wassiluk – sowie einige ehemalige und aktuelle Praktikanten kann er sich fast blind verlassen. Was uneingeschränkt auch für seine Frau Sabine gilt, die extra aus Regensburg anreist, um ihn in der heißen Phase vor Ort zu unterstützen. Nicht zuletzt langjährige, erfahrene Partner sorgen dafür, dass dieser Tag annähernd reibungslos über die Bühne geht. Immerhin organisiert Schindler den Frankfurt Marathon bereits zum vierzehnten Mal, aber er ist immer wieder mit viel Herzblut dabei. Und freut sich, dass sein Team jedes Jahr noch besser zusammenarbeitet und die Aufgabenverteilung so gut funktioniert, dass sich für ihn genügend Verschnaufpausen ergeben.

„Das ist alles gute Planung – und gibt uns Luft, damit ich mich kümmern könnte, falls etwas Unvorhergesehenes passiert“, zeigt er sich ganz entspannt. Und in der Tat klingelt sein Handy überraschend selten, auch die Anzahl der Mails hält sich in Grenzen. Aber lustig zu beobachten: Wenn er dann mal telefoniert, geht er dabei gerne auf und ab oder zieht größere Kreise. Da kommt eben doch auch der Läufer durch ...

 
Jo Schindler mit Ehefrau Sabine
© Stephanie Kreuzer 4 Bilder

 

Getaktete „To Do’s“

 

Wahrlich beeindruckend die fünfzehnseitige, eng beschriebene Tabelle mit den exakt formulierten und genau getakteten „To Do’s“ für die entscheidenden Tage vor dem Event. Hier ist klar definiert, wer wann was zu tun bzw. sich worum zu kümmern hat. In der täglichen Teambesprechung werden die schon abgearbeiteten Aufgaben gecheckt und noch offene Punkte geklärt. Davon gibt es jedoch nicht allzu viele, und wenn, werden sie schnell abgehakt, denn alle im Team haben ihre jeweiligen Bereiche gut im Griff und agieren ohne Hektik. Und jeder ist bereit einzuspringen, wenn an anderer Stelle zusätzliche Manpower erforderlich ist.

Das Problem der fehlenden Helfershirts von Sponsor asics wird schnell gelöst, Kopfzerbrechen bereitet allerdings die am Donnerstagabend noch ungeklärte Moderatorenfrage. Der langjährige Sprecher an Start und Ziel, Franz Piontek, musste aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig absagen. Nun soll HR-Urgestein Werner Damm einspringen, um den sportlichen Teil zu moderieren. Nach kurzer Bedenkzeit und Verhandlung ist aber auch dieser Deal perfekt und Jo Schindler hat ein Problem weniger.

Sein Büro hat er für die letzten vier Tage auf das Messegelände verlegt, direkt neben der Festhalle ist nun das „Zentrum der Macht“ angesiedelt. Das Marathonwochenende kann beginnen! Chaotisch sieht es hier nur auf den ersten Blick aus, denn alles hat seine Ordnung – von den Kisten mit Start- und Zielband über das Köfferchen mit der Starterpistole bis hin zu den bruchsicher verpackten Siegerpokalen in Form eines Schuhs, aus dem Hause der Höchster Porzellanmanufaktur. Viele Beutel, Laibchen und Badges sieht man im Organisationsbüro, noch dazu Getränke und immer was zu essen. Besonders die Süßigkeiten sind an den langen Tagen heiß begehrt.

Die offizielle Helferverpflegung ist im Untergeschoss der Festhalle untergebracht, dort betreibt accente während dieser Zeit eine Küche. Das Angebot ist vielfältig. Immerhin gibt es rund 2000 überwiegend ehrenamtliche Helfer, davon 800 an der Strecke. Ohne die ginge gar nichts. So müssen zum Beispiel vorab 25.000 Starterbeutel und Startnummern ausgegeben werden und während des Laufs werden insgesamt 1200 Kilogramm Äpfel sowie 3000 Kilogramm Bananen unterwegs und im Zielbereich verteilt.

 

Warm up

 

Wie man sich als Läufer bestmöglich ernährt, erklärt der deutsche Top-Läufer Arne Gabius am Donnerstagnachmittag während des „Round Tables“ für Pressevertreter, die sich für die individuellen Trainings- und Regenerationspläne interessieren. Zur Vorbereitung hat der Mediziner eine Low-Carb-Diät absolviert, um den Körper während der Belastung daran zu gewöhnen, die Fettspeicher anzutasten. „Bei der Marathongeschwindigkeit soll sozusagen viel Fett in den Tank gemischt werden, um Benzin, also Kohlehydrate, zu sparen“, erklärt er lachend. Nun freut er sich auf die Rösti im Mövenpick-Hotel, denn seit zwei Tagen futtert er Kohlehydrate bis zum Abwinken, um die Speicher zu 120 Prozent zu füllen. „Letztes Jahr wussten wir eh‘ nicht, wie es richtig ist, daher konnten wir nichts falsch machen“. Nach dieser Devise ist er auch jetzt wieder sehr positiv gestimmt: „Das Marathontraining macht mir einfach Spaß, und ich bin bereit für die 42 Kilometer!“ Dem fulminanten Debüt 2014 soll dieses Jahr eine Rekordzeit folgen, dies verkündet er selbstbewusst und voller Vertrauen in seine Leistungsfähigkeit.

Lisa Hahner, die 25-jährige deutsche Spitzenläuferin, die ohne ihre Zwillingsschwester Anna antritt, sieht die Ernährung etwas lockerer und kommt sowieso aus dem Strahlen nicht heraus: „Nach zwei Jahren, in denen ich mit Verletzungen zu kämpfen hatte, fühle ich mich topfit und in der Lage, eine persönliche Bestzeit zu laufen!“ Und nicht nur das – auch die Olympianorm, die bei 2:28.30 Stunden liegt, will sie angehen. Das ist allerdings ein Thema, das alle erzürnt, denn die deutschen Normen sind vom Deutschen Leichtathletikverband sehr anspruchsvoll definiert; für die Männer liegt sie bei 2:12.15 Stunden. Dese Zeit scheint momentan eigentlich nur  Arne Gabius zu schaffen. Gerade aber er plädiert auch für weniger strenge Normen, um jeweils drei deutsche Läufer in Rio 2016 an den Start schicken zu können. Denn „dabei sein ist alles“!

Weil sich das auch zigtausend Freizeitläufer und Breitensportler gesagt haben, was den Frankfurt Marathon betrifft, soll die „gudd Stubb“ – die Festhalle – für den Zieleinlauf perfekt gerüstet sein. Doch zuvor hat sie noch andere Bewährungsproben zu überstehen, finden dort doch samstags schon die „Struwwelpeterläufe“ für die ganz Kleinen sowie nachmittags für alle Teilnehmer die große Pastaparty statt.

Der Aufbau läuft bereits seit Mittwoch, wie der dafür Verantwortliche Marc Esslinger-Riemer von sandburg event/production/support erzählt; als erstes wurden dafür zahlreiche Lampen und Spots an Traversen montiert und zur Hallendecke hochgezogen sowie die Bühne für die Siegerehrung aufgebaut. Auch er ist einer der langjährigen Partner im Team von Jo Schindler; bereits seit 2004 ist er mit dabei und strahlt kompetente Gelassenheit aus: „Da ist viel gegenseitiges Lernen, denn Jo betrachtet die ganze Veranstaltung und speziell den Zieleinlauf eher aus Läufersicht. Aber wir bringen mehr ‚Showdesign‘ mit ein, was für Sponsoren und Zuschauer wichtig ist. So kommen wir gemeinsam zu einem optimalen Ergebnis.“ Abbauen muss er nach Zielschluss am Sonntag dann ganz schnell, denn bis Montag, 7 Uhr, muss er die Halle besenrein verlassen.

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Informationen: Mainova Frankfurt Marathon
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