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Laufberichte

Madeira von der schönsten Seite

25.05.13

Trailabenteuer für Genießer

 

Nach meinem Trail auf Madeira im letzten Jahr stand für mich fest: Hierhin kommst du zurück! Gesagt getan. Ich bin wieder hier. Und in diesem Jahr will ich länger laufen als in 2012. Aus den 56,5 km (T 55) mit 2.900 hm Aufstieg und 4.575 hm Abstieg sollen es nun 85 km (UT 85) mit je 4.075 hm rauf und runter werden. Rekord für mich, was die Laufdistanz betrifft.

 

Der MIUT brummt


Der UT 85 ist aber noch nicht die Königsdisziplin. Die wurde gegenüber 2012 von 101,5 auf 116 Km verlängert. Der UT 115 bietet zudem  auf 116 Km satte 6.555 hm auf- und abwärts. Den T 55 gibt es nicht mehr, dafür ist der UT 85 neu. Neu ist auch der Trail 42. Der Trail über die Marathondistanz startet im Hochgebirge und führt zumeist abwärts, bietet jedoch auch 900 Hm Aufstieg. Der Madeira Island Ultra Trail (MIUT) wird abgerundet durch den Trail 20, so dass für jeden was im Angebot sein dürfte.

Und das Angebot kommt an. War in 2012 bei der vierten Austragung des MIUT schon eine Verdoppelung der Teilnehmerzahlen auf 300 zu verzeichnen, so steigt die Zahl in diesem Jahr auf über 450. Madeira liegt voll im Trend. Ich kann es gut verstehen. Sportlich ein Leckerbissen und als Urlaubsziel ist die Blumeninsel im Atlantik absolut sehenswert.


Urlaubswoche


Wie im Vorjahr buche ich frühzeitig Flug und Unterkunft. Mein Quartier schlage ich diesmal in einem Haus von Madeira Rural in Garajao zwischen Funchal und Machico auf.

Von meiner Villa Echium aus habe ich eine gute Ausgangsbasis für meine Unternehmungen. Infos dazu gibt’s wie gewohnt am Ende des Berichts.

Schon am Donnerstag gehe ich in Machico zur Startnummernausgabe. Ich werde sogleich wiedererkannt und herzlich begrüßt. Rasch erhalte ich die Startnummer, den Leihchip gegen Kaution von 30 €, zwei Beutel für Wechselkleidung im Ziel und unterwegs an der Chao Areeiro sowie das Teilnehmershirt.

Eine Kontrolle der Ausrüstung gibt es nicht. Der Veranstalter hält sich jedoch Kontrollen während des Laufes ausdrücklich vor. Bei Nichtbeachtung drohen empfindliche Zeitstrafen und gar Disqualifikation.

In freudiger Erwartung stehe ich nun so mit meinem Starterbeutel da im Event Center in  Machico, da ist plötzlich eine Fernsehkamera auf mich gerichtet und ein Reporter stellt mir auf Englisch Fragen. Wir plaudern über Madeira, den Lauf …
Dieses Interview wird am Abend im Fernsehen ausgestrahlt und ist der Grund für einen  vorübergehenden Promi-Status  auf der Insel erlange. Jedenfalls werde ich am Freitag und auch am Renntag wiederholt auf das Interview im Fernsehen angesprochen. „Hi Klaus, I saw you in TV“ oder „You are Klaus“. Hat schon was.


Es wird ernst


Am Freitag ist um 17 Uhr am Event Center in Machico Briefing in Portugiesisch, Englisch und Französisch. Zum Wetter am Lauftag gefragt sagt Nuno Gonçalves, Organisationschef vom veranstaltenden Clube de Montanha do Funchal: „We will have weather“. Klingt nicht so gut wie im letzten Jahr. Da sagte er klar und deutlich: „No rain at all“. Das Wetter ist recht kühl, es hat viele Wolken und sogar Regen ist mit in der Vorhersage.

Aber das ist egal. Ich freue mich auf das Abenteuer. Angesichts des beeindruckenden Höhendiagramms und der Länge der Strecke habe ich jedoch einen Riesenrespekt und bin mir wahrlich nicht sicher, ob ich diese Herausforderung schaffen werde.

Die Zeit vom Briefing um 17 Uhr bis zur Abfahrt der Shuttlebusse von Machico zum Start in Porto Moniz vertreibe ich mir mit Plaudereien mit anderen Läufern aus Deutschland. Es sind auffallend viele Teilnehmer aus Deutschland und auch aus Österreich dabei. Viel mehr als im letzten Jahr.

Gegen 21.30 Uhr fahren die Busse ab und die Spannung steigt. Schon im Bus ist das Auf und Ab beeindruckend. Das kann ja was werden beim Lauf, wird sich so mancher denken.

 
© marathon4you.de 8 Bilder

In Porto Moniz werden wir direkt am Start abgesetzt. Hier war im letzten Jahr der Zieleinlauf. Heuer wird die Insel in umgekehrter Richtung von Porto Moniz nach Machico gequert. Auf einer Rasenfläche neben dem Start können wir die beiden Kleiderbeutel für das Ziel und Chao Areeiro abgeben.

Wir haben noch eine Stunde Zeit. Es ist frisch und windig. Ich suche mir eine halbwegs windgeschützte Ecke und vertreibe mir die Wartezeit mit Lothar. Angesichts der Temperaturen entschließe ich mich spontan, meine zweite Laufjacke im Rucksack mit zu nehmen. Eine weise Entscheidung, wie ich bald merken werde.

Bevor wir in den mit Bändern abgegrenzten Startkorridor eintreten dürfen, wird der Chip gecheckt. Wir müssen beim Lauf an jedem der Kontrollpunkte (CP) den Chip auslösen, Schummeln ist nicht auf Madeira.

 
 

Informationen: Madeira Island Ultra Trail
Veranstalter-WebsiteHotelangeboteOnlinewetterGoogle/Routenplaner
 

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