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Laufberichte

Doppelsieg für Kenia im Marathon

22.08.09
Autor: Klaus Duwe

Egal wer die Idee hatte (Horst Milde, dem Vater des Berlin-Marathon, wird sie zugeschrieben), sie ist gut. Zum ersten Mal wird bei Weltmeisterschaften der Marathonlauf komplett außerhalb des Stadions ausgetragen. Die Sportler laufen dort, wo die Menschen sind - in der Stadt. Und die danken es ihnen. Hundertauschende Berliner, Sportfans und Touristen säumen den 10 km-Rundkurs und verwandeln die Stadt in eine einzige Sportarena. Schon Stunden vor dem Start sichern sich Fans die Tribünenplätze am Brandenburger Tor und Unter den Linden. Viermal kommen die Läufer live vorbei, den Rest verfolgt man am Bildschirm. Die Stimmung ist phantastisch.

Wer an Tagen wie diesen in Berlin mit Sport nichts am Hut hat, erlebt schlechte Zeiten. Der Aufwand und die Absperrungen sind noch viel umfangreicher als beim Berlin-Marathon, wo es in einer großen Schleife durch die Stadt geht. Fast die gesamte Laufstrecke ist mit Gittern abgesperrt. Querungen sind nur an wenigen Stellen möglich. Tausende Sicherheits- und Hilfskräfte sind im Einsatz. Nicht nur die Laufstrecke ist abgesperrt, auch bestimmte Zufahrtsstraßen werden für Organisations-, TV-Teams und Rettungsfahrzeuge freigehalten.

Ein gigantischer Aufwand, der sich lohnt. Die Bilder, die von Berlin anlässlich des WM-Marathons um die Welt gehen, sind unbezahlbare Werbung. Nur wenn jetzt einer zuhause auf der Couch Lust bekommt, in vier Wochen beim Berlin-Marathon dabei zu sein, hat Pech. Der Hauptstadtmarathon ist längst ausgebucht. Da hilft nur eins: vormerken für 2010. Berlin-Marathon ist jedes Jahr, die Weltmeisterschaft werden wir so schnell hier nicht mehr erleben.

 
Das Marathon-Quartett aus Kenia
© marathon4you.de 36 Bilder

Leider findet der WM-Marathon ohne die zurzeit schnellsten Kenianer und ohne den Weltrekordler aus Äthiopien, Haile Gebrsellassie statt. Aber was will das heißen, wo gerade in diesen Ländern die Marathonläufer im Dutzend Weltklassezeiten abliefern.  Das Kenia-Quartett Robert Cheruiyot (PB 2:07:14), Abel Kirui (PB 2:05:04), Emmanuel Mutai (PB 2:06:16) und Benjamin Kiptoo (PB 2:07:17) präsentiert sich vor dem Lauf in bester Laune.

Ihre stärksten Rivalen kommen aus Äthiopier und heißen Tsegay Kebebe (PB 2:05:20) und Deriba Merga (PB 2:06:38).

Für das deutsche Team (André Pollmächer, Martin Beckmann, Falk Cierpinski, Tobias Sauter) geht es darum, Erfahrungen zu sammeln und von der Atmosphäre in Form neuer Bestzeiten zu profitieren.

 
© marathon4you.de 76 Bilder

Aber daraus wird nichts. Nach nur einem Tag Pause ist in Berlin der Sommer zurück. Bei Temperaturen um die 25 Grad gelingen nur zwei Rekorde:

Der Sieger, Abel Kurui läuft mit 2:07:48 so schnell, wie noch nie ein Sieger bei einer WM gelaufen ist.

Sangay Wangchuk aus Bhutan kommt nach 2:47:55 ins Ziel. Noch nie lief ein Landsmann einen Marathon unter 3 Stunden – Landesrekord! Wen kümmert’s dass er den 70. Platz belegt und damit letzter ist. 28, teilweise hochkarätige Läufer haben das Ziel nicht erreicht. Sangay Wangchuk hat sie besiegt … Voller Bewunderung und Freude kniet der Betreuer vor dem Läufer nieder und beglückwünscht ihn. Marathon pur, bis zur letzten Minute.

Ohne Rekorde und Bestleistungen bleibt das Deutsche Team. Aber sie kommen komplett ins Ziel. André Pollmächer ist der Schnellste (2:15:36  Stunden - Platz 18) unter ihnen, in der inoffiziellen Europawertung belegt er den 5. Platz. Schade, dass das sein letzter Marathon war, wo es doch für den erst 26jährigen erst so richtig losgehen könnte. Aber er hat andere Pläne, will Trainer werden. Martin Beckmann läuft 2:18:08, belegt den 35. Rang und braucht nicht unzufrieden sein. Bei solchen Bedingungen ist auch schon auf der Strecke geblieben.

Falk Cierpinski hat nicht den besten Tag erwischt. Nach noch nicht einmal der halben Strecke bekommt er Seitenstechen und kann das Tempo nicht mehr halten, denkt auch an’s Aufhören, läuft aber für die Mannschaft weiter. Seine Zeit: 2:22:36

Bei seinem ersten großen Internationalen Wettkampf ist der 25jährige Tobias Sauter ganz auf sich alleine gestellt und bleibt deutlich unter seinen Möglichkeiten. Sichtlich enttäuscht läuft nach 2:35:43 Stunden (Platz 66) ins Ziel. "Bei jedem anderen Lauf wäre ich ausgestiegen,“ meint er hinterher, „aber die Stimmung war das Geilste, was ich je erlebt habe. Und jetzt bin ich auch ein wenig stolz, bei der WM ins Ziel gekommen zu sein."

Mal sehen, wie es morgen bei den Mädels läuft.

Marathon Männer

Ergebnisse

1 Abel Kirui   KEN 2:06:54 
2 Emmanuel Kipchirchir Mutai   KEN 2:07:48 
3 Tsegay Kebede   ETH 2:08:35 

18 André Pollmächer   GER 2:15:36 
34 Martin Beckmann   GER 2:18:08 
50 Falk Cierpinski   GER 2:22:36 
66 Tobias Sauter   GER 2:35:43 

 

 

Informationen: Leichtathletik-WM Berlin
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