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Laufberichte

Kaiserwetter und Königsschlösser

26.07.09

Bei der 9. Ausgabe des Königsschlösser Romantik Marathons in und vor allem um Füssen zeigte sich das Allgäu von seiner schönsten Seite. Bei herrlichem Wetter und trotzdem idealen Laufbedingungen kam die wunderbare Kulisse der Region voll zur Geltung. Trotz des nicht ganz einfachen Profils der Strecke dürften nahezu alle der 657 Finisher sehr zurfrieden gewesen sein.Wie die meisten Teilnehmer reise ich schon am Samstag an, um in aller Ruhe die Startnummer abzuholen, die örtlichen Gegebenheiten auszukundschaften und außerdem noch das attraktive Städtchen Füssen zu besuchen. Am späten Samstag Nachmittag finden die Kinderläufe, der 10er und der Halbmarathon statt. Diese sind jeweils Mehrrundenkurse und führen, anders als der Marathon, teilweise durch die Innenstadt. Die Wettbewerbe zu trennen ist sicherlich, allein schon auf Grund der frühen Startzeit des Marathons, eine gute Idee. Mein erster EIndruck ist sehr positiv. Alles scheint sehr gut organisiert und ist überschaubar - von Hektik keine Spur. Mit Kuchenständen und Bierbänken erinnert hier Vieles eher an einen Volkslauf als an einen Citymarathon.

 
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Nach einem Abstecher in die Innenstadt gelingt es mir noch die (psychologisch?) dringend benötigten Gels aufzutreiben. Dann geht es für mich und meine fotografierende Begleitung auch schon ins Hotel. Wie gesagt, der Start am Sonntag ist schon recht früh (7:30 Uhr). Das macht auch Sinn, denn so entgeht man teilweise der Hitze. Heute sind die Bedingungen aber ohnehin sehr gut. Am Start hat es 11 Grad und auch gegen Mittag wird es nicht wärmer als 22 Grad.

Die Startvorbereitungen laufen stress- und reibungslos. Für Kurzentschlossene besteht sogar noch die Möglichkeit, sich nachzumelden. Beim Warmlaufen treffe ich Bekannte aus Rheinhessen, die ich im Frühjahr beim Runner´s World Camp an der Algarve kennengelernt habe. So eine Überraschung! Wir diskutieren gleich, wie anspruchsvoll die Strecke denn nun sei und werden uns nicht so recht einig... Na ja, wir werden es ja bald erfahren.

Bei der Aufstellung zum Start stelle ich fest, dass es für sehr viele Zielzeiten Zugläufer gibt. Von 3:00 bis 4:30 wird alles im 15-min-Takt abgedeckt. Fast pünktlich geht’s los. Die Zeitmessung erfolgt per Champion Chip, bei Halbmarathon wird die Zwischenzeit genommen. Bei wolkenlosem Himmel geht es auf kurzem Weg raus aus Füssen. Zunächst auf der abgesperrten B16 und dann später, circa bei km 2, wo sich das Feld schon in die Länge gezogen hat, auf einem Radweg Richtung Hopfensee. Nach 1,5 weiteren Kilometern verlässt man diesen und es geht auf einem Kiesweg weiter.

 
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Dabei hat man im Übrigen schon die ersten Höhenmeter bewältig. Für viele der Bergmarathon erfahrenen m4y-Kollegen wäre dies sicher nicht der Rede wert, aber da ich meine 8 Marathons allesamt im Flachland absolviert habe, habe ich da andere Maßstäbe. In leichten Wellen nähert man sich dem Hopfensee. Der Kiesweg ist gut zu laufen, die Temperaturen ideal und zudem spenden die Bäume Schatten, was will man also mehr? Nach kanpp 5 Kilometern erreichen wir den Hopfensee, der nun umrundet wird. Trotz der  frühen Uhrzeit sind auch schon einige Zuschauer und Urlauber versammelt und applaudieren freundlich. Die Seeumrundung ist eines der vielen Highlights dieses Landschaftslaufs. Die beeindruckenden Alpenkulisse im Blick geht es in einer großen "8" zurück auf den Radweg nach Füssen. Hier hat man schon 16 km bewältigt und einige der reichlichen Verpflegungsstände passiert.

 
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Mir selbst geht es noch sehr gut. Der Puls ist außergewöhnlich niedrig, aber viel schneller traue ich nicht zu laufen, da ich weiß, dass bei diesem Marathon die letzen Kilometer ganz besonders schwer werden. Nach knapp 18 km passieren wir zum zweiten Mal das veranstaltende "Sportstudio Füssen". Statt in die Stadt geht es aber direkt zum Festspielhaus am Forggensee. An diesem entlang verläuft die Strecke für die nächsten 8 km. Entsprechend ist es nun recht flach. Auch hier ist der Weg ein Kiesweg und verläuft überwiegend im Schatten und meist unmittelbar am Seeufer. Natürlich hat sich das Feld schon sehr in die Länge gezogen und vereinzelt führt das, da man teilweise seinen Vordermann nicht mehr im Blick hat, zu Orientierungsproblemen. Als Wegweiser dienen oft nur kleine Schilder. Jede Abzweigung mit einem Streckenposten zu versehen wäre wohl ebenso schwierig gewesen, wie die Strecke mit Absperrbändern zu kennzeichnen. Die Anzahl der Helfer finde ich, vor allem in Relation zu den Teilnehmern, übrigens sehr hoch. Ohne diese ehrenamtlichen Helfer wäre solch eine Veranstaltung wohl kaum durchzuführen. Die Anzahl der Verpflegungsstände ist großzügig bemessen und auch das Angebot dort lässt keine Wünsche übrig. Vor allem die Schwämme nehme ich gerne als Erfrischung in Anspruch. Meiner radelnden Mutter, die äußert eifrig Fotos schießt, begegne ich immer wieder und sie hat sichtlich Freude daran, einen Marathon mal aus dieser Perspektive zu erleben. 

Kurz vor der Halbmarathonzeitmessmatte überquert man den Lech. Mir geht es immer noch sehr gut. Bislang sieht es so aus, als würde die verletzungsbedingt kurze Vorbereitung ausreichen. Aber natürlich weiß ich auch, dass man bei Halbzeit noch nicht übermütig werden sollte und behalte mein Tempo bei. In dieser Phase des Marathons laufe ich lange in der Nähe der späteren Drittplatzierten. Ich bin von ihrem ökonomischen Laufstil beeindruckt und wünsche mir, auch so die Anstiege hinaufzufliegen wie sie.

 
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Im Anschluss an den Forggensee geht es auch schon Richtung Königsschlösser. Nach wenigen hundert Meter an der Bundesstraße 17 geht es asphaltiert und flach Richtung Hohenschwangau. Auch wenn ich Naturwege im Training gerne mag, bin ich jetzt froh, endlich wieder festen Untergrund unter den Füßen zu haben. Gleich nach dem Besucherparkplatz der Schlösser ändert sich das jedoch auch schon wieder. Jetzt wird es, wenn auch nur für kurze Zeit, sogar ein bisschen trailmäßig weiter. So spät im Rennen bin ich sicher nicht der einzige der Probleme hat, das Tempo einigermaßen zu halten. In der Zwischenzeit hat mich die Gruppe um den 3:15-Zugläufer eingeholt. Meinen Versuch, mich ein Stück mitziehen zu lassen, gebe ich gleich wieder auf. Weiterhin geht es auf nicht ganz einfachem Geläuf durch den Wald.

Mittlerweile bin ich schon ziemlich platt, denn das stetige Auf und Ab strengt mich sehr an. Oft habe ich auf dem winkligen Kurs auch keinen Läufer in Sichtweite. Meine leichtfüßige Begleiterin hat mich schon lange abgehängt. Trotzdem versuche ich positiv zu bleiben und sage mir, dass es ja nur noch wenige Kilometer sind. Kreislauf- und pulsmäßig geht es mir nach wie vor recht passabel, aber die Kraft in den Beinen lässt spürbar nach. Daher bin ich auch froh, dass wir ca. bei km 36 wieder Asphalt belaufen. Für einen Kilometer geht es auf dem Radweg nach Füssen. Bei der Überquerung des Lechs stellt sich ein kurzer Euphorieschub ein, denn ich weiß nun, dass ich es so gut wie geschafft habe.

 
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Genau habe ich den Streckenverlauf nicht im Kopf, aber ich gehe davon aus, dass die letzen 3 Kilometer durch die Innenstadt verlaufen. Tja, weit gefehlt. Zunächst am Lech und dann später durch den Vorort Bad Faulenbach sammeln wir die letzten Meter. Auch hier sind immer wieder giftige Anstiege eingebaut und meinen Plan mit zwei flotten Kilometern vielleicht doch noch unter 3:15 zu bleiben, muss ich zu den Akten legen. Noch ein Mal geht es hinauf um den Hügel, der Bad Faulenbach und Füssen trennt, zu überwinden. In einer langgezogenen Kurve biege ich in die Zielgerade ein. Hier ist richtig Stimmung und der Zieleinlauf ist großartig. Auch wenn es mit den 3:15 deutlich nichts wurde, freue ich mich sehr über eine neue Bestzeit (3:16:43).

Auch im Ziel ist die Verpflegung toll. In entspannter Atmosphäre kann man verschiede Getränke, Riegel und frisches Obst genießen. Auch das alkoholfreie Weißbier aus Erding fehlt nicht.

Was bleibt als Fazit? Der Königsschlösser Romantik Marathon ist, anders als sein etwas sperriger Name, eine runde Sache. Die Organisation ist hervorragend und der große Pluspunkt, die wunderbare Kulisse, wird voll ausgeschöpft. Die Streckenführung macht den Lauf sehr kurzweilig und Freunde von Landschaftsläufen kommen voll auf ihre Kosten.

Für Bestzeitenjagd ist der Kurs jedoch, schon alleine auf Grund des Termins im Juli, nicht geeignet. Die ca.  250 Höhenmeter werden zu einem guten Teil auf den letzten 7-8 Kilometern gemacht und zudem ist der Laufuntergrund mitunter nicht wirklich schnell. Aber wie gesagt - darum geht es in der herrlichen Landschaft auch nur an zweiter Stelle. Ein Geheimtipp ist dieser Marathon schon lange nicht mehr. Dies merkt man schon alleine an der großen Anzahl ausländischer Starter. Neben italienisch hört man auch Englisch und verschiedene asiatische Sprachen. Für einen japanischen Starter gab es jedoch offenbar eine kleine Kommunikationsschwierigkeit. Als er um 8:30 Uhr eintraf, musste er erfahren, dass die Läufer schon längst unterwegs waren. Um nicht ganz umsonst gekommen zu sein, wurde dieser dann jedoch zum Halbmarathonpunkt gefahren und konnte noch dies zweite Hälfte laufen. Tja, so was gibt es wohl auch nur in Füssen.

Ergebnisse

Marathon Männer

1 Kosgei, Titus (DEU)  SSV Ulm 1848 02:24:32 
2 Diehl, Marco (DEU)  LaufArena-LaufkultTour 02:39:29 
3 Singer, Markus (DEU)  TSV Marktoberdorf 02:51:16 

Frauen

1 Heiß, Mikki (DEU)  LG TELIS FINANZ Regensburg 02:53:41 
2 Hajek, Branka (DEU)    03:02:03
3 Weiblen, Iris (DEU) Stahl Sport Shop Team 03:14:36 

520 Finisher

 

Informationen: Königsschlösser-Romantikmarathon
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