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Laufberichte

Schön und schnell

11.10.09

Nach Bertlich habe ich heute mit dem Essener Baldeneysee schon wieder ein Heimspiel. Mit dem Baldeneysee verbinde ich nur angenehme Erinnerungen. Sechsmal war ich hier schon dabei und bin hier 1994 meine Bestzeit gelaufen. So etwas vergisst man nicht.

In diesem Jahr findet die Veranstaltung bereits zum 47ten Male statt und ist damit die älteste kontinuierlich stattfinde Marathonveranstaltung in Deutschland. Hierauf ist der TUSEM Essen als Ausrichter zu Recht stolz. Wenn eine Veranstaltung sich über eine so lange Zeit halten kann, muss sie schon ein tolles Konzept anbieten. Mit dem Herbsttermin liegt man natürlich sehr günstig und der 2,64 qkm große Baldeneysee ist ein ideales Umfeld.  Der See ist durchgehend von einem ausgebauten Fuß- und Radweg umgeben und ermöglicht somit eine schöne, flache und schnelle Strecke.

Auch wenn Essen die Metropole im Ruhrgebiet ist, bietet der Baldeneysee eine landschaftlich reizvolle Strecke und gewährt neben Natur pur  mit dem Förderturm der ehemaligen Zeche Carl-Funke, der Hespertalbahn und der Villa Hügel auch noch industriekulturelle Highlights.

Die Marathonstrecke kann man als Einzelläufer  oder Staffelläufer bewältigen. Für die Staffeln teilen sich vier Teilnehmer die Strecke und starten mit 10 Minuten Verzögerung auf das Hauptfeld. Die Anzahl der Staffeln ist auf 150 begrenzt.
Die Einzelläufer sind aber die große Mehrheit. Ich kenne viele Läufer, die sich diesen Klassiker zum Jahresausklang gönnen. Ohne den Schnickschnack der großen Cityläufe wird hier eine hochkarätige Laufveranstaltung zu einem vernünftigen Preis angeboten. Je nach Termin liegt die Startgebühr zwischen 30 und 40 €. Trotz der über 2000 Teilnehmer überwiegt noch immer der familiäre Charakter. Hier ist man unter Läufern und fühlt sich einfach wohl.

Zusammen mit meinem Vereinsfreund Peter fahre ich bereits am Samstag nach Essen, um die Startunterlagen abzuholen. Hierfür nutzt man die Turnhalle des Regattahauses und schon bald haben wir unsere Unterlagen in den Händen.

Heute haben die Walker mit und ohne Stöcke die Gelegenheit, eine 15 KM Runde um den See zu machen. Einige sind bereits im Ziel und strahlen genauso glücklich, wie ich es von den Marathonläufern kenne. Wer möchte, kann noch an einer Pastaparty teilnehmen. Mit 4 Euro ist man dabei.

 
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Um Stress zu vermeiden, machen Peter und ich uns am Sonntagmorgen frühzeitig auf den Weg. Unser kleiner Fanclub begleitet uns wieder und wird uns wieder bestens betreuen.  Wir finden auch einen Parkplatz in unmittelbarer Nähe des Starts und begeben uns nochmals zum Regattahaus . Hier herrscht bereits die übliche, leicht angespannte Wettkampfatmosphäre. Anders als in Bertlich wollen hier viele Läufer möglichst eine Bestzeit laufen und haben sich auf diesen Lauf lange vorbereitet. Gleichzeitig findet heute hier doch auch noch die Westdeutsche Marathonmeisterschaft statt.

Die Strecke ist nach den neuen Richtlinien des DLV vermessen und jeder Kilometer deutlich gekennzeichnet. Alle fünf Kilometer werden die Zwischenzeiten angezeigt. Die Zeitnahme erfolgt über den ChampionChip, sodass die Nettozeit festgehalten wird. Auch bei 2000 Teilnehmern also kein Grund zum Drängeln. Für die richtige Startposition stehen Brems- und Zugläufer zwischen 2:59 und 4:14 bereit. 

Mir fallen etliche an Armen und Beinen tätowierte Läufer auf. Oder ist das nur aufgemalt? Nun ja, wem es gefällt oder wenn es sogar schneller macht.

Wir treffen Ralf Heesen mit seiner Frau Claudia aus Oedt. Auch er möchte heute hier gerne eine neue Jahresbestzeit erreichen, allerdings lief seine Vorbereitung nicht optimal. Jürgen Fernholz vom LAV Oberhausen kann ich auch begrüßen. Ein schneller Läufer,  wir sehen uns oft auf unserer Trainingsstrecke. Heute wird er hier mit 3:09 den ersten Platz in der M60 erreichen. Auch Bernadina Kordel von Adler Bottrop ist heute wieder dabei. Sie wird ebenfalls ihre Altersklasse gewinnen und als neunte des Frauenfeldes einlaufen.

Das Wetter ist heute herbstlich grau und ab und zu nieselt es etwas. Die Temperatur ist jedoch mit 13 Grad für mich ideal. Um 10:00 Uhr erfolgt dann der Startschuss und es geht auf der breiten Straße Richtung Werden. Nicht schlecht, dass es zuerst etwas bergan geht. Das verhindert gleich einen zu schnellen Beginn und ruft zur Ordnung. Am Straßenrand stehen eine Menge Zuschauer und machen einen Heidenlärm.

 
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Ich laufe mit Peter und Ralf zusammen los, aber schon bald zieht es sie nach vorn.  Nach 3 KM geht es über die Ruhr nach Werden. Nur kurz verlieren wir den See aus den Augen und hinter dem Wehr haben wir schon die erste Verpflegungsstelle erreicht. Hier ist auch wieder ein Stimmungsnest, denn viele Zuschauer haben über das Wehr abgekürzt und können hier schon wieder ihre Läufer feiern.

Danach wird es aber ruhig und wir laufen nun direkt am Seeufer längs. Am Gegenufer sieht man die Villa Hügel, das war früher der etwas protzige Sitz der Familie Krupp. Heute bietet sie sich für kulturelle Veranstaltungen an. Vorbei geht es an den Bootshäusern der Segel- und Rudervereine. Ein Teil der Boote ist bereits für den Winter verpackt.

Bei Kilometer 12 verlassen wir den See und müssen nun auf der halbseitig gesperrten B227 eine 3 KM lange Pendelstrecke bewältigen. Hier stehen auch wieder Zuschauer, Trommlergruppen und Cheerleader, welche man ganz gut gebrauchen kann, denn die Strecke steigt zuerst leicht an. Auf einmal überholt mich Thomas Radzuweit vom 100 MC. Er ist ja besser bekannt unter seinem Spitznamen „Affenzahn“ und hat wohl noch eine Zigarettenpause gemacht. Die Spitze kommt mir bereits mit großen Schritten entgegen und bietet mit ihrem eleganten Laufstil ein schönes Bild. Ich erkenne an den Vereinstrikots eine Menge  Bekannte aus der Umgebung. LC Duisburg, Adler Langlauf Bottrop und Athletik Waldniel sind mit großem Aufgebot dabei. Das ist für sie heute nochmals eine gute Möglichkeit, die Marathonsaison mit einem schnellen Lauf ausklingen zu lassen.

Peter und Ralf winken mir zu und wir klatschen uns kurz ab. Am Wendepunkt liegt zur Kontrolle eine Zeitmatte und danach geht es hinunter zum See. Gut, dass wir dieses Stück nur in Runde 1 laufen müssen. Unter den entgegenkommenden Läufern erkenne ich den m4y Kollegen Joe Kelbel. Ja ist der denn gar nicht klein zu kriegen. Der war doch erst letzte Woche noch in Köln dabei. Anscheinend will er die 100 noch in diesem Jahr vollmachen.

Jetzt geht es durch eine  Wohnsiedlung in Heisingen und bei KM 21 erreichen wir wieder das Seeufer. Bei KM 22,5 ist ein Wechselpunkt für die Staffeln und es wird entsprechend eng und hektisch.  Im Start- und Zielbereich  stehen dann erneut eine Menge Zuschauer. Trommler- und Sambagruppen heizen die Stimmung an. Die Zuschauer lassen uns teilweise nur eine enge Gasse. Ich genieße diese schöne Atmosphäre denn ich weiß ja, dass es gleich wieder ruhig wird. Mein Fanclub hat sich am Ende der Gasse postiert und feuert mich auch kräftig an. Auch eine Blaskapelle trägt zur Unterhaltung bei.

Erneut geht es durch Werden und am Stauwehr ist immer noch Kirmes.  Mein Fanclub ist über das Wehr nochmals herübergekommen und jubelt. Das gibt wieder Motivation für die nächsten Kilometer. Am Seeufer kommen nun noch Spaziergänger dazu, doch ist der Weg breit genug für alle.  Bei KM 30 gibt es wieder eine Verpflegungsstelle mit Wasser, Mineralgetränken. Tee und Bananenstücke.  Ich  entscheide mich für Tee und Banane.  

Anscheinend haben sich doch einige Läufer übernommen, denn die Geher werden nun mehr. Selbst einige Staffelläufer sind unter ihnen. Vor der Brücke in Kupferdreh stehen nochmals Zuschauer und machen die Welle. Hier können sie über die Holzbrücke wieder abkürzen und ihre Läufer in Kürze nochmals sehen. Die Staffelläufer wechseln auch zur letzten Etappe und verbreiten wieder Unruhe.
Diesmal bleiben wir aber am See und am Fischerhaus treffe ich meine Vereinsfreunde Carla und Bernd. Die Beiden haben sich ehrenamtlich für die hiesige Versorgungsstation gemeldet. Nur durch das Engagement der vielen freiwilligen Helfer kann TUSEM diese Veranstaltung stemmen.

In Heisingen gibt es wieder Musik und Aufmunterung durch einen Moderator.  Das tut gut, denn die Beine werden allmählich doch schwer und viele Läufer werden immer langsamer. Das baut mich auf, denn ich kann jetzt viele überholen. Auch Ralf muss seinem Tempo Tribut zahlen und ist trotz meiner Aufforderung nicht bereit mitzuziehen.

 
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Dann sind es nur noch 5 Kilometer, das ist doch schon überschaubar. Jetzt geht es auch direkt am Ufer Richtung Ziel. Die Tribüne der Regattastrecke ist voller Zuschauer und viele drängen sich bis an die Strecke.  Applaus, Rufe, Schulterklopfen wer will da nicht strahlen? Am Ende der Tribüne muss ich nochmals scharf abbiegen und dann sehe ich den Zielbogen. Noch 200 Meter Zuschauer- und Cheerleaderspalier dann ist die Ziellinie erreicht. Meine Uhr zeigt 4:06:23 und das ist Platz 20 in der Altersklasse.

Ich erhalte wieder eine schöne Medaille für meine Sammlung und eine Folie zum warmhalten. Hier im Ziel gibt es jetzt nochmals Cola, Iso, Wasser, Bananen und auf Wunsch auch Bier. Die Läufer suchen einen Sitzplatz und strecken die strapazierten Beine aus. Viele strahlen, denn sie haben wohl auch ihr Zeitziel erreicht.

Meine Frau kennt sich hier auch gut aus und hat mich schnell gefunden. Sie bringt  meine Jacke und gratuliert mir zum 10ten Marathonlauf in diesem Jahr. 1994 war ich zwar fast eine Stunde schneller hier im Ziel, aber damals hätte ich 10 Marathonläufe im Jahr für unmöglich gehalten. So ändern sich also die Zeiten im doppelten Sinne.

Sieger wurde heute übrigens Dennis Pyka vom LG Telis Finanz Regensburg in guten2:20:53 und schnellste Frau war Sivia Krull vom LG Lage Detmold in 2:40:40.            
 

 

Informationen: innogy Marathon Rund um den Baldeneysee
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