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Laufberichte

Je älter desto besser

13.10.13

Mein erster Marathon in 2013 war der Vivawest Marathon im Ruhrgebiet und auch der letzte dieses Jahr soll im Ruhrgebiet stattfinden. Also auf nach Essen zum RWE Marathon Rund um den Baldeneysee.

Wer jetzt denkt, es handele sich hier um einen Stadtmarathon, der irrt gewaltig. Mitten im Pütt findet hier ein wunderschöner Landschaftslauf in herrlicher Umgebung statt. Und das bereits zum 51. Mal. Der Marathon um den Baldeneysee ist der älteste, ohne Unterbrechung ausgetragene  Marathon in Deutschland.

Auf der Veranstaltungswebsite heißt es dazu: „Ohne Schnickschnack, unverwässert von Unterdistanzwettbewerben.“ Das gefällt mir. Hier gibt es Marathon pur, hier ist alles wirklich Marathon und es steht nicht nur drauf. Ok, einen Staffelwettbewerb gibt es auch.

 

Einweisung vom Chef


Ich reise am Samstag mit dem Auto an. Zuerst fahre ich an den Baldeneysee, wo es in der Turnhalle hinter dem Regattahaus die Startunterlagen gibt. Am Parkplatz frage ich einen netten Herrn nach dem Weg und habe gleich einen Volltreffer gelandet. Der nette Herr ist Gerd Zachäus, der Cheforganisator des Marathons, und das seit mehr als 20 Jahren.

Gerd erklärt mir auch den Weg zum Hotel Bredeney, wo ich mein Quartier aufschlagen werde. Hier wimmelt es von Läufern. Beim Frühstück sieht man jede Menge Marathonis und alle haben einen Plan: Zweimal um den Baldeneysee rennen.  Start ist um 10 Uhr in der Freiherr-vom-Stein-Straße. Parkplätze gibt’s genug in Startnähe. Am Regattahaus ist deutlich mehr los als am Samstag.

Wir schlendern zur Gepäckabgabe. Rasch ein Kärtchen mit der Startnummer beschreiben und per Band am Kleiderbeutel befestigen und abgeben. Wir gehen zum nahen Startbereich. Alles geht hier völlig unspektakulär und nahezu familiär zu. Das ist eine Atmosphäre, wie ich sie liebe. Kein Gedränge am Start, kein Geschubse. Kurze Ansprache und pünktlich geht es los.

 
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Zwei nicht ganz identische Runden 


Knapp 1000 Läufer machen sich auf den Weg. Gelaufen wird zumeist direkt am See auf zwei nahezu identischen Runden. Es ist recht frisch, aber zu Beginn scheint die Sonne. Sie wird jedoch bald verschwinden, uns zum Ende aber erneut erfreuen. Der Wind ist unangenehm. Auf den könnten wir verzichten.

Nach drei Km erreichen wir die Gustav-Heinemann-Brücke und den Ortsteil Werden. Einige hundert Meter geht es durch Werden, dann stoßen wir wieder an den See, den wir bis zu seinem Ende nicht wieder verlassen. Vor uns liegt das Stauwehr des von 1931 bis 1933 erbauten Stausees.

Der Baldeneysee liegt im Süden der Stadt Essen und ist 7,8 Km lang und 355m breit. Satte 7,6 Mio Kubikmeter Wasser passen hier rein und liegen zu unserer Linken. An seinem Ufer befinden sich durchgehend schöne Fuß- und Radwege mit einer Länge von 14 Km. Der Baldeneysee ist ein See zum Anfassen. Man kommt fast überall ans Wasser, nicht so wie bei vielen anderen Seen, wo die Uferbereiche in Privatbesitz sind und man das Wasser allenfalls aus der Ferne sehen kann.

Der Name des Sees stammt vom Schloß Baldeney im gleichnamigen Ortsteil von Essen. Das Wasserkraftwerk kann im Jahr rund 28 Millionen Kilowattstunden Strom produzieren. Saubere Energie, die auch wir Läufer ständig produzieren und in Laufbewegung umsetzen. Und das Laufen am See macht so richtig Spaß. Am anderen Ufer ist das Regattahaus und oberhalb die Villa Hügel zu sehen. Leider ist alles noch in Grau gehalten.

Auf dem Wasser tummeln sich schon jetzt am Morgen einige Segel- und auch Ruderboote. Da bietet sich doch ein kleiner Wettkampf zwischen Achter und Läufer an. Der Achter gibt jedoch bald auf, die Freizeitruderer stellen einfach ihre Arbeit ein und betrachten die am Ufer laufenden Marathonis.

 
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Wer rauscht denn da von hinten ran?


Immer wieder laufen wir an Ruderhäusern und Campingplätzen vorbei. Der See ist ein tolles Naherholungsgebiet mitten im Revier. Viele Spaziergänger und auch Radfahrer sind auf dem Uferweg unterwegs, aber niemand kommt dem anderen störend ins Gehege. Platz ist genug. Das Läuferfeld hat sich mittlerweile weit auseinandergezogen. Jeder hat sein Tempo und seinen Rhythmus gefunden.

Plötzlich schießen Läufer an mir vorbei. Hat sich da einer geschont auf den ersten Kilometern und dreht nun richtig auf? Nein, es sind die ersten Staffelläufer, die eine Viertelstunde nach uns gestartet sind. Nur nicht irritieren lassen und weiter genießen, denke ich mir.

Und genießen kann ich den Lauf. Auch ohne Sonne ist es herrlich, so direkt am See entlang zu laufen. Ich verstehe nun aus eigenem Erleben die vielen positiven Berichte und Stimmen zum Marathon um den Baldeneysee. Ich kann mich ihnen voll und ganz anschließen. Jeder Km ist deutlich beschildert, die Verpflegung ist Klasse. Es gibt Wasser, Tee, Iso und schon früh Cola. Dazu Apfel- und Bananenstücke. Da greife ich doch gerne zu, zumal ich meinen Trinkbeutel vergessen habe. Aber es gibt mehr als genug für alle.

Nicht nur den Trinkbeutel habe ich vergessen. Auch mein Startnummernband und meinen Champion Chip. Also nehme ich offiziell gar nicht am Lauf teil und werde nicht erfasst. Macht nix, ich will ja eh nichts gewinnen und laufe zum Vergnügen. Sorry Gerd, so aber taucht ein Läufer weniger in Eurer Statistik auf.

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Informationen: innogy Marathon Rund um den Baldeneysee
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