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Laufberichte

Goldenes Jubiläum

14.10.12
Autor: Klaus Duwe

50. RWE Marathon Rund um den Baldeneysee bedeutet nicht mehr und nicht weniger, als dass dieser Marathon der älteste, ohne Unterbrechung ausgetragene Marathon in Deutschland ist.  Von welch langem Zeitraum wir dabei sprechen, wird einem so richtig bewusst, wenn man sich Ereignisse aus diesen Jahren in Erinnerung ruft.

Als 1963 in Essen ein Vereinsvergleichskampf über die Marathondistanz mit etwa 50 Läufern ausgetragen wurde, den Bruno Nießer in 2:40:55 Stundengewann, war die Welt mitten im Kalten Krieg. John F. Kennedy sprach in Berlin vor dem Schöneberger Rathaus den historischen Satz: „Ich bin ein Berliner!“ Am 22. November des gleichen Jahres wurde er in Dallas ermordet.  Ebenfalls 1963 sprach ein gewisser Martin Luther King nicht minder bedeutungsvolle Worte: „I have a dream.“ 

Der Baldeneysee im Essener Süden war von Anfang an als idealer Austragungsort für ein solches Rennen auserkoren. Auch als man später den Citymarathon „erfand“, blieb der Marathon dort. Lediglich die Laufstrecke wurde geändert. Statt auf einer Pendelstrecke lief man ab 1981 „Rund um den Baldeneysee“. Das war in den ganzen Jahren die einzige revolutionäre Änderung. Nein, da gab es noch was. 1974 durften zum ersten Mal Frauen an den Start.  In Boston war das schon 1972 möglich. Als ältester Frauenmarathon der Welt darf sich aber der Schwarzwald-Marathon bezeichnen, denn dort durften bereits 1968 offiziell auch Läuferinnen starten.

1974 wurde Deutschland auch Fußball-Weltmeister im eigenen Land. Müller, Beckenbauer, Breitner, Maier, Hoeneß, usw. hießen die Heroen. Der Größte war aber Muhammad Ali, der im legendären „Rumble in the jungle“ George Foreman k.o. schlug.

Im gleichen Jahr hatte es die DDR endlich geschafft, sie wurde umfassend international anerkannt.  Es gab jeweils ständige Vertretungen in Bonn und Berlin. Von Wiedervereinigung war amtlich und öffentlich nicht mehr die Rede.

Zurück zur Gegenward.  Bei der 50. Auflage zeigt sich der RWE Marathon Rund um den Baldeneysee zwar quicklebendig, aber wie in der Mode, bei Autos oder bei Möbeln,  überzeugt der Lauf-Klassiker wegen seines reduzierten Designs.

 
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Auch zum Jubiläum verzichtet man auf übertrieben schmückendes Beiwerk und Selbstbeweihräucherung. Das Personal trägt das spezielle Jubiläums-Shirt und ein rotes Papp-Hütchen mit der „50“, das war’s dann auch schon.  „Kostet doch alles nur Geld und Arbeit. Von dem einen haben wir zu wenig und von anderem auch ohne Tam-Tam zu viel,“ sagt OK-Chef Gerd Zachäus, der als Marathoni (Bestzeit 2:40) weiß, worauf es ankommt.

Dass ausgerechnet zum Jubiläum nicht weit weg in Köln ein weiteres Marathon-Großereignis über die Bühne geht und in München die Deutschen Meisterschaften ausgetragen werden, kostet den Jubilar bestimmt einige Teilnehmer.  Besonders auch bei den Eliteläuferinnen und -läufern, für die der Marathon Rund um den  Baldeneysee traditionell hoch im Kurs steht. 

 
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Inklusive der Staffeln kommt man trotzdem auf insgesamt rund 2500 Teilnehmer.  „Die Jecken sind in Köln, die Läufer kommen nach hier“, sagt mir einer. „Hier ist es wie McDonalds -  Du weißt, was Du kriegst“, sagt ein anderer. Apropos – wer früh anreist, kriegt einen Parkplatz direkt am Start in der Freiherr-vom-Stein-Straße und damit nicht weit vom Regattahaus, wo es die Startunterlagen gibt, und vom Zielgelände.

Vor dem Start gibt es dann doch die eine oder andere verdiente Würdigung der ehrenamtlich tätigen Verantwortlichen und vor allem der vielen Helferinnen und Helfer. Um 10.00 Uhr  geht es auf die Strecke. Das Wetter ist ok, ziemlich bedeckt und die Temperaturen einstellig, aber trocken.

Ich habe mich als Marathonläufer getarnt, laufe zwar mit Nummer, aber ohne Chip (liegt zu Hause) und das auch nur die erste Runde. Ich will nichts riskieren, denn einen Marathon, einen ganz besonderen, habe ich dieses Jahr noch vor. Ihr werdet davon hören.

 
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Wenn ich vorhin davon gesprochen habe, dass eine Streckenänderung und die Zulassung von Frauen die einzigen revolutionären Neuerungen in all den Jahren waren, stimmt das natürlich nicht ganz. Die Aufnahme der schon erwähnten Marathonstaffel ins Laufprogramm war bestimmt auch ein wesentlicher Schritt zur Stabilisierung der Teilnehmerzahlen. Na ja, und dass man sich bei der Verpflegung an das heute Übliche angeglichen hat, sollte dann auch noch erwähnt werden. Denn mit „nichts“ oder „nur Wasser“, was es früher nach Aussagen der Veteranen gegeben hat, läuft heutzutage natürlich gar nichts mehr. 

Und wenn ich schon dabei bin: Ganz ohne Unterstützung von außen muss man inzwischen auch bei diesem Marathon-Urgestein nicht mehr auskommen. Musikgruppen und stellenweise sogar richtig viele Zuschauer machen den Marathonis Beine.

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Informationen: innogy Marathon Rund um den Baldeneysee
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