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Laufberichte

Durch Wald und Flur

 

Was tun im November, wenn man den Marathon in Athen schon gelaufen ist und der in New York noch warten muss? Für den Norddeutschen ist da der Herbstlanglauf rund um Hösseringen eine gute Wahl.

Hösseringen ist ein kleines Dorf in der Lüneburger Heide bei Uelzen, relativ weit weg vom städtisch hektischen Schuss mitten im Wald, die asphaltierte Landstraße endet beim Dorf. Bekannt ist Hösseringen für sein Museumsdorf, in dem die Baustile des niedersächsischen Hallenhauses zu besichtigen sind.

Das lassen wir aber heute links liegen. Geparkt wird auf frisch gerodetem Kartoffelacker. Die Startnummern gibt’s im Vereinsheim am Sportplatz, die Besprechung, das Kuchenbuffet und eine kleine Sportmesse finden im extra errichteten Zelt statt. Gestemmt wird der Herbstlanglauf vom VfL Suderburg aus dem nächsten, etwas größeren Dorf vor Hösseringen. Und die Organisatoren haben die Veranstaltung fürsorglich im Griff. Immerhin steigt heute schon die 41. Auflage. Und da der VfL Suderburg in diesem Jahr sein 100 jähriges Bestehen feiert, haben sich die Macher des Herbstlanglaufes ein paar Neuerungen ausgedacht.

 
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Ausschlaggebend für uns ist die, dass auf der bisher uns schon bekannten Halbmarathonstrecke auch der Marathon durchgeführt wird. Dieser wurde in den Jahren zuvor auf einem weniger schweren und schönen Rundkurs über vier Runden gelaufen. Jetzt also zwei schönere und, nun ja, anspruchsvollere Runden. Mit von der Partie sind knapp 50 Marathonis, ein überschaubares Feld. Wir sind eben nicht in Athen oder in New York. Insgesamt starten beim Herbstlanglauf aber seit Jahren an die 1 000 Teilnehmer. Auch wenn diese sich auf mehrere Unterdistanzen sowie auf Wandern und Mountainbike verteilen, finden wir das für eine abgelegene Dorfveranstaltung bemerkenswert. 

Um 9:30 Uhr laufen wir los und sind bald am Hardausee, den wir zur Hälfte umrunden. Dann biegen wir ab und laufen an die zwei Kilometer auf asphaltiertem Weg durchs Feld. Es weht kaum ein Lüftchen, die Sonne schaut aus ein paar Wölkchen hervor und erwärmt die Atmosphäre auf 10 Grad Celsius. Wir laufen etwas heißer, finden die Bedingungen aber wunderbar.

 
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Bald haben wir wieder Naturboden unter den Füßen. Das erste Streckendrittel ist noch recht leicht. Wir sind nur von dem Jägergeballer beunruhigt, denn ausgerechnet heute wird hier eine Treibjagd auf Schwarzkittel abgehalten. Da wir etwas farbenprächtiger gekleidet sind, kommt es nicht zu Verwechslungen und eine Horde Wildschweine läuft uns auch nicht über den Weg. 

Nach km 7 wird es anspruchsvoller. Einige An- und Abstiege harren auf uns, dazu loser Sand, grobes Gestein und stoppelige Wiesenabschnitte. Insgesamt sind 350 Höhenmeter zu überwinden. Wir laufen das ganz gern und wer sich mal an einen harten Marathontrail heranwagen möchte, kann sich auf diesem Cross-Kurs ausprobieren.

Wir laufen in einer dreier Gruppe und plaudern gelöst – Andreas vom SV Turbine Neubrandenburg läuft in seinem zweiten Marathonjahr bereits seinen 22. Marathon. Nächstes Jahr will er sich beim Rennsteig an seinen ersten Ultra wagen. Den hat mein Lauffreund Jan erstmals in diesem Jahr absolviert. Für mich heute ein kleines Jubiläum – mein 25. Marathon. Und zuletzt gemeinsam liefen Jan und ich (SV Kirchboitzen – Dorfverein bei Walsrode) Marathon in Athen. Das ist genau ein Jahr her. Und New York, … aber das ist noch Zukunftsmusik.

Jetzt sind wir in der waldreichen Heide. Für eine Weile hat sich Stefan aus Berlin zu uns gesellt. Er läuft heute seinen ersten Marathon. Prima, willkommen im Club. Furchterregend plaudern wir von Krisen bei km 30. Darauf lässt Stefan sich zurückfallen.

Verpflegung gibt es alle 5 Kilometer. Parat stehen Tee, Iso, Cola, Wasser. Immer in etwas abgewandelter Form. Als feste Nahrung liegen Bananen- und Müslistücke sowie Schokolade und Traubenzucker bereit. Wir kommen damit sehr gut durch.

Dann sind wir wieder am Hardausee, umrunden dessen andere Hälfte und kommen zurück zum Sportplatz. Der Durchlauf bei der Halbmarathonmarke wird nett kommentiert. Einige wenige Zuschauer stehen Spalier und feuern an. Das ist auf den Laufrunden natürlich Mangelware. Immerhin muntern die Strecken- und Verpflegungsposten sowie einige Wanderer uns müde werdende Langstreckler auf.

Den Durchlauf schaffen wir in unserer Dreiergruppe nach 2h06min. Ja, das ist genau der 6’er Schnitt, den wir angepeilt hatten. Den behalten wir auch noch in etwa bei. Aber die Gruppe zerfällt. Es wird für jeden schwerer, jeder hat mit sich zu tun, sucht und findet sein Tempo…

 
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So wird die zweite Runde einsamer, aber die Kräfte sind gut eingeteilt, es stimmt fast alles. Sogar das Wetter hält. Einzeln oder in Zweiergrüppchen laufen die Marthonis ein – nach 3, nach 4, nach 5 Stunden.

Guter Dinge bekommen wir von netten Frauen Medaillen umgehängt, trinken warm-süßes Iso und verzehren später uns ausgehändigte Verpflegungsmarken im Wert von 6 Euro. Da war die berühmte Erbsensuppe unsere erste Wahl. Doch die Marken reichten noch für Kaffee und Kuchen oder Bratwurst und alkoholfreies Bier. Sie waren wie die Medaille im Startgeld von 19,50 Euro bei Onlinevormeldung inbegriffen.

Da werden wir gern wiederkommen und Marathon laufen, wenn es bei den zwei Runden bleibt. In Athen waren wir ja schon. Einzig New York…?     

 

Marathonsieger

Männer

1. Themsen, Frank 1968 LG Bremen Nord 2:58:42
2. Horn, Carsten 1971 VfL Suderburg 3:01:49
3. Giesen, Frank 1970 VfL Suderburg 3:07:50   

Frauen

1. Luhn, Gabi 1963 LT Bienenbüttel 4:37:21
2. Homann, Kathleen 1971 Vereinslos 5:04:40

Fogtmann, Astrid 1971 Fogtmann Racing Team aufgegeben
       
      

 

Informationen: Herbstlanglauf
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