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Ebbe im Westerwald

 

Wasser ist ja was Interessantes. So eine Wasserfläche macht was her, sieht toll aus, beruhigt die Sinne, hat idyllische Uferbereiche. Aber ein See ohne Wasser sieht aus wie die Nordsee bei Ebbe. Alles leer. Nix mit Idylle, hier im Westerwald.  Es hat mit den Fischen zu tun, sagt man mir.

Samstag, der 21.10. Start des Mara um 11:30. Eigentlich ja Zeit genug für Anfahrt, Orga und alles weitere. Aber wie ich auf den Parkplatz einbiege, höre ich den Startschuss. Wer zu spät kommt, ...Solls das schon gewesen sein? Also wacker mal aufgerödelt, Regensachen an, zum Start geflitzt. Ja, ich könnte hinterher, aber erst die Startnummer holen in der 400m entfernten Sporthalle. Weitergeflitzt, die Orga aufgemischt, meine Nummer ausgegraben (es war schon alles weggeräumt), Danke an die fleißigen und verständnisvollen Helfer gesagt und zurück zum Start. Mit 27 Minuten Verspätung geht‘s los. Mitten durch das Bambinigewimmel.

Mir kommt zugute, dass ich die Strecke ein wenig kenne. Vor 4 Jahren war ich schon mal hier, in Hachenburg, beim Löwenlauf. Die Rundsporthalle ist der Startplatz. Nur war das Ziel damals auf dem schönen Marktplatz unter dem goldenen zweigeschwänzten Löwen. Heuer geht es zur Rundsporthalle zurück. Aber erstmal über die Straßen raus aus dem Ort. Nach etwa 3 km bin ich im Wald und schon 160 m höher. Der Nieselregen hört auf, macht auch auf Ebbe. Herrlich, die Ruhe. Und die Herbstfarben erst. Und dann noch die Aussicht - Laufen ist doch was Schönes.

 

 
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Ich beschließe wie immer, das Feld von hinten aufzurollen. Nur so für die Motivation. Noch nie war ich soo weit hintendran. Auf schönen Waldwegen geht es dahin. Die Beschilderung ist vorbildlich, jeder km ist nummeriert. Die Halbmaras kommen schließlich nachher auch noch hier durch. Hier oben ist es schön wellig, führt aber immer weiter aufwärts. Der erste VP ist verwundert, versorgt mich aber  bestens und auch den Buschfunk: Einer kommt noch.

Die schön geschotterten Wege sind weitgehend trocken, führen über Wiese und Wald langsam hoch zum Sendemast und den Windrädern. Die drehen fleißig in Tief Elmars Wind und erzeugen dabei gehörig Krach. Das auf- und abschwellende Brummen begleitet mich eine ganze Weile. Eine Schleife über Straßen um den Sendemast herum führt zu VP2. Alles noch da. Kurze Stärkung und weiter. Wiese mit Aussicht, Wald mit knöcheltiefen Buchenblättern. Es ist einfach eine Freude hier. Kaum habe ich km 14 passiert, kommt mir der künftige Sieger entgegen. Hochkonzentriert. Zwei Radler als Begleitschutz. Und weg sind sie.

Das ist es nämlich: die Strecke besteht aus zwei großen Schleifen mit Hin-und Rück- und Begegnungsstück dazwischen. Bei km 14 teilt sich das wieder und in aller Ruhe kann ich aus dem Wald raus, die Höhen herunter zum Golfclub laufen. Hier mal auf Straßen und mal auf Feldwegen daneben. Noch ein sehr kurzes Waldstück, am Golfplatz vorbei, ein kleiner VP noch, und - Ebbe im See! Was sieht das hier schön aus, so mit Wasser drin. Aber wegen der Fischzucht wird es alle paar Jahre abgelassen, höre ich. Das stört aber das Laufen nicht wirklich - hier am Ufer verläuft ein richtiger Trail. Flach und einfach.

Schöne Blicke über die Seenflächen wechseln mit dichtem Wald ab. Es passiert bei der Hälfte der Seenschleife: Ich habe den Besenradler eingeholt! Er begleitet mich nun ein Stück weit über die Trails, beantwortet geduldig meine Fragen. Bis zum Ende der Seenschleife sammle ich tatsächlich noch ein paar Läufer ein.  Ich kann zum Feld aufschließen!

Es empfiehlt sich sehr, hier am See noch mal Kraft zu tanken, denn ab hier geht‘s wieder aufwärts. Erst auf Asphalt, weiter oben auf Schotter. Das Fiese daran: es sind lange Geraden, auf einen Blick sieht man, was einem nun blüht. Der VP 14/29 km bewirtet uns aus dem Vollen. Haben wir auch nötig.

 

Bildgalerie von Carsten Koczor

 

 
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Nun zurück auf derselben Strecke durch den Wald. Langweilig ist das nicht, aus dieser Richtung sieht es völlig anders aus. Kaum wiederzuerkennen. War ich eben wirklich schon mal hier? Aber die Schilder lassen keinen Zweifel. Auch die Windräder nicht, mit dem vertrauten Brummen. Erst recht nicht die Mannschaft am VP. Sie schicken uns direkt zum Sendemast hoch. Uns- das sind auch die Halbmaras, die ab hier mit uns laufen. Sie haben etwa Halbzeit.

Die Straße führt über ein Gestüt in den Wald. Immer bergab. Merkt man bloß nichts von. Zwischendurch nämlich kommen sanfte Anstiege, die uns Nachzügler schön ausbremsen. Aber dann kommt km 35. Freies Feld. Blick auf Hachenburg und den VP von km 5. Das Team hat Verstärkung: der rosa Zwerg übt fleißig, uns mit zu versorgen. Klasse, dieser Nachwuchs hat echte Zukunft!

7 km noch. An der Wiese entlang in den Wald. Lange Gerade, natürlich aufwärts, bis zur Hauptstraße. Die Querung ist gut gesichert, die Jungs gut drauf. Weiter im Wald auf guten, schnellen Wegen (angeblich) bergab. Kommt einem nicht so vor; egal, soweit es geht, rollen lassen. km 40 liegt bereits im Ort, die teuren Villen links und rechts haben wir hinter uns.

 

 

Früher ging‘s gerade hoch zum Marktplatz, heuer geht‘s scharf links runter ins Tal. Alles schwer gesichert. Dass uns bloß kein Auto stört. So manch ein Finisher quält sich uns entgegen zum Parkhaus. Manche Freunde sind schon fertig.

An der Sporthalle mit den Startnummern vorbei, da ist nun Party. Noch die 400 m zum Ziel. Applaus von allen Seiten, Zuschauer und Finisher geben alles, wir auch. Zielbogen. Medaille. Glückwünsche hin und her. Freude, Erleichterung und bei mir Verwunderung, den Rückstand aufgeholt zu haben. Das vergesse ich garantiert nicht mehr.

Fazit

Der Hachenburger Löwenlauf ist ein wunderbarer Landschaftsgenuss. 450 positive Höhenmeter scheinen nicht zu viel, auf den guten Wegen macht es total Spaß. Hat die Seenplatte wieder Flut, ist es ein besonderes Highlight, ums Wasser herum zu laufen. Wer also mal was anderes sucht, findet hier mehr als nur eine Alternative. Und wer noch kann, sollte hinterher mal in den Ort gehen. Lohnt sich. Hier ist viel Geschichte drin ...und lecker Essen auch!

 

Informationen: Hachenburger Löwen-Marathon
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