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Laufberichte

Es kann auch mal ein Piffche mehr sein

 

Die Unterschiede zwischen dem Gutenberg-Marathon in Mainz und der Meenzer Fassenacht sind kaum wahrzunehmen, außer vielleicht bei den Terminen der Aus- und Übertragung.  

So findet stets bewährte Tradition vor wechselnder Kulisse statt. Wahrhaft närrisches buntes Treiben auf den Straßen von Mainz. Etliche Narren, die bei den Läufern und auch bei den Zuschauern für fröhliche Stimmung an und auf  der Strecke sorgen. Und ein Petrus, der wie beim Rosenmontagszug immer wieder auch mal die Sonne hervorblinzeln lässt.

So hat nun bei der 15. Auflage der Gutenberg-Marathon wieder allen Startern die Möglichkeit offengelassen, "en scheene halbe" oder mit dem „Piffche“ mehr doch mal ein 2/3 zu wagenm, bevor er wie knappe 1.000 erfahrene Läufer die volle "Dröhnung", den Marathon anpeilt.

Die 2/3 Finisher durften erstmals in der Reduit in Mainz-Kastel ihre wohlverdiente Medaille in Empfang nehmen. Die Marathonläufer wurden mit neuer Streckenführung bei der zweiten Runde vermehrt durch die Stadt geleitet. Bei diesem Wetter hat wahrscheinlich der ein oder andere Läufer mit sehnsuchtsvollen Augen in die Schaufenster der Sportgeschäfte auf die trockenen Laufshirts und Jacken in der Auslage geblickt.

Als echte Meenzer können wir nun auch keinen Gutenberg-Marathon verpassen. Biggi macht in Mainz-Kastel wie üblich bei den Streckenposten ihren Dienst am Läufer und ich, der Sascha,  gehe kostümiert als Pheidippides mit Musikanlage auf dem Rücken auf die Strecke, um mir mindestens den neuen Zieleinlauf für den 2/3 genauer anzusehen.

 

 
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Wie immer starten kurz vor den Läufern um 9:30 Uhr die Handbiker. Neben dem neuen 2/3-Ziel gibt es weitere kleinere Streckenänderungen. So geht es nicht mehr durch das Schottgelände und in der Neustadt werden ein paar mehr Straßenzüge mitgenommen. Auf der zweiten Runde geht es auch nicht sofort auf die Theodor-Heuss-Brücke, sondern es ist noch eine kleine Schleife durch die Mainzer Innenstadt zu laufen. Mit diesen Schleifen sollen Kilometer gesammelt werden, um auf der zweiten Runde die unbeliebte Industriestraße Richtung Mombach einzusparen.

Nach der ersten Runde treffe ich  auf den Vorjahressieger und Favoriten Tola Bane aus Äthiopien. Er wurde heute leider "nur" Fünfter. Er ist noch erschöpft und kann sich nicht wehren, als Pheidippides ihn zu einem gemeinsamen Foto nötigt. Er ist ein wenig traurig über seine Platzierung, doch Pheidi kann ihn mit einem "Don't be sad. I still have to run a lap", wieder aufmuntern. Auf dem Foto kann er dann auch schon wieder lachen.
 
Über die Theodor-Heuss-Brücke geht es weiter nach Kastel und Kostheim und man betritt Wiesbaden und damit hessischen Boden. Da bis heute aber kein abschließender formeller Rechtsakt vorliegt, behielten die drei Wiesbaden zugeordneten Stadtteile (Amöneburg, Kastel und Kostheim) den Namensbestandteil „Mainz-…“. Ein Kuriosum sind deshalb die Ortseingangsschilder, auf denen zu lesen ist: „Landeshauptstadt Wiesbaden Stadtteil Mainz-Kastel“. Viele Kasteler und Kostheimer fühlen sich aber ebenfalls auch nicht als Wiesbadener, sondern tendieren nach Mainz, was abgesehen von der administrativen Zugehörigkeit auch der Lebenswirklichkeit entspricht, da die Wiesbadener Innenstadt rund 10 km entfernt liegt, die Mainzer dagegen direkt auf der anderen Rheinseite.  

Auf dem Rückweg muss man sich dann aber schon auf dem Brückenkopf der Theodor-Heuss-Brücke entscheiden, ob man nun ganz oder "nur" 2/3 laufen will. Früher lag die Zielliene des 2/3-Marathons ja direkt an der Strecke. In diesem Jahr erstmalig an der alten Reduit-Festung direkt am Rhein.

 

 
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Die Reduit war Teil der Bundesfestung Mainz. Nachdem die Festung Mainz 1816 dem Deutschen Bund unterstellt wurde, wollten die deutschen Fürsten den Einmarsch Frankreichs ein für allemal verhindern. Mainz sollte zum "Bollwerk Deutschlands" werden. Im Zuge dieses Ausbaus wurde deshalb  auch der Brückenkopf in Kastel zusätzlich befestigt. Heute ist dem Gebäude u.a. ein Heimatmusem untergebracht.
 
Der Zieleinlauf beim 2/3 ist zwar etwas unspektakulär, doch dafür hat man eine unbeschreibliche Sicht auf Mainz und den Dom und die Kulisse vor der Festung ist auf alle Fälle ein "vorzeitiges" Finish wert. Überhaupt ist das 2/3-Finish eine tolle Erfindung der Mainzer. Ermutigt es den einen oder anderen, sich doch mal an den Marathon heranzutrauen. Falls es schief geht, kann man ja immer noch bei 2/3 raus.
Es bleibt jedenfalls zu hoffen, dass die Distanz und der Zielort erhalten bleiben.
 
Noch ein paar Worte zu den Teilnehmerzahlen:

7.514 Leute erreichten am Sonntag die Ziellinien der drei Strecken.  5.833 Leute absolvierten den Halbmarathon, 404 bewältigten den Zweidrittel-Lauf und 1.088 Menschen finishten den kompletten Marathon. Damit verbleibt Mainz in der Liste der nationalen Läufe, bei denen über 1.000 einen Marathon schaffen.  
 
Der Termin für den 16. Mainz-Marathon steht auch schon fest, der 10. Mai 2015.
Da werdet ihr mit Sicherheit wieder Biggi an, und Sascha "Pheidi" auf der Strecke antreffen.
 

 

 

Informationen: Gutenberg-Marathon Mainz
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