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Laufberichte

Badner können richtig feiern

02.04.06

Die südlichste und sonnigste Großstadt Deutschlands hat augenscheinlich ihren guten Ruf zu Recht

 

Gerüchteweise habe ich es schon öfters mal gehört, war aber stets ein wenig skeptisch. Beruflich komme ich auch häufig nach Freiburg, habe aber nie so etwas festgestellt. Allerdings bin ich da immer von der Autobahn schnurstraks durch die Stadt gefahren ans östliche Ende der Stadt, nach Littenweiler und nach getaner Arbeit genauso umweglos wieder zurück. Jetzt aber muss ich es glauben, ich hab’s mit eigenen Augen gesehen! Ich bin den Marathon in Freiburg gelaufen, durch die Stadt, um die Stadt herum, im Zickzack durch die Altstadt, an der Dreisam entlang und tatsächlich, es stimmt, die Freiburger haben eine offene, begeisterungsfähige Bevölkerung, ganz anders als wir pietistischen Schwaben aus Stuttgart und Umgebung, bei denen der Spruch „net gschempft isch gnuag globt“ zur Lebensmaxime geworden ist.

 

Da stehen viele Tausend Zuschauer vor ihren Häusern, auf ihren Balkonen und an der Strecke, klatschen uns Läufern Beifall und ertragen jede Menge Einschränkungen des Verkehrs, ohne dass gemurrt wird. Ganz offensichtlich sind die Badener, zumindest die Südbadener, ein eigenes Völkchen, die die Feste feiern können, wie sie fallen. Es hat Spaß gemacht, hier zu laufen!


Die südlichste und sonnigste Großstadt Deutschlands hat augenscheinlich ihren guten Ruf zu Recht und damit wird auch klar, weshalb bereits der erste Marathon vor zwei Jahren ein Erfolg war (7.500 Finisher Marathon und Halbmarathon) und warum er sich dann auf beinahe 12.000 Finisher vergangenes Jahr steigerte. Klar hat das auch mit einer guten Organisation zu tun. Mit Gernot Weigl's  „runabout sportmarketing“ haben die Freiburger einen exzellenten Organisator, aber ohne Identifikation der Stadt mit „Ihrem“ Marathon kann sich kein solcher Erfolg einstellen. Selbst der Oberbürgermeister Dieter Salomon ist 2005 Halbmarathon mitgelaufen.

 

 
Startplatz auf dem Messegelände
© marathon4you.de

Allerdings muss man natürlich sehen, dass der Freiburg Marathon vor allem vom Halbmarathon lebt. Die 11.964 Finisher 2005 teilten sich auf in 8.801 Halbmarathonis und 2.912 Marathonis. Auch die Steigerung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Jahr 2005 gegenüber 2004 hat man nahezu ausschließlich den Halbmarathonis (4.808 in 2004 und 2005 nahezu eine Verdoppelung auf 8.801) zu verdanken. Ganz eindeutig ist der "Halbe"  das „Zugpferd“ beim Freiburg Marathon.

 

Bei einem Marathon, der in zwei identischen Runden gelaufen wird, ist das nicht weiter verwunderlich. Das Problem eines solchen „Zwei-Runden-Kurses“ ist immer die Frage: „Gemeinsamer Start oder getrennt?“ Das erste Mal ist man zeitversetzt gestartet, der Unterschied war aber wohl zu gering, so dass man sich bei der zweiten Auflage für den gemeinsamen Start entschieden hat. Nachteil dabei ist der Engpass beim Start und die zweite Runde für die Marathonläuferinnen und Läufer, für die es dann  vergleichsweise „ruhig“ war. Trotzdem wurde von allen mir bekannten Läufern berichtet, dass weder das Zuschauerinteresse noch die Musik am Straßenrand im Vergleich zum Vorjahr wesentlich nachgelassen haben.


Die Veranstalter sind 2006 all den bisherigen Erfahrungen gerecht geworden, indem sie den Start des Halbmarathons knapp drei Stunden nach dem der Marathonis legten. Die Marathonläufer sind da bereits auf der zweiten Runde und das Feld ist soweit auseinander gezogen, dass die schnellen Halbmarathonis vermutlich wenig gestört werden. Auch das Zuschauerinteresse und die Aktivitäten neben der Strecke werden wohl in der zweiten Runde ihren Höhepunkt erreichen und vielleicht den einen oder die andere Marathonläuferin nochmals mitreißen. Vor allem werden die langsameren Marathonis nicht alleine auf der Strecke sein. Einen Nachteil aber hat die Änderung auf jeden Fall: konnte man sich vergangenes Jahr noch nach der ersten Runde entscheiden, ob man nicht doch aufhören wollte und dann beim Halbmarathon gewertet wurde, ist das dieses Jahr natürlich nicht mehr möglich. Soweit meine Überlegungen im Vorfeld, was zeigte die Praxis?


Um 8.15 Uhr fuhren wir zu Viert von Stuttgart los und waren, trotz moderater Fahrweise, knapp zwei Stunden später auf dem Messegelände. Parken war problemlos möglich und auch die Abholung der Startunterlagen verlief reibungslos. Vermutlich lagen die Halbmarathonläuferinnen und Läufer noch in ihren Betten oder waren gerade aufgestanden. Wir Marathonläufer hatten die große Messehalle alleine für uns und konnten uns also in aller Gemütlichkeit für den Lauf vorbereiten.


Auch das Wetter war geradezu ideal. Temperaturen um die 14 Grad ließen nie einen Zweifel aufkommen, dass ich heute „kurz“ laufen würde, also kurze Hose, kurzärmliges Shirt. Zwar war es bewölkt, aber immer wieder rissen die Wolken auf und die strahlende Sonne wärmte zusätzlich.

 

 
Zielzeit
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Eine Viertelstunde vor dem Start stellte ich mich in das Starterfeld. Da ich viel fotografieren wollte, rechnete ich mir eine Zeit von um die 4:20 Stunden aus und orientierte mich daher am Zug- und Bremsläufer 4:15 Stunden. Gut gekennzeichnet mit einem orangefarbenen Ballon, war er nicht zu übersehen.
Punkt 11.05 war dann Start, allerdings nicht für uns im hinteren Bereich. Aber es dauerte keine Minute, dann konnten auch wir bereits langsam Richtung Startbogen gehen. Nach Überschreiten der Startmatten gab es noch einen kleinen Stau und danach war dann Joggen angesagt.

 

Bereits auf den ersten paar hundert Meter fragte ich mich, wie das wohl vergangenes Jahr war, als noch 12.000 gemeinsam am Start waren, also nahezu fünf Mal mehr als heute. Nicht dass ich behindert worden wäre, aber jemand, der zu weit hinten gestartet war, konnte nicht, bzw. nur aufwendig überholen. Ganz sicher war es die richtige Entscheidung, den Halbmarathonstart drei Stunden nach hinten zu verlegen.

 

 
Gleich nach dem Start
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Irgendwo hatte ich gelesen, dass 42 Bands an der Strecke seien. Bei einem Kurs, der zweimal durchlaufen wird, würde das bedeuten, dass alle 500 Meter eine Musikgruppe stehen würde. Tatsächlich war dann ständig was los, vielleicht nicht alle 500 Meter, aber alle 600 Meter ?? Die Zeit verging dabei wie im Flug, die Zuschauer taten ihr Übriges und schon kam nach knapp fünf Kilometern die erste Verpflegungsstelle.

 

Obwohl immer noch jede Menge Läuferinnen und Läufern um mich herum waren, kamen alle problemlos an die Tische, die auf beiden Straßenseiten aufgebaut waren und konnten ihre Auswahl treffen: Wasser, Iso, Tee, Bananen, Riegel, Trockenfrüchte - alles deutlich beschriftet und von eifrigen Helferinnen angeboten. Alle 5 Kilometer gab es solche Verpflegungsstationen, stets nach demselben Muster aufgebaut, so dass man genau wusste, welchen Tisch man ansteuern musste. Dazwischen kam jeweils eine Station, an der nur Wasser angeboten wurde.

 

 
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Alles in Allem optimale Verpflegungsbedingungen. Trotzdem sah ich immer wieder mal einen Läufer oder eine Läuferin mit einem Trinkgurt. Die trauen vielleicht dem Angebot nicht, wollen wohl auch ihre Eigenmischung haben und kein Risiko eingehen. Ich persönlich hasse Trinkgurte, die mich nur behindern. Mit ein Grund, statt eines langen Trainingslaufes, einen Marathon zu laufen, ist für mich auch der, dass man versorgt wird und nichts mittragen muss. In dieser Hinsicht hatte ich also in Freiburg beste Bedingungen.


Obwohl ich zum Fotografieren immer wieder stehen bleiben musste, war ich doch meist in der Nähe meines Zugläufers, es lief gut, ich konnte die verlorene Zeit stets aufholen. Vor dem Start hatte ich ihn nach seiner Strategie gefragt. Er wollte ganz konsequent einen 6er Schnitt laufen, also 6 Minuten pro Kilometer. Damit hätten die Leute gegen Ende noch ein Polster. Tatsächlich lief er dann auch die nächsten Kilometer präzise wie ein Uhrwerk, selbst an den Verpflegungsstellen machte er keinerlei Pause. Vermutlich griff er sich im Vorbeilaufen einen Becher.


Richtiges Aprilwetter hatten wir, meist bewölkt, manchmal richtig starker Wind, nie kalt, dann wieder Sonnenschein und ab der Hälfte der Zeit dann auch manchmal ein paar Regentropfen. Ich war im Glück, endlich konnte ich mal wieder ohne diese elende Jacke und langen Hosen laufen, mir war nicht kalt, nicht zu warm, einfach ideal. Mit dem Wetter haben die im Breisgau bekanntermaßen ja sowieso das beste Los gezogen. Wer heute Ski fahren wollte, konnte das problemlos; auf dem Feldberg waren noch alle Lifte in Betrieb und es gab beste Schneebedingungen.


An’s Ski fahren verschwendete ich jedoch keinen Gedanken, ich war derart von der abwechslungsreichen Strecke abgelenkt, dass die Zeit wie im Flug verging. Die Musikgruppen waren ideal verteilt. Meist hörte man die Musik bereits, bevor man die Band sah, und hatte man sie dann passiert, konnte man das Lied noch einige Zeit hören. Dann ein kurzes Stück der Strecke und die nächste Band war zu hören. Für jeden Musikgeschmack war etwas dabei, vom Hardrock, bis zur konzertanten Blasmusik, von der Beatles Revival Band bis zur Trommel Gruppe mit einem Klang, ähnlich Marimbas.

 

 
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Obwohl es eigentlich an der ganzen Strecke Zuschauer gab, häuften sie sich natürlich dort, wo die Musik war. Überhaupt empfand ich die Stecke, bis auf wenige Abschnitte, als sehr abwechslungsreich. Wir wurden um einen Großteil der Stadt geführt, meist durch Wohnstraßen, in denen die Leute auf den Balkonen standen, aus den Fenstern schauten oder vor den Häusern standen oder sich gar dort gemütlich niedergelassen hatten. Immer aber klatschten sie uns Beifall. Es ist sicher so, dass es in Berlin viel mehr Zuschauer gibt, aber an Herzlichkeit können es die in Freiburg mit denen der Hauptstadt problemlos aufnehmen.


Mir war also nie langweilig, vor allem auch, als es dann etwa von Kilometer sechs bis neun im Zickzack durch die Altstadt ging. Hier waren mehr Zuschauer, mehr Musik und mehr schöne Gebäude. Leider aber sah man vom Münster nur die Turmspitze und auch das nur ganz kurt. Nun, ein Grund mehr, sich mal Zeit für einen extra Besuch in Freiburg zu nehmen.

 

 
Innenstadt
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Beim Verlassen der Altstadt kam eine Begegnungsstrecke. Etwas länger als einen Kilometer konnte man die Entgegenkommenden sehen, bevor es dann Richtung Osten in eine Schleife ging, der Dreisam entlang, dann die Wende bei etwa Kilometer 11,5 auf einer Brücke über das Wasser und auf der anderen Seite zurück, bis man dann wieder die Begegnungsstrecke erreicht hatte und nun all die sah, die hinter einem lagen. Ich mag solche Abschnitte, man kann die vielen Typen sehen, mit ihren ganz unterschiedlichen Laufstilen, dem oft auffallenden Outfit, dem lockeren Lächeln und manchmal auch dem verzerrten Gesichtsausdruck. Dort wo bei manch anderem Städtemarathon Kilometer „gemacht“ werden müssen, meist in einem langweiligen Industriegebiet, wurde man in Freiburg also einen schönen Uferweg entlang geführt und da dort auch Wohnhäuser waren, gab es auch Zuschauer.

 

 
Musicbox auf Rollen
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Beim Rückweg streifte man also nochmals die Altstadt und lief dann etwa ab Kilometer 14 weiter Richtung Norden durch die Teilorte Neuberg und Herdern bis Zähringen. Hier irgendwo wurde ich von einer Gruppe Skater überholt, von denen einer einen großen Ghettoblaster auf dem Rücken hatte, aus dem er die Strecke mit Techno-Musik beschallte. Offensichtlich waren die engagiert worden, um noch mehr Musik auf die Strecke zu bringen. Ich wurde richtig beflügelt, so dass ich einige Zeit in etwas schnellerem Tempo hinter ihnen herlief.

 

 
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Ein Großteil der bisherigen Strecke führte durch Wohnstraßen. Alle Querstraßen waren durch Streckenposten gesichert, so dass Autos nicht unkontrolliert die Strecke queren konnten. Da aber bereits im Vorfeld alle Anwohner informiert wurden, sah man eigentlich keine Autos, die heraus fahren wollten. Sie konnten sicher ihr Viertel über andere Wege verlassen. Nur an ein paar Stellen ließ sich der Verkehr nicht vermeiden, auch gab es Stellen, an denen Autos die Strecke queren wollten. Diese waren aber bestens durch Polizei oder Streckenposten gesichert, so dass der Kreuzungsverkehr für beide Seiten gut zu ertragen war.


Ich hatte ein Shirt meines Vereins TV-Stammheim an. Das weckte offensichtlich bei manchem Assoziationen an das Untersuchungsgefängnis in Stammheim und immer wieder wurde ich gefragt, ob ich heute Freigang hätte. Eine kleine Gruppe Läufer, alle miteinander gut drauf, verkündeten allen Zuschauern lautstark, dass da vorne einer laufen würde, vor dem man sich in Acht nehmen müsse. Ich drehte mich um und machte sofort ein Beweisfoto. Alle taten sie ganz unschuldig, und jeder schob es auf den Anderen. Immer noch eine prima Stimmung auf und an der Strecke.

 

 
... und dann will es keiner gewesen sein
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Bei etwa Kilometer 18 gab noch mal eine Begegnungsstrecke von etwa 600 Meter, die Wende und dann auf der anderen Straßenseite etwa einen Kilometer zurück und fünf Bands weiter ging es dann Richtung Nordwesten, eine lange Alleestraße hinunter, links der Friedhof und vor uns das Messegelände – Runde eins war geschafft, wobei geschafft der falsche Ausdruck ist, es war ein recht kurzweiliges Vergnügen.


Natürlich war im Zielbereich jede Menge los, eine Band auf großer Bühne spielte, tausende Zuschauer säumten die Strecke und begleiteten uns mit freundlichem Beifall auf unsere zweite Runde. Bereits vorher hatte ich mir die Frage gestellt, ob es mehr Last als Lust wäre, das Selbe nochmals zu laufen. Ganz eindeutig war für mich die Antwort: „Nein!“ Die Strecke war so abwechslungsreich, dass ich mich geradezu freute, noch eine Runde laufen zu dürfen. Das hatte sicher auch damit zu tun, dass ich mich, dank moderaten Tempos – Halbmarathonzeit 2:07 h – noch gut fühlte. Wesentlicher aber war, dass ich mich darauf freute, nochmals an all den Bands vorbeilaufen zu können. Auch wollte ich noch das Eine oder Andere fotografieren, was mir in der ersten Runde nicht möglich war, weil ich es vielleicht zu spät gesehen hatte, oder zu viele Läufer im Weg gestanden waren.


Frohgemut lief ich also weiter über die Zeitnehmermatten. Erst Mal ging es wieder die drei Kilometer die Berliner Allee entlang, einer breiten Straße, die für uns Läufer auf einer Seite reserviert war. Dann in einer 270 Grad Schleife hinunter und unter der Berliner Alle durch, weiter die Haslacher Straße durch ein Wohngebiet, parallel zu der West-Ost Durchfahrtsstraße. Kurz nach Kilometer fünf ging es dann weg nach links, sanft hoch zur Wiwili-Brücke, laut Bericht von Klaus aus dem Vorjahr, benannt nach der Partnerstadt Freiburgs in Nicaragua. Wie erhofft spielten die Bands immer noch, nur ab und an machte eine gerade Pause – die wappneten sich wohl schon für den Start der Halbmarathon Läufer.


Irgendwann verspürte ich ein dringendes Bedürfnis, machte mir aber keine Sorgen. Bereits während der ersten Runde war mir aufgefallen, dass nicht nur an jeder Verpflegungsstelle, also alle 2,5 Kilometer ein oder zwei Dixi-Häuschen standen. Manchmal war auch eines neben der Strecke. Klar, bei soviel Teilnehmern braucht man das, wenn der Kurs durch die Stadt, durch überwiegend Wohngebiete ging. Aber nicht jeder Marathon löst das so großzügig, ich erninnere mich da mit Grauen an die Verhältnisse beim Marathon in Paris! Ich steuerte also das nächste Häuschen an und konnte nach kurzer Zeit wieder auf die Strecke gehen.

 

 
Stammgast in Feiburg: Michel
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Jetzt ging es auf einer Brücke über die Eisenbahngleise am Hauptbahnhof, hinunter die Wilhelmstraße und schon war ich im Bereich der Altstadt. In zwei Schleifen ging es wieder mitten hindurch, die Zuschauer waren immer noch so zahlreich wie in der ersten Runde und immer noch feuerten sie uns an. Wieder versuchte ich einen Blick auf das Münster zu werfen, aber es lag immer noch ganz versteckt hinter den Gebäuden. Dann begann die Begegnungsstrecke und wieder ging es hinaus aus der Altstadt, der Dreisam entlang, Richtung Wendestelle.

 

Die perfekt angebrachten Entfernungsschilder zeigten jetzt freundlichere Kilometerangaben: 30 km, 31 km, 32 km. Nur noch zehn Kilometer! Das würde ich noch problemlos schaffen, auch wenn langsam die Beine schwerer wurden. Aber Zuschauer, Musik und Mitläufern lenkten ab. Vor allem die Mitläufer! Immer häufiger sah man welche am Straßenrand, die sich dehnten und hofften, die Krämpfe loszuwerden. Viele gingen nur noch, versuchten dann ein paar Meter zu joggen, um kurz danach wieder in den Gehschritt zu verfallen. Ganz offensichtlich mussten jetzt viele ihrem zu hohen, zu optimistischen Anfangstempo Tribut zollen.


Nach der Wende erwartete ich, dass uns die ersten Halbmarathonläufer einholen würden und tatsächlich, irgendwo nach Kilometer 12 kamen dann zwei Autos von hinten und sorgten dafür, dass die Zuschauer und wir Marathonläufer Platz machten. Zwei Minuten später kamen sie dann, eskortiert von drei Fahrradfahrern. Zack – vorbei waren sie! Beeindruckend mit welcher Geschwindigkeit die liefen. Bei meinem derzeitigen Tempo von vielleicht 6:20 min/km waren sie mehr als doppelt so schnell. Einige Minuten dauerte es noch, bis mich die nächsten überholten und bald war das beinahe ein stetes Überholen. Konnten die ersten, Dank Eskorte, noch störungsfrei laufen, änderte sich das etwas für die Nachfolgenden.

 

 
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Die Marathonläufer hatten wieder die ganze Straßenbreite eingenommen und waren nur noch mit sich selber beschäftigt. Immer wieder mussten die schnellen Halbmarathonis dann im Zickzack um die „Hindernisse“ herum laufen. Tja, das ist die Kehrseite des späten Starts. Insgesamt jedoch halte ich die Entscheidung für optimal. Vor allem an der Begegnungsstrecke fiel es geradezu ins Auge. Unendlich kam mir die Läuferschlange entgegen und dazwischen immer wieder mal ein ganz langsamer Läufer, erkennbar an der Startnummer als Marathoni. Wie würden die sich jetzt fühlen, wenn sie ganz alleine unterwegs wären?


Die letzten Kilometer lief ich vollends gemütlich dem Ziel entgegen, wurde dort mit einer Folie zum Wärmen empfangen, danach bekam ich die Medaille und konnte anschließend in die Halle gehen und die hervorragende Verpflegung genießen. Die anschließenden Duschen waren dann noch sehr angenehm. Der Platz zum Umziehen war zwar recht eng, die Duschen selbst aber hervorragend warm. Als ich jedoch den Bereich verließ, kamen immer mehr Läufer, so dass es für die sicher recht eng und unangenehm wurde.


Insgesamt eine hervorragende Organisation, wobei dazu das großzügige Start- und Zielgelände beigetragen haben. Ein sehr schöner, abwechslungsreicher Lauf, bei dem es mir nie langweilig wurde, dank der vielen Eindrücke, der Musik und den Zuschauern. Die Verpflegung war bestens, das Wetter nahezu ideal – ein rundum gelungener Tag.

 

Informationen: Mein Freiburg Marathon
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