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Laufberichte

„Kommst halt nächstes Jahr wieder“

 

Wo sind wir heute genau? In der Fränkischen Schweiz, einer Region in Franken, genauer in Oberfranken. Mit dem Begriff Schweiz bezeichnete man im 19. Jahrhundert gerne Landschaften, die dem allgemeinen Bild der Schweiz mit Bergen, Tälern und Felsen ähnlich sind. So gibt es die Sächsische, Märkische, Mecklenburgische und die Holsteinische Schweiz. Bleiben wir bei der Fränkischen mit ihren bergigen Landschaften, markanten Felsformationen und Höhlen, sowie der vielen Ruinen und Burgen.

Oberfranken wird aber auch Bierfranken genannt wegen seiner mehr als 200 Brauereien. Das typische Bier der Region ist dunkel. Da die meisten Brauereien kleine Privatbetriebe sind, wird auch nur ein- oder zweimal in der Woche gebraut. Bei einer früheren Reise konnte ich sogar sehen, dass das alte Holzbierfass noch auf die Theke gestellt und dort direkt angezapft wurde. Wenn man in Franken vom Dreigestirn spricht, hat das nichts mit Karneval zu tun, sondern damit, dass viele Brauereien ihren eigenen Ausschank und daneben auch noch Landwirtschaft haben. Die Fränkische Schweiz hat die höchste Brauereidichte der Welt. Alleine der Ort Aufseß (ca. 10km nördlich von Streitberg) wird im Guinness-Buch der Rekorde mit 4 Brauereien bei nur 1.500 Einwohnern geführt.

Das FWL-Team hat den Leitspruch: "Zurück zur Natur - aber bitte zu Fuß" und weiß, Trailrunning wird immer beliebter. Schau´n mer mal.

Wem der Marathon (Start in Streitberg) zu lang ist, kann auch 24km (Start in Behringermühle) oder 15km (Start in Pottenstein) laufen. Ziel für alle ist in Obertrubach, von wo aus es kostenlos zurück zum jeweiligen Startort geht.

 
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Startort Streitberg, Muschelquellenweg, 7 Uhr. Außer ein paar Läufern ist heute Morgen noch niemand auf der Straße, der Ort ist noch am Schlafen. Am Ortsausgang gibt es das Transparent „Frankenweg-Lauf Start“. Hier bin ich richtig, hier werden in ca 1 Stunde rund 70 Teilnehmer über die 42km mit rund 1.000 Höhenmetern starten. Im Startbereich werden die Startnummern ausgegeben und wer Gepäck hat, kann das in einen Kombi packen, um es ins Ziel bringen zu lassen.

Rund um unserem Startplatz gibt es gleich einige Sehenswürdigkeiten. Der staatlich anerkannte Luftkurort Streitberg hat seinen Namen vom ehemaligen Adelsgeschlecht von Streitberg, dessen Burgruine sich auf einem hervorspringenden Felsen oberhalb von uns sich befindet.  Zu sehen ist auch das Wahrzeichen der Fränkischen Schweiz, die Ruine Burg Neideck. Um 1219 wurde Heinrich von Neideck als Burgherr genannt, der wohl auch der Besitzer der Kernburg war. Sehenswert ist weiterhin die Dreieinigkeitskirche und die Binghöhle. Und in der historischen Pilgerstube gibt es seit 1898 den überregional bekannten Kräuterlikör Streitberger Bitter.

Soviel zur Kultur, jetzt zum Briefing. Herbert Peter, der Chef, ist dafür zuständig und erklärt die Ausschilderung. Wichtig sind da zunächst einmal die Hinweisschilder "Frankenweg". Aber aufgepasst: Um auf die 42,2km zu kommen, gibt es auch noch zusätzliche Schleifen.

Wir starten direkt auf dem Frankenweg. Einst wurden die Franken die Mutigen oder Kühnen genannt. Dazu passt unser heutiges Vorhaben, denn es gibt manch kniffeligen Stieg auf den 42km. Der Frankenweg ist insgesamt 520km lang und führt vom Rennsteig zur Schwäbischen Alb.

 
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8:00 Uhr, wir zählen die letzten 10 Sekunden runter. Dann den Finger auf die Stoppuhr, Start auslösen und los geht's. Ich fotografiere die Starter und schließe mich dem Feld dann an. Schon nach 100m haben wir die Muschelquelle erreicht, die unter einer glatten Wand liegt.

Schnell wird aus dem breiten Wanderweg ein schmaler, ansteigender Trail. Wir sind gerademal 1,5km gelaufen und schon geht es in Serpentinen richtig zur Sache. Alle haben den Trailschritt drauf, denn zum Laufen ist es viel zu steil.

Nach rund 2,5km geht es in einer großen Schleife nach Neudorf, das wir bei ca. 4,5km erreichen. Wir laufen durch den kleinen Ort und es geht weiter wie auf der ganzen Strecke: Rauf und runter.

Kurz nach km 6 gibt es die erste Versorgung mit Wasser. Dann tauchen wir wieder in den Wald ein. Nach weiteren 1,5km sind wir am Eingang zur Oswaldhöhle. Hier stehen Helfer und ein Retter der Bergwacht und warnen: „Kopf einziehen, es sind Stellen die sind nur 1,5m hoch“. Das ist keine Schikane, der Frankenweg führt tatsächlich direkt durch die Höhle. Die Feuerwehr hat einige Lichter aufgestellt zur besseren Orientierung.

 
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Die Oswaldhöhle ist am Hohlen Berg eine ca. 65m lange Durchgangshöhle. Sie wird erst seit 1971 so genannt, weil in dem Ritteroman „Heinrich von Neideck“ ein Einsiedler namens Oswald vorkommt. Im Dreißigjährigen Krieg diente sie auch als Unterschlupf für die Bevölkerung.

Am anderen Ende geht es gleich einen Treppenaufgang hoch und weiter durch Felder bis nach Engelhardsberg. Bei Km 12 kommen wir an eine der schönsten Stellen dieses Laufes, an die Riesenburg Versturzhöhle. Franz Erwein von Schönborn ließ die Wege und Treppen bauen, auf denen wir unterwegs sind. Die Steine sind rutschig, man muss höllisch aufpassen. Wir folgen dann einem Pfad runter zur Wisent. Im Mittelalter bis zur Zeit des Ersten Weltkrieges wurde auf diesem Weg das Wasser hinauf in den Ort geschleppt.

An der Bundesstraße überwacht die Bergwacht unseren Abstieg. Kurz danach überqueren wir die Wisent und folgen dieser zum Startpunkt der 24km Läufer, der Siedlung Behringersmühle. Hier überqueren wir die Pütlach und folgen der Wiesent. Gegenüber liegt der Bahnhof Behringermühle, wo gerade die Dampfeisenbahn hält. Weiter geht´s in Richtung Stempfermühle.

 
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Neben der Mühle zeigt das kleine Frankenweg-Schild nach links auf einen ansteigenden Pfad. Hier werde ich das erste Mal unsicher, ob das der richtige Weg ist, denn sonst waren farbige Pfeile auf dem Boden - hier nicht. Ich folge dem Pfad steil aufwärts in Richtung Burg Gößweinstein.

Dann komme ich an einen schmalen Steig mit dem Hinweisschild Betreten auf eigene Gefahr. Nach einem kurzen Stück drehe ich total verwirrt um. Ich umgehe die Burg und komme an der Martinswand in den Ort. Jetzt habe ich mich endgültig verlaufen. Ich irre im Ort herum,  um den Zugang zur Laufstrecke zu finden. An einer Tankstelle schickt man mich zu allem Pech in die falsche Richtung. Nur 200m weiter wäre ich wieder auf der Laufstrecke gewesen. Das erfahre ich später.

Nach rund 4km in der falschen Richtung fahre ich per Anhalter nach Streitberg und mit meinem Auto zum Ziel, um mich beim Veranstalter als Aussteiger zurückzumelden.
Jetzt erfahre ich, dass ich sehr wohl auf der richtigen Strecke war und nur über den Steig gemusst hätte. Also selber schuld. „Kommst halt nächstes Jahr wieder“, meint Herbert.

Zum Glück gibt es für alle Interessierten auf Marathon4you.de und Trailrunning.de bereits Laufberichte von der kompletten Strecke.


Marathonsieger:

1. Jürgen Winkler  DJK LC Vorra  3:36:12
2. Roland Klimsa  DJK LC Vorra  3:52:59
3. Siggi Grau  TSV Höchstadt/Aisch 3:55:20

Marathonsiegerinnen:

1. Brigitte Knapp  TSV Neuhaus/Aisch 4:20:38
2. Andrea Schadewell Team icehaus e.V. 4:25:46
3. Ulrike Hümmer  TSV 1860 Staffelstein 4:51:56

 

Informationen: Frankenweg-Lauf
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