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Laufberichte

New York war schuld

24.03.13

Oder: Wie ich zum 2. Föhr - Marathon kam

 

Für den 4. November 2012 hatte ich eine Startnummer zum Marathon in NY ergattert. Völlig aufgeregt erlebten wir alle die Katastrophe mit dem Hurrikan Sandy und ich war darauf eingestellt, nicht nach NY zu fahren. Als dann die Wettkampfleitung und Bürgermeister Bloomberg glaubhaft versicherten, der Marathon fände statt, bin ich am 1.11.12 nach NY geflogen. Nachdem ich meine Startnummer und die Unterlagen abgeholt hatte, wurde 36 Stunden vor dem Start der Marathon doch abgesagt.

Mir war klar, dass dies ökonomisch bedingt war. Erst sollten doch mal die 47.000 Leute in die Stadt kommen, dann kann man immer noch absagen. So ist es dann auch passiert – und dieser Ablauf hat mich wahnsinnig  geärgert. Nicht so sehr die Absage, denn damit war zu rechnen, sondern die Art und Weise, wie es dazu kam.

Wieder zu Hause stand mein Entschluss fest: Stattdessen läufst du am 24. März 2013  den 2. Föhr-Marathon! Als Allererstes bestellte ich mir ein T-Shirt mit der Aufschrift: Föhr-Marathon 2013 – Ziellinienüberquerer! Typisch Föhr! Hier gibt es keine Finisher oder so, sondern Ziellinienüberquerer! Das liebe ich so an Föhr: einfach, bodenständig und gut. Deshalb komme ich mit meiner Familie seit 31 Jahren auf diese Insel. Hier kann man den Stress loswerden, ‚wieder gerade gucken’, sich wirklich tief erholen und die Seele baumeln lassen.

Ich bereitete mich auf den Föhr-Marathon nach Herbert Steffny in einem 10-Wochen-programm vor, so wie ich es bei meinen bisherigen 3 Marathons gemacht habe, den ersten übrigens mit 62 Jahren. In der achten Woche grassierte in Deutschland und Bremen die Grippe und ich hatte das Gefühl, auch ich werde getroffen. Schon wieder nichts mit dem Marathon, nach NY und nach 8 – 9  Wochen Vorbereitung? Panik kam auf und ich lag nur noch auf der Couch. Den Lauf gemäß Plan über 20 km am Sonntag vor dem Marathon ließ ich ausfallen! Dann muss jemand ein Einsehen mit mir gehabt haben, denn der Kelch ging an mir vorüber!

Am Montag, dem 18.3.13 kam die nächste Katastrophenmeldung von meiner Frau, die schon einige Zeit zuvor in unser Haus in Goting gefahren war. Schneestürme, Verwehungen, Minusgrade und starke Ostwinde. War’s das? Am Mittwoch fuhr ich auf die Insel, von nun an quasi stündlich mehrere Wetterberichte im Blick. Dann kam die E-Mail der Wettkampfleitung, dass der Winter übel mitspielt - und ich saß schon wieder im Verkehrsmittel zu einem Marathon, der nicht stattfinden würde?! Dann die Erlösung:

Wir laufen nur die erste Runde, die aber zweimal, weil auf der zweiten Runde zu viel Schnee liegt. Die erste Runde kannte ich von 2012, als ich den Halbmarathon mitlief. Die zweite Schleife wäre ich gerne gelaufen, weil sie in Goting beinahe an unserem Haus vorbeiführt. Nun, gut, der Lauf findet statt, das war die Meldung des Tages!!

Am 22.3.13 sagte der Wetterbericht für Sonntag, es sähe gut aus. Wechselnde  Bewölkung, Frost und  ein strammer Ostwind. Am 23.3.13 wurde sogar Sonne und weniger Wind angekündigt. Es schien also alles zu klappen.

Dann kam die untröstliche Meldung, dass die Extrafähre wegen Niedrigwasser am Morgen des 24.3. nicht fahren konnte. Ich war zwar schon auf der Insel, aber ich fühlte doch sehr mit denen, die nun die Insel nicht mehr erreichen konnten, zumal auch die reguläre Fähre nicht fahren konnte. Schade, liebe Mitstreiter!

Am 24. morgens ging es dann aber los. Meine Frau brachte mich nach Midlum, die Temperaturanzeige im Auto zeigte 4 Grad minus und die Sonne schien, der Wind war immer noch spürbar da! Ich war gut angezogen, hatte ein Käppi auf und zusätzlich eine Wollmütze dabei und unter meiner Jacke mein T-Shirt ‚Ziellinienüberquerer’.

Am Start entschied ich dann, doch die Wollmütze aufzusetzen, denn dort draußen am Feldrand war der Wind schon viel kräftiger. Aber nun war alles prima: Ich war gut vorbereitet, trotz aller Widerstände fand der Marathon statt und es ging los. Schon da bewunderte ich den Durchhaltewillen der Organisation, die die Widerstände für den Lauf ja zu überwinden hatten und für uns alles so super hergerichtet hatten!

Startschuss! Los ging es und ich war entschlossen, für meine Verhältnisse schnell anzugehen. Alles war super! Der erste Gegenwind nach wenigen Metern, als auf die Strasse von Alkersum nach Boldixum abgebogen wurde, war stark, aber das war ja bekannt. Im ersten Waldstück lag noch Schnee und später am alten Golfplatz lag auf dem Fußweg Restschnee, der Beachtung erforderte, aber bis auf diese Strecken waren alle anderen Wege absolut frei und ohne jegliche Beeinträchtigung.

Am AOK-Stand vorbei prüfte ich meine erste Zeit: gut 26 Minuten nach 5 km.  Ein gutes Tempo für mich. Dann auf die Promenade und da kam der Wind schon mal richtig stark daher. Ich dachte mir, wie es wohl hinter dem Hafen vor dem Deich  sein wird. Durch Wyk, begleitet von anspornenden Zuschauern, ging es dann am Hafen vorbei vor den Deich. Und hier war es zu meiner Überraschung weniger schlimm mit dem Wind. Teilweise entwickelte sich der Wind zu seitlichem Schiebewind und selbst wenn er von vorne kam, empfand ich es als nicht zu heftig. Das war wohl die Kraft, die da in mir steckte. Bei 10 km hatte ich 55 Min verbraucht. Top! Dann den ersten Tee und Dank an die Helfer. Die hatten es eigentlich viel schwerer als wir! Dort im Wind stehen und uns bedienen! Danke, Ihr Helden!

 
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Die km liefen dann wie von selbst und ich wusste ja, dass ab 15 km Rückenwind kommen würde. Tee trinken bei 15 km, Zeit prüfen: mit 1,24 Std. alles ok und dann mit Rückenwind nach Midlum. Zur Hälfte hatte ich dann 1,59 Std. auf der Uhr und war schon fast euphorisch, was ich heute wohl reißen könnte.

Nun ging es auf die zweite Runde und ich registrierte, dass Bewölkung aufgekommen war und damit verbunden ein stärkerer Wind blies. Das merkte ich dann schon heftig, als ich wieder auf die Strasse Alkersum – Boldixum einbog. Schon ein anderer Schnack! Aber, munter weiter, obwohl ich da schon die nächste Abbiegerecke herbeisehnte. Ich kenne mich. Wenn das losgeht und ich auf die nächste Ecke warte, wird es bestimmt nicht leichter.

Weiter bis zur AOK- Station, kurz vorher einen Dextro-Energen gekaut (wie auch schon bei 10, 15 und 20 km). Dann einen Tee, um unter anderem auch die Süßigkeit wegzuspülen und  runter zur Promenade.

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Informationen: Föhr-Marathon
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