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Laufberichte

Butter bei die Fische

 

Ein Trail im Norden? Da muss ich sofort zugreifen. Der 3. Fishermantrail, jetzt auch als Winter Edition, soll gut 50 Kilometer um den Plauer See führen. Habt ihr da schon mal etwas davon gehört? Dann geht es euch wie mir. Ich kenne den Plauer See überhaupt nicht, geschweige denn Alt-Schwerin, wo Start und Ziel liegen soll. Ich dachte, damit sei die Altstadt von Schwerin gemeint. Aber Schwerin ist noch eine Autostunde entfernt.

Ich mache mich für diese lange Anreise im Zug bequem und fahre von meiner Heimat in gut neun Stunden von Oberbayern über Berlin und Waren an der Müritz zur Inselstadt Malchow. Dort werde ich von Roberto Wolfer abgeholt, der auch am nächsten Morgen den Trail rennen will. Nach rund zehn Minuten sind wir am Plauer See angekommen.

In der Fischerei und Räucherei Alt-Schwerin wartet bereits Holger Schilder, der Kümmerer für das Event. Er weist die Neuankömmlinge ein, verteilt die Zimmer und ist auch der, den man jederzeit fragen kannst, falls noch etwas unklar ist. Ich beziehe mein Zimmer im Nachbarhaus, wo einige weitere Fremdenzimmer und eine Ferienwohnung gemietet werden können. Praktisch gelöst, für die Teilnehmer am Trailrun.

 

Startnummernausgabe, Nudelparty

 

Noch vor der abendlichen Pastaparty werden die Startnummern ausgegeben. In der Tüte befinden sich noch ein Aufkleber, den wir am nächsten Tag nach dem Finish auf die Medaille kleben sollen, sowie einige Proben für die Füße und den Körper. Die Haferl mit Veranstaltungslogo werden jedem Läufer persönlich von Holger in die Hand gedrückt. Das ganze Event ist übrigens maritim ausgerichtet. „Magst du überhaupt Fisch?“, hatte mich Klaus zuvor gefragt. Wahrscheinlich denkt er, ein Bayer mag nur Schweinernes und Wild auf den Tisch.

 
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Zunächst gibt es aber einen Schlag Spaghetti Bolognese. Nur ganz Eiserne halten sich beim Flüssigen ans Bier. So wie ich. Heuer ist ja Festjahr, 500 Jahre Verkündung des Reinheitsgebotes für Bier, in Ingolstadt fand das damals statt. Wieder was glernt.

Ganz wichtig ist das Briefing. So soll jeder auf den langen Lauf über 51 Kilometer einen Trinkgürtel oder Trinkrucksack mitnehmen, dazu vielleicht noch etwas zu Essen, adäquate Kleidung und ein Handy. Wir werden ermahnt, beim Überqueren von Straßen vorsichtig zu sein und uns entsprechend auch zu verhalten.

Holger beschreibt dann den Streckenverlauf, der uns im Uhrzeigersinn um den Plauer See führen wird. Blaue Pfeile sind zwar angebracht worden, aber wir sollen uns immer wieder nach den Schilder des Radweges um den See richten. Wir werden häufig an der Uferlinie laufen, so Holger, und wer den See länger nicht sehen wird, läuft auf Abwegen. Aufgrund der Witterungsbedingungen werden drei statt vier Verpflegungsstellen eingerichtet: Eine nach zehn Kilometer, eine im Tal der Eisvögel und eine weitere nach gut 35 Kilometer. Da  macht es schon Sinn, wenn sich jeder etwas gegen Hunger und Durst mitnimmt. Einkehrmöglichkeiten gibt es kaum, denn die Campingplätze befinden sich Winterschlaf.

Nach drei Bierchen gehe ich beschwingt in die Heia. Was mich ein wenig sorgt, ist die Wettervorhersage. Der Lauftag soll ungemütlich werden mit Wind, Regen, Schneeregen und Schnee. Zumindest sollen wir noch trocken starten können, aber im Laufe des Vormittags kommt eine Front mit Niederschlägen. Hoffentlich trifft mich ein solcher nicht.

 

Vor dem Start

 

Am nächsten Morgen ist um 06.45 Uhr Frühstück. Die Nacht war kalt mit leichtem Frost, aber zumindest trocken, in der Frühe kann man noch kurz die Sonne sehen. Das Frühstück ist in der Fischerei recht zweckmäßig: Semmeln, Wurst, Käse, Müsli, Kaffee, das reicht vollends.

 
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Die wenigen, die erst heute angereist sind, erhalten noch eine Kurzeinweisung. Wir müssen einen Haftungsausschluss unterschreiben und erhalten gleich noch die bestellten Finishershirts (15 EUR) in die Hand gedrückt. Die letzten fragen nach Holgers Handy-Nummer zum Speichern und dann kommt seine Vollzähligkeitskontrolle. Von den 22 Gemeldeten hat ein Pärchen abgesagt und der Chef geht selbst auch nicht an den Start, so dass 19 Läufer auf die Strecke gehen werden. Es scheint ein kleines, aber feines und familiäres Rennen zu werden.

Doch zum Fototermin zwei Minuten vor 08.00 Uhr ist es vorbei mit der Gemütlichkeit, denn draußen pfeift der Wind über den See.

 

 
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Die ersten zehn Kilometer

 

Nur mit wenig Verspätung, ohne große Startpistole oder sonstigen Schnickschnack, entlässt uns Holger auf die Strecke. Ich halte mich erst mal vornehm zurück, da ich auf den ersten Metern keine Markierung sehe. Die ersten werden schon wissen, wohin es gehen soll. Wir verlassen das Gelände der Fischerei Alt-Schwerin und sind schon nach nicht einmal zwei Minuten auf einem Pfad an der Uferlinie. Der Boden ist ganz griffig, jedoch ein wenig uneben. Ja, als Trailläufer solltest du besser nicht in der Gegend herumschauen, sondern auf den Boden. Andernfalls machst du schneller Bekanntschaft mit selbigem, als dir lieb ist.

Eine längere Treppe bringt uns dann weg von der Uferkante nach oben in eine Ansiedlung, Jürgenshof heißt der Ort. Nur wenig Asphalt dürfen wir da belaufen, dann verlassen wir wieder die Ortschaft auf einem Pflasterweg. Nach einer halben Umrundung einer Bucht rennen wir in Richtung Bundesstraße 192, die letzten Meter zur Fernstraße gehen auf einer Treppe hoch. Rechterhand kann man den Aalsee sehen.

Parallel zur B192 springen wir über den Parkplatz, wo Holger und Fisherman Hans-Werner Thomas, der Wirt und Betreiber der Fischerei und Wirtschaft, zum Fotoschuss bereitstehen. Eine Läuferin gibt ihre Kamera ab. „Die hat mich bis jetzt die ganze Zeit gestört.“

Wir biegen rechts ab und laufen in Richtung Naturcamping Mahlow. Vor der Schranke springen wir links auf einem weichen Waldboden weiter. Nach einigen Minuten sind wir wieder an der Uferlinie angekommen. Ganz flach ist der Trail bisher nicht, denn immer wieder gibt es kleinere Wellen. Ich glaube, die werden uns in zwei, drei Stunden noch mehr zu schaffen machen, als jetzt.

Wir sind 50 Minuten unterwegs und gelangen nach Lenz. Der Waldweg endet, keine Markierung ist zu sehen. Gerade zeigt ein Radwegschild, allerdings als Sackgasse für Pkw, wir laufen nach links den Berg hinauf, bleiben jedoch nach 100 Metern sehen. Das GPS eines Mitstreiters schlägt Alarm. Umdrehen, hinunter und auf der Straße bleiben. Wir könnten vielleicht noch im Lenzer Krug nachfragen. Aber nach ein paar Metern wartet Holger auf einer Brücke über ein Gewässer und weist uns ein. Die erste Verpflegungsstelle. Schnell sind die ersten zehn Kilometer vergangen.

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Informationen: Fishermanstrail/Winter Edition
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